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President Donald Trump speaks during a briefing on the opioid crisis, Tuesday, Aug. 8, 2017, at Trump National Golf Club in Bedminster, N.J. From left are, White House senior adviser Kellyanne Conway, Health and Human Services Secretary Tom Price, Trump, and first lady Melania Trump. (AP Photo/Evan Vucci)

Donald Trump: Die Ansagen des US-Präsidenten haben eine Schockwelle ausgelöst.  Bild: AP/AP

Vernichtet Trump Nordkorea? – 3 Szenarien, wie der Konflikt jetzt weitergeht

Spucken Donald Trump und Kim Jong-Un nur grosse Töne, oder stehen wir kurz vor einem Krieg? 

10.08.17, 14:24 10.08.17, 15:05


«Wir werden mit Zorn und Wut reagieren, wie es die Welt noch nie gesehen hat.»

Donald Trump

«Typ bar jeder Vernunft.»

Nordkoreanischer General über Donald Trump

«Dies wird zur Vernichtung seines Volkes führen.»

US-Verteidigungsminister Jim Mattis.

Verbal ist die Situation zwischen den USA und Nordkorea bereits eskaliert. In den letzten 48 Stunden haben sowohl Pjöngjang als auch Washington Drohungen ausgesprochen, die in ihrer Schärfe kaum mehr übertroffen werden können.

Auf Donald Trumps «Zorn-und-Wut»-Ansage reagierte Kim Jong-Un mit einem Angriffsplan auf die US-Insel Guam im Pazifik. Die Situation ist angespannt. Vor allem, weil im Weissen Haus ein Akteur sitzt, der so unberechenbar ist wie kein anderer Präsident der jüngeren US-Geschichte. 

Stehen wir unmittelbar vor einem Krieg oder ist alles halb so wild? Darüber haben wir mit dem ehemaligen «10-vor-10»-Moderator und Nordkorea-Kenner Walter Eggenberger gesprochen – und folgende drei Szenarien diskutiert.

Walter Eggenberger: Der ehemalige «10-vor-10»-Moderator reist seit 1999 jedes Jahr nach Nordkorea.  screenhsot: srf

Die Situation artet komplett aus

Nach der verbalen, kommt es zur militärischen Eskalation: Vor diesem Szenario muss momentan nicht nur die Bevölkerung in Guam und Pjöngjang Angst haben, sondern die ganze Welt. China, Japan und Südkorea sind ebenfalls direkt in den Konflikt involviert. Gerade die Interessen Pekings verlaufen ziemlich diametral zu jenen Washingtons. Eine Kettenreaktion ist bei diesem Szenario sehr realistisch.

Doch wie wahrscheinlich ist es, dass Trump oder Kim die Situation eskalieren lassen? 

Eggenberger meint, Kim Jong-Un betreibe mit seiner scharfen Rhetorik vor allem Innenpolitik. Der nordkoreanische Diktator wolle sich als starken Führer präsentieren, der den USA die Stirn bietet. Ein Erstschlag auf Guam schliesst Eggenberger zurzeit quasi aus: «In Pjöngjang weiss man, dass man in diesem Fall den Abend wohl nicht mehr erleben wird.»

Leicht schwieriger einzuschätzen ist Donald Trump. Ungeschickter wie der US-Präsident hätte man sich nicht ausdrücken können, sagt Eggenberger. Einen Krieg möchte jedoch auch Trump nicht, glaubt der Nordkorea-Kenner. Vor allem weil er dann grosse Probleme mit China bekommen würde. 

Wahrscheinlichkeit: Sehr klein

Die USA geben einen Warnschuss ab

Szenario 2 oder auch das «Syrien-Szenario»: Im April dieses Jahres schockte Donald Trump die Welt mit dem unangekündigten Beschuss einer syrischen Luftwaffenbasis. Viele fürchteten sich damals vor einem Flächenbrand, zumal die USA einen direkten Verbündeten Russlands attackierten. Doch Trump liess es bis heute bei diesem einmaligen Beschuss bleiben. Der US-Präsident zog eine Rote Linie – keine Giftgasangriffe mehr – und liess seine Muskeln spielen. 

