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George W. Bush nach den Attacken des 11. September an Bord der Air Force One. Bild: AP, THE WHITE HOUSE

11. September 2001: Wo war George W. Bush?

Nach den Attacken des 11. September 2001 flüchtete George W. Bush an Bord der Air Force One. Ein Journalist hat jetzt die dramatischen Stunden in der Präsidentenmaschine rekonstruiert.

10.09.16, 22:24 11.09.16, 10:28

Michail Hengstenberg / spiegel online

Ein Artikel von

Die Attacken des 11. September sind längst Geschichte, viele Bilder jenes Tages im kollektiven Gedächtnis der Welt verankert. Auch jenes von US-Präsident George W. Bush, der vor einer Schulklasse sitzt und aus einem Buch vorliest, als ihn die Nachricht der Angriffe ereilt. Was danach geschah, wo sich Bush dann aufhielt, darüber war bislang wenig bekannt. Es war einer der wenig ausgeleuchteten Aspekte dieses Tages, der die Welt veränderte. Bis jetzt.

Das US-Magazin Politico hat die Stunden nach den Attacken auf die Twin Towers, wie der US-Präsident sie fern New Yorks erlebte, minutiös nachgezeichnet. Autor Garret M. Graff hat mit den Menschen gesprochen, die sich an jenem Tag an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One befanden. Und die Geschehnisse anhand der Gesprächsprotokolle rekonstruiert.

Denn George W. Bush befand sich nach den Angriffen nicht geschützt in einem Bunker, sondern dort, wo man ihn am sichersten wähnte. Hoch oben in der Luft. Mit ihm an Bord: seine Entourage, Pressevertreter, der Secret Service. Aus den Erinnerungen dieser Begleiter entsteht ein genauso gespenstisches wie lebendiges Bild jener Stunden.

Flucht in 14'000 Meter Höhe

Wie die sogenannte Motorcade, der Motorrad- und Limousinen-Korso des Präsidenten, nach dem Auftritt in der Schule zum Flughafen rast und wie Personenschützer Dave Wilkinson anordnet, die Kreuzungen entlang der Strecke nicht nur durch Streifenpolizisten, sondern doppelt und dreifach durch Streifenwagen zu blockieren. «Weil wir Angst vor einer Autobombe hatten.»

Nach der Bildstrecke geht der Text weiter.

Der Tag, der die Welt veränderte

Wie hilflos teils auf die Bedrohung regiert wurde. «Noch nie war es so schwer, an Bord der Maschine zu kommen», schildert B. Alexander Kress, bildungspolitischer Berater des Präsidenten, die Ankunft am Flughafen. «Normalerweise reichte es, den Mitarbeiter- oder Presseausweis, den wir angeheftet hatten, vorzuzeigen. Diesmal mussten wir uns zusätzlich mit Pass ausweisen – obwohl uns die Secret-Service-Leute schon lange kannten.»

In den Stunden danach irrt die Maschine in knapp 14'000 Metern Höhe über den amerikanischen Kontinent, weil die aktuelle Bedrohungslage nicht klar ist und niemand weiss, wo man sicher landen kann. Nur bruchstückhaft gelangen die Informationen in der pre-Smartphone-Ära in den inneren Zirkel, Chaos prägt diese Stunden, alles scheint möglich, auch ein Angriff auf die Präsidentenmaschine. Jedes unidentifizierte Agrarflugzeug ist eine potenzielle fliegende Bombe.

Die Fassungslosigkeit angesichts der Tat ist durch diese sehr persönlichen Schilderungen stets greifbar. Und auch die Einsamkeit der Situation. Schon kurz nach den Attacken in New York wird der Luftraum über den USA geräumt und alle Flugzeuge an den Boden beordert. Bis auf Kampfjets, die patrouillieren – und die Präsidentenmaschine. «Hier oben, das ist doch der sicherste Ort, den es gerade gibt?», fragt Ellen Eckert, Stenografin im Weissen Haus, einen der mitfliegenden Personenschützer. Der antwortet: «Hängen Sie das nicht an die grosse Glocke, aber wir könnten uns auch ein grosses, rotes Kreuz unten auf den Rumpf pinseln – wir sind das einzige Flugzeug am Himmel.»

