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Obwohl Cyntoia Brown zur Tatzeit erst 16 Jahre alt war, wurde sie nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt. bild: Department of corrections/MEGA

«Er sagte, ich müsse lernen, eine gute Hure zu sein» – die Geschichte der Cyntoia Brown

Cyntoia Brown sitzt seit 13 Jahren im Gefängnis. Mit 16 erschoss sie einen 43-jährigen Freier. Jetzt erhält ihr Fall internationale Aufmerksamkeit: Stars wie Snoop Dogg, Kim Kardashian und Cara Delevingne setzten sich für Browns Freilassung ein. 

24.11.17, 18:25


Cyntoia Browns Start ins Leben war kein einfacher. Browns leibliche Mutter war drogen- und alkoholabhängig. Cyntoia kam mit Crack im Blut auf die Welt. Mit zwei Jahren gab ihre Mutter sie zur Adoption frei. Eine Suchtbetreuerin nahm sie auf, doch das Mädchen flüchtete als Teenager von zu Hause. 

Auf ihrer Flucht landete sie in den Armen eines Mannes mit dem Spitznamen «Cut-Throat», übersetzt «Kehlenaufschlitzer». Der damals 24-Jährige wurde ihr Freund. Als 16-Jährige lebte Brown zusammen mit ihm in einem Motel. Über ihn kam sie an Drogen, wurde abhängig und in die Prostitution gedrängt. In einer der zahlreichen Gerichtsverhandlungen, die folgten, sagte Brown: «Er hat mir erklärt, dass es Menschen gibt, die als Huren geboren werden. Und da ich nunmal so ein Mensch sei, sei es das Beste, wenn ich lerne, eine gute Hure zu sein.»

Der verhängnisvolle Abend

An einem Abend im August 2004 forderte Browns Freund sie auf, anschaffen zu gehen. Die 16-Jährige gehorchte und traf sich mit einem 43-jährigen Makler vor einem Fast-Food-Imbiss in Nashville. Der 43-Jährige nahm sie mit zu sich nach Hause. 

Als Brown zusammen mit dem Freier im Bett lag, griff der unters Bett. Das Mädchen hatte das Gefühl, er wolle sie erschiessen, wie die «New York Times» berichtet. Darauf zog sie eine Handfeuerwaffe aus ihrer Handtasche und erschoss den 43-Jährigen. Bevor sie das Haus verliess entwendete sie zwei Waffen und Geld des Verstorbenen. 

2006 wurde Cyntoia Brown zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen Mordes und Prostitution verurteilt. Das ist jetzt 13 Jahre her. Brown hat noch 38 Jahre im Gefängnis vor sich.  

#FreeCyntoiaBrown

Doch jetzt erhält ihr Fall prominente Unterstützung. Auf Twitter kursieren unter dem Hashtag #FreeCyntoiaBrown zahlreiche Forderungen, den Fall neu zu beurteilen. Darunter sind auch Tweets von nahmhaften Personen zu finden. So schreibt Kim Kardashian: «Das System ist gescheitert. Es bricht mir das Herz zu sehen, dass ein junges Mädchen zur Prostitution gezwungen wird und dann, als sie die Courage findet, um sich zu wehren, lebenslang ins Gefängnis muss.» Auch Stars wie Rihanna, LeBron James, Snoop Dogg und Cara Delevingne setzten sich für die heute 29-Jährige ein. 

Charles Bone, ein Anwalt aus Nashville, der sich vor sieben Jahren begann, um Browns Fall zu kümmern, sagte gegenüber der «New York Times»: «Wir waren sehr dankbar, als wir erfuhren, dass so viele Prominente unsere Forderungen unterstützen.» Bones sagte auch, Brown sei begeistert von der Tatsache, dass sich so viele Leute für sie einsetzen. Mit der prominenten Unterstützung kämpfen Brown und ihr Anwalt dafür, die verhängte Strafe soweit wie möglich zu verkürzen. «Wir sind zuversichtlich, dass das Gericht den Fall neu beurteilen wird», so Bones. (ohe)

