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Mythos Erfolgsmann: Die Wahrheit hinter Trumps Milliarden

Donald Trump brüstet sich mit seinem angeblich selbst geschaffenen Reichtum. Dabei zapfte er geschickt öffentliche Gelder an. Und seine Pleiten? Verschweigt er.

Marc Pitzke, New York



Dinge, die aussehen wie Donald Trump

Ein Artikel von

Spiegel Online

Donald Trumps Präsidentschaftskandidatur fusst auf einem sorgsam kultivierten Mythos – dem Mythos des supererfolgreichen Selfmade-Businessman. «Ich bin wirklich, wirklich reich», prahlt der Immobilienhai, der nun auch in den Umfragen zu den US-Vorwahlen in South Carolina vorne liegt. Und: «Unser Land braucht einen guten Geschäftsmann.»

Der Mythos ist eine PR-Fabel, genährt vom Klischee, dass es in Amerika jeder im Alleingang vom Tellerwäscher zum Millionär schaffen könne. Trump verkörpert diesen American Dream – aber seine gern erzählte Erfolgsstory ist eine Legende, die mit der Realität wenig zu tun hat.

Die Probleme beginnen schon mit der Substanz seines Reichtums. Als Trump in den Wahlkampf einstieg, bezifferte er sein Vermögen auf 8,7 Milliarden Dollar, was er seither selbstbewusst auf zehn Milliarden Dollar aufrundet. Doch unabhängige Quellen bestreiten die Summe: Auf der «Forbes»-Liste der reichsten Amerikaner rangiert er mit 4,5 Milliarden Dollar auf Nr. 121.

Eins stimmt jedenfalls: Am Anfang standen 200 Millionen Dollar. Mit diesem bequemen Polster begann Donald Trump seine Karriere – dank seines Vaters Fred, der mit Fördergeldern der US-Regierung Eigenheime errichtete und sich damit ein kleines Immobilienreich geschaffen hatte.

Trump Jr. stieg nach dem Studium ins Geschäft ein – wie der Vater, auf Kosten des Staates. Mit 27 landete er seinen ersten Deal: Für einen Dollar kaufte er das bankrotte Hotel Commodore und verwandelte es mit dem Hyatt-Konzern als Partner in eine Nobelherberge, das Grand Hyatt. Politisch gut vernetzt, sicherte er sich dafür einen Grundsteuernachlass, der ihm 60 Millionen Dollar sparte.

Es wurde sein Modus Operandi: Trump umgarnte die Politiker mit Geld und Aufmerksamkeit – nur um sie für seine Luxusprojekte anzuzapfen.

So auch beim Trump Tower, seinem bekanntesten Projekt. Als ihm die Stadt New York den Steuernachlass verweigern wollte, erklagte er sich das 164-Millionen-Dollar-Geschenk. 1983 eröffnet, profitierte der Glasturm an der Fifth Avenue auch von der Arbeit illegaler – und nicht versicherter – Einwanderer aus Polen, von denen Trump nichts gewusst haben will.

Trump habe die Stadtverwaltung betrogen, erinnerte sich New Yorks Ex-Rechnungsprüferin Karin Burstein in der «Los Angeles Times». Auch der Kongressabgeordnete Jerrold Nadler kritisierte Trumps Methoden, «die Steuerzahler zu missbrauchen und das Gesetz zu beugen».

Ein Flop nach dem anderen

Nicht immer führte das zum Erfolg. 1990 wäre die Trump Organization fast bankrottgegangen, mit fünf Milliarden Dollar Schulden. Nur ein Rettungspaket von rund 70 Banken bewahrte Trump vor dem Aus.

Vor allem wenn Trump in seinem Grössenwahn nach Bereichen griff, die ihm bisher fremd waren, landete er einen Flop nach dem anderen:

Doch nicht alles ging daneben. Trumps Reality-Show «The Apprentice» war jahrelang ein Hit. Der Trump Tower ist eine Touristenattraktion, etliche Immobilienprojekte sind profitabel, und das Grand Hyatt floriert.

Das Hotel ist aber schon längst keine Trump-Immobilie mehr. 1996 trennten sich Trump und Hyatt – nachdem sie sich gegenseitig verklagt hatten. Trumps Verdienst an der Scheidung: 140 Millionen Dollar.

