International

Die letzten Aufnahmen von Sandra Bland aus dem Gefängnis in Texas.
Bild: EPA/WALLER COUNTY SHERIFF'S DEPARTME

Jetzt also doch: Nach Sandra Blands Tod in einer Gefängniszelle wird ein Polizist angeklagt

Im Fall der in einer Gefängniszelle im US-Bundesstaat Texas gestorbenen Schwarzen Sandra Bland ist Anklage gegen einen weissen Polizisten erhoben worden. Brian Encinia müsse sich wegen mutmasslicher Falschaussage verantworten.

07.01.16, 04:17 07.01.16, 06:54

Dies teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch am Gericht von Waller County mit. Es gehe um die Aussage, mit der der Polizist begründet hatte, warum er Bland aus ihrem Auto zerrte.

Die Afroamerikanerin war im Juli vergangenen Jahres in der Nähe von Houston von der Polizei angehalten worden, weil sie bei einem Spurwechsel nicht geblinkt hatte. Drei Tage nach ihrer Festnahme wurde die 28-Jährige tot in ihrer Gefängniszelle gefunden. Für die Justizbehörden handelte es sich um Selbstmord, was die Familie bezweifelt.

Auf einem Video von der Festnahme ist zu sehen, wie ein weisser Polizist mit der jungen Frau in einen Streit gerät, in dessen Verlauf sie mit einem Elektroschockgerät bedroht und aus dem Auto gezerrt wird.

Festgenommen wurde Bland nach Justizangaben unter dem Vorwurf des Angriffs auf einen Staatsbediensteten. Wie genau der nun angeklagte Encinia rechtfertigte, warum Bland aus dem Auto geholt wurde, teilte die Staatsanwaltschaft nicht mit.

Videoaufnahmen aus dem Gefängnis

YouTube/FOX 10 Phoenix

Der Fall hatte auch die Debatte um Rassismus und Polizeigewalt in den USA angeheizt. Bland war Mitglied der Organisation Black Lives Matter (Schwarze Leben zählen), die nach mehreren Fällen tödlicher Polizeigewalt gegen Afroamerikaner gegründet worden war. (dwi/sda/afp)

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
12
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • AL:BM 07.01.2016 07:36
    Highlight Dumm nur, dass ein Polizist in den USA kein faires Verfahren mehr erwarten kann.
    Ach und die überall zelebrierte Black lives matter Organisation gehört zu den verlogensten überhaupt.
    Heute ist es in den USA so, dass ein Polizist IMMER unter Generalverdacht steht. Besonders wenn er weiss ist (Rassismus?!)
    Es gibt sogar Lokalpolitiker die dazu auffordern Polizeifahrzeuge mit Steinen zu bewerfen... Das hilft der Sache enorm weiter!
    #bluelivesmatter #backtheblue
    10 46 Melden
    • sebjseb 07.01.2016 07:58
      Highlight Unglaublich diese Ignoranz.
      28 4 Melden
    • AL:BM 07.01.2016 08:32
      Highlight Finden Sie? Ich bin offen für Argumente.
      4 14 Melden
    • Bijouxly 07.01.2016 08:37
      Highlight hmm, wer soll denn sonst unter Generalverdacht stehen, wenn Schwarze von Polizisten angehalten/besucht/... werden und danach tot sind?
      24 2 Melden
    • j0nas 07.01.2016 09:31
      Highlight Bevor du hier Gegenargumente vorderst solltest du deine Aussagen mit Quellen untermauern.
      6 1 Melden
    • Hierundjetzt 07.01.2016 09:40
      Highlight Als kontroverser Debatierbeitrag:
      warum spricht man eigentlich nie von den umgekehrten Fällen (Schwarz / Weiss) Es muss Sie doch auch geben.

      Was mich erstaunt, dass es in den meisten Fällen nie zu Anklagen kommt. Anscheinend handeln demnach die Polizisten im Rahmen der Gesetze / Rechtssprechung.

