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Wie ernst ist es Donald Trump mit seiner Kandidatur? Bild: AP/The Gazette

Michael Moore zeigt, wie Trump zu schlagen ist – aber will der überhaupt Präsident werden?

Nach seiner düsteren Prognose zum wahrscheinlichen Wahlsieg von Donald Trump schildert Dokumentarfilmer Michael Moore, wie dieses Szenario verhindert werden kann. Ausserdem hat er eine gewagte Theorie.

20.08.16, 10:06 21.08.16, 21:19

Ende Juli hat Michael Moore viele seiner Fans geschockt. Auf seiner Website schilderte der kontroverse Filmemacher, warum Donald Trump die US-Präsidentschaftswahl im November gewinnen wird. Dabei zählte er fünf Gründe auf: Die «Brexit-Stimmung» in den vier traditionellen Industriestaaten im Nordosten des Landes, die wütenden weissen Männer, das Hillary-Problem, die enttäuschten Sanders-Wähler und eine allgemeine Protestwahl-Mentalität.

Michael Moore zeigt fünf Wege zum Sieg über Trump. Bild: Getty Images North America

Moores These war gewagt, er ignorierte zwei bedeutende strukturelle Probleme, die den Republikanern bereits 2008 und 2012 zum Verhängnis geworden waren und sich im Fall von Trump noch verschärft haben. Inzwischen hat Michael Moore wie versprochen aufgezeigt, wie der schrille New Yorker trotzdem besiegt werden kann. Gleichzeitig warnt er davor, sich durch Trumps Entgleisungen und Hillary Clintons klaren Vorsprung in den Umfragen in Sicherheit zu wiegen.

Mobilisierung ist alles

Bei dieser Wahl gehe es nur darum, wer wirklich daran teilnehme und wer «die rabiatesten Anhänger hat». Für Moore ist dies immer noch Trump, deshalb müsse man ihn weiter ernst nehmen. Seine Gegner müssten fünf Dinge tun. Vier davon betreffen Moores Fans und eines Clinton:

Mit diesen Faktoren lasse sich die Wahl von Trump verhindern, glaubt der Dokumentarfilmer. Allerdings fragt sich Moore, ob der Bauunternehmer überhaupt Präsident werden will. In einem weiteren Beitrag auf seiner Website behauptet er, Trump habe das nie wirklich gewollt. Er sei mit seiner Rolle als Star der Reality-Show «The Apprentice» auf dem Fernsehsender NBC unzufrieden gewesen: «Vereinfacht gesagt wollte er mehr Geld.»

Will Trump aussteigen?

Mit seiner Präsidentschaftskandidatur habe er seinen Marktwert steigern wollen. Doch als er bei seinem ersten Auftritt am 16. Juni 2015 Mexikaner als «Vergewaltiger» und «Drogendealer» beschimpfte, warf ihn NBC kurzerhand hinaus. Trump sei verblüfft gewesen, doch dann habe er weitergemacht in der Hoffnung, für andere Sender interessant zu werden. Er sei sich sicher gewesen, dass er «NIE und NIMMER Präsident der Vereinigten Staaten werden würde». Zu seiner eigenen Überraschung habe Donald Trump es jedoch geschafft, das Land zu befeuern.

Prominente Trump-Unterstützer

Irgendwann habe es ihm gedämmert, dass es ernst werde, meint Moore, genauer nach der Vorwahl in New Jersey. Seine Siegesrede sei nicht wie sonst laut und aggressiv gewesen, «sondern geradezu depressiv». Michael Moore mutmasst deshalb, dass Trumps Entgleisungen der letzten Wochen «kein Zufall sind». Er wolle aus dem Rennen aussteigen, um am 8. November nicht als Verlierer dazustehen. «Lieber lädt er die Clintons UND die Obamas zu seiner nächsten Hochzeit ein, als dieses Stigma auf der Stirne zu tragen.»

