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Kann es Macron richten? Bild: AP/AP

Schaut und lernt – Mit diesen 5 Methoden klopft Macron Trump vor seinem Besuch weich

Gelingt es Macron, Trump in der Frage zum weiteren Vorgehen in Syrien, zu den EU-Strafzöllen und vor allem zum Atomabkommen mit dem Iran zur Vernunft zu bringen? Der französische Präsident gibt alles und startet eine ehrgeizige Charmeoffensive.

23.04.18, 03:50 23.04.18, 08:52

Heute beginnt der dreitägige Staatsbesuch des französischen Präsidenten Emmanuel Macron in den USA. Er hat Grosses vor: Er will mit US-Präsident Donald Trump einen gemeinsamen Plan für Syrien besprechen und ihn ausserdem davon überzeugen, nicht aus dem Atom-Abkommen mit dem Iran auszusteigen. 

Um seine Ziele zu verfolgen, hat Macron eine ehrgeizige Charmeoffensive gestartet – auf Trumps Lieblingsfernsehkanal Fox News. Dies, wohl wissend, dass nicht nur die Fans des amerikanischen Präsidenten einschalten werden, sondern auch Trump selber den Auftritt beobachten wird. 

Betonung der Ähnlichkeiten

Im Interview betonte Macron die Ähnlichkeiten zwischen ihm und Trump. Er sagte: «Wir haben eine besondere Beziehung, wahrscheinlich, weil wir beide Aussenseiter sind.» Die Wahl von Präsident Trump sei in den USA wohl für viele unerwartet gewesen. Und so sei es auch bei seiner Wahl in Frankreich gewesen. «Wir sind beide nicht Teil des klassischen politischen Systems.» 

Laut Macron hat er ein enges Verhältnis mit Trump. Bild: AP/AP

Das Verhältnis zwischen ihm und Trump sei sehr eng. Er arbeite mit ihm, weil «wir beide unseren Ländern dienen». Das gelte selbst dann, wenn man Differenzen habe. Die USA und Frankreich hätten eine lange Geschichte, sagte Macron. Er verwies dabei ausdrücklich auf die Verdienste der USA bei der Befreiung Europas von den Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg.

Brüderlicher Ratschlag

Macron verlangt eine dauerhafte Rücknahme der Strafzölle, die Trump für Stahl und Aluminium aus der EU erhoben hatte. «Man führt keinen Handelskrieg gegen seine Verbündeten», sagte er.

«Wir sind die Verbündeten.»

Emmanuel Macron

Er warnte Trump davor, sich in zu viele Konflikte zu verstricken. «Wenn man gegen jeden Krieg führt, einen Handelskrieg gegen China, einen Handelskrieg gegen Europa, Krieg in Syrien, Krieg gegen den Iran – komm schon, das funktioniert doch nicht.» In brüderlicher Freundschaft erinnerte er Trump: «Wir sind die Verbündeten.»

Schmeicheleien

Trotz den vermeintlichen Ähnlichkeiten: Politisch handelt Trump nicht immer so, wie Macron es gerne hätte. Im Fall von Syrien wird Macron versuchen wollen, Trump von seiner Gegenposition wegzuführen. Dieser äusserte seine Absichten kürzlich so: «Ich will raus, ich will die Truppen nach Hause bringen, ich will mit dem Wiederaufbau unserer Nation beginnen.»

Doch Macron macht sich für das Gegenteil stark. Er sagt, man müsse vor Ort ein neues System aufbauen. Dazu sei die Rolle der USA enorm wichtig und den Verbleib der amerikanischen Truppen unabdingbar. 

Pragmatik

Bezüglich dem Fortbestand des Atomabkommens mit dem Iran ist Macron pragmatisch. Er sagt: «Ist diese Vereinbarung perfekt? Nein. Aber gibt es bessere Optionen? Ich sehe sie nicht.»

Einen Plan B gebe es in der Angelegenheit nicht. «Meine Botschaft ist: Lasst uns den Vertrag jetzt nicht verlassen.» Er wolle aber dazu appellieren, Irans Rolle in der Region zurückzudrängen. Ausserdem solle der Atom-Deal um das Thema ballistischer Waffen ergänzt werden.

