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Er wusste seit Wochen Bescheid: Jetzt fliegt Trump die Russen-Connection um die Ohren



Die Affäre um den zurückgetretenen Sicherheitsberater Michael Flynn hält das Weisse Haus in Atem. US-Präsident Donald Trump wusste nach Angaben seines Sprechers seit Wochen, dass Flynn wegen umstrittener Kontakte zu Russland nicht die Wahrheit gesagt hatte.

FILE PHOTO: U.S. Army Lieutenant General Michael Flynn looks at U.S. President-elect Donald Trump as he talks with the media at Mar-a-Lago estate where Trump attends meetings, in Palm Beach, Florida, U.S., December 21, 2016. REUTERS/Carlos Barria/File Photo

Sicherheitsberater Michael Flynn im Rücken des US-Präsidenten Donald Trump. Bild: CARLOS BARRIA/REUTERS

Trump war nach Darstellung seines Sprechers Sean Spicer seit mehr als zwei Wochen darüber informiert, dass der Ex-General noch zu Zeiten der Regierung von Präsident Barack Obama mit Russlands Botschafter in Washington über US-Sanktionen gegen Moskau gesprochen hatte.

Trump habe dies rechtlich untersuchen lassen. Das Weisse Haus habe den Vorgang aber nicht als rechtliches Problem bewertet, Trump werte ihn als eine Frage des Vertrauens.

Man habe den Vorgang über Wochen täglich untersucht und bewertet, sagte Spicer am Dienstag. Trumps Vertrauen in Flynn sei zunehmend geschwunden.

Wer wusste wann was? Starke Timeline zu Trumps «Russia Connections»

Irgendwann sei der Präsident zu dem Schluss gelangt, dass sich etwas ändern müsse und er habe Flynn um dessen Rücktritt gebeten. Der Präsident sei sehr betroffen gewesen, dass Vizepräsident Mike Pence in die Irre geführt worden sei.

Verhandlungsverbot

Flynn hatte Ende Dezember, noch ehe er ein offizielles Amt innehatte, mit Russlands Botschafter Sergej Kisljak telefoniert - ungefähr zu der Zeit, als Obama neue Sanktionen gegen Russland verhängte. Amerikanischen Bürgern ist es verboten, ohne Legitimation mit anderen Staaten zu verhandeln.

Der mächtige Sprecher des Abgeordnetenhauses, Paul Ryan, sagte am Dienstag vor Medien, Trump habe recht gehabt, Flynn zum Rücktritt zu bewegen.

FILE - In this Feb. 2, 2017 file photo, House Speaker Paul Ryan of Wis. speaks during a news conference on Capitol Hill in Washington. Republicans love cutting taxes, especially if they were authored by a president named Barack Obama. But as they push their wobbly effort to erase his health care overhaul, they’re divided over whether to repeal the levies the law imposed to pay for its expanded coverage for millions of Americans. (AP Photo/J. Scott Applewhite, File)

Paul Ryan, Sprecher des Abgeordnetenhauses. Bild: J. Scott Applewhite/AP/KEYSTONE

In Moskau bewerteten Politiker den Rücktritt als schlechtes Zeichen für die Zukunft der amerikanisch-russischen Beziehungen.

«Von den Falken in Washington wird die Bereitschaft zum Dialog mit den Russen als Gedankenverbrechen gesehen», schrieb der Vorsitzende im Aussenausschuss des Föderationsrates, Konstantin Kossatschow, auf Facebook.

Bericht über weitere Kontakte

Laut einem Bericht der «New York Times» hatten führende Mitarbeiter von Trumps Wahlkampfteams Kontakte zu ranghohen russischen Geheimdienstmitarbeitern.

Das belegen abgefangene Telefonate und Mitschnitte von Telefongesprächen, wie die Zeitung am Dienstag unter Berufung auf «vier derzeitige und frühere amerikanische Behördenvertreter» berichtete.

Das wiederum dementiert Trump-Sprecher Sean Spicer heute:

Zweck und Inhalte der Gespräche wurden nicht bekannt. Namentlich wurde nur Trump-Mitarbeiter Paul Manafort genannt. Die Anrufe seien von US-Justizbehörden und US-Geheimdiensten abgefangen worden.

Beweise für eine mögliche Zusammenarbeit mit der russischen Seite gebe es aber den Informanten zufolge bislang nicht.

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Was glaubst du, Stand jetzt: Wird Trumps Präsidentschaft an seinen Kontakten zu Russland zerfallen?

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  • 15%Ja, das wird der Stolperstein sein.
  • 24%Nein, da kommt er wieder raus.
  • 61%Nein, denn Trumps Präsidentschaft wird an ganz anderen Dingen scheitern

Der Lobbyist und Politikberater Manafort war für mehrere Monate Chef von Trumps Wahlkampfteam. Manafort, der enge berufliche Kontakte nach Russland und in die Ukraine pflegt, nannte den Bericht «absurd».

