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Washington am Montagabend: Trauer um die Opfer des Orlando-Attentats. Bild: AP/FR170079 AP

UNO-Gremium verurteilt Orlando-Attentat: Russland und Ägypten sträubten sich zunächst dagegen

14.06.16, 02:04 14.06.16, 03:54


Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat das blutige Attentat auf einen Homosexuellen-Nachtclub in Florida scharf verurteilt. Die 15 Mitgliedsstaaten verabschiedeten eine entsprechende Erklärung am Montag (Ortszeit) einstimmig.

Darin war von einem «Terrorangriff» die Rede, dem «Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung» zum Opfer gefallen seien. Dem Votum waren nach Diplomatenangaben schwierige Verhandlungen vorangegangen, weil sich die Ratsmitglieder Russland und Ägypten zunächst gegen einen Verweis auf die sexuelle Orientierung der Opfer gesträubt hätten.

Der stellvertretende UNO-Botschafter der USA, David Pressman, kritisierte die fortbestehenden Vorbehalte mancher UNO-Mitglieder gegen den Schutz der Rechte von Schwulen und Lesben. Die Weltgemeinschaft müsse sich auf die «grundlegende Prämisse einigen, die universelle Würde aller Menschen zu wahren, ungeachtet wen sie lieben». Es reiche nicht aus, «nur die Terroristen zu verurteilen, die diese Menschen töten».

Die USA hatten den Textentwurf am Sonntag eingebracht. Russland und Ägypten konnten nach Diplomatenangaben erst nach längeren Beratungen von der Zustimmung überzeugt werden. In beiden Ländern werden Menschenrechtlern zufolge die Rechte von Schwulen und Lesben systematisch verletzt.

Homosexualität in 77 Ländern strafbar

US-Diplomat Pressman warf den Vereinten Nationen vor, grundsätzlich zu wenig zum Schutz sexueller Minderheiten zu tun. «Würde sollte nicht so schwer zu schützen sein», sagte er. «Hier ist sie es aber.»

Erst kürzlich hatte die UNO-Generalversammlung 22 Gruppierungen - darunter vielen Homosexuellenverbände - die Akkreditierung für eine Konferenz zum Thema Aids verweigert. Russland, mehrere muslimische Länder, Tansania und Kamerun hatten die Zulassung blockiert. Homosexualität ist in 77 Ländern immer noch strafbar. In fünf Ländern kann die Todesstrafe verhängt werden.

Ein 29-jähriger Attentäter hatte in der Nacht zum Sonntag einen Nachtclub in Orlando mit Schusswaffen angegriffen und anschliessend Gäste als Geiseln genommen. Ein Sondereinsatzkommando der Polizei beendete die Geiselnahme gewaltsam und tötete dabei den Attentäter. 49 Gäste starben. (cma/sda/afp)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Paco69 14.06.2016 11:19
    Highlight Ein vermeintlicher Moslem mit Verbindungen zum Daesh (IS) mag Homosexuelle nicht und erschiesst sie im Namen seiner Märchenreligion. Und nun soll es an den liberalen Waffengesetzen liegen. Weil sich sonst islamische Attentäter von Waffenverboten aufhalten lassen.
    Für die Ermordung von 2.700 Menschen am 9/11 brauchten ein Handvoll Islamisten 4 Tepichmesser. Ein Auto ist auch eine Mordwaffe, wie man regelmässig erfährt. Rucksackbomben kann fast jeder bauen. Auch ohne Schusswaffen kommen Terroristen sehr gut aus.
    3 9 Melden
    • fabianhutter 14.06.2016 20:41
      Highlight Dann teilen wir den Terroristen doch gleich noch Panzer und Granaten aus, da sie sich sowieso nicht aufhalten lassen. *Ironie aus*
      Wenn das erwerben von Waffen verboten wäre könnte man solche Leute, die ja oftmals überwacht wurden, verhaften bevor sie die erworbenen Waffen gegen Unschuldige richten.
      4 0 Melden
  • Sapere Aude 14.06.2016 07:42
    Highlight Solche Erklärungen sind meistens nicht das Papier wert, auf welchen diese geschrieben wurden. Menschen werden auf der ganzen aus unterschiedlichen Gründen diskriminiert, ihnen wird Gewalt angetan und persönliche Freiheitsrechte mit Füssen getreten. Ob in der Schweiz, Europa, USA oder Russland. Natürlich gibt es Unterschiede, in manchen Länder lässt es sich besser und freier leben als in anderen. Trotz alles sind solche Erklärungen pure Heuchelei, sie ändern nichts am Leid, an der Unterdrückung und der gedanklichen Regression der Gesellschaft.
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