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Clinton-Fans brechen in Tränen aus. Was wird in den nächsten vier Jahren auf sie zukommen? Bild: John Locher/KEYSTONE

Auch ohne Hillary – 7 Politiker, über deren Wahl sich Trump-Gegner freuen können

Die US-Wahlen hätten ein historischer Erfolg werden können; doch der Traum ist geplatzt und der populistische Republikaner Donald Trump verhinderte die Wahl der ersten weiblichen US-Präsidentin. Trotzdem können die Wahlen auch für Trump-Gegner als Erfolg verbucht werden.

11.11.16, 19:48 12.11.16, 16:57

Um 5 Uhr morgens sind wir aufgestanden, um bei diesem historischen Moment der Zeitgeschichte irgendwie dabei zu sein. Aber was uns der Bildschirm unserer Smartphones an jenem Mittwoch Morgen zu erzählen hatte, war nicht das, was wir uns erhofft hatten.  

Das amerikanische Wahlsystem hat einen weissen Superreichen, der mit frauenfeindlichen und rassistischen »Aussagen« «besticht», ins Amt des Präsidenten gehievt.

People of Color (POC)

Der Begriff «Person of Color» stammt aus dem Anglo-Amerikanischen und bezeichnetet Leute, die gegenüber der amerikanischen Mehrheitsgesellschaft als nicht-weiss wahrgenommen werden und sich deshalb alltäglichem und institutionellem Rassismus ausgesetzt fühlen.

Das Resultat fällt zum Leidwesen und Schrecken einer grossen Mehrheit von «People of Color» (siehe Infobox), LGBTs und anderen Minderheiten aus. Sie fühlen sich untervertreten, ungesehen und blicken frustriert in die mittelfristige Zukunft.

So haben die verschiedenen Ethnien in der USA gewählt: 

Angaben in Prozent der Stimmberechtigten.  quelle: CNN (Stand: 9.11.2016) via Spiegel Online

Ja, die ganze Sache ist Scheisse blöd gelaufen – das wissen wir inzwischen alle. Aber was wir vor lauter orangen Haaren vor den Augen ganz vernachlässigt haben, ist, dass die Vereinigten Staaten ausser dem Präsidenten auch noch andere politische Positionen besetzt haben. 

Und dabei werfen sieben Wahlergebnisse einen Schimmer Hoffnung auf die Wahlmisere in Übersee.

Folgende Politiker repräsentieren ab kommendem Jahr Minderheiten, die so noch nie in der amerikanischen Politik vertreten waren:

Kamala Harris

Kamala Harris ist künftige Senatorin des Bundesstaats Kalifornien. Sie ist die erste Frau indischer Abstammung, die jemals in den Senat gewählt wurde, und die einzige schwarze Frau, die es bei diesen Wahlen schaffte. Vor ihr galt Carol Moseley Braun fast zwei Jahrzehnte lang als die einzige schwarze Senatorin. Sie bekleidete das Amt für Illinois von 1992 bis 1998.

Harris ist die Tochter eines jamaikanisch-amerikanischen Vaters und einer aus Indien stammenden Mutter. Sie legte bis anhin eine steile Politkarriere hin. Sie stieg als Bezirksanwältin von San Francisco bis zur Justizministerin des Staates Kalifornien auf. Aufgrund dessen wird sie von einigen Demokraten auch als «Female Obama» bezeichnet. 

Harris kurz nachdem die Resultate veröffentlicht wurden. bild: reuters

Kate Brown

Die 38. Gouverneurin von Oregon heisst Kate Brown und sie ist bisexuell. Als erste Person in einem solchen Amt steht sie öffentlich zu ihrer nicht-konformen Sexualität.

Ihre Agenda beinhaltet einen starken Feminismus. Schon seit den 80er Jahren erlebt sie als Anwältin die reale Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen. 

Bild: Don Ryan/KEYSTONE

Pramila Jayapal

Auch das Repräsentantenhaus zählt ab Januar 2017 eine indisch-amerikanische Frau in seinen Reihen. Pramila Jayapal immigrierte mit 16 in die USA, um in Georgetown zu studieren. 

Jayapal machte sich vor allem nach den Anschlägen von 9/11 einen Namen. Sie richtete sogenannte «Hate Free Zones» ein, die das Ziel verfolgten, die Problematik um den Terrorismus frei von Fremdenhass zu diskutieren.

Tammy Duckworth

Tammy Duckworth vertritt bereits seit 2013 als erste Thai-Amerikanerin den Bundesstaat Illinois im Repräsentantenhaus. Bei diesen Wahlen geht die Ex-Militärpilotin sogar als Senatorin hervor.  

Duckworth diente der US-Army im Irak-Krieg als Helikopterpilotin, wo sie beide Beine verlor und ihren rechten Arm lädierte.  Bild: Paul Sancya/AP/KEYSTONE

Das ist deshalb besonders bemerkenswert, da ihr republikanischer Kontrahent und Vorgänger Mark Kirk sie mehrmals aufgrund ihrer Herkunft verbal angegriffen hat. 

