International

 Sayfullo Saipov. Bild: AP/St. Charles County Department of Corrections

Er verlangte «IS»-Flagge im Spitalzimmer: Das sagt der Pick-Up-Terrorist im FBI-Verhör

Nach dem Anschlag in New York haben die Ermittler den Täter im Spitalbett befragt. Er gab breitwillig Auskunft. Und stellte eine Forderung. 

02.11.17, 03:26 02.11.17, 06:57

Von Reue keine Spur. Der Pick-Up-Terrorist Sayfullo Saipov verlangte von FBI-Agenten eine «IS»-Flagge, um sie im Spital aufzuhängen. «Ich fühle mich gut, bei dem was ich getan habe», sagte er bei der Anklageverkündung im Gerichtsgebäude, der er im Rollstuhl beiwohnte.

Im Rollstuhl. Attentäter Saipov bei der Anklageverlesung  Bild: AP/FRE 142054

Das Ziel sei gewesen, «möglichst viele Zivilisten zu töten». Er habe die Tat extra an Halloween ausgeführt, weil sich dann besonders viele Leute auf der Strasse aufhielten. Dies sagte der Usbeke laut dem 10-seitigen Strafantrag

Das Papier bringt erste Aufschlüsse, wie sich Saipov vom Uber-Fahrer zum Attentäter gewandelt hat. 

Radikalisierung per «IS»-Videos

Saipov gab zu, die Tat seit über einem Jahr geplant zu haben. Er habe sich von «IS»-Propagandavideos inspirieren lassen und sei den «IS»-Anweisungen fast «1:1 gefolgt», wie der Staatsanwalt sagte.  Der «Islamische Staat» hat im Internet detaillierte «Anleitungen» veröffentlicht, wie solche Fahrzeug-Anschläge auszuführen sind. 

«IS»-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi. Bild: AP/Militant video

Die Planung

Am 22. Oktober  hatte Saipov einen Pick-Up gemietet, um Kurvenfahrten zu üben. Am 31. Oktober setzte er dann seinen Plan in die Tat um. Bei einem Autoverleiher in New Jersey mietete er den Pick-Up für 75 Minuten. Zuerst wollte er eine «IS»-Fahne am Fahrzeug anbringen. Er entschied sich dagegen, um nicht zu viel Aufmerksamkeit zu erregen. 

Pick-up rammt in New York Passanten

Die Tat

Saipov fuhr von New Jersey über die George-Washington-Brücke, bog unmittelbar auf den Fahrradweg ein und fuhr unzählige Leute über den Haufen, krachte dann in einen Schulbus. Darauf rannte er auf die Strasse und schrie «Alluahu Akbar». Wie aus dem Strafantrag weiter hervorgeht, fanden die Ermittler im Auto einen Sack mit zwei Messern, ebenso einen Taser. Demnach hatte Saipov nach dem Crash keine Zeit, die Messer zu schnappen. Offenbar hatte er im Sinn, auf der Strasse ein weiteres Blutbad anzurichten. 

Nicht nur das: In der Befragung sagte Saipov, er habe die Pick-Up-Attacke eigentlich bis zur Brookly-Bridge fortführen wollen. 

Hatte Saipov einen Komplizen? 

Mukhammadzoir Kadirov. Bild: EPA/FBI

Kurz nach der Terrorattacke sagte die Behörden, dass Saipov als «einsamer Wolf» den Anschlag ausgeführt hat. Nun gibt es aber Anzeichen, dass er Usbeke einen Helfer hatte. Das FBI fasste am Mittwochabend einen zweiten Usbeken. Die Bundespolizei hatte den 32-jährigen Mukhammadzoir Kadirov zur Fahndung ausgeschrieben, weil er «Informationen zu dem tödlichen Angriff» haben könnte. Weitere Details nannten die Ermittler nicht. (amü)

Das könnte dich auch interessieren:

Diese 6 Grafiken zeigen, in welchem Kanton du für die Autoprüfung am meisten zahlst

Poisson prallte gegen einen Baum: «Als wir am Unfallort ankamen, war er bereits tot»

Wie lit bist du, du sozialtoter Bruh? Wir suchen die Jugendwörter vergangener Jahre

Erfolg für Facebook-Schreck Max Schrems: Datenschutz-Aktivist kann Facebook verklagen