Das Atomabkommen mit dem Iran ist Trump verhasst. Am 12. Mai läuft eine Frist ab, bis zu der er erneut über dessen Fortbestehen entscheiden muss. Es gibt Stimmen im Weissen Haus, wonach er sich aus dem Abkommen zurückziehen wolle. 

Irans Präsident Hassan Rouhani.  Bild: EPA/IRANIAN PRESIDENTIAL WEBSITE

Das Atomabkommen wurde 2015 vom Iran, den UN-Vetomächten USA, Russland, China, Frankreich und England sowie Deutschland abgeschlossen. Das Abkommen soll die Wirtschaftsbeziehungen mit dem Iran normalisieren und Sanktionen abbauen. Im Gegenzug verpflichtet sich der Iran sein Atomprogramm zu beschränken. Der US-Präsident muss alle 120 Tage entscheiden, ob das Abkommen weiterhin gelten soll.

Das Geschenk

Als Geschenk wird Macron Trump einen Eichenbaum aus dem Wald von Belleau, nordöstlich von Paris, mitbringen. Während dem 1. Weltkrieg kam es dort im Juni 1918 zu einer Schlacht zwischen deutschen und amerikanischen Streikräften.

Die Deutschen befanden sich auf dem Vormarsch nach Paris und konnten nach einem Angriff der Amerikaner in die Flucht geschlagen werden. Die geschlagenen Feinde verpassten den Amerikanern daraufhin den Spitznamen «Teufelshunde». (sar)

Wie lange wird Trump die Hand von Macron schütteln?

Video: watson

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20
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20Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • MacB 23.04.2018 09:36
    Highlight Er kann noch so gut sein, Trump hat morgen doch alles schon wieder vergessen :D
    46 5 Melden
  • walsi 23.04.2018 09:28
    Highlight Wenn sich Macron da mal nur nicht selber überschätzt!
    34 13 Melden
  • klugundweise 23.04.2018 08:41
    Highlight Macron und May VertreterIn ehemaliger Imperien der nicht begriffen haben, dass sich die Mächte nach Fernost verschoben haben und die Problemzone der Zukunft Afrika sein wird (wo sich China längst etabliert hat).
    54 25 Melden
    • demokrit 23.04.2018 10:40
      Highlight Das wird sich noch weisen müssen. China hat dem liberalen Modell nichts anzubieten oder entgegenzusetzen und es befindet sich mit fast allen umliegenden Ländern im Streit.
      24 4 Melden
    • oskar 23.04.2018 11:44
      Highlight und woran machst du fest, dass die das nicht begriffen haben?
      deine aussage hat auch nichts mit dem artikel zu tun!?
      13 2 Melden
    • klugundweise 23.04.2018 14:41
      Highlight Oskar: Weil sich Herr Macron (und Frau May) aufspielt wie wenn Frankreich noch die Grande Nation wäre, Mr. Trump auf seine Ratschläge hören würde und das die Welt verbesserte.
      Und wer ist der grösste Kreditgeber der massiv überschuldeten USA: China. Und wer engagiert sich im Pulverfass Afrika am meisten: China.
      Es gibt das schon Zusammenhänge, wenn man sie sehen will.
      7 10 Melden
    • Domsh 23.04.2018 16:27
      Highlight Ich sehe jetzt aber den angeblichen Zusammenhang zwischen der Selbsterkenntnis bei Macron und May dass ihre Nationen nicht dass aktuell grösste Wachstum haben und der Aussenpolitik von China nicht.
      Finden Sie Frankreich und Grossbritainien sind zu arrogant um Anleihen in der USA und Afrika zu kaufen?
      Mir scheint das eher wildes Begriffeschleudern.
      8 0 Melden
  • Sharkdiver 23.04.2018 07:25
    Highlight Viele mögen Macron nicht. Aber er ist das beste was Frankreich und der Welt Passieren konnte. Er ist nicht aus dem etablishment, versucht wie keiner davor die dringlichst notwendigen Reformen durch zu kriegen, weis mit Trumps und co. umzugehen
    94 39 Melden
    • JoeyOnewood 23.04.2018 08:57
      Highlight ich gebe dir fast überall recht: aber das mit dem Estsblishement ist einfach lächerlich, 1. was genau ist das Establishement und 2. wenn jemand Minister seines Landes war, gehört er dann nicht dazu? Er hat eine neue Partei gegründet und gewann sehr überraschend. Das mit dem Anti-Establishment ist reines Marketing.
      76 4 Melden
    • Radiochopf 23.04.2018 09:27
      Highlight @Sharkdiver Macron ist besser als LePen aber das beste für die Welt ist er nicht.. er ist ein Schaumschläger und macht einen auf Obama.. er ist aus und für die Elite, daa zeigt sich immer mehr..
      30 31 Melden
    • Sharkdiver 23.04.2018 10:41
      Highlight Esteblishment: Habe den Eindruck er ist nicht vom filz:
      Das beste für die Welt im Vergleich zur Alternative und den Vorgänger
      13 6 Melden
    • Djinn 23.04.2018 11:03
      Highlight @Radiochopf