Ilhan Omar

Ilhan Omar umarmt eine Unterstützerin bei der Verkündung der Wahlergebnisse. Bild: AP/Star Tribune

Vom Flüchtlingsteenager zur Abgeordneten: Im Alter von 12 kam Ilhan Omar in die USA. Sie floh aus dem vom Bürgerkrieg gezeichneten Somalia und wird nun mit 34 ins Repräsentantenhaus von Minnesota geschickt.

Sie ist eine der ersten Musliminnen, die ein politisches Amt in den USA besetzten und dabei die erste Somalierin überhaupt. Das ganze nur kurz nachdem Mister Future President Trump noch behauptete: «Somalische Immigranten sind ein Desaster für unser Land.»

Zu ihrer Wahl äussert sich Oman hoffnungsvoll:

«Meine Nachbarn und jeder in diesem Raum repräsentieren das, was wir als Nation sein wollen: Vereint in Vielfältigkeit.»

Omar bei ihrer Wahlrede huffingtonpost

Adrinao Espallat

Mit der Wahl von Adrinao Espallat wird ab Anfang nächsten Jahres nicht nur der erste Abgeordnete mit dominikanischer Herkunft im Repräsentantenhaus sitzen, es wird auch zum ersten Mal in der Geschichte der USA ein ehemaliger «Sans Papier» Politik auf nationaler Ebene mitgestalten.

Adrinao Espallat wird für die Demokraten den 13. Wahlbezirk von New York vertreten. bild: latintimes

Cathrin Cortez Masto

Für Nevada wird neu Cathrin Cortez Masto im Senat sitzen. Sie ist somit die erste Latina, die in die kleine Kammer des US-amerikanischen Parlaments gewählt wurde. 

Von Trumps Aussagen bezüglich Menschen mit lateinamerikanischer Abstammung fühlt sie sich direkt angegriffen. Deswegen bietet sie ihm in ihrer Siegesrede auch gleich kräftig die Stirn:

«Ich verspreche: Mit mir wird das Spiel von ‹Checks and Balances› eine wahre Höllenfahrt für Herrn Trump.»

Cortez Masto bei ihrer Siegesrede

Weltkarte im Zeitraffer von 1940 bis 2016 – Rot eingefärbt sind Frauen in politischen Spitzenpositionen:

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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    Alle Leser-Kommentare
  • Ohniznachtisbett 24.11.2016 08:54
    Highlight Warum kann man sich denn nun über diese Politiker freuen? Sie sind allenfalls höchstens ein Zeichen, dass auch politisch anders denkende als The Donald eine Wahlchance haben in den USA. Aber sonst? Ich kenne diese Leute nicht. Ich kenne ihr Programm nicht, ich kenne ihre Lobbys nicht, ich sehe vorerst keinen Grund mich für deren Wahl zu freuen oder nicht zu freuen. Vielleicht sind das super Politiker, vielleicht aber auch nicht.
    0 1 Melden
  • Simsa 14.11.2016 16:35
    Highlight @Jovin Barrer
    Wenigstens hier im Titel wäre doch mal eine Geschlechtergerechte Sprache passend...
    Oder wie steht watson zu dem Thema?
    0 0 Melden
    • Jovin Barrer 15.11.2016 18:03
      Highlight Gendergaps und Binnen-Is werden bei uns in der Redaktion leider wegkorrigiert. Dem Lesefluss zu Liebe, sagen sie.
      0 0 Melden
  • chrigu_ 11.11.2016 22:09
    Highlight Ich sage nur Cory Booker...
    ...in vier Jahren gibts erneut einen schwarzen Präsidenten.
    7 0 Melden
    • Jovin Barrer 12.11.2016 10:19
      Highlight Oder Michelle Obama...
      2 0 Melden
  • Luca Brasi 11.11.2016 22:02
    Highlight Amerikanische Regierung? Ab in den Staatskundeunterricht! Eine Regierung ist die Exekutive und die stellt der kommende Präsident zusammen unter Absegnung des Kongresses, welcher in beiden Kammern republikanisch dominiert ist. Die erwähnten Politiker sind Mitglieder der Legislative oder der Exekutive auf Ebene der Bundesstaaten. Aber sicher nicht der nationalen US-amerikanischen Regierung!
    12 2 Melden
  • mariof 11.11.2016 21:16
    Highlight Mark Kirk ist seit einem Schlaganfall selber behindert. Wieso soll er Tammy Duckworth wegen ihrer Behinderung attackiert haben? Und auch wenn, erscheint dies in einem ganz anderen Licht, wenn man weiss, dass beide körperliche Leiden haben. Er hat sie aber wegen der Herkunft ihrer Vorfahren attackiert, was zu grösseren Verwerfungen geführt hat. Ich konnte auf die schnelle auch keine Quelle finden für die Attacken bezüglich der Behinderung von Tammy Duckworth. Ist da etwas durcheinander geraten?
    10 0 Melden
    • mariof 23.11.2016 12:31
      Highlight Der Artikel wurde korrigiert.
      0 0 Melden
  • Alnothur 11.11.2016 20:47
    Highlight Wie Trump die Frauen in seiner Firma behandelt(e) kann man übrigens im ausführlichen sachlichen Portrait der NZZ nachlesen.
    15 5 Melden

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