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German Foreign Minister Frank-Walter Steinmeier, US Secretary of State John Kerry, US Secretary of Energy Ernest Moniz, French Foreign Minister Laurent Fabius, the High Representative of the European Union for Foreign Affairs and Security Policy Federica Mogherini and British Secretary of State for Foreign and Commonwealth Affairs Philip Hammond (L-R) meet at the Palais Coburg, the venue for nuclear talks in Vienna, Austria July 14, 2015. Iran has accepted a so-called

Die Aussenminister von Deutschland, der USA, Frankreich, Grossbritannien, sowie die EU-Aussenbeauftragte im Palais Coburg in Wien.   Bild: POOL/REUTERS

Einigung im Atomstreit mit Iran – harsche Kritik aus Israel

Der jahrelange Atomstreit zwischen dem Westen und dem Iran ist zu Ende, Diplomaten haben in Wien eine Einigung in den Verhandlungen erzielt. Derweil sinkt der Ölpreis infolge des Verhandlungserfolgs.

14.07.15, 02:26 14.07.15, 11:34


Ticker: Atomverhandlungen Iran

Bei den Atomverhandlungen mit dem Iran steht eine Entscheidung unmittelbar bevor. Die Sprecherin der EU-Aussenbeauftragten Federica Mogherini kündigte am Dienstag ein letztes Treffen der beteiligten Nationen für 10.30 Uhr an – und zwar auf dem Gelände der UNO.

Anschliessend sei eine Pressekonferenz in einem benachbarten Konferenzzentrum geplant, teilte die Sprecherin am Dienstagmorgen im Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Derweil verkünden iranische Diplomaten den Durchbruch in den Verhandlungen: «Die harte Arbeit hat sich ausbezahlt, wir haben das Abkommen besiegelt», zitiert Reuters einen anonymen iranischen Diplomaten.

Westliche Diplomaten sollen den Deal mittlerweile ebenfalls bestätigt haben, das berichtet die Nachrichtenagentur AP.

Die Aussenminister der fünf UNO-Vetomächte USA, Russland, China, Grossbritannien und Frankreich sowie Deutschlands würden bei dem Treffen am Dienstag Vormittag ebenfalls vor Ort sein.

epa04845294 Russian Foreign Minister Sergey Lavrov (2-L) leaves the Palais Coburg where talks between the E3+3 (France, Germany, UK, China, Russia, US) and Iran continued, in Vienna, Austria, 13 July 2015. Others are not identified. The talks have been going on for 17th days and still it is not certain whether a deal to end the controversy over Iran's nuclear programme could be reached on 13 July.  EPA/GEORG HOCHMUTH

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow in Wien. Bild: EPA/APA

Diplomaten verhandeln seit mehr als zwei Wochen in Wien mit dem Iran über die Aufhebung von Sanktionen im Gegenzug für eine Beschränkung des iranischen Atomprogramms. Eine Einigung würde den seit 13 Jahren schwelenden Atomstreit beenden.

Am Montagabend hatte Sarif angegeben, die Gespräche würden am Montag nicht abgeschlossen. Das US-Präsidialamt erklärte derweil, es gebe wichtige ungelöste Fragen. Die US-Delegation werde allerdings in Wien bleiben, solange es sinnvolle Gespräche gebe.

Kurzes Treffen der 5+1-Gruppe

In der Nacht auf Dienstag war bereits nach einer Stunde ein Treffen der Vertreter der fünf UNO-Vetomächte sowie Deutschlands beendet worden. Der Iran habe an diesem Treffen nicht teilgenommen, sagte ein ungenannter US-Diplomat der Nachrichtenagentur Reuters. Es soll um letzte Formulierungen im voraussichtlich 100-seitigen Abkommen gehen, sagte ein Diplomat derweil der Nachrichtenagentur dpa.

Ein Abkommen soll sicherstellen, dass der Iran keine Nuklearwaffen entwickeln, die Atomkraft aber weiterhin zivil nutzen kann. Im Gegenzug sollen Sanktionen und UNO-Waffenembargos gegen den Iran schrittweise fallen. 

Möglicher Iran-Durchbruch lässt Ölpreise weiter fallen 

Die Ölpreise sind am Dienstag den dritten Handelstag in Folge gefallen. Die Aussicht auf höhere Ölexporte durch das wichtige Förderland Iran laste weiter auf den Preisen, hiess es aus dem Handel.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete am Morgen 57,31 US-Dollar. Das waren 54 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 73 Cent auf 51,47 Dollar.

Am Ölmarkt wird aufgrund der in Aussicht stehenden Verhandlungsfortschritte fest mit einem Anstieg der Ölexporte durch den Iran gerechnet. (dwi/sda/reu/dpa)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • frankyfourfingers 14.07.2015 12:30
    Highlight ach liebe Israelis, wie seid ihr schon wieder an die atombombe gekommen? und wie siehts mit dem Atomwaffensperrvertrag aus?
    20 4 Melden
  • amore 14.07.2015 12:21
    Highlight Israel, please, slow down. Sei einfach nur dankbar, dass die UN seinerzeit dieses Land geschenkt hat.
    14 5 Melden
  • DerWeise 14.07.2015 10:15
    Highlight Das ist doch Mal eine gute Nachricht...

    wenn Israel nicht einmal die Klappe halten wüde
    31 5 Melden
  • zombie1969 14.07.2015 09:00
    Highlight Nur weil der Iran mal einen halben Schritt nach vorne getan hat, bedeutet im Grunde nur, dass die Sanktionen Wirkung zeigen.
    Wenn die Ajatollahs es sich anders überlegen, dann geht es ganz schnell wieder in die andere Richtung, genau wie in der Türkei. Dort war der R. Erdogan am Anfang auch der Hoffnungsträger, nach dem Motto Islam und Demokratie vertragen sich doch.
    Bis er sein wahres Gesicht gezeigt hat. Denn wenn diese Leute etwas gut beherrschen, dann ihre wahren Absichten zu verschleiern.
    9 13 Melden
    • DerWeise 14.07.2015 11:12
      Highlight mag sein... doch wann hat der Iran das letzte mal einen Angriffskrieg geführt? Iran führt seit jeher eine defensive Strategie der Selbsterhaltung und haben wohl auch kapiert, dass der einzige Weg, nicht besetzt, zerstört und ins Chaos geworfen zu werden (Iraq anyone?) über eine Atombombe führt, wie schon fast alle umliegenden Länder eine besitzen.

      Zudem: die Mehrheit der Bevölkerung ist pro westlich eingestellt und hat die Saktionen sowie das Leid nicht verdient
      26 3 Melden
    • saukaibli 14.07.2015 14:07
      Highlight Vergiss dabei nicht, wer den Iran dorthin gebracht hat. Unter Mossadegh war der Iran ein aufgeklärtes Land. Erst durch den von den Amis und Engländer aus Geldgier herbeigeführtem Sturz Mossadeghs und der Wiederinthronisierung des Schahs und dessen Ausbeutung der Bevölkerung kam es zur islamischen Revolution. Ein Grossteil der Bevölkerung, vor allem in den Städten, hat mit Religion nicht viel am Hut und möchte lieber ein westliches, freies Leben führen.
      0 0 Melden
  • Zeit_Genosse 14.07.2015 08:34
    Highlight Wohin mit all dem Oel?
    5 3 Melden

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