International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Uuuups! Obama sagt «Nigger» im Radio. Das hat vor ihm noch keiner gewagt ...

22.06.15, 17:45 23.06.15, 09:05


Nach der Attacke mit neun Toten auf eine von Afroamerikanern besuchte Kirche hat US-Präsident Barack Obama mit dem Tabu-Wort «Nigger» in die Rassismusdebatte eingegriffen. «Wir sind vom Rassismus nicht geheilt», sagte Obama in einem Interview mit dem Internetradio WTF.

«Und es geht nicht nur darum, dass es unhöflich ist, in der Öffentlichkeit 'Nigger' zu sagen.» Das Erbe von Sklaverei und Diskriminierung werfe einen «langen Schatten» und sei «noch immer Teil unserer DNA», sagte Obama in dem am Montag ausgestrahlten Interview.

Das englische Wort «Nigger» ist eine abwertende Bezeichnung für Schwarze. US-Medien vermeiden den Ausdruck und sprechen nur vom «N-Wort» – selbst Obamas Äusserung wurde im Fernsehen mit einem Piepen übertönt. In der afroamerikanischen Hip-Hop- und Jugendkultur ist der Begriff dagegen als ironische Selbstbeschreibung geläufig.

Obama wurde 2008 als erster Schwarzer zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Der Sohn einer weissen US-Bürgerin und eines Kenianers sagte in dem Interview mit WTF, dass sich die Situation der Afroamerikaner «in meiner Lebenszeit» spürbar verbessert habe.

«Neue Möglichkeiten haben sich ergeben, und Einstellungen haben sich verändert», sagte er. Dennoch müsse das Land noch einen weiten Weg zurücklegen, ehe die Hautfarbe keine Rolle mehr spiele.

Zahlreiche Gewalttaten gegen Schwarze

Amoklauf in Schwarzen-Kirche in Charleston

Der 21-jährige Weisse Dylann Roof soll vergangenen Mittwoch in der Emanuel African Methodist Episcopal Church in Charleston aus rassistischen Motiven neun Schwarze erschossen haben. Medienberichten zufolge gestand er nach seiner Festnahme die Tat, bei einer ersten Anhörung am Freitag wurde ihm neunfacher Mord vorgeworfen.

Seit dem Sommer vergangenen Jahres hatten ausserdem mehrere Fälle tödlicher Polizeigewalt gegen Schwarze für Empörung gesorgt. Ende April wurde die Ostküstenstadt Baltimore von schweren Ausschreitungen erschüttert, nachdem ein junger Afroamerikaner im Polizeigewahrsam ums Leben gekommen war. (sda/afp)

Die Bildersammlung des Charleston-Attentäters

Abonniere unseren Daily Newsletter

2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • flyingdutch18 23.06.2015 00:45
    Highlight Hier der Link zu diesem historischen Podcast zwischen Obama und WTF vom 22. Juni.
    http://potus.wtfpod.com/
    1 0 Melden
  • Ratchet 22.06.2015 22:46
    Highlight Ob er das N-Wort gesagt hat oder nicht! Genau das meint er, darum geht es nicht bei Rassismus. Die Ironie ist aber, dass die Medien jetzt genau nur damit Schlagzeilen machen "OMG Er hat das N-Wort gesagt".
    16 0 Melden

Trumps Tipp an Spanien beweist, dass er Nachhilfe in Geografie braucht

Am 19. Juni 2018 war der spanische König Filipe mit seiner Frau Letizia im Weissen Haus zu Gast. Begleitet wurden sie von Aussenminister Joseph Borrell. US-Präsident Donald Trump soll während des Treffens die spanische Flüchtlingskrise angesprochen haben – und wie er das Problem lösen würde.

Und wer hätte das gedacht? Trump riet der spanischen Delegation, eine Mauer zu bauen – in der Sahara. «Die Sahara-Grenze kann nicht grösser sein als unsere Grenze zu Mexiko», soll der US-Präsident …

Artikel lesen