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Warum Republikaner ein Gesetz verhindern, das geistig Kranken verbietet, Waffen zu kaufen

15.02.17, 15:55 15.02.17, 17:40

Schild vor der Grundschule von Sandy Hook, Connecticut, wo 26 Menschen von einem geistig Kranken erschossen wurden. Bild: ADREES LATIF/REUTERS

Jemand, der mental nicht in der Lage ist, sich um sich selbst zu kümmern, darf in den USA keine Waffe kaufen. Bisher wurden die Betroffenen in das «National Instant Criminal Background Check System» aufgenommen, das Waffenverkäufer konsultieren müssen, bevor sie ihre Ware verkaufen. Doch der Kongress ist drauf und dran, diese Regelung zu kippen. 

Um diese hatte es lange einen Hickhack gegeben, bis Präsident Barack Obama 2012 die Gesetzgebung forcierte. Der Grund: Damals hatte ein geistig Kranker in der Sandy-Hook-Grundschule in Connecticut 26 Schüler und Lehrer massakriert. Es dauerte dennoch bis Dezember 2016, bis Beamte entsprechende Leitlinien verfasst hatten.

Eltern protestieren Mitte Dezember 2016 in Sandy Hook für strengere Waffengesetze. Bild: JIM LO SCALZO/EPA/KEYSTONE

Unfaire Stigmatisierung?

Der republikanisch dominierte Kongress hat 60 Tage Zeit, um solche Leitlinien zu prüfen – und winkte das neue Gesetz nun nicht durch: Es enthalte geistig Kranken ihre Rechte vor und stigmatisiere sie, lautete die Argumentation. Am Mittwoch wird der Senat die Ablehnung des Gesetzes bestätigen.

«Diese Regel stigmatisiert unfairerweise Menschen mit Behinderungen», zitiert Huffington Post den Republikaner Chuck Grassley aus Iowa. Seiner Meinung nach könnte schon einem Amerikaner mit Essstörungen der Kauf einer Waffe, der in der Verfassung garantiert wird, verboten werden, wenn die Regelung in Kraft treten würde.

Dabei haben gleich zwei Untersuchungen gezeigt, dass diese Aussage Grassleys nicht haltbar ist. Senator Chris Murphey, der aus Connecticut kommt, hatte denn auch kein Verständnis für die Aktion des politischen Gegners.

«Die Republikaner sind so heuchlerisch bei diesem Thema», motzte der Demokrat. «Dauernd sagen sie, wir sollten bestehende Gesetze verschärfen und gleichzeitig schrieben sie ein Gesetz so um, dass weniger Leute ihren Hintergrund überprüfen lassen müssen.»

Und weiter: «Ich weiss nicht, warum wir denken, dass jemand, der nicht mal seine eigenen Finanzen regeln kann, ein verantwortungsbewusster Waffenbesitzer sein könnte. Am Ende tun sie einfach nur, was die Waffenlobby ihnen sagt.»

(phi)

Make Hüpfburgen, not war!

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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24
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    Alle Leser-Kommentare
  • Pana 15.02.2017 19:34
    Highlight "Am Ende tun sie einfach nur, was die Waffenlobby ihnen sagt."

    Der Artikel in einen Satz zusammengefasst.
    17 1 Melden
  • Dewar 15.02.2017 18:57
    Highlight Schon lustig, dass die Reps sich plötzlich sorgen, dass Leute zu unrecht benachteiligt oder stigmatisiert werden, weil sie keine Waffe kaufen dürfen, währenddem sie Gesetze aufheben, die z.B. die Diskriminierung von Homosexuellen verbieten.
    Spannend, zu wieviel Einfallsreichtum das Geld der NRA in punkto Argumenten führt.
    In Zukunft könnte man geisteskranke Verbrecher ja gleich wieder auf freien Fuss lassen, denn eine Verurteilung ist oft stigmatisierend.
    12 1 Melden
  • Rendel 15.02.2017 17:52
    Highlight Ein Magersüchtiger ist nicht geistig krank, da sollten die Senatoren sich mal weiterbilden.
    6 11 Melden
    • blobb 15.02.2017 20:12
      Highlight Nicht? Also körperlich krank? Oder gar gesund?
      2 2 Melden
    • Rendel 15.02.2017 20:21
      Highlight Es gibt noch den Unterschied von psychisch krank und geistig krank.
      2 2 Melden
    • blobb 15.02.2017 20:26
      Highlight Ja, der liegt darin ob man das deutsche Wort oder das Fremdwort verwendet ;)
      2 1 Melden
    • Rendel 15.02.2017 21:51
      Highlight Das ist nicht ganz richtig. Bei uns wird sehr wohl zwischen psychisch und geistig krank unterschieden. Alles auf Deutsch. Der Artikel ist auch auf Deutsch.
      2 2 Melden
    • blobb 15.02.2017 22:47
      Highlight Sorry das stimmt einfach nicht.

