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Republican U.S. presidential nominee Donald Trump speaks during the presidential town hall debate with Democratic U.S. presidential nominee Hillary Clinton at Washington University in St. Louis, Missouri, U.S., October 9, 2016. REUTERS/Lucy Nicholson

Wer macht's? Donald Trump und Hillary Clinton ziehen in die letzte TV-Schlacht. Bild: LUCY NICHOLSON/REUTERS

Trump vs. Clinton in Las Vegas: Das letzte Gefecht wird schmutzig

Dritte Runde im Debatten-Zirkus: 20 Tage vor der Wahl treffen Hillary Clinton und Donald Trump in Las Vegas ein letztes Mal aufeinander. Ein sachlicher Diskurs? Eher unwahrscheinlich.

Marc Pitzke, las vegas



Ein Artikel von

Spiegel Online

Anthony Cools lässt Menschen Dinge tun, die sie sonst nie tun würden. Cello spielen zum Beispiel, Stepp tanzen oder Sex simulieren: Abend für Abend füllt der Hypnotiseur das Theater des Casinos Paris Las Vegas am «Strip», dem legendären Glitzer-Boulevard. Zu Beginn warnt seine Assistentin, der Auftritt werde «laut, unzensiert und nicht ganz jugendfrei». Es ist schon fast symbolisch, dass diese Shows nur ein paar Blocks entfernt von der University of Nevada stattfinden.

Denn auch dort dürfte es an diesem Mittwochabend laut und vielleicht sogar nicht ganz jugendfrei zugehen, wenn Donald Trump und Hillary Clinton zu ihrer dritten und letzten TV-Debatte aufeinandertreffen.

Manche erinnert das Debatten-Finale an «Hangover 3», die gefloppte letzte Folge der Komödientrilogie, die in Las Vegas begann: nicht mehr wirklich lustig, nur noch kläglicher Kommerzschrott - mit absehbarem Ende.

Die Vorschau im Video:

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Video: watson.ch

Nur 20 Tage vor der Wahl ist das Duell Trumps letzte Chance, sich zu profilieren vor einem Millionenpublikum, das sich immer deutlicher von ihm abwendet. Nach zwei weiteren Skandalwochen liegt er mittlerweile in den Umfragen landesweit im Schnitt sieben Prozentpunkte hinter der Demokratin Clinton, in einer Erhebung sogar zwölf Punkte - fast uneinholbar. Und nun engleiten ihm auch noch unverzichtbare Swing States: Pennsylvania, North Carolina, Florida.

Je schlechter er dasteht, je mehr Frauen ihm sexuellen Missbrauch vorwerfen, je mehr Kongress-Republikaner sich aus Angst um die eigene Wiederwahl von ihm distanzieren, desto wilder teilt Trump in seinen Reden und Tweets aus. Selbst die beliebte Satireshow «Saturday Night Live» ist nicht mehr sicher: Als die seine Charakterschwächen gnadenlos persiflierte, forderte der Milliardär eine sofortige Absetzung.

U.S. Republican presidential nominee Donald Trump's campaign plane (rear) passes U.S. Democratic presidential nominee Hillary Clinton's campaign plane as it lands in Las Vegas, Nevada, U.S. October 18, 2016. REUTERS/Lucy Nicholson     TPX IMAGES OF THE DAY

Auf dem Flughafen McCarran in Las Vegas: Trumps Flugzeug kreuzt Clintons Wahlkampf-Maschine.   Bild: LUCY NICHOLSON/REUTERS

Um welche Reizthemen wird es bei der Debatte gehen?

Nun Steuern, Einwanderung, Wirtschaft, Aussenpolitik, der Supreme Court: Debatten-Moderator Chris Wallace (Fox News) will diese dritte Runde - im Gegensatz zu den vorherigen Schaukämpfen - strikt auf der Sachspur halten. Das wird schwer.

Nicht zuletzt weil Trump - mit Blick auf eine mögliche Niederlage - nun täglich die Legitimität des US-Wahlsystems anzweifelt. Die Wahlen seien zu seinen Ungunsten manipuliert: Ein riskantes Spiel, da viele seiner Anhänger solch längst widerlegte Verschwörungstheorien tatsächlich glauben. Jetzt schaltete sich sogar US-Präsident Barack Obama ein: Trump solle nicht so «herumheulen» - ein Versuch, ihn an die Konsequenzen seiner Worte zu erinnern, aber auch lächerlich zu machen und so weiter aus der Ruhe zu bringen.

Trump vs. Clinton: Die besten Zitate des letzten TV-Duells

Wird es wieder PR-Manöver geben?