Paul Manafort of Republican presidential nominee Donald Trump's staff listens during a round table discussion on security at Trump Tower in the Manhattan borough of New York, U.S., August 17, 2016. Picture taken August 17, 2016.  REUTERS/Carlo Allegri

Paul Manafort, zurückgetretener Chefstratege von Trump. Bild: CARLO ALLEGRI/REUTERS

Weiteres Ungemach

Am Donnerstag bereits droht Trump neues Ungemach. Mindestens sechs republikanische Senatoren drohen, seinen umstrittenen Kandidaten für den Posten des Arbeitsministers, Andrew Puzder, nicht mitzutragen.

Sollte Puzder im Senat scheitern, wäre das erst der dritte Ministervorschlag nach dem Zweiten Weltkrieg und erst der zehnte in der US-Geschichte, der von dem Gremium nicht akzeptiert wird. (sda/reu/dpa/afp)

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29Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Maett 15.02.2017 11:34
    Highlight Highlight Man hat das Gefühl, dass wir auf einen Krieg gegen Russland vorbereitet werden sollen.

    Russland spioniert, Russland bricht Verträge, Russland annektiert, Russland drangsaliert, Russland böse.

    Und in Russland klingt's umgekehrt sehr ähnlich.

    Und Recht haben beide, leider werden hier plausible Motive aber nur sehr einseitig beleuchtet. Hätte man damals bloss nicht an der Eskalationsschraube zu drehen begonnen.

    Denn was ist der Zweck? Will man Rohstoffe? Braucht man einen Krieg weil die Wirtschaft lahmt? Will man mit einem Atomkrieg der Überbevölkerung Herr werden?
    • New Ling 15.02.2017 12:19
      Highlight Highlight Dieser Eindruck entsteht auch bei mir seit längerem nach und nach ... schlimm, dass offenbar niemand diesen Aspekt beleuchten will ... oder wir sind schon so abgehoben, dass wir uns das gar nicht mehr vorstellen können ...
  • Menel 15.02.2017 09:56
    Highlight Highlight Übrigens, interessanter Fakt zu Trumps Lieblings-Infoquelle:

    http://www.businessinsider.com/study-watching-fox-news-makes-you-less-informed-than-watching-no-news-at-all-2012-5

    ...erklärt aber einiges ;) ...ein Alex Jones zum Nachtisch hilft übrigens auch nicht...
    • Wolkensprung 15.02.2017 10:38
      Highlight Highlight Danke für den Artikel 😊
      Wir kennen zwar die Fragen nicht, besorgniserregend ist aber IMHO trotzdem, wie wenig die Amis über das Geschehen informiert sind. Wie war das nur schon mit der (Nicht-) Information in Orwells 1984? Die sind ja schon viiiieeel weiter... 😱
  • Benjmi 15.02.2017 09:44
    Highlight Highlight In dieser Hinsicht ist Betsy DeVos vorbildlich. Sie hatte vor ihrem Amt noch keinen Kontakt zu einer öffentlichen Schule.
    • R&B 15.02.2017 10:36
      Highlight Highlight @Benjmi: 😂😂😂
    • Wolkensprung 15.02.2017 10:39
      Highlight Highlight Ymmd... 😈
  • x4253 15.02.2017 09:43
    Highlight Highlight Innenpolitisch ist das eine Blamage. Was zu wenig zur Sprache kommt ist allerdings, dass es von Aussen (und auch aus Russlands Sicht) so aussieht, als seien US Regierung und Geheimdienste schwach. Man stelle sich vor, der CBP und FSB melden dem Kreml, dass die USA versuchen zu manipulieren, und der höchste Sicherheitsberater mit den USA taktiert. Würde Putin sich vor die Medien stellen, öffentlich die Geheimdienste diffamieren und behaupten man wäre best Buddies mit den USA?

    Was hier passiert ist zeigt, dass Trump politisch absolut 0 Erfahrung hat. Er wurde vorgeführt wie ein Tanzbär.
    • Wolkensprung 15.02.2017 10:42
      Highlight Highlight Wie sagte Rohani so schön: Trump ist halt noch Anfänger... 🤑
      Und so was hat den Code zu den Atomwaffen, das ist schon bedenklich.
  • Chrigi-B 15.02.2017 09:21
    Highlight Highlight Jetzt geht es los 👌 War schon erstaunt über die vielen Leaks aus dem WH. Watergate 2.0 im Anmarsch, einfach nur herrlich.😎
  • HabbyHab 15.02.2017 09:11
    Highlight Highlight Und Yates wurde dafür entlassen, die Regierung vor genau sowas gewarnt zu haben....
  • Töfflifahrer 15.02.2017 09:01
    Highlight Highlight Halt! In Trumps Team gibt es keine Unwahrheiten oder Lügen. Das sind alles nur "Fake News".
    Man, was ist das dort nur für eine Truppe?
  • Mr. Raclette 15.02.2017 08:50
    Highlight Highlight Trump isi ja die gleiche Lügenmaschine!
  • Therealmonti 15.02.2017 08:41
    Highlight Highlight Das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Da kommt noch viiiel mehr. Es wird immer klarer, dass sich die Amis mit der Wahl dieses Irren ein riesiges Ei gelegt haben.
  • blaubar 15.02.2017 08:31
    Highlight Highlight Also, dieser Trump aber auch, eh eh. Das ist mir aber einer...
  • lilie 15.02.2017 08:02
    Highlight Highlight Wozu halten die überhaupt noch Pressekonferenzen ab? Da könnten die Journalisten doch geradeso gut ein Picknick im Park veranstalten und ein wenig mit den Büschen plaudern, da käme etwa gleich viel raus.

