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Obama räumt ein: US-Drohnen töten 116 Zivilisten ausserhalb von Kriegsgebieten

01.07.16, 22:17 02.07.16, 10:22

Die USA haben unter Präsident Barack Obama bei Drohnenangriffen ausserhalb der Krisengebiete Afghanistan, Irak und Syrien bis zu 116 Zivilisten getötet. Diese Zahl veröffentlichte die Regierung am Freitag in Washington in einem lange erwarteten Bericht.

Eine US-Kampfdrohne vom Typ MQ-9 Reaper.
Bild: AP/US Air Force

Er umfasst den Zeitraum 2009 bis Ende 2015. Bei den 473 Angriffen in Ländern wie Pakistan, Jemen, Somalia oder Libyen wurden den Regierungsangaben zufolge etwa 2500 Kämpfer getötet.

Fast alle Angriffe wurden von Drohnen, einige wenige auch von Flugzeugen oder Marschflugkörpern ausgeführt. Diese Zahlen des Nationalen Geheimdienstdirektors James Clapper sind nicht auf einzelne Länder aufgeschlüsselt.

Im Text wird eingeräumt, dass Nichtregierungsorganisationen zum Teil deutlich höhere Zahlen von mehr als 900 Toten veröffentlicht hätten. Allerdings könnten diese Angaben durch «die gezielte Streuung von Fehlinformationen durch gewisse Parteien» wie Terror-Gruppen oder lokale Medien verfälscht sein.

2015 war das Jahr der Drohnen

Gleichwohl verwiesen die Autoren auf die Grenzen bei der Erfassung der Opferzahlen für den Bericht. Afghanistan, Irak und Syrien seien als Gegenden aktueller Kampfhandlungen ausgeblendet worden, heisst es im Bericht.

Verschärfte Regeln

Obama, dem Kampfhandlungen alter Prägung etwa auf Schlachtfeldern ein Gräuel sind, wird für die Politik der Drohnenangriffe seit Jahren kritisiert, unter anderem wegen der hohen Zahl ziviler Opfer und oft unklarer Rechtslage. Die Angriffe belasten auch die Beziehungen zu Ländern wie Pakistan.

Wohl auch als Reaktion auf Kritik erliess Obama am Freitag eine Anordnung, die dem Schutz von Zivilisten in solchen Angriffen Vorrang einräumt. Die Streitkräfte sowie der Geheimdienst CIA sollten gegebenenfalls ihre Verantwortung für den Tod von Zivilisten anerkennen und mit dem Roten Kreuz und anderen NGOs zusammenarbeiten.

Drohnen-Rennen in US-Sportstadien

Das Dekret umfasst auch Reparationen für die Familien getöteter Zivilisten. Dieser Erlass geht indes nicht über praktizierte oder zumindest angestrebte US-Politik hinaus. Obamas Sprecher Josh Earnest sagte: «Der Präsident glaubt, dass unsere Anti-Terror-Strategie effektiver und glaubwürdiger ist, wenn wir sie so transparent wie möglich halten.» Obama hatte bereits 2013 mehr Transparenz versprochen.

Kritik erwartet

Amnesty International begrüsste die Veröffentlichung als einen Schritt zu mehr Transparenz, kritisierte aber, dass eine Analyse dadurch erschwert werde, dass nicht definiert werde, was «Zivilist» bedeutet.

Der Zeitpunkt der Veröffentlichung, der Freitagnachmittag vor dem langen Wochenende mit dem US-Nationalfeiertag am Montag, legt nahe, dass das Weisse Haus einige Kritik an der Aufstellung erwartet.

(sda/dpa/reu/afp)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • reaper54 02.07.2016 10:31
    Highlight Wir reden hier von Zivilisten die sich ganz offensichtlich mit Terroristen hertreiben, daher ist es schon viel weniger schlimm. Zudem wieviele Menschenleben wurden durch die Drohnenangriffe gerettet da Terroristen eliminiert wurden?
    Wir sitzen hier Kämpfen schon lange nicht mehr selber für unsere Freiheit, schreiben bei Anschlägen #irgendeindestadt und es hat nichts mit dem Islam zu tuen. Wärend man länder die für und die Drecksarbeit machen kritisiert.
    Ihr seid echt stark gratulation!
    4 12 Melden
    • Fabio74 02.07.2016 15:32
      Highlight deine Aussage ist Menschenverachtend. MAn darf über Leichen unschuldiger gehen in anderen Ländern, damit du beruhigt schlafen gehen kannst?
      4 1 Melden
    • Joshi 03.07.2016 14:09
      Highlight Ich finde christiancg hat TEILWEISE schon Recht. So grausam es auf die eine Art auch ist mit Menschenleben zu kalkulieren, so macht es auf eine andere doch Sinn, denn letzten Endes geht es darum, so viele Leben wie nur möglich zu retten. Stellt sich nur die Frage, ob durch tote Zivilisten und dem damit einhergehenden Hass auf die westliche Welt, nicht wieder weitere Todesopfer gefordert werden. Denn genau durch diesen Hass finden Organisationen wie der IS überhaupt Anklang. Schwieriges Thema, ich denke, dass niemand mit Bestimmtheit sagen kann was richtig ist.
      2 3 Melden
  • Zeit_Genosse 02.07.2016 10:21
    Highlight Bei 2500 militärischen Opfern werden 116 Zivile Opfer in Kauf genommen. Schreckliche Bilanz. Doch in einem Krieg wo ein brutaler Terrorist gleich aussieht wie der Ziegenhirte, der in als Lebendschild beschützen soll, zeigt die Absurdität asymetrischer Kriege. Die Terroristen bringen den Krieg mit Selbstmordattentätern in die Nähe der Gegner und Treffen geschätzt 98% Zivilisten, mit Drohnen sind es 5% Zivilisten, bei jedem 4. Drohnenangriff ein toter Zivilist. Jeder Einzelne zu viel.
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