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Gewaltexzess in Los Angeles: Unbewaffneter bittet Polizist um Hilfe – dieser schiesst ihm in den Kopf

In Kalifornien sorgt ein neuer Fall von Polizeigewalt für Entsetzen. Ein Beamter soll einem unbewaffneten Mann in den Hinterkopf geschossen und ihm dann Handschellen angelegt haben. Der Verletzte schwebt in Lebensgefahr.

21.06.15, 16:54 21.06.15, 17:21

Ein Artikel von

Er soll seine mit einem Handtuch umwickelte Hand gehoben und die Polizei um Hilfe gebeten haben: Doch anstatt dem offensichtlich in einer Notlage befindlichen Mann zu helfen, eröffnete ein Beamter des Los Angeles Police Department (LAPD) am Freitagabend das Feuer.

Gegen 18.30 Uhr habe sich der Mann in einem Wohngebiet des Viertels Los Feliz winkend und rufend den zwei Beamten genähert, hiess es vonseiten der Polizei. Die beiden hätten vermutet, unter dem Tuch verberge sich eine Waffe. Deshalb sei der Mann aufgefordert worden, die Waffe fallen zu lassen. Als er dem nicht Folge geleistet habe, hätten die Polizisten geschossen. Augenzeugen berichteten von drei oder vier Schüssen. Laut LAPD-Sprecher John Jenal soll der Mann «seine Hand nach den Polizisten ausgestreckt» haben.

Dem Schwerverletzten noch Handschellen angelegt

Doch der Fall birgt Ungereimtheiten: Der «Los Angeles Times» zufolge wurde am Tatort gar keine Waffe gefunden. Der Mann, laut ABC7 ein Lateinamerikaner um die 40, wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Sein Zustand ist kritisch.

Auf Twitter kursierte ein Handy-Video, das Augenzeugen aufgenommen haben sollen. Darauf ist zu sehen, wie ein am Hinterkopf schwer verletzter und blutender Mann auf dem Bauch am Boden liegt, während Polizeibeamte ihm Handschellen anlegen. Ein Sprecher der Polizei von Los Angeles erklärte am Samstag, es sei eine Standardprozedur, Verdächtigen Handschellen anzulegen.

Die Beamten hätten alle Varianten in Betracht gezogen, dass der Mann Hilfe brauche, aber auch die Möglichkeit eines sogenannten «Selbstmords durch Polizisten», sagte Andrew Smith vom LAPD.

Der Vorfall ist einer von zahlreichen Übergriffen durch Polizeibeamte in Los Angeles. Das Police Department steht seit Langem wegen übermässiger Gewaltanwendung gegen Bürger in der Kritik. Erst im Mai war in Los Angeles ein Obdachloser von der Polizei erschossen worden. Im Juli vergangenen Jahres hatte ein Highway-Cop eine psychisch kranke Obdachlose verprügelt, weil sie auf Socken einen Freeway entlanggelaufen war.

(ala)

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22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • droelfmalbumst 22.06.2015 08:21
    Highlight Sollte Jebb Bush gewinnen, könnt ihr euch freuen... dann sind nicht nur Revolver bzw. Pistolen erlaubt, sondern gleich Bazookas...
    2 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 22.06.2015 06:28
    Highlight Ach herrje! Jetzt regen sich wieder alle auf! Dabei wird völlig ausser acht gelassen, dass die Cops auch einfach grundsätzlich jeden, der ihnen über den Weg oder vor den Lauf gerät, über den Haufen schiessen könnten. Stattdessen beschränken sie sich auf Schwarze, Obdachlose und Hilfesuchende.
    Zumindest bis jetzt!
    Es kann natürlich auch sein, dass die Cops demnächst PERSÖNLICH
    bei all denen vorbeischauen, welche im Internet Kritik am LAPD üben!

