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Die Richtung ist klar: Vorwärts soll es 2016 gehen.
Bild: Pablo Martinez Monsivais/AP/KEYSTONE

Das Vermächtnis des Barack O. – diese 4 Dinge will der US-Präsident in seinem letzten Amtsjahr erreichen

US-Präsident Barack Obama geht mit grossen Ambitionen in sein letztes Amtsjahr. Vier Dinge strebt der Demokrat 2016 vor allem an: Den IS besiegen, Guantanamo schliessen, das Justizsystem reformieren und einen demokratischen Nachfolger ins Amt hieven.

19.12.15, 01:16 19.12.15, 07:54

Der Rückblick

Obama zog eine positive Bilanz des vergangenen Jahres. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit auf fünf Prozent zeige, dass sich die Wirtschaftspolitik seiner Regierung auszahle. Die Gesundheitsreform habe dafür gesorgt, dass der Anteil der Menschen ohne Krankenkasse erstmals unter zehn Prozent der Bevölkerung gefallen sei.

Seine Regierung habe zudem den Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben. Aus seiner Sicht spielte sie auch eine Führungsrolle beim Abschluss des historischen Klimaschutzabkommens in Paris.

Der Präsident zählte ausserdem aussenpolitische Erfolge wie das Atomabkommen mit dem Iran, die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen mit Kuba und den Abschluss der Verhandlungen über das Freihandelsabkommen für den Pazifikraum (TPP) auf.

Den IS besiegen

Bild: AP/Militant Website

Der Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) mache «stetige Fortschritte». So hätten die Dschihadisten 40 Prozent der bewohnten Gebiete im Irak verloren, die sie einst kontrolliert hätten. Auch in Syrien habe die IS-Miliz Gebietsverluste hinnehmen müssen.

«Wir werden den IS besiegen», sagte Obama. Allerdings würden die Dschihadisten noch auf absehbare Zeit eine Bedrohung darstellen. Wichtig sei daher auch eine politische Lösung des Bürgerkriegs in Syrien. Der Präsident machte deutlich, dass der syrische Machthaber Baschar al-Assad dafür abtreten müsse.

«Unsere Sichtweise ist, dass man keinen Frieden nach Syrien bringen und den Bürgerkrieg beenden kann, wenn es keine Regierung gibt, die von der Mehrheit des Landes als legitim anerkannt wird», sagte er.

Guantanamo schliessen

Camp Delta im Gefangenenlager Guantanamo.
Bild: BOB STRONG/REUTERS

Obama bekannte sich in der knapp einstündigen Pressekonferenz auch zum Ziel, das umstrittene US-Gefangenenlager Guantanamo bis zum Ende seiner Amtszeit Anfang 2017 zu schliessen. «Guantanamo bleibt einer der wichtigsten Magneten für die Rekrutierung von Dschihadisten», sagte er.

Seine Regierung werde dem Kongress einen Plan zur Schliessung vorlegen. Für den Fall, dass das Parlament ablehnt, schloss Obama nicht aus, seine Exekutivvollmachten als Präsident einzusetzen.

Das Justizsystem reformieren

Todeszelle im San Quentin State Prison in San Quentin, Kalifornien.
Bild: Eric Risberg/AP/KEYSTONE

Als weitere Priorität für das kommende Jahr nannte Obama eine Reform des US-Strafrechtssystems, die Probleme wie Diskriminierung von Minderheiten, überbelegte Gefängnisse und unverhältnismässig lange Haftstrafen angehen soll.

Der Präsident drückte die Hoffnung aus, dass sich seine Demokraten und die oppositionellen Republikaner im Kongress auf die Schaffung eines «faireren, massvolleren, verhältnismässigeren und klügeren» Strafrechts verständigen können.

Obama hatte zuvor 95 Häftlingen eine vorzeitige Entlassung ermöglicht, die meisten von ihnen waren wegen Drogendelikten zu langen Gefängnisstrafen verurteilt worden.

Einen Demokraten ins Amt hieven

Die Favoritin der Demokraten: Hillary Clinton.
Bild: X02872

«Ich denke, ich werde einen demokratischen Nachfolger haben. Und ich werde sehr hart Wahlkampf betreiben, damit das passiert»

Die Vereinigten Staaten wählen im November einen neuen Präsidenten, Obama darf nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten. Während sich bei den Republikanern ein enges Rennen abzeichnet, gilt bei den Demokraten die frühere Aussenministerin Hillary Clinton als grosse Favoritin.

«Ich denke, ich werde einen demokratischen Nachfolger haben. Und ich werde sehr hart Wahlkampf betreiben, damit das passiert», sagte Obama. Schliesslich würde ein Demokrat eher «meine grundsätzliche Vision teilen, in welche Richtung Amerika gehen soll».

Noch am Freitag wollte Obama mit seiner Familie in den zweiwöchigen Weihnachtsurlaub nach Hawaii aufbrechen. Auf dem Weg will er einen Zwischenstopp im kalifornischen San Bernardino einlegen, um Familien der Opfer des islamistischen Anschlags treffen, bei dem Anfang des Monats 14 Menschen getötet worden waren. (wst/sda/afp)

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 19.12.2015 08:34
    Highlight Obama, so sympathisch er als Person sein mag, ist nicht der grosse Präsident, als den er von der Presse – auch Watson – dargestellt wird. Mit zahlreichen Vorhaben und Versprechungen ist er gescheitert. Immer perfekt und gut geölt war freilich seine Wahlkampf-und PR-Maschinerie. So konnte sich dieser durchschnittliche Politiker auch seinerzeit gegen den kompetenteren McCain durchsetzen. So lange es momentan die Republikaner als einzige ernst zu nehmende politische Gegner nicht schaffen, wirklich valable Kandidaten aufzubauen, ist keine Aussicht auf Besserung.
    10 44 Melden
    • roger.schmid 19.12.2015 09:11
      Highlight dafür dass das Land von seinem republikanischen Vorgänger komplett in die sche... gefahren wurde hat er ziemlich viel erreicht.
      49 7 Melden
    • Zuagroasta 19.12.2015 09:35
      Highlight Wir werden es in ein paar Jahren sehen,
      ob er ein guter Präsident war oder nicht.
      Viele Ideen von ihm sind gut, aber wie es in der Politik nun mal so ist, braucht es zur Verwirklichung Konsens bzw. Mitarbeit von politischen Gegnern und da haben die Republikaner sich wirklich nicht gross hervorgetan(Verhältnissen in den beiden Häusern!) Ausser beim Knüppel zwischen die Beine schmeissen, tolle Reden schwingen und ihre Politik der oberen 10000 durchzusetzen.
      Zum Abschluss noch ein amerikanischer Politikwitz:
      What's the opposite of progress?
      Congress.

      ;)
      32 0 Melden

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