«Cookies»-Backen in der Schweiz – ein Drama in 5 Akten

Gesichtserkennung beim iPhone X angeblich überlistet

Dem Nachtzuschlag gehts an den Kragen – und Uber ist daran nicht ganz unschuldig

Erwachsensein – wie du es dir vorgestellt hast, und wie es wirklich ist

10 Vorteile, die nur sehr langsame Leute kennen

Nico Hischier ist in seiner ersten NHL-Saison besser unterwegs als Auston Matthews

5 Grafiken, die man im No-Billag-Nahkampf kennen muss

Für 27 Franken nach Berlin? So teuer müsste dein Flug eigentlich sein

Diese Feministin will die SVP aus Debatten (und Taxis) verbannen

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
34
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
34Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Asmodeus 02.11.2017 12:09
    Highlight Achja. Könnt Ihr übrigens nicht mehr die Bezeichnung "Pick-Up-Terrorist" benutzen?

    Das klingt wie jemand der Abends in der Bar steht "Hey Süsse. Soll ich Dir zeigen wie Gross mein Allah ist?"
    3 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 02.11.2017 07:54
    Highlight "Das Ziel sei gewesen, «möglichst viele Zivilisten zu töten». Er habe die Tat extra an Halloween ausgeführt, weil sich dann besonders viele Leute auf der Strasse aufhielten. Dies sagte der Usbeke laut dem 10-seitigen Strafantrag."

    Klar, die Leute sind an Halloween alle am Hudson River.

    Hätte er wirklich viele umbringen wollen, wäre er an den Times Square gefahren. Glaube nicht dass er nicht wusste WO es am meisten Leute hat.

    ...etwas dilettantisch für einen der "minutiös" und über 1 Jahr geplant hat.

    16 15 Melden
    • Gelöschter Benutzer 02.11.2017 08:43
      Highlight Übrigens - Gott sei dank hat der Typ keine Ahnung von NYC.

      Auch 8 Tote sind 8 zu viel.

      Aber die Stellungnahme der Behörden wirkt halt einfach nicht sehr glaubwürdig.
      7 2 Melden
    • Asmodeus 02.11.2017 10:12
      Highlight Er war Uber-Fahrer. Die haben keine Ahnung vom Verkehr. (dieser Satz könnte Sarkasmus beinhalten)
      3 0 Melden
  • Spötter 02.11.2017 07:41
    Highlight @HansDampf, weiss ich wohl. Du hast halt leider nie den "Ruedi Walther" auf der Bühne gesehen....Pisiater ist eine Wortverdrehung aus den 6zigern:-)
    6 1 Melden
    • Asmodeus 02.11.2017 10:14
      Highlight Sii! Dä spinnt!
      0 0 Melden
  • Kong 02.11.2017 07:19
    Highlight Eine Gesellschaft bleibt verwundbar, weil ein Täter sich nie an Spielregeln und Gesetze hält. Ein paar bauliche/polizeiliche Maßnahmen können punktuell abwehren, sind aber vermutlich nur eine Verlagerung. Langfristig kommen wir nicht umher die Hintergründe anzugehen (Lebensumstände, geopolitische Einmischung, Migration, Extremismus). Aufgrund der Komplexität bin ich nicht zuversichtlich, dass uns das gelingt. Zu verschieden sind die weltweiten (Macht-/Geld-)Interessen. Damit ein Nährboden für Irre von A bis Z...
    19 3 Melden
  • Pokus 02.11.2017 07:15
    Highlight Solche Leute braucht die NSA nunmal.
    3 30 Melden
  • Goldjunge Krater 02.11.2017 07:08
    Highlight Und wieder! Die Medien stellen den Täter in den Mittelpunkt, nicht die Opfer! Weitere Idioten wissen nun, dass sie im Internel also detailliert Informationen zur Ausführung von Terror-Anschlägen finden. Toll! Was kommt als nächstes? Eine Homestory mit dem Attentäter in der Glückspost?

    Würden die Medien weniger über solche Anschläge berichten, würde es auch viel weniger Anschläge geben. Irgendwie aber wohl nicht im Sinne der Medien weil diese Stories lassen sich verkaufen. Irgendwann wird man diese Berichterstattungen zensieren müssen, nur so kriegt man diese Kleinterroristen in den Griff.
    56 8 Melden
    • Dharma Bum 02.11.2017 09:01
      Highlight " dass sie im Internel also detailliert Informationen zur Ausführung von Terror-Anschlägen finden."

