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epa05584996 US Navy crew members signal an F/A-18 Super Hornet fighter on take off from the deck of USS Aircraft Carrier  Ronald Reagan off the coast of South Korea, 14 October 2016. The United States has sent the nuclear-powered USS Ronald Reagan aircraft carrier to the sea off South Korea for joint naval drills amid the tension surrounding the North's nuclear weapons program.  EPA/SONG KYUNG-SEOK / POOL

Der Angriff ereignete sich in der Provinz Kunduz, mindestens 30 Zivilisten starben. Bild: EPA/GETTY IMAGES POOL

Dutzende Zivilisten sterben bei Nato-Luftangriff in Afghanistan

Die Nato hat in der nordafghanischen Provinz Kunduz nach eigenen Angaben Stellungen der Taliban bombardiert. Dabei kamen mindestens 30 Zivilisten ums Leben.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Bei einem Luftangriff auf die Taliban in der nordafghanischen Provinz Kunduz sind nach offiziellen Angaben auch 30 Zivilisten getötet worden. Unter den Opfern seien Kinder und Frauen, teilte ein Sprecher des Gouverneurspalastes mit. 26 Menschen seien verwundet worden. In sozialen Medien kursierten Bilder toter Kinder.

Ein Sprecher der Nato-Mission «Resolute Support» (RS) bestätigte, dass in der Region Luftangriffe geflogen worden seien. Die Angriffe seien erfolgt, um afghanische Streitkräfte am Boden zu schützen, die bei einem Einsatz unter Feuer geraten seien. «Wir nehmen alle Beschuldigungen zu zivilen Opfern sehr ernst», hiess es weiter. Da dies eine afghanische Operation gewesen sei, werde die Nato mit ihrem Partner gemeinsam den Vorfall untersuchen.

«Auf Konto der Taliban»

Ein Sprecher des afghanischen Verteidigungsministeriums sagte, dass auch afghanische Hubschrauber an dem Lufteinsatz beteiligt gewesen seien - «aber nur für den Nachschub und den Transport von Truppen». Das Schiessen habe die Nato übernommen, alle zivilen Opfer gingen aber sicherlich auf das Konto der Taliban. Die Islamisten hätten sich in Häusern von Zivilisten versteckt.

Nach offiziellen Angaben wurden bei dem Einsatz auch mindestens 14 Talibankämpfer getötet. Die Zahlen gehen aber auseinander. Übereinstimmenden Berichten zufolge starb auch der Operationsleiter der Taliban für Kunduz, Mullah Taki.

An Army carry team moves a transfer case containing the remains of Army Sgt. Douglas Riney, 26, of Fairview, Ill., past Army Secretary Army Eric Fanning, center, and Army Chief of Staff Gen. Mark Milley, right, Friday, Oct. 21, 2016. at Dover Air Force Base, Del. According to the Defense Department, Riney died Oct. 19 in Kabul, Afghanistan, of wounds received from encountering hostile enemy forces while supporting Operation Freedom's Sentinel. (AP Photo/Cliff Owen)

Beim folgenreichen Einsatz starben auch zwei US-Soldaten. (Archivbild) Bild: AP/FR170079 AP

In der Nacht waren in Kunduz auch zwei US-Soldaten getötet sowie zwei weitere verletzt worden. In einer Nato-Stellungnahme vom Morgen hiess es, die Männer seien Teil der RS-Mission gewesen, die afghanische Streitkräfte ausbildet. Laut dem Sender Tolo TV starben auch zwei afghanische Spezialkräfte.

Bereits rund 700 Nato-Luftangriffe in diesem Jahr

Nato-Luftangriffe werden üblicherweise von den US-Streitkräften durchgeführt. Die USA haben in Afghanistan in diesem Jahr etwa 700 Luftangriffe auf Stellungen der Taliban sowie der Terrormiliz «Islamischer Staat» geflogen.

Erst Ende September waren bei einem US-Drohnenangriff in der Ostprovinz Nangarhar mindestens 15 Zivilisten ums Leben gekommen. Im Juni starben bei einem Luftangriff auf ein Talibangefängnis in Kunduz mindestens sieben Zivilisten. Vor etwas mehr als einem Jahr hatte ein US-Helikopter eine Klinik der Organisation Ärzte ohne Grenzen für eine Talibanstellung gehalten und fast eine Stunde lang beschossen. Mehr als 40 Menschen starben, darunter Ärzte und Patienten.