Ein ähnliches Szenario ist auch in Nordkorea denkbar, wenn es nach Eggenberger geht. Es sei möglich, dass Trump mit einem «surgical strike» ein Zeichen setzen werde. Allerdings zöge der US-Präsident somit ebenfalls den Ärger Pekings auf sich. 

«China hat sich sowohl von den USA als auch von Nordkorea vorführen lassen», sagt Eggenberger. Peking habe in den vergangenen Monaten immer wieder zu Besonnenheit aller Akteure aufgerufen, jedoch hätten Trump und Kim das genaue Gegenteil getan. Eine weitere Eskalation, sei es auch nur ein einzelner Angriff, werde China nicht akzeptieren. Zumal man sich in Peking auch vor einer grossen Flüchtlingswelle aus Nordkorea fürchte. 

Wahrscheinlichkeit: Durchaus möglich

Es bleibt bei den verbalen Provokationen

Das dritte Szenario ist momentan das wahrscheinlichste, auch wenn die Worte aus Washington und Pjöngjang gerade anderes erahnen lassen. Niemand hat eigentlich ein Interesse an einem Krieg in Nordkorea. Am wenigsten die Nordkoreaner selber, die selber wissen, dass sie hilflos unterlegen wären.

Für die USA gibt's wenig zu holen in Nordkorea. Erstaunlich, dass sich Trump überhaupt auf das verbale Kräftemessen mit Kim Jong-Un eingelassen hat. Auch der US-Präsident dürfte mit seinem aktuellen Kurs unter anderem innenpolitische Ziele verfolgen. Nach seinem desaströsen ersten halben Jahr im Weissen Haus möchte er seinen Wählern Stärke zeigen. 

Eggenberger glaubt, dass es bei den verbalen Provokationen bleiben wird. Es sei denn, es passiere ein Unfall. Wenn Nordkorea bei einem Raketentest aus Versehen ein Flugzeug oder ein Schiff treffe, dann könne dies durchaus zu einem Krieg führen, so Eggenberger. 

Wahrscheinlichkeit: Sehr gross

Kim vs. Trump: Der Konflikt um Nordkorea eskaliert

Nuklear-Drohung oder einfach Trumps Lieblings-Redewendung?

Video: watson

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30
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30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Tom Zürcher 14.08.2017 12:42
    Highlight Was mir persöhnlich fast am meisten Angst macht ist das eigentlich keiner so recht weis was in Nord-Korea genau abgeht.

    Zugegeben man liest viel. Aber sind wir doch mal ganz ehrlich: Die Nord-Koreaner lassen nichts durchsickern was sie auch nicht abgesegnet haben.
    0 0 Melden
  • zombie woof 10.08.2017 17:50
    Highlight Ich behaupte mal dass der kleine Kim ganz genau weiss was er macht. So dumm ist er nicht und schon gar nicht Lebensmüde. Hingegen der grosse Volltrottel auf der anderen Seite, der ist schlichtweg zu dumm, um sein handeln abschätzen können, noch verfügt er über strategisches- oder taktisches Wissen. Und genau das macht die ganze Sache derart gefährlich. Wenn die Reps nicht bald aufwachen und diesen Psychopathen entfernen, werden viele ein böses Erwachen haben
    51 8 Melden
  • OJLIKESVJJ 10.08.2017 17:27
    Highlight Auf diese Art isch ein Schwanzmessen für die ganze Welt gefährlich...
    38 4 Melden
  • Amadeus 10.08.2017 16:48
    Highlight "Im April dieses Jahres schockte Donald Trump die Welt mit dem unangekündigten Beschuss einer syrischen Luftwaffenbasis. Viele fürchteten sich damals vor einem Flächenbrand, zumal die USA einen direkten Verbündeten Russlands attackierten"

