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President-elect Donald Trump waves to the crowd as he leaves the New York Times building following a meeting, Tuesday, Nov. 22, 2016, in New York. (AP Photo/Mark Lennihan)

Donald Trump bei einem Besuch am Dienstag in der Redaktion der «New York Times» Bild: Mark Lennihan/AP/KEYSTONE

Trump relativiert seine Wahlversprechen – die Ultrarechten toben bereits

Donald Trump strebt keine Ermittlungen gegen Hillary Clinton an – obwohl er mit dieser Parole Wahlkampf gemacht hat. Konservative und Vertreter der ultrarechten «Alt Right» fühlen sich verraten.

23.11.16, 09:35 23.11.16, 13:23


Ein Artikel von

Mit der Ankündigung, keine Ermittlungen gegen Hillary Clinton anzustreben, hat Donald Trump den Ärger einiger Konservativer sowie Vertreter der ultrarechten «Alt Right» auf sich gezogen. Das rechte Portal «Breitbart News» warf dem designierten US-Präsidenten vor, sein «Versprechen gebrochen» zu haben.

Später änderte das Portal die entsprechende Überschrift offenbar und schrieb stattdessen nur: «Kellyanne Conway bestätigt: Trump will Ermittlungen gegen Clinton nicht weiter verfolgen». Conway ist Trumps Beraterin.

«Betrug an Trumps Versprechen an die Amerikaner»

Judicial Watch

Die Forderung «Sperrt sie ein» war in den letzten Monaten des Präsidentschaftswahlkampfs zu einem viel skandierten Schlachtruf auf den Veranstaltungen des republikanischen Kandidaten geworden. Trumps Anhänger werfen Clinton illegale Machenschaften im Zusammenhang mit ihrer Amtsführung als Aussenministerin vor. Kurz nach der Wahl sagte Trump dann aber bereits, dass eine Verfolgung Clintons für ihn keine Priorität habe.

FILE - This Feb. 10, 2012 file photo shows conservative commentator Ann Coulter gesturing while speaking at the Conservative Political Action Conference (CPAC) in Washington. The Fox Nation web site has removed a column by conservative commentator Ann Coulter because it had a reference to killing the daughter of Sen. John McCain. Fox said Thursday, April 11, 2013, the column, posted Wednesday night, was deemed offensive. Coulter wrote that MSNBC's Martin Bashir suggested Republican senators need to have a member of their family killed before they would support stronger gun control legislation. She wrote: “Let's start with Meghan McCain!”  (AP Photo/J. Scott Applewhite, file)

Ann Couter: «Kein Präsident sollte Ermittler davon abhalten, ihre Jobs zu tun». Bild: AP

Die konservative Kommentatorin Ann Coulter machte nun ihrem Ärger auf Twitter Luft: «Kein Präsident sollte Ermittler davon abhalten, ihre Jobs zu tun.» Die rechte Organisation «Judicial Watch» sprach von einem «Betrug an seinem Versprechen an die Amerikaner», mit der Korruption in Washington aufzuräumen.

«Ich will dieser Gruppe keinen Auftrieb geben, und ich erkenne diese Gruppe nicht an»

Trump zur «Alt Right»-Bewegung

Sammelbecken für Rassisten, Rechtsradikale und Antisemiten

Die sogenannte «alternative Rechte», für die «Alt Right» steht, hatte sich durch die Ernennung von Stephen Bannon zu Trumps Chefstrategen mehr Einfluss auf das Weísse Haus erhofft. Bannon hatte vor seinem Wechsel in Trumps Team «Breitbart News» geführt, er selbst nennt das Portal das Sprachrohr der «Alt Right». Die Bewegung ist ein Sammelbecken für Rassisten, Rechtsradikale und Antisemiten.

Trump war am Dienstag bei einem Besuch in der Redaktion der «New York Times» auf Distanz zur «Alt Right»-Bewegung gegangen. «Ich will dieser Gruppe keinen Auftrieb geben, und ich erkenne diese Gruppe nicht an», sagte der designierte US-Präsident.

Nazi-Sprüche und «Heil Trump»-Rufe

Trump verteidigte Bannon gegen den Vorwurf, ein Rassist zu sein. «Wenn er Rassist oder ein Rechter oder was auch immer in dieser Richtung wäre, würde ich überhaupt nicht darüber nachdenken, ihn zu beschäftigen», sagte Trump. Ex-«Breitbart»-Chef Bannon hat das Portal selbst einmal als Sprachrohr der «Alt Right» bezeichnet. (Lesen Sie hier mehr über «Breitbart News».)