    Ach so, natürlich, die Comedians brauchen ja auch Futter. Na, die kriegen ihre tägliche Dosis an Nonsense, da brauchen sie sich nicht mal mehr gross was aus den Fingern saugen, das ist eigentlich alles schon Comedy Gold.

    Ich jedenfalls werde in Zukunft John Oliver gucken, wenn ich hören will, was Sache ist.

    (Und watson lesen, nur keine Angst, gäll 😊).
    • Therealmonti 15.02.2017 08:38
      Highlight Highlight Bill Daher kann ich Dir auch noch ans Herz legen, lilie.
    • Therealmonti 15.02.2017 09:34
      Highlight Highlight Tschuldigung, Druckfehler, resp. Selbstkorrekturprogramm: Bill Maher heisst der Typ. Sein Programm Real Time with Bill Daher auf HBO.
    • Dominik I. 15.02.2017 09:50
      Highlight Highlight Trevor Noah, Stephen Colbert, Sam Bee und Seth Myers nicht vergessen ;-)
    Weitere Antworten anzeigen
  • batschki 15.02.2017 07:58
    Highlight Highlight "Man habe den Vorgang täglich untersucht und bewertet": soll das jetzt ein vertrauensbildendes Statement sein???
    Be-Wert-en. Mir scheint, dass die ganze Kooperation mit Russland ein von Anfang an geplantes neues Geschäftsmodell hätte werden sollen.
    Nix gewesen. Jetzt rasselt Moskau mit Kriegsspielzeugen. Immerhin ist unterdessen auch mir klar geworden, dass die Sanktionen wirken.
  • Keine grösseren Probleme...? 15.02.2017 07:55
    Highlight Highlight .....wenn das in den Staaten so weitergeht, frage ich mich, "wann" die ersten Amerika-Flüchtling in Kloten landen....
  • Luis Cypher 15.02.2017 06:53
    Highlight Highlight Für mich passt das alles zusammen: Wer sich so stümperhaft und beratungsresistent verhält kann unmöglich ein Milliardenvermögen erwirtschaftet haben. Er hat halt eben alles geerbt und hat heute weniger als er eigentlich geerbt hat. Kein Wunder will er seine Steuer-Histoty nicht preisgeben. Inkompetent, Egozentrisch, Soziopath. Denkbar schlechte Voraussetzungen für Erfolg - wenn man nicht mehr im Schosse der eigenen Firma mit Ja-Sagenden Speichelleckern umgeben ist, die nur auf Geld aus sind. Eigentlich ein grossartiges Theater - wenn es nicht um die einstige Grossmacht USA ginge.
    • Energize 15.02.2017 07:42
      Highlight Highlight Das Problem ist nur, dass die USA weiterhin die Grossmacht sind. Militärisch unbestreitbar und wirtschaftlich noch relativ deutlich.
    • Wolfsangel 15.02.2017 08:04
      Highlight Highlight Immer nice die salzigen Hasskommentare zu lesen - left tears
    • Olaf! 15.02.2017 10:11
      Highlight Highlight Dilo bitte begib dich nicht auf Ami Diskussionsniveau, Politik ist kein Fussballmatch.
  • URSS 15.02.2017 06:42
    Highlight Highlight Tricky Dicky...
  • pamayer 15.02.2017 06:35
    Highlight Highlight #alternativefacts

Linksautonome Schweizer marschierten an «Gilets-jaunes»-Protesten mit

Unter die «gilets jaunes» in Paris mischten sich am Samstag auch Mitglieder der linksradikalen «Revolutionären Jugend». Sie wollten Solidarität bekunden, «Erfahrungen in Strassenkämpfen» sammeln und «untersuchen, inwiefern sich Rechtsextreme an den Protesten beteiligen.»

Proteste der «Gelbwesten» mit Krawallen und Ausschreitungen haben Frankreich an diesem Wochenende erneut in Atem gehalten. Unter die Demonstranten mischten sich anscheinend auch Schweizer Linksautonome.

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