International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Republican presidential candidate Donald Trump arrives to introduce his wife Melania during the Republican National Convention, Monday, July 18, 2016, in Cleveland. (AP Photo/Evan Vucci)

Durchzogener Auftritt in Cleveland: Donald Trumps Partei ist zerrissen. Bild: Evan Vucci/AP/KEYSTONE

Heftiger Streit und Chaos am Parteitag der Republikaner – Delegierte verlassen Halle

Auch mit dieser Tradition hat Donald Trump gebrochen: Der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner ist überraschend schon am ersten Tag der Parteiversammlung in Cleveland aufgetreten. Wegen seiner geplanten Nominierung kam es zu Streit.

19.07.16, 01:53 19.07.16, 06:51


Trump war wie üblich erst am vierten und letzten Tag des Konvents, dem Donnerstag, erwartet worden. Bei seinem unerwarteten Auftritt in der Nacht zum Dienstag wurde er von grenzenlosem Jubel empfangen. Der 70-Jährige führte seine Frau Melania als Rednerin ein. Seine Wahl wurde für den Dienstagabend (Ortszeit) erwartet.

Vor der Ankunft des rechtspopulistischen Immobilienmoguls spielten sich in der Quicken-Loans-Basketballarena dramatische Szenen ab, wie sie der designierte Kandidat und die Parteiführung unbedingt hatten vermeiden wollen. Die lautstarken Auseinandersetzungen offenbarten die ganze Zerrissenheit der Partei über die Figur des Kandidaten.

Bei dem Streit ging es konkret um die Regel, die die grosse Mehrheit der 2472 Delegierten beim Votum über den Kandidaten an die Ergebnisse der Vorwahlen bindet. Die Vorwahlen hatte der Quereinsteiger aus der Geschäftswelt mit klarer Mehrheit gewonnen.

Freie Wahl gefordert

Die Trump-Gegner wollten erreichen, dass alle Delegierten frei über den Kandidaten abstimmen dürfen. Ihre Hoffnungen, eine solche Änderung der Regularien durchzusetzen und den Immobilienmogul dann auch noch am Erreichen der erforderlichen absoluten Mehrheit zu hindern, waren allerdings von vornherein wenig realistisch.

Die Trump-Gegner reklamierten allerdings, sie hätten genügend Unterschriften beisammen, um eine Abstimmung über die Nominierungsregularien mit Durchzählung aller Delegierten zu erreichen. Dennoch liess die Parteitagsleitung nur per Akklamation darüber abstimmen und verkündete dann, die Regeln seien in der bestehenden Form von der Versammlung gebilligt worden.

Daraufhin brachen hunderte Trump-Gegner in lautstarken Protest aus. «Schande, Schande»-Rufe ertönten, einige Delegierte verliessen die Halle. Anhänger des Immobilienmilliardärs konterten mit den Rufen «Trump, Trump».

«Nicht überrascht, aber empört»

Schliesslich liess Versammlungsleiter Steve Womack nochmals per Akklamation über die Nominierungsregeln abstimmen. Erneut wurde hinterher verkündet, dass die Mehrheit der Delegierten die Regeln akzeptiert habe. Womack erklärte ferner, dass die Antragsteller nicht genügend Unterschriften beisammen hätten, um eine formelle durchgezählte Abstimmung zu erzwingen, da die Delegationen dreier Staaten ihre Unterstützung widerrufen hätten.

Die Trump-Gegner schienen danach zu resignieren. Der frühere Senator Gordon Humphrey, einer der Initiatoren des Vorstosses, sagte, er sei über den fehlenden Rückhalt für seine Gruppe «nicht überrascht, aber empört».

Das in Teilen der Partei weiterhin verbreitete Unbehagen über Trump spiegelt sich auch im Fehlen zahlreicher Parteigranden in Cleveland wider. So glänzen etwa die früheren Präsidenten George Bush und George W. Bush und auch die vormaligen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney und John McCain durch Abwesenheit.

A protestor holds a sign near the venue hosting the Republican National Convention in Cleveland, Ohio, U.S., July 18, 2016. REUTERS/Aaron Josefczyk

Parteitag der US-Republikaner: Demonstranten ziehen durch Cleveland.  Bild: AARON JOSEFCZYK/REUTERS

Mutter von Bengasi-Opfer schiesst gegen Clinton

Für die tödliche Attacke auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi im Jahr 2012 macht die Mutter eines der vier Opfer Hillary Clinton persönlich verantwortlich. Die heutige voraussichtliche Präsidentschaftskandidatin der Demokraten war damals Aussenministerin.