brk/dpa

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    Alle Leser-Kommentare
  • kiawase 03.11.2016 20:48
    Highlight Highlight eines muss man der NATO und den amis lassen; sie finden immmer treffende Bezeichnungen für ihre Aktionen ... von resolut kann man da allemal sprechen .... und im globalen ranking bez. der zivilen collateral Opfer dürften sie wohl immer noch locker obenaus schwingen ... bei dem 'verteidigungsbudget' ....
    24 6 Melden
    • Snus116 03.11.2016 23:00
      Highlight Highlight Im Gegensatz zu Russland, stehen sie dazu.
      9 27 Melden
    • Rom78 04.11.2016 04:43
      Highlight Highlight Snus116: Das selektive zugeben von solchen Fällen gehört zur Propaganda. Das stärkt die Heimatfront. Die Russen machen das auch, die Natopropaganda bringt das natürlich nicht, wäre ja kontraproduktiv.
      Ob Russland oder Nato, es geht immer ums gleiche. Eigene Seite als Gut darstellen, die anderen als Böse. Zweifler in den eigenen Reihen diffamieren.
      6 2 Melden
    • kiawase 04.11.2016 04:54
      Highlight Highlight das macht es auch nicht besser ....
      2 0 Melden
  • sheimers 03.11.2016 20:22
    Highlight Highlight Schuld am Tod von Zivilisten ist in erster Linie der Soldat, der abdrückt, da gibt es keine Ausrede.
    14 23 Melden
    • Rom78 04.11.2016 04:19
      Highlight Highlight Die Nato tötet auch für den Frieden das ist eine gute Sache. Da gibt's auch mal etwas Kollateralschaden.
      Das darf man nicht zu streng sehen
      2 8 Melden
    • kiawase 04.11.2016 04:54
      Highlight Highlight selber mal im militär gewesen ..... ?
      2 3 Melden
    • Prof. Dr. Dr. D. Trump 04.11.2016 09:54
      Highlight Highlight Die Schuld für diese zivilen Blutopfer liegt einzig und allein bei den Taliban, die sich aus Feigheit im Kampf hinter wehrlosen Frauen und Kindern verstecken, statt deren Flucht wenigstens zuzulassen, oder wie es ehrenwert wäre, sie zu evakuieren.

      Bei einem derart ehrlosen, niederträchtigen Feind muss man solche Opfer hinnehmen, um noch viel schlimmeres Leid zu verhindern.

      Zudem kämpfen die Taliban wider die Genfer Konvention nicht in Uniformen. Jeder gefallene Taliban sieht aus wie ein Zivilist und wird hinterher als ziviles Opfer bezeichnet. Da trifft den Soldaten keine Schuld.
      2 8 Melden
  • Lowend 03.11.2016 19:39
    Highlight Highlight Wo sind jetzt hier eigentlich die viel zitierten Ami-Fans, die Obama oder die NATO in Schutz nehmen, so wie es bei jedem Bericht über die Russen passiert?
    Wenn dass ein russischer Angriff in Aleppo gewesen wäre, gäbe es hier sicher schon 30 oder mehr pro russische Kommentare, die die amerikanische Politik für alle Übel dieser Welt beschuldigen würden, um vom eigentlich russischen Angriff abzulenken.
    Warten wir mal ab, vielleicht kommen ja noch solche pro amerikanische Trolle?
    21 30 Melden
    • Christian Gerber 03.11.2016 20:24
      Highlight Highlight Egal, ob die Opfer von Russland oder der NATO stammen - es ist schrecklich. Es gibt aber einen wichtigen Unterschied: haben Sie schon mal von Putin gehört, dass der sich dafür entschuldigt oder zumindest eine Untersuchung zulässt? Nein, da wird immer abgestritten oder alles auf die Lügenpresse abgeschoben. Pfui!
      18 11 Melden
    • Lowend 03.11.2016 20:56
      Highlight Highlight Dass sage ich ja, die Amis lassen wenigstens eine unabhängige Untersuchung zu, was die Russen noch nie gemacht haben.
      Dass bringt zwar kein einziges Menschenleben zurück, aber wenigstens versuchen sie, nicht alles abzustreiten und die Opfer noch zu Täter zu machen, was bei der russischen Kriegspropaganda leider dauernd passiert.
      8 22 Melden
    • Maett 03.11.2016 21:03
      Highlight Highlight @Christian Gerber: "Es gibt aber einen wichtigen Unterschied: haben Sie schon mal von Putin gehört, dass der sich dafür entschuldigt oder zumindest eine Untersuchung zulässt?" - haben Sie's schon mal von Obama gehört? Nein. Von Putin? Nein. Die beiden sind Präsidenten, keine Generäle.

      Haben Sie schon mal von amerikanischen Funktionären Entschuldigungen gehört? Ja. Von russischen Funktionären? Ja.

      http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-russland-bestreitet-jede-verantwortung-an-angriff-auf-schule-a-1118592.html
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