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Der Junge, der für seine Adoption Limo verkaufte (und damit Erfolg hatte)

Seit Jahren lebt der neunjährige Tristan bei Pflegeeltern. Alle wünschen sich die Adoption – doch bislang scheiterte sie, weil das Geld fehlte. Seit dem Wochenende ist das anders.

26.04.16, 13:30

Ein Artikel von

Der neunjährige Tristan Jacobson lebt seit vier Jahren bei Pflegeeltern in Springfield im US-Bundesstaat Missouri. Die Familie fühlt sich offensichtlich sehr wohl. «Für mich und meinen Mann ist er unser Sohn, wir haben ihn aufgezogen», sagt Pflegemutter Donnie Davis, so berichtet es die Washington Post. Die leibliche Mutter kann sich nicht um Tristan kümmern, weil sie drogenabhängig ist.

Schon lange wollte das Ehepaar Davis Pflegekind Tristan adoptieren. Doch dafür fehlte bisher das Geld. Etwa 5000 Dollar betragen die Gebühren für die Behörden. Vor einigen Wochen beschloss Mama Davis, eine Spendenseite im Netz zu eröffnen. Doch dort waren bis zum Ende der vorigen Woche lediglich 60 Dollar eingegangen.

Das Paar reagierte, verkaufte seine Handys, die Mutter strich die Fusspflege. Und sie plante einen Garagenflohmarkt: Überflüssiger Hausstand sollte verkauft werden. Da wollte auch Tristan mithelfen – und folgte dem Vorschlag seiner Pflegemutter, Limonade zu verkaufen. Für seine Adoption. Er stellte sich vor die Garage des Hauses und eröffnete einen Stand.

Noch am Freitag berichtete eine Lokalzeitung über den Fall – und machte ihn prompt über die Region hinaus bekannt. Radio- und TV-Sender griffen die rührende Geschichte auf. Und plötzlich konnte sich Tristan Jacobson vor Käufern nicht retten. Es kamen insgesamt mehr als 600 Kunden, teilweise fuhren sie Stunden mit dem Auto. Und mancher zahlte pro Flasche nicht einen Dollar, sondern 20.

Für jeden Kunden öffnete der Junge eine Flasche Wasser, schüttete Limopulver hinein und überreichte sie mit dem Satz: «Vielen Dank, dass Sie uns bei der Adoption helfen.» Das Ganze war ein grosser Erfolg: Flohmarkt und Limostand brachten nach Angaben der Pflegemutter 7100 Dollar. Und auch die Spendenseite lief plötzlich. Insgesamt nahm die Familie bis zum Montagnachmittag 11'374 Dollar ein.

Das Geld, das nun übrig ist, soll Tristan bekommen. Für seine Ausbildung.

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Baba 26.04.2016 23:05
    Highlight Jööö - was für eine rührende Geschichte. Ich wünsche der Familie alles erdenklich Gute, dass die Adoption gut durchgeht und sie zusammen glücklich bleiben können <3.
    3 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 26.04.2016 15:53
    Highlight Ich wünsche mir mehr solche News!
    50 1 Melden

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