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U.S. Democratic presidential candidate Hillary Clinton smiles during a campaign stop at a community center in Compton, California, United States June 6, 2016.   REUTERS/Mike Blake

Hat nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AP bereits genug Stimmen: Hillary Clinton. Bild: MIKE BLAKE/REUTERS

AP meldet: «Clinton ist durch» – Clinton antwortet: «Danke, aber morgen sind noch Wahlen»

Hillary Clinton hat nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP genug Stimmen für die Nomination als demokratische Kandidatin für die US-Präsidentschaftswahlen. Ausschlaggebend sind die «Superdelegierten». Ihr Konkurrent Bernie Sanders kritisiert aber die Zählung.



Die Ex-Aussenministerin habe die nötige Schwelle von 2383 Stimmen für die Nomination am Parteitag erreicht, meldete die Nachrichtenagentur AP am Montagabend. Entscheidend sei dabei das Votum der sogenannten Superdelegierten. Das sind 714 hochrangige Parteivertreter, die sich frei für einen Kandidaten entscheiden dürfen, ihre Meinung aber jederzeit ändern können. AP führt eine Liste, welche Superdelegierte sich für welchen Kandidaten ausgesprochen haben.

Nach der AP-Zählung hat Clinton in den Vorwahlen 1812 gebundene Delegiertenstimmen gewonnen. Zusätzlich versprachen ihr 571 Superdelegierte, im Juli für sie zu stimmen. Zuletzt habe sich unter anderem die Vorsitzende der Demokraten im Bundesstaat Alabama, Nancy Worley, für Clinton ausgesprochen.

Hillary Clinton nimmt die Berechnungen von AP zur Kenntnis, will aber noch nichts von einer definitiven Entscheidung wissen.

Sanders will Superdelegierte umstimmen

Allerdings zeigte sich Clintons verbliebener Rivale im Vorwahlkampf, Bernie Sanders, in einer ersten Reaktion unbeeindruckt. Es sei falsch von den Medien, die Superdelegierten mitzuzählen, erklärte der Senator aus Vermont. Er werde bis zum Parteitag daran arbeiten, diese umzustimmen.

Tatsächlich gilt erst die abgegebene Stimme der Superdelegierten. Allerdings ist AP zufolge kein einziger von ihnen in den vergangenen Monaten von Clinton zu Sanders umgeschwenkt. Sanders kommt nach der Zählung auf 1521 Delegierte und 48 Superdelegierte.

Noch nicht aufgegeben: Bernie Sanders fordert seine Leute auf, morgen an die Urne zu gehen.

Alle Augen auf Kalifornien

Aufgrund von Umfragen wird erwartet, dass Clinton bei den Vorwahlen vom Dienstag ihren Vorsprung weiter ausbauen wird. Bei dieser letzten grossen Runde an Vorwahlen wird unter anderem in den Bundesstaaten Kalifornien und New Jersey entschieden.

Seit Wochen liegt dabei das Augenmerk der Medien auf Kalifornien. Im Staat mit fast 40 Millionen Einwohnern hat Sanders jüngsten Umfragen zufolge Clintons früheren Vorsprung komplett aufgeholt hat.

Die Stimmung unter den Demokraten in Kalifornien ist elektrisiert: Den Behörden zufolge haben sich 18 Millionen Menschen als Wähler registrieren lassen, ein Rekord. Allein in den vergangenen sechs Wochen seien 650'000 dazugekommen – drei Viertel davon Demokraten.

Hypothek für Wahl im November

Obwohl ihr die Nomination nicht mehr zu nehmen ist, droht Clinton noch Ungemach: Eine Niederlage in Kalifornien gegen Sanders, egal wie knapp, würde ihrem republikanischen Gegner Donald Trump eine Steilvorlage liefern, um sie als schwache Kandidatin darzustellen, die nicht einmal ihre eigene Partei begeistern kann.

FILE - In this Sunday, May 29, 2016, file photo, Republican presidential candidate Donald Trump speaks to supporters and bikers at a Rolling Thunder rally at the National Mall. Trump said he made

Hofft auf eine Niederlage Hillary Clintons in Kalifornien: Donald Trump. Bild: Manuel Balce Ceneta/AP/KEYSTONE

Clinton kann es sich andererseits nicht leisten, Sanders' Anhänger zu verärgern, denn sie wird deren Stimmen bei der Wahl im November benötigen.

Neben Kalifornien und New Jersey finden am Dienstag noch Abstimmungen in Montana, North- und South Dakota sowie New Mexico statt. Die letzten Vorwahlen werden am 14. Juni abgehalten.