    Stimmt nicht ganz. Die Russen waren vorgängig informiert

    https://www.cnbc.com/2017/04/06/the-us-warned-the-russians-ahead-of-syria-missile-strikes-official.html
    26 3 Melden
    • corsin.manser 10.08.2017 17:29
      Highlight Ja richtig. Aber der Angriff wurde aber nicht Parlament abgesegnet. Er kam ziemlich überraschend.
      18 5 Melden
    • Amadeus 10.08.2017 17:37
      Highlight Stimmt, der Angriff wurde beim Schokoladenkuchen abgesegnet 😝
      20 2 Melden
    • Richu 10.08.2017 18:17
      Highlight @corsin.manser: Ein solcher Angriff muss überraschend sein und deshalb wäre eine Absegnung durch das Parlament (UN-Sicherheitsrat) in diesem Falle sicher keine optimale Lösung gewesen (wenn auch nicht vom Völkerrecht gedeckt).
      Übrigens beurteilten Bundeskanzlerin Merkel und der franz. Präsident Hollande sowie auch andere europäische Politiker diesen US-Vergeltungsangriff "auf Syrien" für richtig!
      5 2 Melden
  • Stab 10.08.2017 16:31
    Highlight Dieses Thema wird so heiss gekocht, dass davon gar nichts mehr übrig bleibt.
    23 4 Melden
  • david st 10.08.2017 16:29
    Highlight Die haben bestimmt Öl also los Murica
    14 19 Melden
  • clint 10.08.2017 16:07
    Highlight danke watson für die zusammenstellung der "never seen before"-formulierungen, das zeigt wiedermal den kindergarten-wortschatz von trumpf.
    die sache erinnert mich sehr an die story, dass trumpf sich über behinderte lustig gemacht haben soll. dabei sprach und gestikulierte er damals nur ganz normal-dümmlich wie immer wenn er sich über etwas aufregt... auch das habe ich hier auf watson gelesen :-))
    20 14 Melden
  • chnobli1896 10.08.2017 15:41
    Highlight [...]Für die USA gibt's wenig zu holen in Nordkorea. [...]

    Bodenschätze gäbe es mehr als Genug..
    15 24 Melden
  • Posersalami 10.08.2017 15:33
    Highlight Liebe Watson Redaktion, ganz tief durchatmen! Es wird KEINEN Krieg geben. Selbst wenn irgendwelche durchgeknallten Planer daran glauben würden, dass man alle Nukes von NK in einem Schlag erwischt ist da immer noch diese Kleinigkeit:
    https://www.heise.de/tp/features/Auch-ohne-Atombomben-ist-Suedkorea-militaerisch-Geisel-von-Nordkorea-3691324.html?seite=2

    Tausende von Geschützen sind knapp 60km von Seoul entfernt eingegraben und quasi unzerstörbar, da ein Angriff mit Nukes Seoul unbewohnbar machen würde. Die Artillerie würde Seoul auch innert Stunden unbewohnbar machen..
    11 66 Melden
    • corsin.manser 10.08.2017 15:41
      Highlight Weshalb sollten wir tief durchatmen? Dieser Artikel legt ja gerade nahe, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Krieg ziemlich klein ist.

      Hast du ihn gelesen?
      133 12 Melden
    • Xriss 10.08.2017 16:16
      Highlight Oh - Geilo.. Endlich kann ich mal das Wort Nukes brauchen. Hab schon ummer gefunden das tönt so geil wenn mein grosser Bruder das sagt..
      38 4 Melden
    • Posersalami 10.08.2017 17:06
      Highlight @corsin: Einfach dass uns diese täglichen Artikel erspart bleiben und ihr mal über wtas relevantes berichten könnt. Da gibts genug Themen und Sichtweisen die hier zu kurz kommen.