      Ja, diese böse Elite mal wieder. Weshalb genau wählen wir dann immer diese Menschen? Sind uns die handgestrickten Pullover der Grünen etwa suspekt?
      18 4 Melden
    • Domsh 23.04.2018 11:05
      Highlight Prinzipiell bin ich mit dir einverstanden.
      Aber betreffend Establishment bist du komplett daneben. Lies mal seinen Lebenslauf bei Wikipedia. Der Mensch war keine Sekunde seines Lebens ausserhalb des Establishments.
      Aber ich bin auch froh dass er gewählt wurde, vor allem wenn man die Alternativen und Frankreichs Reformstau bedenkt.
      31 1 Melden
    • Hugo der Hungrige 23.04.2018 11:21
      Highlight @Sharkdiver: Du scheinst dich schlecht informiert zu haben. Der Macron ist sehr wohl teil des Establishments der Rothschilds durch seine Frau.
      24 6 Melden
    • mrcharliebrown 23.04.2018 11:35
      Highlight "Nicht aus dem Establishment". Der war gut.
      17 2 Melden
    • Sebastian Wendelspiess 23.04.2018 15:47
      Highlight „Er ist nichtaus dem Establishement“ ooh doch und wie, warum sonst bombardiert er Syrien?!
      3 8 Melden
    • D(r)ummer 23.04.2018 16:06
      Highlight Merkel ist sein Vorbild.

      Wäre ich franz. Staatsbürger und hätte dies vor den Wahlen gelesen. Ich wäre ausgewandert.
      4 7 Melden
    • Watson=Propagandahuren 23.04.2018 19:10
      Highlight "Er ist nicht aus dem etablishment",
      Hahaha danke für den Lacher :-) Aber mal unter uns: Wer hat dir denn diesen Bären aufgebunden?
      0 0 Melden
  • Clife 23.04.2018 07:04
    Highlight Dafür, dass er erst seit kurzem im Amt ist, hat sich Macron für meinen Geschmack ja ganz schön schnell an seine Arbeit als Präsident gewöhnt. Gefällt mir nicht
    13 48 Melden
    • swisskiss 23.04.2018 10:16
      Highlight Clife Keine Sorge. Für Zeitgenossen, die eine professionelle Arbeitseinstellung als negativ bewerten, ist immer noch der Donald da, der seinen Dilettantismus gerne in die Welt hinausposaunt.

      Aber es ist nicht die Gewöhnung an das Amt, dass an Macron etwas suspekt ist, sondern die Selbstverständlichkeit mit welcher er, die gleichen Machtallüren eines Sarkosy oder Chirac entwickelt hat ( wenn diese nicht schon lange da waren)

      Sein Anspruch, dass die Grande Nation auf dem imternationalen Parkett mitzuspielen hat, wird von den französischen Arbeitern finanziert. Das kann nicht gefallen.
      13 5 Melden

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