Nach Stunden in der Luft landet Präsident George W. Bush auf der Andrews Air Force Base. Bild: AP ARCHIV

Ein selten intimer Blick auf George W. Bush

Die Riege derjenigen, die sich von Autor Graff haben interviewen lassen, ist beeindruckend. Vom F-16-Kampfjet-Piloten, der die Air Force One eskortierte, bis hin zum innersten Zirkel der Macht – Stabschef Andy Card, sein Vize Karl Rowe, Pressesprecher Ari Fleischer – standen dem Journalisten die Protagonisten dieses seltsamen Fluges Rede und Antwort. Und füllen so Stück für Stück, Erinnerung für Erinnerung, eine der letzten Lücken in der Geschichtsschreibung dieses Ereignisses.

«Ich war selber Pilot bei der Nationalgarde», sagt George W. Bush seinem Stabschef, nachdem er von der Air Force One aus den Befehl gegeben hat, weitere entführte Passagierjets im Zweifelsfall vom Himmel zu schiessen. «Ich hätte diesen Befehl auch bekommen können. Und ich kann mir nicht vorstellen, so einen Befehl zu bekommen», sagt Bush.

Vor allem diese hochrangigen Gesprächspartner ermöglichen durch ihre Erinnerungen auch einen genaueren Blick darauf, was den Präsidenten in jenen Stunden bewegte. Denn eine Person hat nicht mit Graff gesprochen. George W. Bush.

Die ganze Geschichte liest du (auf Englisch) hier.

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35Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • amore 11.09.2016 10:12
    Highlight Von wegen, eine Regierung kann so was doch nicht machen. Aber ja, doch. Es wurde in Amerika ja schon einmal geplant.
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Operation_Northwoods
    Und das ist nun nicht Verschwörungstherorie. Das war real.
    Kennedy hatte diesen Plan ausgeschlagen. Wie hat Bush bei 9/11 gehandelt? Wir wissen es noch nicht.
    Aber das Schlimmste dazu ist in der CH passiert: Prof. Dr. D. Ganser musste auf Druck des UNI-Rektors von Basel die Forschungsarbeiten dazu einstellen. Er musste ein eigenes Forschungs-Institut gründen.
    17 9 Melden
  • Sanchez 11.09.2016 10:09
    Highlight Statt vielleicht rasch in einer ruhigen Minute in sich zu gehen und den vielen Leidtragenden und tausenden Opfern zu gedenken, preschen nun wieder diverse Aluhutträger hervor und präsentieren abstruse Verschwörungstheorien zu 9/11.
    Schade.
    22 27 Melden
    • Gelöschter Benutzer 11.09.2016 12:47
      Highlight Auch schade ist, dass die Amerikaner überwiegend keine "ruhige Minute in sich gehen und den vielen Leidtragenden und tausenden Opfern gedenken", wenn die Opfer Zivilisten im Irak oder Vietnam sind, die durch amerikanische Bomben umkamen.
      Dieser Umstand ist der ständige Wehmutstropfen der mitschwingt, wenn man der 2'800 9/11 Opfer gedenkt.
      (Info Vietnam: Offizielle Schätzung 2 bis 4 Millionen zivile Opfer.)
      14 2 Melden
    • Sanchez 11.09.2016 16:43
      Highlight Ja ja, der musste ja kommen..
      Im ersten und zweiten Weltkrieg sowie im Korea- und Jugoslawienkrieg waren die jedoch willkommen als Befreier hm?
      0 5 Melden
    • Sir Jonathan Ive 12.09.2016 09:13
      Highlight @Sanchez
      Ich bin kein Unterstützer der Verschwörungstheorien, aber Kriege die die USA startete (für Regime-Change etc.) mit Kriegen zu vergleichen, in die sie sehr spät erst eingriffen um ihren Verbündeten zu helfen ist nicht sinnvoll.
      1 1 Melden
    • Sanchez 12.09.2016 10:43
      Highlight Es ist aber genau so wenig sinnvoll einen Terrorsnschlag mit einem militärischen Krieg zu vergleichen oder?
      0 3 Melden
  • EvilBetty 11.09.2016 09:00
    Highlight Das war keine Flucht, sondern ist das genau das Protokoll das in solchen Situationen aktiviert wird. 🙄
    34 1 Melden
  • chilli37 11.09.2016 07:31
    Highlight