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30
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30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Der_kleine_Teufel 26.11.2017 12:03
    Highlight Also Mord ist Mord. Wenn sie nur das Gefühl gehabt hat, dass er etwas unter dem Bett haben könnte reicht das eher nicht. Sie hat ja anscheinend keine Waffe gesehen.
    1 0 Melden
  • Stop Zensur 25.11.2017 06:59
    Highlight War der Freier auch bewaffnet?
    3 0 Melden
    • Saraina 25.11.2017 13:07
      Highlight Offensichtlich waren mindestens die beiden Waffen im Haus, die sie entwendet hat. Ich denke mir auch, dass eine Jugendliche, die mit einem Typen namens Cut-Throat zusammenlebt und für den anschaffen muss, von Männern durchgehend nichts Gutes erwartet. Nicht klar ist, wie verladen sie war, auch nicht, welche Hirnschäden sie durch die Drogensucht bereits im Mutterleib haben könnte.
      2 1 Melden
  • Darkside 25.11.2017 00:25
    Highlight Die Geschichte des unschuldigen Mädchens, das in Notwehr gehandelt hat, war glaubwürdig, bis sie statt gleich zu fliehen beschlossen hat, den Freier noch auszurauben bevor sie ging.
    8 4 Melden
    • Saraina 25.11.2017 13:09
      Highlight Was glaubst du, hätte "Cut-Throat" mit ihr gemacht, wenn sie mit leeren Händen angekommen wäre? Und hast du ihre Lebensgeschichte gelesen? Unschuldig war da gar nie, nicht mal als Baby.
      5 3 Melden
    • Sonja Rone 27.11.2017 02:43
      Highlight @ Saraina

      Das ist allein ihre Version der Geschichte, die größtenteils unbelegt ist. Für mich waren das ehr Bonny & Clyde, wer gibt seiner Sklavin schon eine Pistole? Im übrigen war Kut-Throat auch bloß 24 Jahre alt und schwer Drogenabhängig. Der hatte bestimmt auch keine schöne Kindheit. Wenn sich rausstellt das er ebenfalls Opfer häuslicher Gewalt war und auch eine Reifeverzögerung erlitten hat, kann man ihn für Cyntoias Schicksal auch nicht verantwortlich machen, oder? Und der Makler Allen war als Ex-Soldat bestimmt kriegstraumatisiert usw. usw. usw.
      2 0 Melden
  • Sonja Rone 25.11.2017 00:17
    Highlight Laut englischer Wikipedia war das Gericht 2004 überzeugt, dass Cyntoia Brown Johnny Allen über ihr Alter belogen hat und bereit war für 150$ mit ihm zu schlafen. Sie hätte sein Haus jederzeit verlassen können, zumal Allen eingeschlafen war. Sie hat ihn aber mit einer Pistole, die sie in ihrer Handtasche mitgebracht hatte, während er - forensisch bewiesen - mit den Händen unter dem Kopf verschränkt schlief, in den Hinterkopf geschossen. Dann hat sie seine Geldbörse, einige Waffen aus der Waffensammlung und sein Auto gestohlen und ist mit der Beute zu ihrem angeblich so brutalen Zuhälter zurück.
    11 1 Melden
    • Hierundjetzt 25.11.2017 12:16
      Highlight Nennt man Stockholm Syndrom
      3 1 Melden
    • Sonja Rone 27.11.2017 03:00
      Highlight @Hierundjetzt

      Ich nenn das Bonny & Clyde.