    /Ironie off
    3 2 Melden
  • Chlinae_Tigaer 22.06.2015 00:37
    Highlight Aus der Sicht eines Polizisten sieht es vielleicht anders aus als aus der Sicht eines Schreiberling.

    Wäre ich Polizist käme es mir komisch vor wenn ein Mann mir schreiend entgegenkommt mit einem Handtuch um die Hand.

    Denn;

    Was macht einer mit einem Handtuch um die Hand auf der Straße?

    Kann es sein das er was drunter versteckt?

    Und wenn ja, was?

    Nicht nur die Polizei drückt in Amerika schnell ab, das tun ebenso die Verbrecher!

    Mal darüber nachdenken...
    11 33 Melden
    • samy4me 22.06.2015 03:09
      Highlight Ach genau, so weit sind wir schon. Provisorisch mal jemandem in den Schädel ballern, er kööööönnte mich ja abknallen. Ich verstehe keinen Menschen der leichtfertig mit einer Waffe auf andere Personen schiesst, ob Polizist oder Krimineller - Egal wie sehr und wie lange ich darüber nachdenke.
      19 5 Melden
    • Chlinae_Tigaer 22.06.2015 06:46
      Highlight Zitat; Ach genau, soweit sind wir schon. Zitatende


      WIR (in der Schweiz) sind noch nicht soweit.

      Noch nicht.

      Und ich hoffe das es auch nie soweit kommt.

      Was ich schrieb ist, das es immer auch eine andere Sicht auf die Dinge gibt.

      An den Dislikes gut zu erkennen, dass das den Linken egal ist.
      Ihre Sicht ist die einzig wahre und richtige.

      Vielleicht war der Polizist, der abdrückte, auch ein Linker, und seine Sicht die einzig richtige und wahre? Wobei er sich bedroht fühlte.

      Wer will da urteilen?

      Wer war dabei? Der Autor? Sie? Ich?

