International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Für Trump gilt nach dem Orlando-Massaker: Muslim = verdächtig

US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump plädiert dafür, zur Terrorbekämpfung Muslime grundsätzlich als verdächtig anzusehen. Er möge Pauschalierungen nicht, sie seien aber nötig.

20.06.16, 11:18


Ein Artikel von

Bild: AP/FR159523 AP

Der wahrscheinliche republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat sich dafür ausgesprochen, dass Ermittler in den USA die Methode des Profiling anwenden sollen.

Die Praxis, bei der die Polizei Menschen allein aufgrund ihrer Hautfarbe, Religion, Nationalität oder ethnischer Herkunft als verdächtig einstuft, müsse in den USA ernsthaft erwogen werden, sagte Trump in einer Fernsehdebatte des Senders CBS über den Anschlag auf einen Nachtclub in Orlando.

Bei dem Angriff auf den Nachtclub im Bundesstaat Florida waren vor einer Woche 49 Menschen getötet worden. Attentäter Omar Mateen hatte sich zum «Islamischen Staat» bekannt. Trump sagte nach dem Massaker, er habe «Recht gehabt» mit seinen Warnungen vor islamistischem Terrorismus.

In den USA ist es möglich, verdachtsunabhängig Menschen zu anzuhalten und zu kontrollieren. Dabei wird häufig Racial Profiling angewandt. So geraten etwa Schwarze deutlich häufiger ins Visier von Polizeistreifen als Weisse.

Profiling von Muslimen könne nach Meinung Trumps helfen, Attentate wie das auf den Nachtclub zu verhindern. Der Attentäter war 1986 in New York als Sohn afghanischer Eltern geboren worden und seit seiner Geburt Bürger der USA. In seinem Leben habe es aber viele Warnzeichen gegeben, sagt Trump.

«Wenn man sich seine Vergangenheit als Schüler ansieht und viele anderen Dinge, gab es da einige Hinweise, dass das kein sehr guter junger Mensch war», so Trump in dem Telefoninterview mit dem Sender CBS.

Der Immobilienmilliardär Trump ist bekannt für seine antiislamischen Äusserungen: Zu seinen Forderungen zählt unter anderem die Überwachung von Moscheen. In der Sendung «Face the Nation» des Fernsehsenders CBS wurde er am Sonntag gefragt, ob das bedeute, dass er das Profiling von Muslimen befürworte. Daraufhin sagte er, die USA müssten «als Land» darüber nachdenken.

«Wir müssen uns mit dem Profiling auseinandersetzen», fügte Trump hinzu. «Wir müssen es uns ernsthaft anschauen.» Auch andere Länder nutzten diese Methode, sagte er, und nannte als Beispiel Israel. «Wissen Sie, ich mag das Konzept des Profiling nicht, aber wir müssen den gesunden Menschenverstand anwenden.»

Trump sorgt immer wieder mit polarisierenden Äusserungen über bestimmte Personengruppen für Aufsehen. Er forderte etwa einen generellen Einreisestopp für Muslime. Empörung löste er auch mit der Aussage aus, Mexiko schicke Vergewaltiger und Drogendealer über die Grenze in die USA.

cht/AFP

Schiesserei in Gay-Nachtclub in Orlando

Massaker in Orlando

Nach Orlando-Attentat: Schwuler CNN-Moderator grillt Floridas Staatsanwältin live im TV 

Szene mit Orlando-Attentäter in einem Dokumentarfilm aufgetaucht

Trump nutzt die Gunst der Stunde und wettert einmal mehr über Muslime: «Sie versklaven Frauen und ermorden Schwule»

Trump und Orlando: Charlie Hebdo mit der Feder einmal mehr, wo es richtig weh tut

Perfekte Frage nach Orlando: Was wenn eine Waffe ebenso schwer zu bekommen wäre wie eine Abtreibung? 

8 Staaten kondolieren Orlando-Opfern – und verfolgen die Schwulen im eigenen Land

Disco-Massaker in Orlando: «Eine Tragödie für die gesamte Nation»

Letzte Nachricht eines Opfers von Orlando an seine Mutter: «Er kommt. Ich werde sterben»

