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U.S. Republican presidential candidate Donald Trump speaks during a news conference at Trump Tower in the Manhattan borough of New York, U.S., May 31, 2016. REUTERS/Carlo Allegri

Donald Trump.
Bild: CARLO ALLEGRI/REUTERS

Betrugsvorwürfe: Trump zweifelt Neutralität muslimischer Richter an

Ein Richter mit mexikanischen Wurzeln urteilt voreingenommen, behauptete Trump kürzlich – und brachte damit Demokraten wie Republikaner gegen sich auf. Nun legt er nach.

06.06.16, 00:59 06.06.16, 07:27


Ein Artikel von

Donald Trump zieht in Zweifel, dass ein muslimischer Richter ihm gegenüber unvoreingenommen sein könnte. Das berichtet die New York Times. Mit dieser Aussage verschärft der Präsidentschaftskandidat eine Diskussion, die er bereits Ende Mai losgetreten hatte.

Während einer Wahlveranstaltung im kalifornischen San Diego beschuldigte Trump am 28. Mai einen Richter mexikanischer Abstammung, ihm gegenüber voreingenommen zu sein. «Über mich soll ein Richter urteilen, der ein Trump-Hasser ist. Sein Name ist Gonzalo Curiel. Und er tut nicht das Richtige», wird Trump auf der Homepage von CBS News zitiert. Curiel soll als Vorsitzender Richter über eine Klage gegen Trumps umstrittene Universität entscheiden.

An der Trump University soll der Präsidentschaftskandidat von 2005 bis 2011 Seminare zum Erfolg im Immobiliengeschäft angeboten und dabei mehr als 5000 Kursteilnehmer um insgesamt 40 Millionen Dollar betrogen haben. Das höchste Gericht im Bundesstaat New York soll entscheiden, ob dem Milliardär deshalb der Prozess gemacht wird. Ausserdem haben enttäuschte Seminarbesucher eine Sammelklage beim Bundesbezirksgericht in San Diego eingereicht.

Kritik aus den eigenen Reihen

Dass für die Sammelklage ausgerechnet Richter Curiel, ein US-Amerikaner mit mexikanischen Wurzeln, verantwortlich sein soll, passt Trump nicht. Curiel sei «grausam» zu ihm, was daran liegen könne, dass er als «Mexikaner» nicht gut auf Trumps Grenzpolitik zu sprechen sei, wird Trump weiter von CBS News zitiert.

Nachdem Trump seinem Ärger Ende Mai in San Diego öffentlich Luft gemacht hatte, kritisierten mehrere Demokraten ihn für seine Äusserungen. Und auch in den Reihen der Republikaner sorgte der Auftritt für Empörung.

Paul Ryan, der Sprecher des Repräsentantenhauses und ranghöchster Republikaner, stimme Trumps Aussagen zu diesem Thema absolut nicht zu. Rivalin Hillary Clinton stand Richter Curiel gegen Trumps Angriffe öffentlich zur Seite. «Richter Curiel und seine Familie verkörpern den amerikanischen Traum», sagte Lorella Praeli, eine führende Persönlichkeit in Clintons Wahlkampfkomitee, auf einer Veranstaltung am Freitag.

House Speaker Paul Ryan of Wis. meets with reporters on Capitol Hill in Washington, Thursday, May 26, 2016, as the Congress prepares to leave for the week-long Memorial Day recess. Ryan is still holding out on endorsing GOP presidential candidate Donald Trump. He shot down rumors that an endorsement was imminent.

Paul Ryan: Kritik an Trumps Aussagen. Bild: J. Scott Applewhite/AP/KEYSTONE

Trump legt nach

Nun äussert sich Trump erneut über Richter Curiel. In einem Interview mit CBS-Journalist John Dickerson, das am Sonntag ausgestrahlt wird, verteidigt er seine Aussagen. Curiel sei «ein Mitglied eines Klubs, der sehr stark pro-mexikanisch eingestellt ist», heisst es laut «New York Times» in dem Gespräch. Der Richter sei «voreingenommen», da Trump den Plan verfolge, eine Mauer an der mexikanischen Grenze zu errichten.

Auf die Frage, ob ein muslimischer Richter ähnlich voreingenommen urteilen würde, antwortet der Milliardär: «Ja, das wäre wahrscheinlich. Absolut.» – Eine Aussage, mit der er die Diskussion erneut befeuern dürfte.

asc

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17
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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Asmodeus 06.06.2016 09:57
    Highlight Gut "Missachtung des Gerichts" kann man bereits mit auf die Strafenliste nehmen.
    3 2 Melden
  • AirChicken 06.06.2016 09:48
    Highlight Wie sieht Trump seine ideale Welt eigentlich? Alle höheren oder besseren Stellen sind von weissen, christlichen Männern besetzt, die zwar rassistisch gegenüber allen anderen ethnischen Gruppierungen sind, die weisse Oberschicht jedoch mit dem grössten Respekt behandelt?
    9 1 Melden
  • Yottaemmentaler 06.06.2016 08:28
    Highlight Trump: wie sich Satire und Realität bald finden:

    http://m.imdb.com/title/tt0387808/

    1 1 Melden
    • Anaalvik 06.06.2016 09:45
      Highlight Wie jetzt? Ist Trump der letzte Intelligente und wir alle dumm wie Bohnenstroh? Denn das ist der Plot des Films: der Protagonist, der letzte noch nicht verblödete Mensch, wird zum Anführer der komplett verblödeten Menschheit.
      0 2 Melden
    • Asmodeus 06.06.2016 09:58
      Highlight @Anaalvik
      Und wie glaubst Du ist die Menschheit (naja die USA) dorthin gekommen?

