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Es sollte eigentlich ein Nachrichtentag in Washington werden, so ganz nach dem Geschmack von US-Präsident Donald Trump. Bild: AP

Der Mann, der Trump ins Schlamassel reitet

01.12.17, 19:06 01.12.17, 19:50


Er war einer der glühenden Trump-Unterstützer und ein Eckpfeiler in der Regierung des Präsidenten. Doch Sicherheitsberater Michael Flynn hielt nur einen knappen Monat durch. Jetzt gesteht er, beim FBI gelogen zu haben. Und zieht Trump tiefer in den Schlamassel.

Es sollte eigentlich ein Nachrichtentag in Washington werden, so ganz nach dem Geschmack von US-Präsident Donald Trump. Der Senat sollte am Freitag mit der Steuerreform Trumps erstes grosses Gesetzgebungs-Initiative überhaupt einen grossen Schritt weiter bringen.

Und der erhoffte Rücktritt des demokratischen Abgeordneten John Conyers sollte das Salz in der Suppe sein, das den Jubelbildern des republikanischen Präsidenten die nötige Würze gibt. Doch dann kam Michael Flynn.

Nicht nur, dass FBI-Sonderermittler Robert Mueller den einstigen Nationalen Sicherheitsberater und engen Trump-Vertrauten unter Anklage stellte. Flynn gab vor Gericht auch noch zu, in einer Vernehmung der Bundespolizei im Januar über seine Russland-Kontakte gelogen zu haben.

Als er das Gericht verliess, skandierten Passanten: «Sperrt ihn ein!». Das war der Schlachtruf, den einst Flynn anstimmte, als es im Wahlkampf um die Email-Affäre von Hillary Clinton ging. Dem Ex-General, der 33 Jahre Dienst in den Streitkräften hinter sich hat, drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Flynn weiss viel

Flynns überraschendes Geständnis legt zweierlei Schlüsse nahe: Einerseits hat Flynn möglicherweise widerrechtlich mit dem damaligen russischen Botschafter Sergej Kisljak Absprachen getroffen - zu einer Zeit, als noch Barack Obama Präsident war.

Konkret könnte Flynn - möglicherweise im Auftrag oder mit Wissen Trumps - von Obama verhängte US-Sanktionen gegen Russland oder deren Wirkung beeinflusst haben.

Er weiss viel: Michael Flynn.  Bild: AP/AP

Das Schuldeingeständnis Flynns sagt aber noch etwas anderes: Der Ex-General, der als Nationaler Sicherheitsberater schon nach 24 Tagen zurückgetreten war, scheint mit Sonderermittler Robert Mueller zusammenzuarbeiten.

Flynn ist ein Mann, der schon aufgrund seiner ehemals eingenommenen Position als Nationaler Sicherheitsberater so nah bei Trump angesiedelt war, dass er ohne Zweifel viel weiss - vermutlich sehr viel.

Ist keineswegs am Ende seiner Ermittlungen angekommen: Sonderermittler Robert Mueller.  Bild: AP/AP

Mueller in Fahrt

Nach einem Bericht des Senders ABC News soll Flynn sich im Gegenzug für eine milde Strafzumessung bereiterklärt haben, voll zu kooperieren. Mehr noch: Er soll zu Protokoll geben, dass Trump höchst selbst ihn dazu aufgefordert habe, mit Russland in Kontakt zu treten.

Sollte sich das als richtig herausstellen, wäre es ein politischer Hammer. In der Stellungnahme von Sonderermittler Mueller heisst es, Flynn habe im Auftrag von «hochrangigen Offiziellen» gehandelt und an diese berichtet.

Es drängt sich immer mehr der Eindruck auf, dass Sonderermittler Robert Mueller keineswegs am Ende seiner Ermittlungen angekommen ist, wie Präsident Trump dies erhofft. Aus dem engeren Trump-Umfeld haben die Russland-Ermittlungen bereits Paul Manafort, dem früheren Wahlkampfchef sowie dem aussenpolitischen Wahlkampfberater George Papadopoulos ernsthafte juristische Schwierigkeiten bereitet.

Im Zusammenhang mit der Russland-Affäre wird immer häufiger der Name des Trump-Schwiegersohnes und Regierungsberaters Jared Kushner genannt. Auch Trump-Sohn Donald Jr. taucht in den Medien auf, weil er ein Treffen arrangiert hatte, bei dem eine russische Juristin Schmutz gegen Trumps damalige Gegnerin Hillary Clinton auftischen wollte. Möglicherweise ist da mehr dran.

Ablenken funktioniert nicht

Das unangenehme für Trump ist an der Russland-Affäre, dass seine bisher erprobten Abwehrmechanismen nicht wie gewohnt wirken. Sowohl der Kandidat als auch der Präsident Trump haben es geschafft, durch geschicktes Manövrieren immer dann neue Themen in die öffentliche Debatte zu werfen, wenn es brenzlig wurde.