Um von den eigenen Skandalen abzulenken, brachte Trump zur letzten Debatte drei Frauen mit, die behaupten, von Obama-Vorgänger Bill Clinton sexuell belästigt worden zu sein. Die Vorwürfe gegen Trump selbst dürften aber auch jetzt wieder zur Sprache kommen: Mittlerweile haben sich zehn Frauen gemeldet, die ihm sexuelle Belästigung vorwerfen. Und das Magazin «People» präsentierte sechs Augenzeugen, die Vorwürfe gegen Trump unterstützten. Der Republikaner und seine dritte Gattin Melania nennen die Berichte «Lügen».

Wahlkampf in den USA: Welche Promis unterstützen wen?

Nun droht das nächste Trump-Manöver: Diesmal hat er Obamas älteren Halbbruder Malik als Ehrengast eingeladen. Der gebürtige Kenianer macht aus seiner Vorliebe keinen Hehl: «Trump kann Amerika wieder grossartig machen», sagte er der «New York Post». Schon wird gescherzt, Clinton sollte im Gegenzug Obama selbst einladen.

Auf welche politischen Tretminen muss Clinton achten?

Der Sex-Aufruhr um Trump bestimmte die Nachrichten der vergangenen Tage. Doch auch Clinton muss zunehmend mit ernsten Vorwürfen kämpfen: WikiLeaks publiziert immer neue, offenbar von Russland gehackte E-Mails aus ihrem engsten Kreis. Neben Lappalien - so studierte Clinton wohl selbst den kleinsten Lacher für ihre Auftritte ein - fand sich da auch Skandalpotential: So habe das Aussenministerium mit dem FBI mauscheln wollen, um sie aus der E-Mail-Affäre zu ziehen. Ausserdem soll ihr die Partei bei einer Townhall-Veranstaltung eine «Wählerfrage» vorab zugesteckt haben.

Es dürfte aber zu spät sein, um Clinton damit noch ernsthafte Probleme zu bereiten. Zumal die Demokratin in den Umfragen längst so deutlich vorne liegt, dass sie nun sogar darauf hofft, bisherige Republikaner-Staaten wie Texas zu erobern.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Herr Schibli 19.10.2016 23:27
    Highlight Highlight Nun ich gebe Hillary keinen Kredit. Verliert sie, was gar nicht so unwahrscheinlich ist, wie hiesige Medien gerne berichten, dann wird sie angeklagt und wird sich dem Gericht stellen müssen. Gewinnt sie und erreichen die Reps im Senat die Mehrheit, darf sie mit einem Impeachment Verfahren rechnen. Ich jedenfalls möchte nicht in ihrer Haut stecken.
    5 3 Melden
    • rodolofo 20.10.2016 22:18
      Highlight Highlight Sie stecken ja auch nicht in ihrer Haut.
      Würden Sie in Ihrer Haut stecken, dann wären Sie genau so, wie sie.
      0 1 Melden
  • rodolofo 19.10.2016 23:15
    Highlight Highlight Sascha Rufer würde vielleicht so kommentieren:
    Eigentlich haben wir einen vorgezogenen Final bereits gesehen:
    Das Spiel zwischen Hillary Clinton und Bernie Sanders in der Demokratischen Gruppe.
    Aber da sich Donald Trump erstaunlich mühelos durch die Vorrunde der Republikanischen Gruppe mogelte, trifft er jetzt im Endspiel des Polit-Turniers um den Präsidenten-Pokal auf Hillary Clinton.
    Die Ausgangslage ist klar:
    Trump ist in diesem Endspiel ein aussichtsloser Aussenseiter. Er wird mit groben Fouls versuchen, seine technisch versierte Gegnerin zu zermürben und zu Gegen-Fouls zu provozieren...
    12 1 Melden
    • leclerc 20.10.2016 00:14
      Highlight Highlight My congrats👌😂
      1 0 Melden
  • Ton 19.10.2016 21:42
    Highlight Highlight Danke für den Artikel!

    «…fand sich da auch Skandalpotential: So habe das Aussenministerium mit dem FBI mauscheln wollen, um sie aus der E-Mail-Affäre zu ziehen. Ausserdem soll ihr die Partei bei einer Townhall-Veranstaltung eine «Wählerfrage» vorab zugesteckt haben.

    Es dürfte aber zu spät sein, um Clinton damit noch ernsthafte Probleme zu bereiten.»

    Skandalpotenzial? In einem normalen Wahlkampf gegen einen beliebigen Menschen mit Verstand hätte sie keine Chance...
    12 2 Melden
    • LukesFather 19.10.2016 22:50
      Highlight Highlight Ich mag Clinton auch nicht. Nur mag ich Trump noch viel weniger. Ich hoffe, dass die amis genau so denken. Und das Clinton nun in Texas siegen wird, finde ich nun wirklich sehr unwahrscheinlich.
      1 0 Melden

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