    8 5 Melden
  • zombie woof 11.09.2016 07:00
    Highlight Tschortsch Dabbelju hat ja selber nie genau gewusst, wo er ist und das während seiner gesamten Regierungszeit.
    46 10 Melden
  • Gelöschter Benutzer 11.09.2016 04:06
    Highlight Wie manche New Yorkerinnen mit manchen Dingen umgehen, sollte man ev. auch mal respektieren.
    2 23 Melden
  • Gelöschter Benutzer 11.09.2016 01:17
    Highlight Die USA sind alles andere als eine Vorzeige-Nation, finde ich. Aber in einem Punkt (nicht punkto Todesstrafe, denn da sind die USA so weit entfernt von der EU wie China), haben die USA etwas zugelassen, das ich sogar mal im Kino in der Schweiz sah, ohne Zensur:
    4 39 Melden
    • äti 11.09.2016 09:34
      Highlight Hair. Schon fast vergessen 👍
      7 3 Melden
  • tzhkuda7 11.09.2016 00:36
    Highlight 9/11 wurde entweder bewusst nicht verhindert um damit die Irakintervention zu rechtfertigen oder ein totales Versagen der Regierung. Warum sonst werden bis heute noch immer 29 Seiten des Berichts vor der Öffentlichkeit unter Verschluss gehalten. Löpfe wollte dazu leider keine Stellung nehmen. Seine Meinung wäre noch interessant dazu gewesen.
    75 47 Melden
    • Gelöschter Benutzer 11.09.2016 01:08
      Highlight Ach, Gottchen, wie simpel sich manche das ganze Leid zum 9/11 machen. Alles geht bei solchen Leuten verloren, jeder Schmerz, jede Traurigkeit.
      21 90 Melden
    • Datsyuk * 11.09.2016 01:24
      Highlight Ursula, nein. 9/11 ist nicht aufgeklärt.
      73 19 Melden
    • Gelöschter Benutzer 11.09.2016 01:50
      Highlight @tzhkuda7: Der erste Song handelt indirekt auch vom 9/11. Der zweite aber auch von unseren Nachbarn in Frankreich. Selbst Mani Matter holte Inspirationen dort für seine Lieder.
      (von Thomas Hellman, France, USA, Canada)
      1 51 Melden
    • Gelöschter Benutzer 11.09.2016 08:04
      Highlight Diese Theorie hinkt dahingehend, dass die Irakinvasion im Gegensatz zu Afghanistan nicht direkt mit 9/11 gerechtfertigt wurde. Saddam war alles andere als beliebt, es brauchte letztendlich ja nur den geringsten Anschein eines Beweises für die Präsenz von Massenvernichtungswaffen um eine Invasion zu rechtfertigen. 9/11 war ein Versagen der Regierung, weil bestimmte Geheimdienstinfos nicht ernstgenommen wurden (einige Attentäter standen auf Überwachungslisten aber nicht auf der No-Fly Liste), aber die Idee dass ein Staat einen solchen Angriff bewusst zulassen würde ist schlichtweg Firlefanz.
      32 16 Melden
    • Kian 11.09.2016 08:12
      Highlight Die besagten 28 Seiten wurden am 15. Juli veröffentlicht.
      39 3 Melden
    • ströfzgi 11.09.2016 08:36
      12 1 Melden
    • themachine 11.09.2016 09:04
      Highlight Schlussendlich kann niemand von uns mit Sicherheit sagen wer hinter den Anschlägen vom 11.September steckt. Wenn einer behauptet er wisse es, dann ist er einfach nur ein dummer Laferi. Nur wenn man sich die Fakten ansieht und was die Folgen des Anschlags waren wird man schon ein wenig kritisch gegenüber der offiziellen Theorie. Doch unsere Leitmedien beharren alle stur darauf. Leute wie Dr. Ganser die sich kritisch damit auseinandersetzen werden sofort als Verschwörungstheoretiker diffamiert. Ich finde es wichtig, dass man verschiedene Theorien zu 9/11 kennt und diese im Hinterkopf behält.
      31 6 Melden
    • Gringoooo 11.09.2016 09:12
      Highlight @kian und @ströfzgi