      Trump ;)
      0 2 Melden
    • Anaalvik 06.06.2016 10:08
      Highlight @Asmodeus: Dann ist es ja gut, dass Trump, der letzte intelligente Gringo die Gringos anführt. Nicht auszudenken, wenn einer derer Dummköpfe regieren würde.
      0 2 Melden
  • Anaalvik 06.06.2016 08:08
    Highlight Genialer Schachzug von Trump. Denn er bricht damit gleich zwei Tabus. Darum der Aufschrei in den Medien (Nie vergessen: jeder Journalist ist ein ferngesteuerter Lohnschreiber. Wenn sein Meister "Gib Laut!" ruft, dann gibt er auch Laut, sogar in der gewünschten Tonart). Erstens bricht Trump das Tabu, als Politiker keine persönlichen Interessen öffentlich zu vertreten und zweitens, und das ist was besonders elektrisiert, er bezichtigt einen Vertreter einer Minderheit der Befangenheit, weil der Minderheit zugehörig. Im Korsett der "polit. Korrektheit" kann es das nicht geben. Gibt es aber doch.
    16 3 Melden
  • pamayer 06.06.2016 07:22
    Highlight Moral der geschicht:
    Über Trump darf - wenn je - nur ein tea party busenfreund urteilen.
    Und über den Rest der welt gleich auch, weil die's so gut machen.
    26 1 Melden
    • Anaalvik 06.06.2016 10:37
      Highlight In den USA wurde letzthin ein Gerichtsurteil von der höheren Instanz für ungültig erklärt. Alle Jurymitglieder seien befangen gewesen, weil alle Jurymitglieder weiss waren, der Verurteilte aber schwarz. Es gibt in den USA offensichtlich eine Diskussion darüber, ob ethnische Merkmale die Befangenheit eines Richters zu begründen vermögen, was eigentlich rassistisch ist. Trump hat in dieser Diskussion den Spiess umgedreht und sagt: in meinem Fall habe ich auch einen Richter einer mir fremden Ethnie, also bin ich auch benachteiligt. Er drückt damit auf einen wunden Punkt, zu Recht.
      4 2 Melden
  • rodolofo 06.06.2016 07:16
    Highlight Gäbe es diesen Preis von Radio DRS3 noch ("so schlecht, dass es schon beinahe wieder gut ist!"), dann wäre Trump der aussichtsreichste Kandidat!
    Tatsächlich können wir aus der Ferne staunend und baff zusehen, wie dieser Berserker die altehrwürdige, so mächtig geglaubte Republikanische Partei von innen heraus zerstört, indem er genau das macht, was diese zwar verbal propagiert hat, aber doch ums Himmels Willen nie wirklich durchzuführen gedachte!
    Doch jetzt ist der (neoliberale) Geist aus der Flasche (Partei) entwichen und tobt unkontrollierbar und wild herum, wie ein Elephant im Porzellanladen
    20 4 Melden
    • Asmodeus 06.06.2016 09:59
      Highlight Alt? Ja
      Ehrwürdig waren die Republikaner seit den 70ern nicht mehr
      2 1 Melden
  • walsi 06.06.2016 05:48
    Highlight Ein weiterer, cleverer Schachzug von Trump. Ihm gehören auch in der nächsten Zeit die Schlagzeilen aller Newsportale und er zahlt keinen einzigen Cent für diese Werbung. Viele Wähler aber durchschauen diese gekünstelte Empörtheit der Medien und seiner Gegner. Was er ausgesprochen hat entspricht nur der Realität. Ein Richter ist auch ein Mensch und wird beim Fällen eines Urteils immer durch seine Art der Sozialisierung und Religion beeinflusst. Das ist den Politikern auch bewusst, wie die aktuelle Ersatzwahl für das oberste Gericht in den USA zeigt.
    14 18 Melden
  • tomdance 06.06.2016 05:30
    Highlight Ist Trump eigentlich SVP-Mitglied? *duckundweg*
    30 11 Melden
    • pamayer 06.06.2016 07:20
      Highlight Ne. Sie hatten seinen Antrag abgelehnt. Zu dumm.
      9 6 Melden
    • Spi 06.06.2016 09:58
      Highlight Wie ist dann Glarner rein gekommen?
      2 1 Melden
    • Asmodeus 06.06.2016 10:01
      Highlight Also ich sehe keine grossen Unterschiede zwischen Trump und einem Blocher, Freisynger oder Köppels.

      Ausser mehr Kohle und einem Politsystem in dem es funktioniert der Affe zu sein der am lautesten brüllt.
      2 3 Melden

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