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Für Trump gilt nach dem Orlando-Massaker: Muslim = verdächtig

US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump plädiert dafür, zur Terrorbekämpfung Muslime grundsätzlich als verdächtig anzusehen. Er möge Pauschalierungen nicht, sie seien aber nötig.

20.06.16, 11:18


Ein Artikel von

In this Dec. 12, 2015, photo, Republican presidential candidate Donald Trump speaks at a town hall meeting in the Convocation Center on the University of South Carolina Aiken campus in Aiken, S.C.  Trump's supporters don't see his plan to ban Muslims from entering the U.S. as

Bild: AP/FR159523 AP

Der wahrscheinliche republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat sich dafür ausgesprochen, dass Ermittler in den USA die Methode des Profiling anwenden sollen.

Die Praxis, bei der die Polizei Menschen allein aufgrund ihrer Hautfarbe, Religion, Nationalität oder ethnischer Herkunft als verdächtig einstuft, müsse in den USA ernsthaft erwogen werden, sagte Trump in einer Fernsehdebatte des Senders CBS über den Anschlag auf einen Nachtclub in Orlando.

Bei dem Angriff auf den Nachtclub im Bundesstaat Florida waren vor einer Woche 49 Menschen getötet worden. Attentäter Omar Mateen hatte sich zum «Islamischen Staat» bekannt. Trump sagte nach dem Massaker, er habe «Recht gehabt» mit seinen Warnungen vor islamistischem Terrorismus.

In den USA ist es möglich, verdachtsunabhängig Menschen zu anzuhalten und zu kontrollieren. Dabei wird häufig Racial Profiling angewandt. So geraten etwa Schwarze deutlich häufiger ins Visier von Polizeistreifen als Weisse.

Profiling von Muslimen könne nach Meinung Trumps helfen, Attentate wie das auf den Nachtclub zu verhindern. Der Attentäter war 1986 in New York als Sohn afghanischer Eltern geboren worden und seit seiner Geburt Bürger der USA. In seinem Leben habe es aber viele Warnzeichen gegeben, sagt Trump.

«Wenn man sich seine Vergangenheit als Schüler ansieht und viele anderen Dinge, gab es da einige Hinweise, dass das kein sehr guter junger Mensch war», so Trump in dem Telefoninterview mit dem Sender CBS.

Der Immobilienmilliardär Trump ist bekannt für seine antiislamischen Äusserungen: Zu seinen Forderungen zählt unter anderem die Überwachung von Moscheen. In der Sendung «Face the Nation» des Fernsehsenders CBS wurde er am Sonntag gefragt, ob das bedeute, dass er das Profiling von Muslimen befürworte. Daraufhin sagte er, die USA müssten «als Land» darüber nachdenken.

«Wir müssen uns mit dem Profiling auseinandersetzen», fügte Trump hinzu. «Wir müssen es uns ernsthaft anschauen.» Auch andere Länder nutzten diese Methode, sagte er, und nannte als Beispiel Israel. «Wissen Sie, ich mag das Konzept des Profiling nicht, aber wir müssen den gesunden Menschenverstand anwenden.»

Trump sorgt immer wieder mit polarisierenden Äusserungen über bestimmte Personengruppen für Aufsehen. Er forderte etwa einen generellen Einreisestopp für Muslime. Empörung löste er auch mit der Aussage aus, Mexiko schicke Vergewaltiger und Drogendealer über die Grenze in die USA.

cht/AFP

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Gaspadin 20.06.2016 14:33
    Highlight Profiling ist gut, weil es Kriminelle schneller ihrer gerechten Strafe zuführt. Salopp gesagt: Bloss weil einer dunkle Haut hat, ist er noch lange nicht unschuldig.
    1 9 Melden
    • Datsyuk * 20.06.2016 16:12
      Highlight Mit dieser Logik kann man alle verdächtigen.
      8 1 Melden
    • Datsyuk * 20.06.2016 16:14
      Highlight Also auch du, Gaspadin.
      8 1 Melden
    • Gaspadin 20.06.2016 18:02
      Highlight @Datsyuk: In Zeiten wie diesen muss man alle verdächtigen, aus Selbstschutz, besonders alle Muslime, die ihre terroristischen Glaubensbrüder nicht denunzieren und ihre fundamentalistischen Glaubensbrüder nicht stigmatisieren und nicht verstossen.
      4 8 Melden
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  • cypcyphurra 20.06.2016 12:57
    Highlight Ich weiss.. es ist comedy, jedoch bringt Trevor Noah dies auf den Punkt:
    9 2 Melden
  • Pupsi 20.06.2016 12:57
    Highlight Ich lehne mich gaaaaanz langsam aus dem Fenster und mache den Umkehrschluss, Trump=beschränkt
    10 4 Melden
  • Scaros_2 20.06.2016 12:02
    Highlight Wir leben in einer Zeit in welcher wir die Ursachen des 2. Weltkrieg so langsam vergessen und deshalb beginnen die gleichen Fehler zu wiederholen. Mir graut es vor den nächsten 8-10 Jahren
    31 7 Melden
    • Louie König 20.06.2016 13:12
      Highlight Ja, es wird wirklich immer angsteinflössender. Dass Trump sich erdreistet, gesunden Menschenverstand als Legitimation für Profiling zu benutzen, finde ich persönlich völlig daneben, besser gesagt, zum Kotzen.
      9 5 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 20.06.2016 13:54
      Highlight Nicht nur werden keine Lehren aus der Geschichte gezogen, es merkt auch kaum jemand, dass der Dritte ("hybride/asymmetrischer") Weltkrieg bereits seit den 1990er-Jahren wütet, und es weder um Religionen oder Kulturen sondern nur um ökonomische Interessen geht. Eine Art ausufernder Kapitalismus, der voller Paranoia und Angst vor dem Kollaps seinen eigenen Untergang verhindern möchte. Der Zweck heiligt die Mittel.

      Die digital Natives, bzw. Jahrgänge ab 2000 haben bisher nichts als Krieg erlebt. Das macht mir Sorgen. Sie sind die Zukunft. Aber woher sollen sie wissen, wie Frieden geht?
      3 3 Melden
    • Gaspadin 20.06.2016 14:30
      Highlight @Scaros: Täterprofile waren keine Ursache des zweiten Weltkrieges, auch nicht Rassismus und Antisemitismus. Das waren Begleiterscheinungen. Ursache waren der schlecht geschmiedete Friedensvertrag von Versaille und die Nachwirkungen des Zerfalls der Monarchien in Europa inkl. Russland als Folge des ersten Weltkrieges, welcher für lange Zeit ein Machtvakuum mit sich brachte. Die damit einhergehenden Machtkämpfe in allen Ländern führte zunächst vielerorts zu Revolutionen und später zum Krieg unter den drei stärksten Fraktionen: Faschismus gegen Kommunismus gegen Aristokratie, bzw. Kapitalismus.
      2 6 Melden
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