«Für meinen Verlust klage ich Hillary Clinton an», sagte Pat Smith, Mutter von Sean Smith, am Montagabend (Ortszeit) auf dem Parteitag der US-Republikaner in Cleveland.

Pat Smith, mother of Benghazi victim Sean Smith, salutes after speaking during the opening day of the Republican National Convention in Cleveland, Monday, July 18, 2016. (AP Photo/J. Scott Applewhite)

Trauert um ihren Sohn: Pat Smith am Parteikongress in Cleveland.
Bild: J. Scott Applewhite/AP/KEYSTONE

«Seither habe ich Clinton wiederholt nach den wirklichen Gründen gefragt, warum mein Sohn tot ist», sagte Smith, «Ich warte immer noch.» Clinton habe es verdient, ins Gefängnis zu gehen.

Die Republikaner versuchen seit Jahren, Clinton persönlich für den Angriff verantwortlich zu machen. Allerdings ergab keine einzige der vielen Untersuchungen und Kongressanhörungen dafür einen Anhaltspunkt. (cma/sda/dpa/afp)

US-Wahlen 2016

Grotesk – Trump plauderte über die Kurven seiner Tochter

Robert De Niros Hasstirade gegen Trump: «Ich möchte ihm eine reinhauen»

Die bizarren Hintergründe des Schock-Videos, das Trump stürzen könnte

Clintons sonderbare Nähe zur Wall Street – Wikileaks veröffentlicht Redeauszüge

Trump hatte Recht: Veranstalter räumt Mikrofon-Panne bei TV-Debatte ein 

Trump rutscht auf der «Forbes»-Liste ab – er ist doch nicht so reich

Hacker-Magazin setzt «Kopfgeld» für Donald Trumps Steuererklärung aus

Affären im US-Wahlkampf –  komm du nur, Donald!

Donald Trumps kreativer Umgang mit der Wahrheit: 5 krasse Lügen aus der TV-Debatte

Clinton erringt Punktsieg gegen Trump: Die 16 wichtigsten Fragen und Antworten zur TV-Debatte

Schlechter Verlierer: So versucht Trump seine Niederlage schönzureden

Exklusiv! Donald J. Trump spricht mit watson

Das erste TV-Duell ist vorbei: Darüber haben Trump und Clinton gestritten

Aggressiv vs. gelassen: Hitzige erste TV-Debatte zwischen Trump und Clinton

Es wird geblufft und provoziert: Vor dem TV-Duell Clinton vs. Trump liegen die Nerven blank

Clinton in der Krise – wann explodiert die Zeitbombe Trump?

Video zeigt Clintons Zusammenbruch – wie ihr der Schwächeanfall schaden kann

«Was ist Aleppo?» Libertärer US-Präsidentschafts-Kandidat blamiert sich am TV bis auf die Knochen

«Ein Sack von Kläglichen»: Clinton sorgt mit Attacken gegen Trump-Anhänger für Aufregung

Donald Trump preist die Führungskraft von Kreml-Chef Putin

Trump will Einreiseverbot für Muslime – Obama nominiert islamischen Richter für Bundesgericht

«The Donald» im Aufwind – Trump überholt in Umfrage Clinton

Genug von Trump und Hillary? Dieser dritte Kandidat hat ein Wörtchen mitzureden – obwohl er chancenlos ist

Clinton erklärt sich: Weshalb sie ihre Erkrankung vorerst verschwiegen hat

Hillary Clinton bricht Auftritt bei 9/11-Feier wegen Kreislaufproblemen ab

Wahl in den USA: Drei Gründe, warum Clinton verlieren könnte

Hillary Clinton gerät ins Wanken – jetzt muss sie in den Debatten glänzen

Die Rechtsextremen entdecken die Comedy

Pivot, bigot und alt-right: Diese drei Begriffe müsst Ihr kennen, wenn ihr die US-Wahlen verstehen wollt

«Was habt ihr zu verlieren?» Trump wendet sich an alle Afro-Amerikaner – in einem Saal voller Weisser

Clintons E-Mail-Affäre – Hillarys Mails und Bills Stiftung

Bizarrer Waffen-Appell sorgt für neuen Ärger: Hat Trump wirklich zum Mord an Hillary Clinton aufgerufen?