      Jesus, jeder Fünfjährige weiss, dass du die Anleitung für eine Atombombe im Internet findest. Mit dem Plutonium haperts da eher ....
      7 1 Melden
    • Asmodeus 02.11.2017 10:11
      Highlight Ich frage mich ehrlich gesagt wieso es eine Anleitung für einen Terror-Anschlag mit einem LKW/Transporter etc. braucht.

      Step 1: Rent a Truck
      Step 2: Drive into People
      Step 3 (optional): Stab/Shoot People
      Step 4: Get shot


      Alternative:

      Step 1: Stab policeofficer
      Step 2: Steal his weapon
      Step 3: Shoot People
      Step 4: Get shot
      4 0 Melden
  • Spötter 02.11.2017 06:09
    Highlight Ja seht mal, die Psychologen und Pisiater sagten immer: Gewaltvideos/Gewaltspiele seien kein Problem. Das Zeugs gehört verboten. Punkt.
    15 119 Melden
    • roterriese {gender fluid; AH-64} 02.11.2017 06:41
      Highlight @Spötter es gibt hier etwas, dass fast alle Attentäter gemeinsam haben. Das könnte man ja anstatt der Gewaltvideos/spiele verbieten.
      40 7 Melden
    • Lukas Brunner 02.11.2017 06:47
      Highlight Gell, es gibt hier in Europa ja viele IS-Propaganda Games. Ich sehe hier, dass Sie viel Ahnung haben.
      37 1 Melden
    • HansDampf_CH 02.11.2017 06:58
      Highlight Pisiater lern mal deutsch wenn Du mit den Erwachsenen mitreden willst. Du machst es Dir viel zu einfach.
      13 25 Melden
    • AL:BM 02.11.2017 06:59
      Highlight 🤦🏻‍♂️ einer schaffts immer.
      8 6 Melden
    • Henzo 02.11.2017 07:01
      Highlight Allem voran Sendungen wie Tatort oder CSI.... 🙄
      13 1 Melden
    • EvilBetty 02.11.2017 07:12
      Highlight Ja das wird den IS aber bös beeindrucken, dass jemand seine Exekutionsvideos verbieten will. Momoll, denen hast du's aber gezeigt, das Ende des Terrorismus ist da! Spötter hat mit seinem Vorschlag die gesamte Menschheit vor dem Terrorismus beschützt. Halleluja!
      33 2 Melden
    • Kong 02.11.2017 07:22
      Highlight Buchempfehlung: Digitale Drecksarbeit
      5 0 Melden
    • De Pumuggel 02.11.2017 07:49
      Highlight Oh man; Leute wie Spötter finden immer einen Weg um gegen Games zu hetzen. Wenn es nach deiner Logik gehen würde, dann müssten Serien wie Tatort, GOT oder auch Filme wie James Bond verboten werden.
      9 0 Melden
  • Mozartino 02.11.2017 05:03
    Highlight Was hat denn dies mit Glauben zu tun, Leute umzubringen ? Sicher nicht im Sinne Gottes, wenn es denn einen Gott gäbe ....!!!
    39 28 Melden
    • roterriese {gender fluid; AH-64} 02.11.2017 06:43
      Highlight https://www.nzz.ch/feuilleton/toeten-im-namen-allahs-1.18378020
      10 10 Melden
    • HansDampf_CH 02.11.2017 07:00
      Highlight Das hat nichts mit glauben zu tun, dass sind Soldaten. Die führen halt einen asymmetrischen Krieg. Sie haben keine Bomber und Panzer.
      Glaubt ihr man kann hundert tausende von Zivilisten töten im Irak, Jemen etc.. Ohne das es einen Gegeneffekt gibt? Der Glaube ist nur der Deckmantel. Das ist Krieg. Bei Ihnen sind es drohnen und bei uns das... Verlogene Debatte
      26 19 Melden
    • kleiner_Schurke 02.11.2017 08:12
      Highlight Töten kann nicht im Sinne Gote sein? Dann lies doch bitte einmal die Bibel. Dort finde ich:

      So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind aber alle Mädchen, die unberührt sind, die laßt für euch leben. (4. Mos 31,7-18)

      Du wirst alle Völker vertilgen, die der HERR, dein Gott, dir geben wird. ... (5. Mose 7,16)