Auch diese Woche twitterte Trump aus allen Rohren. Zuletzt über seine Meinung zu einem Kriminalfall in Texas. Am Freitag versuchte Trumps Anwalt Ty Cobb noch den Spin in die Debatte zu bringen, Flynn sei ja in Wahrheit ein Vertreter der Obama-Regierung und habe unter Trump nicht einmal einen ganzen Monat gedient.

Das ist nicht falsch, weil Flynn tatsächlich den Militärgeheimdienst führte, als Obama Präsident war. Es ist aber offensichtlich eine bewusste Irreführung der Öffentlichkeit.

Das mag bei Trumps Anhängerschaft verfangen, oder auch nicht. Die Justiz und im Besonderen Sonderermittler Mueller spielen nicht nach den Regeln, die für medial aufgeladene Politik gelten. Stück für Stück scheinen sie bereit zu sein, das Dickicht zu lichten - Ablenkungsmanöver von allen politischen Seiten ungeachtet.

Trump hat grundsätzlich die Möglichkeit, Flynn zu begnadigen und theoretisch auch Mueller abzusetzen. Selbst wenn es dafür noch nicht zu spät sein sollte: Es würde ihn womöglich nur noch schwerer in die Bredouille bringen. (sda/dpa)

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14
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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sebastian Wendelspiess 02.12.2017 19:29
    Highlight Also wie aus anderen Medien hervorging, hat Flynn erst nach der Wahl, Kontakt mit den Russen aufgenommen. Also legal. Und Kushner tat dies, um Istaelische Interessen zu vertreten, also haben wir hier bald ein Israel-Gate?
    0 0 Melden
  • RAZZORBACK 02.12.2017 00:32
    Highlight Und was nun?
    Wann geht es ihm nun endlich an den Kragen?


    2 1 Melden
  • Goldjunge Krater, Team Selbstbestimmungsinitiative 02.12.2017 00:19
    Highlight Calm down watson :-)

    Ihr steigert euch da in was rein meine Freunde..
    4 3 Melden
  • lilas 01.12.2017 22:48
    Highlight Wenn er etwas beherrscht, dann ist es das sich selbst in den Schlamassel Reiten, das macht er auch ohne fremde Hilfe und irgendwann ists dann zu Ende mit ihm. Dauert länger als die Meisten gehofft haben aber bin ganz zuversichtlich, dass er den Ast auf dem er sitzt bald ganz abgesägt hat und dann plumps und byebye Donald!
    24 150 Melden
    • Starfox 02.12.2017 16:57
      Highlight lilas, ich bin nicht Deiner Meinung, Trump sägt den Ast nicht ab, auf dem er sitzt. Das ist Dein Wunschdenken, Trump ist so stark wie nie zuvor. lilas, zu Weihnachten schenke ich dir einen Blitzableiter, du hast ja ganz schön viele Blitzlis.
      1 2 Melden
  • roger.schmid 01.12.2017 20:16
    Highlight Lock him up!


    Was für ein Heuchler.
    48 10 Melden
  • ohjaja! 01.12.2017 19:54
    Highlight Aber bringt doch nochmal den link zum video wo trump leute imitiert. Einfach falles es noch leute gibt die das nicht schon zehn mal gesehen haben 😈
    19 44 Melden
    • sentir 01.12.2017 22:58
      Highlight ohjeje, du hast das zehn mal angeklickt?
      2 1 Melden
    • ohjaja! 03.12.2017 09:29
      Highlight Nein das thumbnail hat mir gereicht um es zu sehen 😉
      0 0 Melden
  • ohjaja! 01.12.2017 19:53
    Highlight Das ewige sensationsgeile "jetzt gehts ihm an die gurgel... das ist sein untergang... bliblablu" geht mir auf den zeiger! Ich hab den titel hier bestimmt schon hundertmal gelesen und alled waren enten. Das zerstört einem die freude am lesen!
    305 70 Melden
    • Sandro Lightwood 01.12.2017 20:05
      Highlight Aber weisst du was? Irgendwann wirds wohl stimmen.
      66 90 Melden
    • roger.schmid 01.12.2017 20:09
      Highlight Was für Enten? Die Artikel entsprechen den Tatsachen und diese sind nunmal sensationell und werden in ihrer Summe die Trumpbande zu Fall bringen. Niemand hat gesagt dies geschieht in wenigen Tagen.
      Das ist wohl der grösste politische Skandal in der Geschichte der USA.
      Wenn dich das so nervt kannst du ja die Artikel über die Verlobung von Prinz xy lesen.
      101 202 Melden
  • NumeIch 01.12.2017 19:28
    Highlight
    24 5 Melden
  • Wolfsangel 01.12.2017 19:19
    Highlight Nobody can stump the Trump!
    9 30 Melden

Familientrennungen an der US-Grenze: TV-Moderatorin bricht in Tränen aus

Seit der «Nulltoleranz»-Politik der amerikanischen Regierung gegenüber Migranten wurden mehr als 2300 Kinder an der mexikanischen Grenze von ihren Eltern getrennt. Selbst Babies und Kleinkinder sind davon betroffen. Für eine TV-Moderatorin ist dies zu viel - sie bricht vor laufender Kamera in Tränen aus.

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