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Filmmaker Michael Moore arrives at Republican president-elect Donald Trump's Trump Tower in New York, U.S. November 12, 2016.   REUTERS/Eduardo Munoz

Ruft zum politischen Widerstand gegen Donald Trump auf: Filmemacher Michael Moore. Bild: EDUARDO MUNOZ/REUTERS

Michael Moore vs. Donald Trump: Der 5-Punkte-Plan gegen den Populisten

Michael Moore ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus, dass er Trumps Sieg vorausgesagt hat: Im US-Fernsehen hat er nun einen Fünf-Punkte-Plan vorgestellt, wie man Protest und Widerstand organisieren sollte.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Mögen seine Filme auch nicht mehr so einschlagen wie früher: Als Trump-Kritiker mit Wahrsagerpotenzial ist Regisseur Michael Moore so gefragt wie selten. Nachdem er als einer der wenigen Kreativen in den USA den Wahlsieg von Donald Trump vorhergesagt hatte, finden seine Analysen und Prophezeiungen neuerdings wieder vielerorts Gehör.

Diese Aufmerksamkeit hat Moore nun genutzt, um in der Sendung «The Last Word with Lawrence O'Donnell» auf dem Nachrichtensender MSNBC einen Fünf-Punkte-Plan vorzustellen. Darin beschreibt er, was US-Amerikanerinnen und US-Amerikaner jetzt tun sollten, um Widerstand gegen die kommende Trump-Regierung zu organisieren. Die Punkte im Wortlaut:

Moderator Lawrence O'Donnell hatte vor allem zu den Punkten 3 und 5 Nachfragen. Zu den «schnellen Einsatztruppen» erklärte Moore: «Wir haben keine Zeit, um eine neue bundesweite Organisation zu gründen. Suchen Sie sich fünf Freunde, zehn Familienmitglieder aus, mit denen Sie Ihre Truppe bilden.» Diese Truppen sollten sich dann über Mobiltelefone und soziale Medien vernetzen, um sich ad hoc organisieren zu können, wenn etwas in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft passiert. Bei was für welchen Ereignissen das etwa sein könnte und welche Massnahmen man dann ergreifen sollte, führte er nicht aus.

«Entweder wird es ihm zu lästig oder er baut Mist.»

Anschliessend erklärte Moore, dass er zwar auch zu denen gehöre, die sich nicht ausmalen könnten, wie schlimm es unter Präsident Trump werden würde. Dann fing er trotzdem an auszumalen, wie man sich die Zeit nach Trumps Amtsantritt vorstellen müsse. «Er wird nicht viel regieren», so Moore, da Trump nach drei Dingen süchtig sei: Twitter, TV und Wahlkampfveranstaltungen. Schon jetzt sei er viel mehr damit beschäftigt, wie ihn Alec Baldwin in der Sketchshow «Saturday Night Live» parodiere als mit den aktuellen Weltereignissen.

Zum Schluss eine sechste Massnahme

Gleichzeitig wiederholte Moore seine Prophezeiung, dass Trump nicht die volle Amtszeit regieren werde: «Entweder wird es ihm zu lästig oder er baut Mist.» Als Narzisst und Soziopath werde Trump alles nur auf seinen eigenen Vorteil hin ausrichten und deshalb früher oder später gegen Gesetze verstossen.

«Junge, wenn wir uns nicht für 2018 zusammenraufen, wenn wir 2020 immer noch mit der alten Garde antreten: Dann sind wir echt todgeweiht.»

Vorher stünden vielen Menschen aber schwere Zeiten bevor, so Moore. «White guys» wie Moderator O'Donnell oder er selbst würden von Trumps Politik noch am wenigsten beeinträchtigt sein, aber für Muslime, Mexikaner, Immigranten, Afroamerikaner, Frauen und junge Menschen würde es sehr schwierig werden.

Moore rief deshalb zu gesellschaftlicher Solidarität auf - und hatte am Ende seines TV-Auftritts dann noch einen Ratschlag für eine sechste, ganz konkrete Massnahme parat: Wenn die Trump-Regierung tatsächlich ein Register aufsetze, in das sich alle Muslime im Land eintragen müssen, dann wolle er sichergehen, dass sein Name als einer der ersten aufgenommen werde. «Lasst uns dieses Register füllen! Sagt, dass ihr Muslime seid!» Wenn sich alle als Muslime registrierten, könnten nicht mehr einzelne herausgepickt werden.

«Alle diese Dinge müssen jetzt passieren!», sagte Moore zum Schluss mit Verweis auf die Wahlreformen, die in den nächsten Jahren anstehen. «Junge, wenn wir uns nicht für 2018 zusammenraufen, wenn wir 2020 immer noch mit der alten Garde antreten: Dann sind wir echt todgeweiht.»