Seit 40 Jahren wird Hillary Clinton niedergemacht – der Grund ist stets derselbe: Sie hat keinen Penis 

Obama warnt: Trump ist nicht imstande, «den Job zu machen»

Meg Whitman, Milliardärin und Republikanerin, wechselt die Seite und stimmt für Clinton   

Mutter von gefallenem US-Soldaten reagiert auf Attacke: «Trump hat einen schwarzen Charakter»

Die Angestellten grosser Schweizer Firmen unterstützen Donald Trump

«Hast du die Verfassung überhaupt gelesen?» – Dieser muslimische Vater fertigt Trump so richtig ab

Clinton geht auf Trump los, mit allem was sie hat – und plötzlich liegen ihr alle zu Füssen

US-Demokraten schreiben Geschichte: Hier kürt Sanders eine Frau zur Präsidentschaftskandidatin

Dieses clevere Cartoon beschreibt den Unterschied zwischen Clinton und Trump perfekt

Hillary Clintons E-Mail-GAU: Die Spur führt zum russischen Geheimdienst

Entfesselter Obama am Parteikongress: «Ja, sie kann es»

Bernie Sanders: Die Rede seines Lebens

Eklat in Cleveland: Beim Cruz-Auftritt hat sich Unglaubliches abgespielt

Die Trump-Show in Cleveland beginnt mit Chaos und Peinlichkeiten

Melania Trump hält ihre erste grosse Rede – und klaut mehrere Absätze von Michelle Obama

Tennisbälle sind am Republikaner-Parteitag verboten – einmal dürft ihr raten, was erlaubt ist

100 nackte Frauen gegen Donald Trump

Präsident Trump? 11 Mythen zum US-Wahlkampf – und was von ihnen zu halten ist

Warum ist Hillary Clinton eigentlich so unbeliebt? 7 Gründe und wie plausibel sie sind

Das FBI stört die Obama-Hillary-Wahlkampf-Party

Donald Trump: «Belgien ist eine wunderschöne Stadt»

Umfragedesaster: Trump stürzt ab

Hillary Clinton macht den Trump und feuert plötzlich aus allen Rohren

Donald Trump und Wladimir Putin: Liebesgrüsse aus Moskau

Für Trump gilt nach dem Orlando-Massaker: Muslim = verdächtig

Der neue Wohlstands-Faschismus ist da – und auch die alte Unfähigkeit, dagegen anzukämpfen

Aufgepasst, Mrs. Clinton – sonst hat es sich bald ausgelächelt. Denn die Amerikaner lieben Siegertypen wie Trump

Nach Trump-Sieg treten prominente Republikaner aus und sagen #ImWithHer (ja, mit Hillary ...)

Die drei Probleme der Hillary Clinton

Cruz ist weg vom Fenster, Trump vor Riesen-Triumph: Jetzt beginnt der Kampf um Amerika

John Boehner über Ted Cruz: «Er ist der leibhaftige Teufel»

Trumps Rede zur Aussenpolitik: So! Oder so! Oder anders!

Cruz stellt Fiorina als mögliche Vizepräsidentin vor – Sanders feuert hunderte Wahlkampfhelfer

Trump triumphiert: Der Rüpel ist zurück

Plötzlich war sein Haar weiss: Trumps Schwenk in die Mitte hat begonnen

Worst of Donald Trump: Die irrsten Sprüche des künftigen (?) US-Präsidenten

Donald Trump rettet die US-Medien – und was ist mit Roger Köppel bei uns?

16 Jahre alte Folge: Wie die Simpsons den Trump-Wahnsinn vorhersahen

Wie zwei Brüder die mächtigste Propaganda-Maschine der USA schufen – und Trump jetzt daran rüttelt

Plötzlich präsidial: Donald Trump erfindet sich neu

Du glaubst, am Ende wird schon alles gut und Trump verliert gegen Hillary? Hmm ...

Ex-Kandidat Romney wettert: «Trump ist ein Aufschneider und ein Betrüger» – dessen Konter folgt sogleich

Warum Trumps Kandidatur noch nicht sicher ist

Donald Trump: Ku Klux Klan? Kenne ich nicht

Republikaner-Debatte: Alle gegen Trump (und dieser versichert uns, dass seine Penisgrösse der Norm entspricht)

US-Wahlen: Trump bezeichnet Irak-Krieg als «dicken, fetten Fehler»

Ein «politisches Erdbeben im Wahlkampf»: Der oberste US-Richter Antonin Scalia ist gestorben 

Donald Trump – das Comeback des Hetzers

Hillary Clinton hat drei gewaltige Probleme – und eine Chance

Junge Frauen verschmähen Hillary Clinton – weil «die Jungs bei Bernie sind»?