      @AL:BM: Man müsste tausende von verbunkerten Stellung quasi gleichzeitig zerstören. NK hat grosse Mengen B-C Waffen für seine Artillerie gebunkert. Wenn wir 2000 Stellungen annehmen (es dürften viel mehr sein) und nur 5% den Angriff überleben regnet es danach 300-400 Granaten pro min auf Seoul. Eine Kadenz von 3-4 Schuss/min schafft eine trainierte Mannschaft locker..
      6 12 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Steffan Griechting 10.08.2017 15:30
    Highlight Wenn ich Artikel über dieses Thema oder User-Kommentare lese, dann fällt mir auf das immer nur die wirtschaftliche Bedeutung eines Kriegs angesprochen wird.
    Klar Wirtschaft und Wohlstand sind wichtig. Aber was ist denn mit all den Menschenleben, welche so ein Krieg fordert? Was bringt uns eine gesunde Wirtschaft, wenn wir unsere Nächsten verlieren.
    Bei diesen Argumentationen wird mir schlecht. Kranke Welt.
    40 24 Melden
    • Peedy 10.08.2017 15:44
      Highlight Naja, die Menschenleben hat in der Vergangenheit auch keinen Staatsmann davon abgehalten, Krieg zu führen im Interesse von Macht und Reichtum. Dank den vernetzten Wirtschaftsstrukturen ist es heute nicht mehr so einfach, einen Krieg zu führen, den es sich zu führen auch lohnt (finanziell), was die Wahrscheinlichkeit eines grossen Krieges doch dramatisch reduziert. Dank dieser wirtschaftlichen Denkweise werden auch Menschenleben geschützt.
      28 5 Melden
    • Lype T. 10.08.2017 15:49
      Highlight Weil Krieg aus wirtschaftlichen Gründen geführt wird- nicht wegen Menschenleben. Ist nun nichts zu hohlen oder wird durch den Krieg die Beziehung zu einem Handelspartner geschwächt macht Krieg schlicht keinen Sinn.
      30 2 Melden
    • Jol Bear 10.08.2017 19:54
      Highlight China ist wirklich zu wichtig, auch für uns. Die Folgen: Knoblauch-Engpass in Coop und Migros, Einkauf bei Ali-Express unsicher, Wegfall der billigen Solarmodule und, ganz gravierend, der Zeitpunkt der Auslieferung der neuen IPhones kann sich bis ins Ungewisse verzögern....
      9 0 Melden
  • NWO Schwanzus Longus 10.08.2017 14:42
    Highlight Option 3 ist die einzige die eintreten wird. Ein Krieg ist absolut auszuschliessen! Den NK könnte trotz Niederlage 3-4 US Grössstädte atomar vernichten was ein absolut inakzeptabler Verlust wäre die die Wirtschaft der USA auch erheblich schädigen wird je nach Stadt die getroffen wurde. Vorallem wenn sie LA, NY oder Chicago heissen. Zudem wird seit Jahren gelabbert und nix passiert. Man gibt dem viel zu viel Aufmerksamkeit.
    49 55 Melden
    • Vespa Timo 10.08.2017 14:51
      Highlight Wie soll er das bitte machen? Vorher steht die koreanische Halbinsel in Flammen...
      32 33 Melden
    • NWO Schwanzus Longus 10.08.2017 15:15
      Highlight Da kennt ihr NK nur aus Propaganda Erzählungen von den Medien. NK ist ganz sicher nicht in den 50er Jahren stehengeblieben wer das behauptet scheint verblendet zu sein. NK hat ICBMs die die USA erreichen können und deren Luftabwehr kann auch nicht alles abschiessen. Ein paar Städte werden schon geopfert werden in einem Krieg.
      37 16 Melden
    • Vespa Timo 10.08.2017 15:25
      Highlight Das glaubst du doch selbst nicht... Nur weil sie es geschafft haben eine Langstreckenrakete vor Japan im Meer zu versenken? Die werden alle schon vorher abgeschossen...
      14 10 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • Scaros_2 10.08.2017 14:30
    Highlight 1 und 2 sind keine option und letztlich hängt alles von China ab. Man stelle sich vor das die USA vor Chinas haustüre krieg spielt. no-Go für die ganze Wirtschaft.

    Daher 3.
    35 31 Melden

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