Moores These ist steil, immerhin hat der republikanische Kandidat gerade erst einen neuen Wahlkampfleiter ernannt. Ausserdem bemühte er sich zuletzt um ein seriöseres Auftreten. Quellen für seine Mutmassungen nennt der Dokumentarfilmer, der für seinen kreativen Umgang mit Fakten berüchtigt ist, keine. Und doch liegt er möglicherweise nicht falsch. Für ihn spricht ein offener Brief einer ehemaligen Trump-Mitarbeiterin, den diese bereits Ende März veröffentlicht hat.

Stephanie Cegielski war Kommunikationsleiterin eines Unterstützungskomitees für Trumps Kandidatur. Anfangs habe sie an ihn geglaubt, doch mit der Zeit habe sie erkannt, dass er für das Präsidentenamt weder qualifiziert noch vorbereitet gewesen sei. Wie Michael Moore geht Cegielski davon aus, dass Donald Trump über seinen Erfolg selber überrascht gewesen sei. Deshalb habe «sein Ego das Steuer ergriffen». Dabei habe Trump «niemals Kandidat werden wollen».

«Die brutale Wahrheit ist: Trump sorgt sich nur um Trump», schrieb Stephanie Cegielski. Mit ihrem Gang an die Öffentlichkeit wollte sie seine Anhänger aufrütteln und daran hindern, ihn weiter zu unterstützen. Es ging bekanntlich schief. Und so bleibt eine ebenso faszinierende wie beängstigende Vermutung: Donald Trumps Kandidatur war nie mehr als eine PR-Nummer.

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • dommen 20.08.2016 15:11
    Highlight Hehe
    31 7 Melden
  • Domino 20.08.2016 14:40
    Highlight Irgendwie fehlen im Artikel die Argumente warum er gegen Trump ist, ausser dass er seine Persönlichkeit nicht mag. Bei Hillary gibts so viele Argumente:
    The Clinton Cash (Clinton Foundation), ihr Gesundheitszustand, ihre Vergangenheit als Senatorin und Aussenministerin, Assange welcher sie für 3 Morde aus der E-mail-Affäre verantwortlich macht, der zu 20% von Saudi Arabien finanzierte Wahlkampf...

    12 46 Melden
    • trio 21.08.2016 09:07
      Highlight Darum geht es doch gar nicht!?
      14 1 Melden
  • roflcopter 20.08.2016 13:30
    Highlight OMG! Es wurde 3 mal MMA erwähnt in der Bildergalerie. Muss ein Rekord sein für eine schweizerische Zeitung. Wann berichtet ihr endlich mal darüber? Heute Abend z.B. findet ein sehr spannender Fight statt.
    7 34 Melden
    • Paganapana 20.08.2016 14:02
      Highlight Weil es kaum jemanden interessiert?
      56 3 Melden
    • roflcopter 20.08.2016 14:25
      Highlight Hoffentlich wissen das die Verantstalter, der dauernd ausverkauften Events, nicht.
      5 11 Melden
  • Darkside 20.08.2016 12:58
    Highlight Wenn das wirklich stimmt ist es der grösste PR Stunt aller Zeiten.
    Was aber wenn er plötzlich aussteigt und dann doch ein Fundi wie Ted Cruz zum Handkuss kommt? Wäre das überhaupt möglich?
    23 1 Melden
    • Chrigi-B 20.08.2016 13:21
      Highlight Bei diesen Schwachmaten ist mit allem zu rechnen!
      25 4 Melden
  • rodolofo 20.08.2016 10:22
    Highlight Diese Analyse von Michael Moor und seine Empfehlungen für den Wahlkampf sagen eigentlich alles, was es dazu zu sagen gibt, in einer wohltuenderweise überhaupt nicht moralisierenden Form!
    Ohne Einfluss und Stimmrecht in der USA zu haben, machen nicht wenige KommentarschreiberInnen hier auf watson genau das, was Michael Moor empfiehlt.
    "Wir" üben dabei Gedankengänge ein für unseren eigenen permanenten Wahl- und Abstimmungskampf gegen unsere eigenen, Schweizerischen "Trumpfbacken".
    40 26 Melden

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