      3 6 Melden
    • Moe Mentmal 22.06.2015 08:32
      Highlight Dann kann man immer noch erst ins Bein schiessen und nicht in den Kopf.
      4 1 Melden
  • Qwertz 21.06.2015 22:49
    Highlight Diese Polizisten in Amerika wirken irgendwie alle, als wären sie traumatisiert. Sie sehen fast überall die Möglichkeit, der Schwarze, ähm, der Verdächtige könnte eine versteckte Waffe auf sich tragen und diese jeden Moment zücken und schiessen. Mal im Ernst, ist das dort wirklich so verdammt gefährlich für die Cops? Sonst müsste man die mal therapieren. Ist ja kein Zustand so.
    35 2 Melden
  • Jonasn 21.06.2015 22:20
    Highlight Jetzt regen sich alle auf. Aber als die Schweizer Polizei einen Töff-Raser nach Verfolgungsjagd stellte und den unbewaffneten und am Boden liegenden Täter noch mit Fußtritten und Schlägen malträtiert, schreien sie alle "jawoll, der hat es genau so verdient"
    20 43 Melden
    • Claudio Gagliardi 21.06.2015 22:53
      Highlight 1. Gab es auch da zurecht Kritik. 2. Ist es wohl ein Unterschied, ob man einem unbewaffneten (nach Hilfe suchenden?) Mann in den Kopf schiesst, oder einem Raser eins an den Kopf knallt. Beides ist nicht tolerierbar aber ich hoffe schwer, du kannst da differenzieren.
      38 1 Melden
    • SofaSurfer 22.06.2015 00:02
      Highlight Hallo? Du hast den kontext verpasst... Falls du nicht weisst was ein kontext ist, sei dir verziehen ( und dein recht auf chats/blogs entzogen)....
      4 4 Melden
  • Gelöschter Benutzer 21.06.2015 19:45
    Highlight Die Frage ist doch eher, warum die Polizei in den USA einen so nervösen Abzugsfinger haben müssen.
    54 7 Melden
  • River 21.06.2015 18:40
    Highlight Mann greift Polizisten mit Handtuch an.
    US Regierung reagiert sofort und erlässt das Handtuch-Gesetz, worin festgehalten wird, "dass Handtücher in Zukunft nicht mehr außerhalb von Nasszellen mit sich getragen werden dürfen. Dies gilt insbesondere für Bürger nicht weisser Hautfarbe.
    In geregelten Ausnahmefällen darf ein kleines Handtuch mit sich getragen werden. Dies muss jedoch in einem durchsichtigen und verschweißten Plastikbeutel an einer Schnur, gut sichtbar um den Hals getragen werden."
    Dieses Gesetz dient in erster Linie zum Schutz der Bürger vor solch tragischen und nicht vorhersehbaren Missverständnissen.
    81 8 Melden
    • Roman Rey 21.06.2015 22:14
      Highlight Nein, es muss eben gerade jeder ständig ein Handtuch auf sich tragen. Nur so können solche Tragödien künftig verhindert werden.
      33 3 Melden
    • Thanatos 21.06.2015 22:24
      Highlight Nein das wär doch blöd für towelie ^^
      7 2 Melden
    • River 21.06.2015 22:56
      Highlight Roman, bitte.......
      4 0 Melden
  • AL:BM 21.06.2015 18:35
    Highlight Eine reine Hetzkampagne, ohne Fakten. Würde ich anders erwarten von Watson!
    18 102 Melden
    • Roman Rey 21.06.2015 22:15
      Highlight Welche Fakten fehlen dir denn?
      33 6 Melden
    • AL:BM 22.06.2015 14:20
      Highlight Irgendein Faktum würde schon reichen! Nicht einfach den Stuss der US Medien nachlabern. Keiner weiß was genau passiert ist. Und die Schilderungen sind sowieso immer Polizei feindlich.
      0 0 Melden
    • holymoly 22.06.2015 16:43
      Highlight wieso weisst du, dass die schreibe der us-medien stuss ist? sprachlich ist der artikel im Sinne einer grösstmöglichen objektivisierung/distanzierung abgefasst - das LAPD kann seine sicht der dinge ausreichend darstellen und bestätigt den tatvorgang ja sogar. du verwechselt polizeifeindlichkeit mit polizeikritik. letztere gehört zur watch-dog-funktion, die basales fundament von medienarbeit ist.
      0 0 Melden
    • AL:BM 22.06.2015 18:36
      Highlight Der Punkt ist, dass das LAPD sowieso auf jeden Fall einen Fehler gemacht hat, ganz egal wie es kommentiert wird. Die Amimedien und leider auch die hiesigen immer mehr, hauen einfach alle weiterhin in die bekannte Kerbe!
      Die Aussage 'Übergriffe häufen sich' sagt zum Beispiel vieles...
      Objektiv ist nichts daran. Man kann nicht einschätzen, warum der Cop geschossen hat. Und ein aus dem Zusammenhang gerissenes Video/Foto hilft da auch nie!


















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    • holymoly 23.06.2015 19:57
      Highlight bekannte kerbe? gerade hierzulande ist mediale polizeikritik praktisch inexistent, die bulletins werden allzuoft ohne redaktionelle überprüfung publiziert. dieses portal etwa führt eine bild-rubrik mit dem titel "beweisaufnahme" - kommt die polizei darin schlecht weg? welche bekannte kerbe also? dass die zahllosen fälle von polizeigewalt in den usa dokumentiert und diskutiert werden - logisch, oder?
      den satz "übergriffe häufen sich .." finde ich nicht im obigen text!?
      das video ist textlich glasklar eingebettet und das lapd konnte stellung dazu nehmen - problem wo?
      0 0 Melden
  • geistfrei 21.06.2015 18:30
    Highlight ach deswegen haben alle amis eine waffe: damit sie fallen gelassen werden kann, wenn man dazu aufgedordert wird, weil man sonst erschossen wird!
    jetzt im ernst: wie krank ist das???
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