      Irgendwie eine beunruhigende Feststellung für einen Europäer (CH)
      5 1 Melden
    • AL:BM 07.01.2016 10:02
      Highlight Bijouxli:
      Es sollte KEINEN Generalverdacht geben.
      Alle Polizisten als Rassisten hinzustellen ist genau das gleiche, wie alle (z.B.) Afroamerikaner als Verbrecher zu bezeichnen.
      Denn (man glaubt es kaum) die Polizeiarbeit ist in den USA nach wie vor sehr gefährlich und es sterben sehr häufig Beamte bei Routinetätigkeiten, wie z.B. Fahrzeugkontrollen. Somit kann es durchaus zu GERECHTFERTIGTEM Schusswaffengebrauch kommen. Ist dies der Fall und handelt es sich um das bekannte Muster (Cop weiss, Toter schwarz) wird sofort ausgeschlossen, dass es einen Rechtfertigungsgrund gab. Das ist falsch.

      2 4 Melden
    • AL:BM 07.01.2016 10:08
      Highlight j0nas:
      So, sollte ich das?
      Also, ein kleines Beispiel zum Thema Black Lives matter:
      http://therightscoop.com/chicago-black-lives-matter-protesters-make-death-threats-against-police/

      0 0 Melden
    • AL:BM 07.01.2016 10:11
      Highlight @hierundjetzt
      Das ist etwas, dass sich auch in Polizeikreisen, in den USA viele fragen.
      Oder auch warum es kein Rassismus ist, alle weissen Beamten als Rassisten hin zu stellen.

      Zu Verfahren kommt es immer dann, wenn die Staatsanwaltschaft ein fehlerhaftes Verhalten vermutet und eine Anklagejury über den Fall befunden hat.
      So funktioniert das US Rechtssystem. Häufig führt dies jedoch eben dazu, dass keine fairen Verfahren möglich sind und zwar auf BEIDE SEITEN. Meiner Meinung nach.
      2 2 Melden
    • trio 07.01.2016 10:16
      Highlight Hoffentlich stehen die Polizisten unter Generalverdacht. Bei uns wird jeder Polizist grundsätzlich angeklagt, wenn er Gebrauch von seiner Waffe macht und jemand verletzt. So sollte es überall sein!
      1 0 Melden
    • AL:BM 07.01.2016 12:05
      Highlight Da haben Sie nicht ganz Recht. Bei uns wird ein Verfahren eröffnet. Wenn jedoch klar feststeht, dass es sich um Notwehr gehandelt hat, wird das Verfahren ohne Verhandlung, durch die Staatsanwaltschaft eingestellt.
      Dies ist auch in den USA so.
      Das ein Verfahren eröffnet wird ist auch gut und wichtig. Ich rede vom Generalverdacht des Rassismus.

      Zudem möchte ich noch klar stellen, dass es in meinem Kommentar nicht darum ging, den Polizisten im besagten Fall zu verteidigen, sondern das generelle Problem an zu sprechen. Ich denke das haben einige nicht ganz verstanden.
      0 1 Melden
    • trio 07.01.2016 14:07
      Highlight Ja oké, ich weiss nicht ob es wirklich unfair für die amerikanischen Polizisten ist. Wann wurde den zuletzt ein Polizist wegen Mord (oder übermässige Waffengewalt) verurteilt? Dem gegenüber stehen viel mehr zu Unrecht ver- oder angeschossene Schwarze, denke ich mal.
      0 0 Melden

Ausgerechnet er: US-Präsident Trump ruft zu Ruhe und Mässigung in Nahost auf

US-Präsident Donald Trump hat angesichts der Unruhen in Nahost nach seiner Anerkennung von Jerusalem als Hauptstadt Israels zu «Ruhe und Mässigung» aufgerufen. Er strebe eine dauerhafte Friedensvereinbarung in der Region an.

«Der Präsident hat Ruhe und Mässigung gefordert, und wir hoffen, dass die Stimmen der Toleranz die des Hasses übertönen», sagte Trumps Sprecher Raj Shah zu Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One, die Trump am Freitagabend (Ortszeit) zu einer …

Artikel lesen