      Hat sie einer von euch gelesen? Sind die relevant? Ich kann sie leider noch nicht lesen.

      Vor allem: steht irgendwas über das WTC7 drin?
      10 1 Melden
    • KaiCer 11.09.2016 09:37
      Highlight Was erhofft ihr euch genau von 28 Seiten, nach 15 Jahren Bearbeitungszeit? Was erhofft ihr euch überhupt von einem von der Regierung, der man heftiges vorwirft, veröffentlichtem Dokument? o.O
      20 5 Melden
    • tzhkuda7 11.09.2016 10:29
      Highlight @Kian
      @Ströfzgi
      Vielen Dank, das wusste ich nicht. Es sind aber einige Stellen schwarz markiert und nicht lesbar....
      5 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 11.09.2016 10:44
      Highlight @zutre: Unabhängig davon wie 9/11 zustande kam: Das Ereignis trug enscheidend zu einer wohlwollenden Stimmung gegenüber der Kriegsführung in islamischen Länder bei.
      Somit kann man die Bedeutung von 9/11 keinesfalls auf Afghanistan reduzieren.
      9 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 11.09.2016 00:12
    Highlight Wahrscheinlich hatte er schon vor seiner Ernennung zum US-Präsidenten keine Übersicht über die Welt, was eigentlich normal ist. So eine Übersicht hat nicht mal "unser" Bundesrat, wenn er wie in diesem Jahr Verkäufe von Mowag-Panzern nach Saudi-Arabien mehrheitlich bewilligt. Und unter gütiger Mithilfe einer hin- und hergerissenen CVP-Bundesrätin, von der ich aber danach auch nichts mehr lesen oder hören mag zu "grüner" Wirtschaft. Und diesem neuen CVP-Präsidenten in Zug, der wohl Glencore näher steht als ev. Papst Franziskus in Rom.
    35 39 Melden
    • Mett-Koch 11.09.2016 03:03
      Highlight "So eine Übersicht hat nicht mal unser BR..."
      Du glaubst wohl auch, dass wir die beste Armee der Welt haben 😅
      32 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 11.09.2016 03:44
      Highlight Ich glaube gar nichts.
      4 24 Melden
  • Soli Dar 10.09.2016 23:16
    Highlight Bush ist kein Held sondern ein Mörder und Kriegsverbrechet. Über 1 Mio. Irakis zahlten mit ihrem Keven.
    86 23 Melden
    • Toerpe Zwerg 11.09.2016 00:33
      Highlight Aha. Die hat wer genau umgebracht?
      19 54 Melden
    • Gelöschter Benutzer 11.09.2016 00:45
      Highlight Keven? Autokorrektur? Meinst du Leben?
      29 20 Melden
    • Fabio74 11.09.2016 06:44
      Highlight Leider funktioniert die Welt nicht so. Aber &Co. gehören vor Gericht gestellt.
      16 6 Melden
    • äti 11.09.2016 09:43
      Highlight @fabio: "&Co. gehören vor Gericht gestellt". Diese Liste würde (weltweit) sehr, sehr lang. Und wenn man noch alle Mitschreier und Mitläufer beifügt - grauenhaft lang.
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  • Roaming212 10.09.2016 22:36
    Highlight Exklusive Aufnahmen der Tätigkeiten von George W. Bush während 9/11
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