Wir sind mitten in den US-Vorwahlen und du verstehst nur Bahnhof? Dann schau dir dieses Video an

Marco Rubio: Der wahre Sieger von Iowa

Hillary Clinton im 50:50-Glück: Münzwurf sichert der Demokratin knappen Vorsprung

Opa Underdogs Triumph – Bernie Sanders' zäher Kampf gegen das Establishment und Hillary Clinton

Donald Trump macht Ted Cruz salonfähig – das macht ihn so gefährlich

Donald Trump öffnet (erst jetzt) sein Portemonnaie: «Wir werden 2 Millionen Dollar pro Woche in den Wahlkampf stecken»

Die wirklich gefährliche Revolution findet in den USA statt – und Ted Cruz ist ihr «Robespierre»

«Ich bin ein wütender, alter, reicher Mann!» – Wer hat's gesagt? Trump oder Burns?

Alle Artikel anzeigen

Von George Washington bis Barack Obama: Alle 44 US-Präsidenten

Abonniere unseren Daily Newsletter

10
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • wonderwhy 19.07.2016 14:09
    Highlight Der letzte Bericht der Untersuchungskommission von Benghazi spricht Clinton alles andere als von jeglichen Vorwürfen frei, aber darüber wird leider zu selten berichtet.

    Gewisse Republikaner sind sich der Untragbarkeit Ihres Kandidaten zumindest bewusst. Bei den Demokraten scheint es an Hillary keinerlei Zweifel zu geben.

    0 1 Melden
  • HabbyHab 19.07.2016 06:56
    Highlight Spassige Sache am Rande: Melanie Trump soll Teile ihrer Rede einfach von einer früheren Rede Michelle Obama's abgekupfert haben.
    35 1 Melden
  • drjayvargas 19.07.2016 04:16
    Highlight Das ist ja ein Ding! Wenns sogar den Amis zu blöd wird heisst das schon was (zumindest in dem Moment). Hoppla!
    44 3 Melden
    • kiawase 19.07.2016 06:29
      Highlight leider nicht der mehrheit
      15 0 Melden
  • Malu 81 19.07.2016 02:36
    Highlight Trump ist das Spiegelbild Amerikas. Ein paar
    degenerierte Wutbürger, welche auf die Hasstiraden eines Möchtegern Politikers hereinfallen. Der IQ seiner Wähler entspricht
    des eigenen. Falls dieser Irre Präsident würde,
    wird die Welt unsicherer.
    54 13 Melden
    • Raembe 19.07.2016 05:48
      Highlight @Malu: Donald Trump ist leider nicht dumm. Er weiss genau auf welche Wähler abzielt und wie er diese erreicht.
      29 2 Melden
    • Imfall 19.07.2016 05:56
      Highlight du warst schon mal in amerika??
      8 20 Melden
    • Fabio74 19.07.2016 07:00
      Highlight Trump ist nicht dumm, sondern ein Demagoge und Brandstifter, der weiss wie er seine Schafe dazubringt ihm zu folgen. Hat mit den USA wenig zu tun. AfD,FN,SVP,FPÖ etc funktionieren auch so
      48 3 Melden
    Weitere Antworten anzeigen

Sie will die Politik mit Frauen fluten – Meg Wolitzer, die Feminismus-Autorin der Stunde

#MeToo, die Brett-Kavanaugh-Hearings und Trump: Meg Wolitzers Roman «Das weibliche Prinzip» passt perfekt in die heutige Zeit.

An der Frankfurter Buchmesse von vergangener Woche hatte sie Auftritte auf prominenten Bühnen. Meg Wolitzer hat das Buch der Stunde geschrieben. Auch wenn das gar nicht ihre Absicht war. Dass sie sich mit weiblicher Macht, Diskriminierung, Frauenfeindlichkeit, mit Deutungshoheit und dem Erlangen einer weiblichen Stimme auseinandersetzt und dass es die MeToo-Bewegung gibt, sei kein Zufall, sagt sie. Dass ihr Buch genau in diesem zugespitzten und beschleunigten Moment erscheine, hingegen schon.

Frau …

Artikel lesen