      "Geisteskrankheiten können als Oberbegriff für jede Art von seelischer Störung verstanden werden [...]" (Wiki)

      Es geht im Artikel um gesitige Behinderungen, also wäre der Satz "Magersüchtige sind nicht geistig behindert", korrekt. Magersucht ist aber sehrwohl eine geistige/psychische Krankheit. Das der begriff "Geistesgestört" historisch belastet ist ändert nicht dessen Bedeutung.
      Übrigens wurde die Aussage nicht auf deutsch gemacht ;)
      1 0 Melden
    • Rendel 15.02.2017 22:58
      Highlight Können ja, mehr umgangssprachlich, aber in der Forensik werden sie nicht so verstanden. Und wenn es um Gesetze geht kommt die Forensik zum Zuge.

      Ich bin übrigens gegen liberale Waffengesetze.

      Magersucht ist eine psychische Erkrankung ja, da würde aber kein Fachmann heute von Geisteskrankheit sprechen.
      0 0 Melden
    • blobb 16.02.2017 00:37
      Highlight Nein würde er nicht, wegen der historischen belastung, verstehen würde man ihn aber sehr wohl. Du verwechselst Umgangssprache mit Fachsprache.

      0 1 Melden
  • HunterCH 15.02.2017 17:18
    Highlight Wäre das Gesetz nicht verhindert worden, könnten Republikaner keine Waffen mehr erwerben. XD Darum haben sie es gekippt. ;-)
    33 9 Melden
    • Rendel 15.02.2017 21:00
      Highlight Es lebe der Populismus.
      0 0 Melden
  • _haebi 15.02.2017 17:04
    Highlight *Untersuchungen ;)
    2 2 Melden
  • Mr. Raclette 15.02.2017 16:48
    Highlight Verständlich dass sie das nicht wollen. Dann könnten 80% der Amis keine Waffen kaufen. :-))) War böse, ich weiss......
    57 8 Melden
  • eulach 15.02.2017 16:34
    Highlight ...und warum verhindern sie's? Fadenscheiniger Titel, der auf einer Ambiguität des Wortes "warum" basiert.
    24 2 Melden
  • pascalmontana 15.02.2017 16:29
    Highlight Nicht stigmatisieren will man geistig Behinderte Menschen? Eig. sehr schön!
    Dann dürfen beispielsweise Menschen mit Downsydnrom zukünftig auch Autofahren, die Pilotenlizenz erwerben, zum Ärztestudium antreten, als Präsident kandidieren....moment mal....war da nicht schon mal was?
    Lassen wir das....
    63 6 Melden
    • Mr. Raclette 15.02.2017 16:58
      Highlight Der war gut! :-)))
      18 3 Melden
    • Leventis 15.02.2017 18:01
      Highlight Dürfen Menschen mit Downsyndrom nicht autofahren, die Pilotenlizenz erwerben, zum Medizinstudium zugelassen werden, als Präsident kandidieren? Was war denn da? Hat der Trump mal sowas rausgelassen? Ich vernehme einen gewissen Sarkassmus, kann ihn aber nirgends festmachen.
      Was meinen sie mit "eig. sehr schön!"? Eher das "aber" dazu?
      1 17 Melden
  • zombie woof 15.02.2017 16:25
    Highlight Wahrlich nicht einfach, die Gedankengänge der Republikaner nachzuvollziehen....
    30 2 Melden
    • FrancoL 15.02.2017 17:01
      Highlight meine eher sehr einfach: Von der Waffenlobby gelenkt.
      17 2 Melden
    • Wehrli 15.02.2017 17:07
      Highlight Eben. Das heisst, die würden dann alle keine Waffe kaufen dürfen, weil crazy ...
      9 1 Melden
    • Blutgruppe 15.02.2017 17:12
      Highlight Unter dem Blickwinkel der von den Lobbygeldern beeinflussten 'Meinung' schon..
      1 0 Melden
    • Quacksalber 15.02.2017 17:18
      Highlight Ist doch einfach: der gute Amerikaner schiesst nur auf Leute die sich mit der Waffe verteidigen können. Deshalb müssen möglichst alle Waffen tragen dürfen und Ungeborene dürfen erst ermordet werden, wenn sie auf der Welt sind.
      13 0 Melden
    • Mr. Raclette 15.02.2017 17:18
      Highlight Es gibt da nicht viel Gedankengänge nachzuvollziehen. Man muss nur nachschauen wie viele Republikaner Mitglieder oder Sympathisanten der NRA sind, dann ist alles geklärt.
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