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Nach Mordversuch im «Slenderman»-Wahn: Mädchen muss 25 Jahre in Anstalt

22.12.17, 05:12 22.12.17, 06:38


Ein Mädchen in den USA muss wegen eines bizarren Mordversuchs für 25 Jahre in eine geschlossene psychiatrische Anstalt. Die damals Zwölfjährige hatte 2014 zusammen mit einer Freundin 19 Mal auf eine Mitschülerin eingestochen.

Sie fühlte sich offenbar durch den «Slenderman», eine düstere fiktive Internetfigur, zu der Bluttat aufgefordert. Als Tatmotiv hatte das Mädchen Wahnvorstellungen und Angst vor dem «Slenderman» angegeben: Er hätte ihrer Familie etwas antun können, wenn sie den Mordauftrag nicht ausgeführt hätte. Das Opfer hatte die Messerattacke verletzt überlebt.

Der «Slenderman» Bild: AP/HBO

Mit der 25-jährigen Einweisung schöpfte der Richter in Waukesha im Bundesstaat Wisconsin das maximale Strafmass aus. «Dadurch sollen Schutz und Sicherheit der Gesellschaft garantiert werden», erklärte er am Donnerstag in der Urteilsbegründung. Die gleichaltrige angeklagte Mittäterin soll im Februar verurteilt werden.

Die beiden Mädchen hatten die Tat gestanden und auf Unzurechnungsfähigkeit plädiert. Vor der Urteilsverkündung zeigte sich die Haupttäterin reuig: «Ich werde alles tun um sicherzustellen, dass ich keine Wahnvorstellungen mehr bekomme. Jeder soll wissen, dass ich das, was an diesem Tag geschah, zutiefst bedaure.»

Eine der Täterinnen vor Gericht Bild: AP/Milwaukee Journal-Sentinel

Der Fall hatte in den USA grosses Aufsehen erregt. Ein Video mit dem Verhör der beiden Mädchen war vergangenes Jahr Teil eines Dokumentarfilms im Sender HBO mit dem Titel «Beware the Slenderman». (sda/afp)

Das war das Jahr 2017 in Karikaturen

Video: srf

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ThomasHiller 22.12.2017 12:04
    Highlight 25 Jahre Geschlossene für ein Kind mit psychischen Problemen sind kein "Schutz der Gesellschaft" sondern eine populistische Art, Rache auszudrücken.

    Dabei spricht an sich nichts gegen die Einweisung, wenn diese medizinisch bedingt ist. Das könnten vermutlich am Ende auch mehr Jahre werden.
    Aber die zeitliche Vorgabe klingt nicht nach dem Willen, jemanden zu helfen. Das sollte aber gerade bei einer zwölfjährigen - was auch immer die Schlimmes getan hat - im Vordergrund stehen. Alles andere ist sinnlose Rache.
    13 1 Melden
  • wydy 22.12.2017 07:38
    Highlight 25 Jahre? Sie war ein schizophrenes Kind. Es war ein tragischer Vorfall, aber mit dem Urteil ist niemandem geholfen.
    90 19 Melden
    • Raembe 22.12.2017 09:14
      Highlight Was wenn es ein milderes Urteil gegeben hätte und sie später nochmal ähnliches getan hätte?
      12 25 Melden
    • Nosgar 22.12.2017 09:25
      Highlight Wie kommen Sie darauf, dass sie schizophren sein soll? Und die zweite, die eigentliche Täterin, ist zufälligerweise auch schizophren?
      16 18 Melden
    • Nosgar 22.12.2017 10:45
      Highlight Die Blitzer sollten sich mal damit beschäftigen, was Schizophrenie ist, bevor sie sich im Internet rumtreiben.
      10 20 Melden
    • Ms. Pond 22.12.2017 10:50
      Highlight Psychosen können auch andere Ursachen haben. Es muss nicht zwingend eine Schizophrenie vorliegen, auch wenn hier vieles darauf hindeutet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Richter ein Kind leichtsinnig für so lange Zeit einweisen lässt. Bei manchen psychischen Erkrankungen führt jedoch kaum ein Weg vorbei. Es dient zum Schutz von ihr und aller anderen. Mit so einer schweren Erkrankung ist ein normales Leben kaum möglich. Die Psychiatrie ist keine Bestrafung, sondern ein Ort, wo kranken Menschen geholfen wird. Wir sind nicht mehr in den 20er Jahren. Ich wünsche dem Mädchen alles Gute.
      17 2 Melden
    • Ms. Pond 22.12.2017 10:54
      Highlight Zusatz: ein weiterer Aspekt ist die Finanzierung. Eine Unterbringung in der Psychiatrie ist sehr teuer. In Amerika besitzen nicht alle Leute eine Krankenkasse. Wenn das Mädchen schwer krank ist und eh in einer Klinik untergebracht werden muss, hat der Richter der Familie u.U. sogar einen riesen Gefallen getan. Wird die Unterbringung durch das Gericht verhängt, so werden die Kosten vom Staat getragen. Ich kenn mich mit dem US Recht nicht so gut aus, aber er ist durchaus möglich, dass ihre Behandlung und Unterbringung so besser abgesichert ist.
      13 0 Melden
    • Nosgar 22.12.2017 11:11
      Highlight Es ist doch sehr unwahrscheinlich, dass gleich zwei 12-jährige Mädchen gleichermassen schizophren sind.
      9 9 Melden
    • Datsyuk 22.12.2017 11:36
      Highlight Manchen hier fehlt manchmal der Weitblick! Diese 25 Jahre sind doch krank!
      6 6 Melden
    • Nosgar 22.12.2017 12:20
      Highlight Für die andere Täterin verlangt die Staatsanwaltschaft übrigens 40 Jahre.
      5 3 Melden
    • wydy 22.12.2017 12:34
      Highlight Sie ist jetzt 12 Jahre alt. Sie wird 37 sein, wenn sie das nächste Mal wieder auf freiem Fuss ist. Sie hat dann ca 2/3 ihres Lebens in einer Anstalt verbracht und wird danach mit ziemlicher Sicherheit kein normales Leben mehr führen können.

      Ich habe nebenbei auch die anderen Beiträge zum dem Thema gelesen und dort steht mehr über ihr psychologisches Profil. Auch ein Interview mit ihrer Mutter, welche sich zu dem Fall äussert.
      3 0 Melden

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