      Ich wollte v.a. darauf hinweisen, das sie nicht die Heldin, die endlich gegen ihren Vergewaltiger zurückschlägt ist, die Rihanna beschreibt, sondern bestenfalls in Panik, vermutlich aber mit brutaler Heimtücke gehandelt hat.
      2 0 Melden
  • Stirber 25.11.2017 00:10
    Highlight Ich denke eine Neubeurteilung des Falles ist sicher angebracht, vorallem gerade deshalb weil sie eigentlich noch eine Jugendliche war, aber nach Erwachsenenstrafrecht bestraft wurde. Auch dass sie zur Prostitution gezwungen wurde und dich (laut eigener Aussage) vom Freier bedroht fühlte solltw darin einfliessen. Trotzdem, Mord bleibt Mord und dieser ist nicht weg zu diskutieren. Fände aber eine Strafreduktion in diesem Fall sicher erstrebenswert, und dies jetzt unabhängig davon wieviele Promis sich für sie einsetzten.
    5 0 Melden
  • zettie94 24.11.2017 21:21
    Highlight Ich finde es bedenklich, dass ein Fall vor Gericht anders beurteilt werden sollte, nur weil sich ein paar Promis dafür einsetzen.
    Nach 13 Jahren kann man einen Fall sicher mal neu beurteilen, aber dabei darf es absolut keine Rolle spielen, wie viele Promis ihre Anwälte dafür einsetzen!
    121 12 Melden
    • Sonja Rone 25.11.2017 00:58
      Highlight Die Geschichte passt halt in Cyntoias Version gut zur aktuellen US-Debatte über Rassismus und Gewalt gegen Frauen. Arme dunkelhäutige Frau, weißer, brutaler "alter" Waffennarr, "weißes" Gericht. Da finden Cyntoias Anwälte schnell "Allies". Und es gilt in den USA jetzt ja als politisch inkorrekt, die Geschichten von Frauen zu hinterfragen. Darum zitiert keine US-Nachrichtenseite das Orginalurteil, alle zitieren nur Kim, Cara und "RiRi". Echte Autoritäten eben. Und die geben nur Cyntoias Lügengeschichte wieder und denken scheinbar sogar, ihr Zuhälter und ihr naives Opfer wären dieselbe Person.
      5 3 Melden
    • trio 25.11.2017 06:38
      Highlight Haha, der war gut! Egal wieviele Anwälte eingesetzt werden... In was für einer Traumwelt lebst du denn? Hätte ihr Vater Milliarden auf dem Konto, sie wäre niemals lebenslänglich verurteilt worden, wahrscheinlich sogar freigesprochen worden.
      6 1 Melden
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 24.11.2017 20:27
    Highlight Weshalb eigentlich Gerichte?
    Man könnte die Justiz auch um eine Reality-Show herumbauen. Nicht mehr ein unabhängiges Justizsystem entscheidet über die Strafe, sondern diese wird direktdemokratisch per Telephonvoting festgelegt. Je besser man sich präsentieren kann, desto tiefer Fällt die Strafe aus. Wer keine sympathische Geschichte zu erzählen hat, hat halt Pech gehabt.
    51 21 Melden
    • Astrogator 24.11.2017 23:23
      Highlight Du gehst von einem funktionierenden Justizsystem aus.
      Minderjährige schwarze Prostituierte erschiesst Weissen: Verurteilung nach Erwachsenenstrsfrecht und mindestens 50 Jahre Knast.
      Weisser erschiesst Schwarzen, nach ein paar Jahren draussen.
      8 2 Melden
  • ATHENA 24.11.2017 19:52
    Highlight Kurze Frage: War unter dem Bett eine Waffe des Freiers?
    102 14 Melden
    • satyros 24.11.2017 23:29
      Highlight Ist nicht wirklich entscheidend. Zumindest nach Schweizer Rechtsverständnis geht es in einer Notwehrsituation darum, wie man sich die Situation vorstellt. Also ob man tatsächlich um sein Leben gefürchtet hat. Natürlich wird das Gericht prüfen ob man gute Gründe gehabt hat, sich die Situation so vorzustellen, wie man sie sich vorgestellt hat. Umgekehrt wäre es keine Notwehr, wenn sie ihn erschossen hätte, ohne zu glauben, er hole eine Waffe, er aber tatsächlich nach einer Waffe gegriffen hätte. Da sie ihm noch zwei Waffen gestohlen hat, hatte sie wohl schon Gründe anzunehmen, er sei bewaffnet.
      1 1 Melden
    • Sonja Rone 25.11.2017 00:36
      Highlight Der Freier hat laut engl. Wikipedia mit hinter dem Kopf verschränkten Händen geschlafen, als sie ihn in den Hinterkopf geschossen hat und da wäre wohl auch keine Waffe unter dem Bett gewesen. Er hatte ehr eine Waffensammlung denn lose Waffen im Raum. Ihre eigene Waffe hatte Cyntoia von ihrem Zuhälter bekommen. Der Staatsanwalt Jeff Burks hielt ihn ehr für einen Komplizen und spricht bzgl. der aktuellen Kampagne von einer Diffamierung des eigentlichen Opfers, Johnny Mitchell Allen. Es war ein heimtückischer Raubmord. In den USA gilt aber gerade #Ibelievewomen und nicht dem Richter/der Forensik.
      7 0 Melden
    • trio 25.11.2017 11:02
      Highlight @Sonja Rone
      Apropo Hände hinter dem Kopf verschränkt...

      5 2 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • TheBean 24.11.2017 19:11
    Highlight 'Murica.
    35 11 Melden
  • know your limits 24.11.2017 18:52
    Highlight Sie hatte das GEFÜHL, er wolle sie erschiessen. Da erschiesst sie ihn glatt und raubt ihn danach aus. Spätestens beim ausrauben ist es dann vorbei mit der Opferrolle und dem fight-back.
    Die Geschichte löchriger als Emmentaler.
    128 74 Melden
    • Hierundjetzt 24.11.2017 21:05
      Highlight Gut, in den USA ist dieser Gedanke gaaar nicht so abwegig😏
      33 6 Melden
    • Charlie Brown 24.11.2017 21:39
      Highlight Nun, ich heisse weder ihre Tat gut noch finde ich es richtig, dass sie nur dank Promi-Unterstützung auf eine Neubeurteilung hoffen kann.

      Aber in einem Rechtsstaat wäre sie als 16-jährige nicht unter Ereachsenenstrafrecht verurteilt worden.
      79 6 Melden
    • know your limits 24.11.2017 22:47
      Highlight @Charlie Brown: Offenbar entspricht dieses Vorgehen dem amerikanischen Recht (?). Jedenfalls ist gerade dieser Punkt kein Thema in der Argumentation ihres Verteidigers.
      1 2 Melden
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