So tickt Stephen Bannon: Krasse Zitate von Trumps neuem Chefstrategen

Zuletzt hatte eine Videoaufnahme einer Veranstaltung von US-Nationalisten mit Nazi-Sprüchen und «Heil Trump»-Rufen für Empörung gesorgt. In dem Ausschnitt ist eine Rede Richard Spencers zu sehen, er ist Chef des gastgebenden Thinktanks National Policy Institute und einer der Anführer der «alternativen Rechten». (Lesen Sie hier mehr über die «Alt Right».)

Trump: Am Klimawandel «könnte doch etwas dran sein»

Bei seinem Besuch der «New York Times» gab sich Trump auch sonst eher gemässigt. Die Journalisten, die er im Wahlkampf und in den Tagen nach der Wahl mehrfach beschimpft hatte, versuchte er nun zu umschmeicheln.

Trump: Die 10 wichtigsten Zitate aus dem NYT-Interview

Ausserdem liess Trump erstmals einen moderateren Kurs in der Klimapolitik erkennen. Bisher hatte er einen Zusammenhang zwischen der Erderwärmung und dem vom Menschen verursachten CO2-Ausstoss geleugnet.

Nun deutete er an, dass am Klimawandel – der weltweit wissenschaftlicher Konsens ist – doch etwas dran sein könnte.

brk

Diese Promis sind entsetzt über Trumps Wahlerfolg

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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    Alle Leser-Kommentare
  • Einfache Meinung 24.11.2016 01:39
    Highlight Vergebung ist mehr als Rache! Sie hätte ihm sicherlich nicht vergeben!
    0 1 Melden
  • D(r)ummer 23.11.2016 11:37
    Highlight Er macht sich zum Politiker. Warum so erstaunt? Ja, er ist/wird US-Präsident und hat dementsprechend gewicht. Verständlich, dass darum Stimmen die eine Heuchelei sehen Aufmerksamkeit bekommen und Aussagen wie «Betrug an Trumps Versprechen an die Amerikaner» als gerechtfertigt angesehen werden.
    Ich kann mir den Seitenhieb an Merkel nicht verkneifen^^
    "Ich will Deutschland dienen" sagt die, die "Brücken bauen" will und gleichzeitig Sanktionen gegen Russland billigt.
    Ich frage mich jetzt, ob es gut oder schlecht ist wenn sich eine Gruppe verraten fühlt... Die Polit-Heuchelei ist ja nicht neu.
    3 6 Melden
    • D(r)ummer 23.11.2016 14:23
      Highlight Anhand der Blitze ist es schlecht...
      3 3 Melden
  • R&B 23.11.2016 10:38
    Highlight 😂😂😂
    2 2 Melden
  • bildner 23.11.2016 10:29
    Highlight Trump muss sich jetzt nicht mit den Clinton-Mails befassen, das FBI ist doch eh schon dran. ;)
    1 5 Melden
  • Ylene 23.11.2016 10:08
    Highlight Naja, mal schauen was Trump sonst noch alles sagen und vor allem dann, was er am Schluss auch tatsächlich machen wird als Präsident und nicht nur President Elect. Da weiss man ja momentan noch gar nichts.
    Ich wäre schon sehr erleichtert, wenn er am Schluss tatsächlich 'gemässigt' handeln würde. Dass dies die gefährliche Alt-Right massiv verärgern würde, wäre natürlich das Zückerchen oben drauf. Und das nächste Mal sollen die Demokraten gefälligst wieder jemanden vernünftiges aufstellen - jemand, der wirklich eine echte Alternative ist. Mit Obama ging's ja auch.
    8 1 Melden
    • Saraina 24.11.2016 07:53
      Highlight Die Alt-Right Bewegung hat dank Trump Zugang ins Weisse Haus, und hat gar keinen Grund verergert zu sein. Dieser Bericht ist eine massive Verschleierung, weil er berichtet, was Trump sagt, nicht was Trump tut. Nach seinen verbalen Ausrastern im Wahlkampf ist es leicht für ihn, jetzt moderater zu tönen, während das rechtsnationale Personal in die Regierung ernannt wird.
      2 1 Melden
    • Saraina 24.11.2016 08:50
      Highlight Verärgert, natürlich...😳
      0 0 Melden
  • fischbrot 23.11.2016 09:47
    Highlight Ein Präsident macht im Wahlkamp Versprechen, welche er nach der Wahl nicht hält. Das haben wir nun wirklich nicht kommen sehen. Shocking.
    20 2 Melden
    • Spi 23.11.2016 13:09
      Highlight "se tromper" kommt von Trump
      3 2 Melden

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