Herrlich bescheuert: #PostATrumpSelfie

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • malu 64 18.02.2016 00:37
    Highlight Highlight Sein Vermögen hat er ganz sicher
    nur, weil er vielleicht nur einmal auf seine Berater gehört hat.
    Leute illegal beschäftigen, der
    Allgemeinheit Steuergelder
    vorenthalten, Pleiten verursachen.
    Wie kann ein einigermaßen normaler Mensch, einen solchen
    Irren wählen.
  • Spooky 17.02.2016 23:13
    Highlight Highlight Hillary for President !!!
    Frauen an die Macht !!!

    • Spooky 18.02.2016 20:07
      Highlight Highlight @AL:BM
      Diese Frau hat mit ihrem Ehemann und seinen erotischen Eskapaden genug durchgemacht. Eine Frau, die es mit so einem Mann ein Leben lang aushält, muss extrem belastbar sein. Ich finde, Hillary ist darum für das Präsidentenamt wie geschaffen.
      ;-)
  • Sibylle Trenck 17.02.2016 21:19
    Highlight Highlight Vielleicht mehr über #FeelTheBern?
  • Mia_san_mia 17.02.2016 19:57
    Highlight Highlight Könnt ihr nicht mal interessantere Artikel über den US Wahlkampf bringen? Billige Anti-Trump Artikel kann ich auch noch machen :-)
    • Jürg Müller 17.02.2016 22:52
      Highlight Highlight @-Thomas-

      Hä ? Wo ist das ein 'Billiger Anti-Trump Artikel' ? Das ist eine kurze Zusammenfassung von Trumps Lebenslauf. Das heisst: was er in seinem Leben erreicht hat und wie. Da auf 'Anti' zu schliessen ist ein gewaltiger geistiger Hosenlupf.
  • walsi 17.02.2016 19:52
    Highlight Highlight Wie sagt man so schön, Neid muss man sich verdienen. Mitleid kriegt man geschenkt. Auch wenn Trump ein Startpolster von seinem Vater bekommen hat. Muss er einiges richtig gemacht haben. Ob es nun vier oder acht Milliarden sind ist dabei wirklich nebensächlich.
    • Yes. 17.02.2016 21:13
      Highlight Highlight Fakt ist aber, dass er ein "Startguthaben" von 200 Millionen hatte, was es total lächerlich macht, dass er sich als Musterknabe des American Dream, der sich vom Tellerwäscher zum Millionär hinaufgearbeitet hat, darstellt.
    • Dewar 18.02.2016 00:01
      Highlight Highlight Die 200 Millionen waren zudem in einer anderen Zeit (wohl so in den 60ern/70ern), wo das Geld noch viel mehr Wert hatte.
  • Pana 17.02.2016 19:32
    Highlight Highlight Ich lebe 20 Minuten von einem Trump Tower. Boykottiere den Laden seit er gebaut wurde, mit immer besserem Gewissen.
    • Mia_san_mia 17.02.2016 21:08
      Highlight Highlight Wieso?
    • Pana 17.02.2016 21:42
      Highlight Highlight Sympathisch war er mir nie. Und heute? Um keine Liste machen zu müssen, sag ich einfach mal, dass ich keine Rassisten mag.
  • Raphael Stein 17.02.2016 18:32
    Highlight Highlight Die, die diesen gerissenen Kerl der über Leichen geht, wählen, können ihn auch gleich behalten. Schade nur, dass wir auf dem selben Planeten wohnen.
  • fonebone 17.02.2016 17:48
    Highlight Highlight Trump soll sich mit seinen Lügengeschichten und seiner nicht anzusehenden Visage endlich aus dem Brennpunkt verziehen! Ich bin es leid ständig irgendwelche neuen dämlichen Geschichten/Aussagen lesen zu müssen, die ihm die verblendeten Wähler auch noch abkaufen.
    • Ignorans 17.02.2016 19:18
      Highlight Highlight Lügen gehören zum Wahlkampf...
    • lilas 18.02.2016 01:46
      Highlight Highlight der Typ macht mich krank und dass er Anhänger hat, macht Angst und raubt die Hoffnung, dass die Menschheit nicht komplett am verblöden ist

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