Sehen Sie hier das Video in vollständiger Länge

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    Alle Leser-Kommentare
  • Maria B. 25.12.2016 12:10
    Highlight Highlight



    Dieser schmuddelige, selbsternannte Volkstribun hat tatsächlich schon bedeutend bessere Zeiten gesehen. Heute wird er in der Presse oft als Lügner und Heuchler bezeichnet.

    Wie man nicht nur nachstehend nachlesen kann (Google weiss Rat) offensichtlich auch völlig zurecht :


    http://mobil.stern.de/kultur/film/michael-moore--er-ist-ein-heuchler--3361006.html

  • canoe58 25.12.2016 00:05
    Highlight Highlight Ja, Michael Moore ist ein Populist, aber er ist auf meiner Seite ;-) Leider wird man heute nur gehört, wenn man vereinfacht.
    Und die Populisten auf 'meiner Seite' greifen die Mächtigen an (*die* Elite), sie hacken nicht immer auf die Schwächeren im System herum, wie es die Rechten Populisten tun.
    Dazu kommt noch dass Moore einer der ersten war der nach 9/11 die ganze Bush/Cheney Kriegsmaschinerie in Frage gestellt hat; alle andere, auch die Linken, waren voll hinter dem Commander in Chief.
    • Mia_san_mia 25.12.2016 08:53
      Highlight Highlight In den Bush Zeiten fand ich ihn toll. Jetzt ist er einfach langweilig.
    • phreko 25.12.2016 13:49
      Highlight Highlight @Mia, weil er jetzt deine Werte angreift?
  • Alnothur 24.12.2016 20:11
    Highlight Highlight Moore wird langsam senil...
    • phreko 24.12.2016 22:24
      Highlight Highlight Sonst keine Argumente vorhanden?
    • Mia_san_mia 25.12.2016 01:16
      Highlight Highlight Ja langsam ists langweilig.
  • SilWayne 24.12.2016 18:11
    Highlight Highlight Weshalb hat Moore eigentlich einen so dermassen angeschlagenen Ruf? Ist eine ersthafte Frage an die Kommentarschreiber...
    • SilWayne 24.12.2016 18:54
      Highlight Highlight Jetzt nicht einfach auf den Blitzbutton drücken und fertig...😂
      Ich hätte gerne konkrete Argumente.
    • OhDeaSu 24.12.2016 20:19
      Highlight Highlight Weil seine Domumentationen dermassen einseitig und zum Teil wirklich ein falsches Bild vermitteln. Er geht gegen jede kritische Stimme mit einem eigenen Anwaltsteam vor. Er ist niemand der die Wahrheit zur Tage fördert sondern gewisse Dinge halt in sein gewolltes Licht rückt.
    • The Box 24.12.2016 20:39
      Highlight Highlight Weil er in seinen Dokumentarfilmen wissentlich Halb- und Unwahrheiten verbreitet.
      'Where to invade next' ist ein gutes Beispiel.
    Weitere Antworten anzeigen
  • JJ17 24.12.2016 17:55
    Highlight Highlight Die Pläne von Michael Moore scheinen so erfolgreich wie aktuell sein Lieblingsfootballteam.
  • Slavoj Žižek 24.12.2016 16:55
    Highlight Highlight Das Moore Fake Dokus produziert sollte eigentlich allgemein bekannt sein.
    • Nevermind 25.12.2016 09:41
      Highlight Highlight Wer seine Filme als Dokumentarfilme bezeichnet, denkt vermutlich auch, dass die Heute Show eine Nachrichtensendung ist.

      😉
  • lilie 24.12.2016 16:48
    Highlight Highlight Finde dem Moore seine Ideen gar nicht schlecht. Vor allem das mit dem Muslim-Register, wenn ich Amerikanerin wäre, würde ich da glaube ich echt mitmachen! 😁
  • rodolofo 24.12.2016 15:24
    Highlight Highlight Vielleicht ist DAS der (verborgene) Sinn von Trump's Präsidentschaft:
    Er schweisst die kunterbunte und heterogene Multikulti-Gesellschaft in den USA zusammen zu einer kämpferischen Solidargemeinschaft!
    Die Tatsache, dass ein solches Scheusal zusammen mit einem von ihm selber ausgesuchten "Gruselkabinett" sich anschickt, die grösste Supermacht der Welt zu regieren, weckt alle, die bisher noch geschlafen haben!
    Jetzt geht es nicht mehr nur um die Extra-Wurst...
    Jetzt geht es um die Wurst und um das Brot, ja um das Leben überhaupt!
    Wollen wir leben, oder sind wir längst tot?
    LEBEN natürlich.
  • DaniSchmid 24.12.2016 14:01
    Highlight Highlight "Michael Moore (...) gegen den Populisten". I LOLd.

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