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Donald Trump: Der Republikaner hat in Iowa für viele schlechter abgeschnitten, als erwartet. 
Bild: SCOTT MORGAN/REUTERS

«Trump ist schwer getroffen»: Das sagen die US-Medien nach den engen Vorwahlen in Iowa

Wer ist der grösste Verlierer bei den Iowa-Vorwahlen? Donald Trump, die demokratische Favoritin Hillary Clinton – oder die Umfrageinstitute? Amerikanische Medienreaktionen im Überblick.

02.02.16, 11:49 02.02.16, 14:23


Ein Artikel von

Der Auftakt bei den US-Vorwahlen ist gemacht, Iowa hat abgestimmt. Auf dem Papier sieht es so aus: Bei den Republikanern konnte sich der evangelikale Hardliner Ted Cruz gegen Skandal-Milliardär Donald Trump durchsetzen. Bei den Demokraten liegen die Favoritin Hillary Clinton und der Linke Bernie Sanders nahezu gleichauf. Doch wer sind nun die wahren Gewinner? So beurteilen US-Medien die Wahlergebnisse:

«New York Times»:

«Wut trug Ted Cruz zum Sieg. Und sie hinderte Hillary Clinton daran, einen echten Erfolg zu verbuchen. Die Abstimmung hier in Iowa war das Abbild eines heissgelaufenen Amerikas, das so unzufrieden ist, dass es sich einem um sich schlagenden evangelikalen Republikaner zuwendet, der die Zerstörung eines von Korruption durchzogenen Systems fordert. Und die Wähler schickten eine deutliche Botschaft an demokratische Führer, dass sie nicht bereit dazu sind, ihren Ärger über die Wall Street (...) beiseite zu schieben und mit Clinton ein langjähriges Parteimitglied zu krönen, das Millionen durch Vortragshonorare von den grossen Banken angehäuft hat.»

«Washington Post»:

«Die echten Gewinner sind Marco Rubio, der mit einem bemerkenswerten dritten Platz abschneidet, und Bernie Sanders mit seinem Quasi-Unentschieden. Auf kurze Sicht ist Donald Trump der grösste Verlierer – das wäre bei jedem Spitzenreiter [in den Umfragen] so, noch mehr gilt es für einen Kandidaten, dessen Kampagne darauf setzt, dass er ein Gewinner ist. Langfristig aber, sollte das Ergebnis von Iowa Rubio zur Nominierung verhelfen, könnte Hillary Clinton die grösste Verliererin sein.»

Ist Hillary Clinton die grosse Verliererin des Tages?
Bild: ADREES LATIF/REUTERS

«The Wall Street Journal»:

«Der grösste Verlierer der Nacht ist Trump, der seine grosse Anhängerzahl und die Führung in den Umfragen letztlich nicht in genügend Caucus-Stimmen ummünzen konnte. Kein Zweifel, der New Yorker Geschäftsmann trug zu einer höheren Wahlbeteiligung bei, die frühere Caucus-Rekorde der Republikaner brach. Aber vielleicht (...) gibt es Grenzen für seine unkonventionelle, medienbeherrschende Politik.»

«CNN»:

«Wo uns das alles hinführt? Es ist nicht so einfach, wie Sie vielleicht denken. Ted Cruz macht einen grossen Satz, aber der wird in den Schatten gestellt vom Medien-Geplapper über Trumps Niederlage und den Aufstieg Rubios. Trump wird ganz offensichtlich nicht einfach verschwinden – er liegt in den Umfragen in New Hampshire nach wie vor ganz vorne. Aber er ist schwer getroffen. Trumps Attitüde war immer die des Gewinners. Er gewann, indem er versprach, zu gewinnen. Jetzt, nach seiner Niederlage, verrutscht sein Heiligenschein aus güldenem Haar.»

«Des Moines Register»:

«Ted Cruz ging mit einer altmodischen Kampagnen-Blitzaktion im ganzen Bundesstaat auf die Zielgerade. In der letzten Woche der Kampagne in Iowa besuchte er mehr als zwei Dutzend Städte, schüttelte Hände (...). Der Cruzin'-to-Caucus-Bus fuhr nach Maquoketa, Manchester, Independence, Osceola, Albia, Centerville, Bloomfield, Ottumwa, Fairfield, Keosauqua – und als er im Matsch stecken blieb, sprang Cruz in ein Auto und raste zum nächsten Stopp auf seiner Liste. Seine Strategie, alle 99 Counties in Iowa mindestens einmal zu besuchen, ist aufgegangen.»

«Cruzin' to victory»: Ted Cruz' Strategie ist aufgegangen. 
Bild: TANNEN MAURY/EPA/KEYSTONE

«Huffington Post»:

«Warum hatten die Umfragen Unrecht? Ihr Versagen ist ein Schlag für die Befragenden – aber er kommt nicht völlig überraschend. Die Institute veröffentlichten ihre Vorhersagen stets mit Warnungen und verbalen Absicherungen. Ein Teil der Unsicherheit rührt daher, dass sich viele Wähler bei Vorwahlen in letzter Minute entscheiden. Die Unschärfe der Umfragen war so hoch wie sie in einer grossen US-Wahl nur sein kann, schrieb das Datenjournalismus-Portal FiveThirtyEight. Ausserdem half Cruz seine überlegene Kampagnen-Planung. Er holte ein Drittel der Wähler ab, die direkt in der Haustür angesprochen wurden, und damit mehr als jeder andere Kandidat.»

kev/cht

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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    Alle Leser-Kommentare
  • Toerpe Zwerg 02.02.2016 14:19
    Highlight Cruz und Trump sind entgegen aller Befürchtungen landesweit völlig chancenlos, wenn sie es nichtmal in Iowa schaffen, Rubio zu distanzieren. Bush wird sich nach New Hampshire zurückziehen und es wird sich die gesamte klar denkende GOP hinter Rubio stellen, während Cruz und Trump sich versuchen als grösste Idioten der US of A zu übertrumpfen. Der Sieger ist Rubio und er wird der Gegenkandidat von Clinton - und - meine prophetischen Fähigkeiten strapazierend - er wird der nächste Präsident. Eine gute Wahl wäre er.
    0 3 Melden

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