Nach ihrer formellen Ernennung auf dem Parteitag der Demokraten im Juli würde Clinton die erste Präsidentschaftskandidatin einer grossen Partei in der Geschichte der USA. (cma/sda/reu)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Howard271 07.06.2016 09:30
    Highlight Highlight Bernie Sanders hat eine gute Kampagne hingelegt, aber er sollte nun endlich akzeptieren, dass es nicht gereicht hat. Clinton hat mehr Staaten gewonnen (29 zu 21), sie hat mehr Delegiertenstimmen, auch ohne Superdelegates (welche im Übrigen in aller Regel die Mehrheit der Primaries folgen), und vor allem hat sie deutlich mehr Einzelstimmen (13.2 Mio zu 10.2 Mio). Man kann es also drehen und wenden wie man will, Clinton liegt immer deutlich vorne. Es ist mathematisch unmöglich, dass Sanders sie noch einholt. Akzeptiert doch das und kämpft zusammen statt gegeneindander.
    • DerWeise 07.06.2016 10:23
      Highlight Highlight Schade hast du das Konzept der Demokratie und das der Superdeligierten nicht verstanden. Aber keine Sorge, wenn ich mir die meisten Medien anschaue bist du nicht allein...
    • Bruno_S 07.06.2016 10:29
      Highlight Highlight Es gibt kein "zusammen" zwischen Clinton- und Sanders-Anhänger. Die liegen mit ihren Ansichten kilometerweit auseinander.
  • Bruno_S 07.06.2016 09:29
    Highlight Highlight Noch stehen die wichtigen Wahlen in Kalifornien bevor. Und eine Debatte zwischen Trump und Sanders. Relevante Ereignisse die in der Theorie die Superdelegierten umstimmen könnten...theoretisch...
    • Pana 07.06.2016 18:30
      Highlight Highlight Soviel ich weiss, hat Trump da nur einen Tag nach dem Zustimmen wieder den Schwanz eingezogen. Spielt gerne den "Tough Guy", aber zu einem Duell gegen Sanders getraute er sich dann doch nicht.
  • Klaus K. 07.06.2016 08:39
    Highlight Highlight clinton hat nur mehr stimmen, wenn die gekauften delegiertenstimmen dazukommen. gekaufte stimmen in einer demokratie?
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    • Howard271 07.06.2016 09:25
      Highlight Highlight Clinton hat auch sonst mehr Stimmen...
    • Hayek1902 07.06.2016 09:30
      Highlight Highlight Dir ist schon klar, dass sie etwa 30% mehr Stimmen hat als Sanders, ein Unterschied von etwa 3 mio?
    • DerWeise 07.06.2016 09:52
      Highlight Highlight Sie hat vor allem mehr stimmen, weil man sich in vielen Staaten schon zu einem Zeitpunkt für die demokratischen Vorwahlen registrieren musste (z.B. Oktober für New York), wo noch nicht mal eine Einzige Debatte zwischen Bernie und Clinton stattgefunden hatte und Bernie so gut wie keine TV Präsenz hatte.

      Das ganze Prozedere der DNC war von Anfang an gegen Herausforderer ausgelegt.

    Weitere Antworten anzeigen
  • DerWeise 07.06.2016 08:33
    Highlight Highlight Zu diesem Artikel fällt mir das ein:
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    • DerWeise 07.06.2016 08:47
      Highlight Highlight ab 02:20 ;)
  • ramonke 07.06.2016 06:30
    Highlight Highlight also wenn mans genau nimmt hat clinton also nur knapp 300 votes mehr als sanders. so wie ich den artikel lese ist die nominierung von clinton noch nicht gesetzt? aber dann heisst es ihr wäre die nominierung nicht mehr zu nehmen? hää?
    • Ton 07.06.2016 07:54
      Highlight Highlight Am 25. Juli wählen die Superdelegierten. Bis dahin erhält niemand die Nominierung. Gut möglich, dass wegen FBI etc. die Superdelegates wie in 2008 noch zu Sanders wechseln und er gewinnt.
    • Sir Jonathan Ive 07.06.2016 08:41
      Highlight Highlight @Ton
      "gut möglich" ist etwas übertrieben, aber möglich (und zu hoffen) wärs.
  • Pana 07.06.2016 04:40
    Highlight Highlight EINEN Tag vor den Wahlen bringt AP diese Meldung.. Man kann von Medienmanipulation denken was mal will, aber das ist schon krass. Vor allem weil sie auf Super Delegates basiert, die (gemäss nationalen Umfragen) eigentlich Sanders unterstützen sollten.
    • elk 07.06.2016 07:38
      Highlight Highlight Link zu den den nationalen Umfragen bzgl Super Delegates?
      Im Artikel stehts anders.
    • Pana 07.06.2016 08:03
      Highlight Highlight Nein, ich meine mit nationalen Umfragen, dass Sanders in den General Elections bessere Chancen hätte als HC. Und die Super Delegates sollten eben gerade am Ende der Wahlen sicher stellen, dass der Kandidat vertreten ist, der die besten Siegeschancen hat.
    • elk 07.06.2016 08:51
      Highlight Highlight Ach so. Ja, dann macht es Sinn.
      Insgesamt finde ich die Entzweiung der Demokraten sehr befremdlich. Ich hoffe, dass das nicht am Ende Trump in die Hände spielt.
  • Calvin Whatison 07.06.2016 04:38
    Highlight Highlight Lieber Sie, als dieses Trampeltier...
    • Gähn on the rocks 07.06.2016 06:26
      Highlight Highlight meinst du das trumpeltier?
      oder doch bernie? er ist cool.
      ich bin etwas verwirrt, ob deiner aussage.
    • Miikee 07.06.2016 06:54
      Highlight Highlight Bin mir da nicht sicher. Gut ist ne Wahl zwischen Pest und Cholera.
    • Calvin Whatison 07.06.2016 07:04
      Highlight Highlight Aber Frau Dr. lieber dann Clinton, als dieser Trump 😂😂😂 beides ist zum weinen 😅😅😅
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