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Homeless people clear their belongings of from a camp near the Denver Rescue Mission, Tuesday, March 8, 2016, in Denver. The city has spent months urging the campers to move into shelters and get rid of makeshift structures that officials say pose a health hazard. (AP Photo/David Zalubowski)

Obdachlose räumen in den USA ihr Lager, um in Heime umgesiedelt zu werden. Bild: AP/AP

US-Bürgermeister verbringt heimlich Nacht im Heim für Obdachlose und ist schockiert



Salt Lake County Mayor Ben McAdams speaks during a news conference announcing the world's largest outdoor retail show has renewed its contract two more years through 2018 Monday, Aug. 24, 2015, in Salt Lake City. The Outdoor Retailer Show comes twice a year, bringing Utah a $45 million annual economic boost. It previously was committed through 2016. (AP Photo/Rick Bowmer)

Bürgermeister des Salt Lake County Ben McAdams. Bild: AP/AP

Ben McAdams konnte sein Geheimnis vier Monate lang hüten. Der Bürgermeister von Salt Lake City, Hauptstadt des US-Bundesstaates Utah, verbrachte im März eine Nacht auf der Strasse und eine in einem Obdachlosenheim. Der Grund? Er wollte sein Verständnis des Sozialsystems «vertiefen», sagt McAdams zu The Deseret News.

Der Bürgermeister musste im Frühling den Entscheid darüber fällen, wo er das dritte Obdachlosenheim in seinem Distrikt öffnen soll. Eine Entscheidung mit der er in jedem Fall einige seiner Bürger verärgern würde. Deshalb nahm sich McAdams ein Wochenende lang Zeit, das Leben aus der Sicht eines Obdachlosen zu sehen.

«Ich musste es aus erster Hand erfahren, um die Komplexität meiner Entscheidung zu verstehen», sagt McAdams. Also verliess er am Freitagabend in Absprache mit seiner Frau mit einem Angestellten das Büro und verbrachte das Wochenende auf der Strasse. 

Die erste Nacht verbrachte er auf der Strasse, bei vier Grad und Regen. «Ich habe mich gewundert, warum Menschen auf der Strasse schlafen, obwohl es in den Heimen freie Betten gab», so McAdams. In der nächsten Nacht fand er heraus, warum. 

Die Nacht von Samstag auf Sonntag verbrachte er in einem Obdachlosenheim und wurde Zeuge von Drogengebrauch und Gewalt. Sein Bettnachbar injizierte sich Drogen und die ganze Nacht hindurch seien im Massenschlag Drogen geraucht worden.

Während der Nacht sei ein Streit zwischen zwei Männern ausgebrochen, woraufhin einer der beiden aus dem Bett gezerrt wurde und mit dem Kopf auf dem Boden aufschlug. Ein Obdachloser habe McAdams noch gewarnt, in der Nacht nicht auf die Toilette zu gehen.

Der Bürgermeister geht davon aus, dass es sich dabei um einen Hinweis auf sexuelle Gewalt gehandelt habe. «Ich fühlte mich überhaupt nicht sicher», sagt McAdams zur Zeitung.

Sein Bericht soll aber nicht dazu dienen, die Betreiber dieser Institutionen anzuprangern. «Alle Helfer tun ihr bestes, um diesen Menschen Schutz zu bieten», so McAdams. Seine Erfahrungen an diesem Wochenende hätten ihm gezeigt, dass er in der Unterbringung der Obdachlosen neue Wege einschlagen müsse. (leo)

Rund eine Million Jugendliche sind in den USA obdachlos:

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • manuel0263 08.08.2017 06:37
    Highlight Highlight Raubtierkapitalismus funktioniert eben letztlich genauso wenig wie Kommunismus, das zeigt sich immer mehr. Obwohl dieser Philosophie leider auch hierzulande von manchen sehr gehuldigt wird...Respekt davor in jedem Fall, sich selbst ein Bild von der Lage zu machen; auch und gerade dann, wenn es sehr unangenehm ist.
    • seventhinkingsteps 08.08.2017 08:36
      Highlight Highlight Es gibt keinen Raubtierkapitalismus, es gibt Kapitalismus.
  • Corrado 08.08.2017 01:29
    Highlight Highlight Hammer, dies ist wirkliche Volksnähe.
    Mal angenommen, jeder der hier - zu recht - gescheite Kommentare abgibt, wenn jeder SELBER mal in diese Richtung etwas tun würde - und andere dazu einladen würde - was würde da wohl abgehen??? Es kann doch nicht sein, dass immer "der Politiker" etwas tun soll - - WIR ALLE können das. Just do it...bin ja mal gespannt.
  • seventhinkingsteps 07.08.2017 23:15
    Highlight Highlight Auf der Strasse schlafen ist in manchen Städten verboten:
    User Image
  • seventhinkingsteps 07.08.2017 23:13
    Highlight Highlight Not so Fun Fact: 2013 gabs in den USA insgesamt 18'600'000 leerstehende Häuser. Das wären 6 Häuser für jeden Obdachlosen.
  • seventhinkingsteps 07.08.2017 23:07
    Highlight Highlight
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  • statistikus 07.08.2017 17:43
    Highlight Highlight Besser, als für teures Geld eine Studie zu machen. Chapeau!
  • Calvin Whatison 07.08.2017 17:20
    Highlight Highlight Solche Männer " Make America Great Again ". Nimm dir mal ein Beispiel Donnie. 👍🏻😎
  • Mia_san_mia 07.08.2017 16:47
    Highlight Highlight Hut ab!
  • chck2503 07.08.2017 16:45
    Highlight Highlight Da dürfen auch unsere lieben Politiker mal auf den Strassen einen Besuch abstatten
    • Pasch 07.08.2017 20:49
      Highlight Highlight Nee ich glaub die kannst nach Nordkorea schicken, und zurück kommen sie mit der Überzeugung wie gut dies da haben und wie alle brav sind!
  • olmabrotwurschtmitbürli #käluscht 07.08.2017 12:39
    Highlight Highlight Weiss man etwas genauer, welche Schlussfolgerungen er nun aus dieser Erfahrung gezogen hat? Ursprünglich ging es um eine Entscheidung, die gefällt werden musste...
  • one0one 07.08.2017 12:27
    Highlight Highlight Solche Situationen aus dem "realen" Leben würden noch so vielen Politikern gut tun. Denn viele kennen gar kein Leben als nicht privilegierte Person weil sie schon in einem privilegierten Elternhaus aufwuchsen...

    Hut ab, das nenn ich mal Volksnah regieren!
    • Phrosch 07.08.2017 18:05
      Highlight Highlight Das kann ich nur unterstreichen. Ich wünschte, dass unsere bürgerlichen Sparfüchse, die z.B. die Sozialhilfe kürzen wollen, einmal mit diesen Beträgen auskommen müssten, damit auch sie wissen, was sie entscheiden.
  • pamayer 07.08.2017 12:09
    Highlight Highlight Könnte wieder mal ein echter Hoffnungsschimmer sein.

    Wenn er seine Erfahrungen so umsetzt, wie die Absicht es war.
  • Jazzdaughter 07.08.2017 11:48
    Highlight Highlight Tönt als sei dieser Mann mein nächster Held
    Falls seine Motivation tatsächlich war, eine ausgewogene, informierte Entscheidung treffen zu können, aber allem Anschein nach war es das so wie es hier tönt.
  • Vio Valla 07.08.2017 11:15
    Highlight Highlight Wow, starke Sache von ihm, fals das Ganze nicht nur PR mässig ausgeschlachtet wird, sondern wirklich zu einem politischem sinnvollem Handeln führt.

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