Grossdemonstration der Separatisten in Barcelona

Gepanzertes Fahrzeug als Rammbock benutzt: So lief die Geiselrettung in Orlando

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Daily Newsletter

19
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gaspadin 20.06.2016 14:33
    Highlight Profiling ist gut, weil es Kriminelle schneller ihrer gerechten Strafe zuführt. Salopp gesagt: Bloss weil einer dunkle Haut hat, ist er noch lange nicht unschuldig.
    1 9 Melden
    • Datsyuk * 20.06.2016 16:12
      Highlight Mit dieser Logik kann man alle verdächtigen.
      8 1 Melden
    • Datsyuk * 20.06.2016 16:14
      Highlight Also auch du, Gaspadin.
      8 1 Melden
    • Gaspadin 20.06.2016 18:02
      Highlight @Datsyuk: In Zeiten wie diesen muss man alle verdächtigen, aus Selbstschutz, besonders alle Muslime, die ihre terroristischen Glaubensbrüder nicht denunzieren und ihre fundamentalistischen Glaubensbrüder nicht stigmatisieren und nicht verstossen.
      4 8 Melden
    • Datsyuk * 20.06.2016 18:22
      Highlight Nein..
      7 1 Melden
  • cypcyphurra 20.06.2016 12:57
    Highlight Ich weiss.. es ist comedy, jedoch bringt Trevor Noah dies auf den Punkt:
    9 2 Melden
  • Pupsi 20.06.2016 12:57
    Highlight Ich lehne mich gaaaaanz langsam aus dem Fenster und mache den Umkehrschluss, Trump=beschränkt
    10 4 Melden
  • Scaros_2 20.06.2016 12:02
    Highlight Wir leben in einer Zeit in welcher wir die Ursachen des 2. Weltkrieg so langsam vergessen und deshalb beginnen die gleichen Fehler zu wiederholen. Mir graut es vor den nächsten 8-10 Jahren
    31 7 Melden
    • The Return of The King, Louie the Gscheidhaferl I. 20.06.2016 13:12
      Highlight Ja, es wird wirklich immer angsteinflössender. Dass Trump sich erdreistet, gesunden Menschenverstand als Legitimation für Profiling zu benutzen, finde ich persönlich völlig daneben, besser gesagt, zum Kotzen.
      9 5 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 20.06.2016 13:54
      Highlight Nicht nur werden keine Lehren aus der Geschichte gezogen, es merkt auch kaum jemand, dass der Dritte ("hybride/asymmetrischer") Weltkrieg bereits seit den 1990er-Jahren wütet, und es weder um Religionen oder Kulturen sondern nur um ökonomische Interessen geht. Eine Art ausufernder Kapitalismus, der voller Paranoia und Angst vor dem Kollaps seinen eigenen Untergang verhindern möchte. Der Zweck heiligt die Mittel.

      Die digital Natives, bzw. Jahrgänge ab 2000 haben bisher nichts als Krieg erlebt. Das macht mir Sorgen. Sie sind die Zukunft. Aber woher sollen sie wissen, wie Frieden geht?
      3 3 Melden
    • Gaspadin 20.06.2016 14:30
      Highlight @Scaros: Täterprofile waren keine Ursache des zweiten Weltkrieges, auch nicht Rassismus und Antisemitismus. Das waren Begleiterscheinungen. Ursache waren der schlecht geschmiedete Friedensvertrag von Versaille und die Nachwirkungen des Zerfalls der Monarchien in Europa inkl. Russland als Folge des ersten Weltkrieges, welcher für lange Zeit ein Machtvakuum mit sich brachte. Die damit einhergehenden Machtkämpfe in allen Ländern führte zunächst vielerorts zu Revolutionen und später zum Krieg unter den drei stärksten Fraktionen: Faschismus gegen Kommunismus gegen Aristokratie, bzw. Kapitalismus.
      2 6 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 20.06.2016 15:16
      Highlight Gaspadin: Wenn du im Friedensvertrag von Versaille die Ursache des WW2 siehst, okay. Und wie ist es mit den anderen Pariser Vororts-Verträgen? Sie betreffen Israel, Syrien, Libanon, Kurdistan, also die ganze Region, die zur Zeit in Flammen steht. Siehst du auch in diesen Verträgen die Ursache für die Konflikte im Nahen und Mittleren Osten?

      Apropos Friedensvertrag: Ich behaupte, dass auch der "Friedensvertrag" mit Gorbatschow (USSR) einseitg war, etwa gleich einseitig zugunsten der USA und deren Verbündeten, wie der Versailler Vertrag. Das wär aktuell die Ursache für viele Machtkämpfe.
      2 1 Melden

Eine Polizeistation in den USA hat ein Tanzvideo gedreht – und Social Media flippt aus

Eine Polizeistation in Norfolk, Virginia, geht momentan viral. Grund dafür ist ein Video auf Facebook, in welchem sie zum Song «Uptown Funk» von Bruno Mars tanzen und den Songtext mimen.

Der Auslöser für das Filmen des Videos war eine Challenge, die ihnen von einer Polizeiwache aus Corinth, Texas, gestellt wurde. Diese hatte zuvor ein Video veröffentlicht, in welchem sie zum Miley Cyrus Lied «Party in the U.S.A.» tanzten. 

Das Video der Polizisten aus Norfolk wurde auf Facebook bisher über …

Artikel lesen