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Der Handschlag zwischen Obama und Castro. Bild: HANDOUT/REUTERS

Ein Handschlag für die Geschichte: Obama und Castro reichen sich in Panama demonstrativ die Hand

11.04.15, 07:11 11.04.15, 08:34


Neuanfang nach jahrzehntelanger Eiszeit: US-Präsident Barack Obama und Kubas Staatschef Raúl Castro haben sich am Freitagabend (Ortszeit) zum Auftakt des Amerika-Gipfels in Panama demonstrativ begrüsst und die Hand geschüttelt. Ein Gespräch ist am Samstag geplant.

Die beiden Staatschefs hatten sich die Hand gereicht und einige Worte gewechselt, wie eine Sprecherin des Weissen Hauses bestätigte.

Zu einer ersten flüchtigen Begegnung zwischen Obama und Castro war es schon Ende 2013 gekommen. Bei der Trauerfeier für den früheren südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela hatten sie sich kurz die Hand geschüttelt.

Handshake während Trauerfeier von Mandela 2013. Bild: AP

Am Samstag wollen Obama und Castro zu einem Gespräch zusammenkommen. Zuletzt fand ein offizielles Treffen der Staatsoberhäupter beider Länder 1956 statt. Am Mittwoch hatten Obama und Castro bereits miteinander telefoniert. Am Donnerstag trafen sich dann in Panama-Stadt die Aussenminister der USA und Kubas, John Kerry und Bruno Rodríguez, zu einem Vier-Augen-Gespräch.

Obama und Castro hatten im Dezember nach mehr als einem halben Jahrhundert ohne diplomatische Beziehungen bei einem Telefonat eine Annäherung zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba vereinbart. Seit Mitte Januar gelten eine Reihe von Reise- und Handelserleichterungen.

Treffen mit Opposition

Noch kurz vor der offiziellen Gipfeleröffnung und einem Staatsdinner am Freitagabend (Ortszeit) traf Obama laut dem Weissen Haus aber auch mit kubanischen Oppositionellen zusammen. Im Anschluss an ein Forum der Zivilgesellschaften aus ganz Lateinamerika und der Karibik habe er die kubanischen Oppositionellen Manuel Cuesta Morúa und Laritza Diversent sowie 13 weitere Aktivisten getroffen.

«Wir stehen an eurer Seite»

Barack Obama

Obama sagte den Dissidenten die Unterstützung Washingtons zu. «Wir stehen an eurer Seite», betonte der US-Präsident. Gleichzeitig versicherte er, die Zeit der Einmischung der USA in die Angelegenheiten Lateinamerikas sei vorbei.

«Historischer Augenblick»

Zum Auftakt des Amerika-Gipfels schwang Freude über die Annäherung zwischen den USA und Kuba. Es sei das erste Mal, «dass die 35 unabhängigen Nationen unserer Hemisphäre am selben Tisch zusammenkommen», sagte der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), José Miguel Insulza. Er empfinde «grosse Freude bei diesem historischen Augenblick». 

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon bedankte sich bei Obama und Castro für die Annäherung. Erstes Ziel der Normalisierung ist die baldige Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen und die Eröffnung von Botschaften. 

Allerdings geht es bei der Botschaftseröffnung – einem Teil der Annäherung – langsamer voran als zunächst geplant. Obama-Berater Ben Rhodes sagte, es gebe noch praktische Fragen.

Sanktionsfragen ungelöst

Auch eine Entscheidung Washingtons, Kuba von der US-Terrorliste zu streichen, steht noch aus. «Wir sind noch nicht soweit», sagte Rhodes. Zunächst müsse das Weisse Haus eine Empfehlung des US-Aussenministeriums prüfen. Der führende demokratische Senator, Ben Cardin, hatte allerdings am Donnerstag bereits verlauten lassen, dass das Ministerium die Entfernung Kubas empfehle.

Seit der kubanischen Revolution und der folgenden Enteignung amerikanischer Firmen vor mehr als 50 Jahren unterhalten Havanna und Washington keine diplomatischen Beziehungen. Doch trotz massiver Sanktionen sowie Mordversuchen des US-Geheimdienstes hielt sich Revolutionsführer Fidel Castro an der Macht.

Erst 2006 übergab der heute 88-Jährige die Regierungsgeschäfte an seinen 83-jährigen Bruder Raúl. Fidel Castro ist schwer krank und nicht anwesend beim Gipfel in Panama.

Differenzen bleiben

Unklar ist, wann die USA ihre Sanktionen aufheben werden, mit der sie die sozialistische Führung über Jahrzehnte auszuhungern versuchten.  

Mit Blick auf Menschenrechtsverletzungen in Kuba machte Rhodes klar, dass es auch weiterhin Differenzen zwischen Havanna und Washington geben werde. Dies, obwohl die USA in Guantánamo (Kuba) ebenfalls Menschenrechte verletzen. Zur Annäherung beider Staaten gebe es aber keine Alternative. Die Politik der völligen Isolation Kubas sei gescheitert. Weit über 90 Prozent der Kubaner wollten die Öffnung. (sda/afp/dpa)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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