      Er, der HERR, dein Gott, wird diese Leute ausrotten vor dir, einzeln nacheinander. … (5. Mose 7,22)

      Da verlangt Gott nicht nur das getötet wird, nein er legt auch selber Hand an....
      6 7 Melden
    • bcZcity 02.11.2017 08:59
      Highlight Nur dass die Drohnen nicht auf Zivilisten zielen und der IS und co. selbige als Schutzschild missbraucht um dann einen heiligen Krieg rechtfertigen zu können. Es ist nicht so einfach Hansdampf, bei weitem nicht!
      3 3 Melden
    • Dharma Bum 02.11.2017 09:03
      Highlight Och, kleiner Schurke: Zeitlicher und Textkontext. Sonst bist nur ein weiterer "Ferslibrünzler"
      2 3 Melden
    • ezclips 02.11.2017 09:06
      Highlight HansDampf
      Der Usbeke Krieg habe ich dann aber verpasst. Dann müsste nach Ihrer Auffassung die christlichen Palästinenser und Iraker auch Terroranschläge ausüben. Der gemeinsame Nenner ist sehr wohl der Glaube. Wir sind nicht im Krieg mit Islam. Der Islam ist im Krieg mit sich selbst und dass schon sehr lange. Wir sind nicht die Sunni welche die Shia töten und sind nicht Shia die Sunni töten.
      3 0 Melden
    • roterriese {gender fluid; AH-64} 02.11.2017 09:09
      Highlight @kleiner_Schurke, altes Testament, guter Versuch. Zum Glück gibts ja das neue Testament.
      5 8 Melden
    • kleiner_Schurke 02.11.2017 09:33
      Highlight Ah das alte Testament gilt wieder nicht ... nun gut:

      Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden. (Markus 16, 16-17).

      Wer den Herrn nicht liebt, sei verflucht! (1 Kor 16;22)

      Ist nun besser?
      3 2 Melden
    • Henzo 02.11.2017 10:22
      Highlight @bczcity: die ziegenbauern haben auch angst, wenn da eine drohne vorbei fliegt ...die leute dort werden auch terrorisiert. Die drohnen sind extra nicht leise, damit die leute angst haben ....gab da auf srf 3 mal einen ganz spannenden beitrag über ein schweizer ehepaar das von den talibans entführt wurde.
      Das problem ist auch, dass sie gegen die high tech armee nichts ausrichten können. Darum greiffen sie das an, was angreifbar ist und das sind leider zivilisten. (nicht so, dass es nicht auch tragisch ist, wenn armee angehörige verletzt werden)
      1 1 Melden
    • Sapere Aude 02.11.2017 10:28
      Highlight @roterriese, netter Versuch mit dem NT

      "Glaubt nicht, daß ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. Wer irgend nun eines dieser geringsten Gebote auflöst und also die Menschen lehrt, wird der geringste heißen im Himmelreich; wer irgend aber sie tut und lehrt, dieser wird groß heißen im Himmelreich."
      (Mt 5:17-19)
      1 3 Melden
    • Sapere Aude 02.11.2017 10:30
      Highlight Denkt nicht ich sei gekommen um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen um Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit dem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter (...) zu entzweien.
      [Mt 10:34/35]
      3 1 Melden
    • Sapere Aude 02.11.2017 12:10
      Highlight "Ah das alte Testament gilt wieder nicht ... nun gut:"

      Wenn man Jesus ernst nimmt eben schon.
      2 1 Melden
    • kleiner_Schurke 02.11.2017 16:49
      Highlight Ja das hängt natürlich von der Interpretation ab. Ist ein beliebe Argument in Fischli Kreisen.
      2 0 Melden

Trump kippt Einfuhr-Verbot für Grosswildjäger – (Und ja, auf dem Foto sind seine Söhne)

Donald Trump selber jagt keine Tiere. Aber seine Söhne, die würden das lieben, erzählte der US-Präsident im Jahr 2012. «Sie sind Jäger und sie sind darin sehr gut geworden.» 

Gut fünf Jahre ist es nun her, seit Fotos von Trumps Söhnen bei der Grosswildjagd vom Magazin «TMZ» veröffentlicht wurden. Sie sorgten in den sozialen Medien und unter Tierschützern für einen Aufschrei.

Auf einem Bild ist zu sehen, wie Trump Jr. mit einem abgeschnittenen Elefantenschwanz posiert. 

Auf einem weiteren …

Artikel lesen