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FILE - In this Jan. 6, 2016, file photo, producer Harvey Weinstein participates in a panel at the A&E 2016 Winter TCA in Pasadena, Calif. The Weinstein Co., mired in a sex scandal, may be putting itself up for sale. The company said Monday, Oct. 16, 2017, that it is getting an immediate cash infusion from Colony Capital and is in negotiations for the potential sale of all or a significant portion of the movie studio responsible for films like

Eine 38-jährige Schauspielerin aus Italien wirft Harvey Weinstein Vergewaltigung in einem Hotel vor. Bild: AP/Invision

Polizei ermittelt gegen Weinstein +++ Tarantino hat alles gewusst – aber geschwiegen

Nach Missbrauchsvorwürfen gegen den US-Filmproduzenten Harvey Weinstein hat die Polizei von Los Angeles Ermittlungen eingeleitet. US-Regisseur Quentin Tarantino wusste seit Jahren von den Vorwürfen. Er bedauert sein Schweigen nun.



Laut US-Medien wirft eine Schauspielerin dem Filmmogul Weinstein Vergewaltigung in einem Hotel vor. Nähere Angaben zum möglichen Opfer machte ein Polizei-Sprecher zunächst nicht. Weinstein sei mutmasslich in den Fall aus dem Jahr 2013 verwickelt gewesen, sagte er.

Der «Los Angeles Times» zufolge soll es sich um eine 38-jährige Schauspielerin aus Italien handeln. Demnach soll die Frau angegeben haben, 2013 in einem Hotel in Beverly Hills vergewaltigt worden zu sein.

Unangemeldet im Hotel erschienen

Die Frau schilderte der Zeitung, dass sie Weinstein kurz bei einem italienischen Filmfest in Los Angeles gesprochen habe. Danach sei er «ohne Warnung» in der Lobby ihres Hotels erschienen. Er habe dann an ihrer Tür geklopft und gesagt, er wollte nur mit ihr sprechen. Dann sei er «sehr aggressiv» geworden. Er habe sie gegen ihren Willen ins Badezimmer gezogen und dort vergewaltigt. «Als er ging, hat er so getan, als sei nichts passiert», so die Frau.

Im Zeitungsinterview gibt sie weiter an, dass sie Angst gehabt habe, Weinstein bei der Polizei anzuzeigen. Sie habe aber einem Priester, einem Freund und einem Kindermädchen von dem Vorfall erzählt.

Tarantino bedauert sein Schweigen

HOLLYWOOD, CA - DECEMBER 07:  Producer Harvey Weinstein (L) and director Quentin Tarantino attend the world premiere of

Weinstein und Tarantino sind langjährige Freunde. Bild: Getty Images North America

Der US-Regisseur Quentin Tarantino, langjähriger Freund von Harvey Weinstein, hat nach eigenen Worten seit vielen Jahren von den Missbrauchs- und Vergewaltigungsvorwürfen gewusst. «Ich wusste genug, um mehr zu tun als ich getan habe», sagte Tarantino der Zeitung «New York Times» vom Donnerstag. Er hätte viel früher «Verantwortung» übernehmen und seine Zusammenarbeit mit Weinstein beenden müssen, sagte der Regisseur.

Mehr als 20 Jahre lang arbeiteten Tarantino und der Hollywood-Mogul eng zusammen an Film-Hits wie «Pulp Fiction», «Kill Bill», «Inglourious Basterds» und «Django Unchained».

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1995 hätte ihm seine damalige Freundin, die Schauspielerin Mira Sorvino, von früheren Belästigungen erzählt, sagte Tarantino. Er sei damals «schockiert und aufgebracht» gewesen, habe die Anschuldigungen aber verdrängt und als Missverhalten des Produzenten abgetan.

Nach Bekanntwerden der massiven Vorwürfe in den letzten zwei Wochen habe er mehrfach bei Weinstein angerufen, aber nichts von ihm gehört. Er habe keine Erklärung für dessen Vergehen. Weinstein müsse nun für diese Taten geradestehen, sagte Tarantino.

Prominente mutmassliche Opfer

Der einflussreiche Hollywood-Produzent Weinstein soll über drei Jahrzehnte hinweg Frauen sexuell belästigt haben. Rund 40 Frauen haben sich mit entsprechenden Vorwürfen gemeldet, unter anderen die Top-Schauspielerinnen Gwyneth Paltrow und Angelina Jolie. Mindestens fünf Frauen werfen Weinstein vor, er habe sie vergewaltigt.

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Die Ermittlungen in Los Angeles sind die ersten in der Sache in der Filmstadt. In New York und Grossbritannien wurden bereits Ermittlungen wegen der Vorwürfe eingeleitet. Scotland Yard in London prüft einen angeblichen sexuellen Übergriff aus den 80er Jahren.

Der 65-jährige Weinstein bestreitet die Vorwürfe. Über einen Sprecher hatte er mitteilen lassen, mit keiner Frau nicht-einvernehmlichen Sex gehabt zu haben. Weinstein kündigte an, Hilfe in Form einer Therapie zu suchen. (viw/sda/dpa/afp/reu)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Spooky 20.10.2017 20:52
    Highlight Highlight Wer sich für die Mächtigen von Hollywood interessiert, dem empfehle das Buch "Die Traumfabrik" von Harold Robbins. Er lässt kein gutes Haar an Hollywood. Trotzdem wurden einige seiner Bücher verfilmt. Das zeigt den Zynismus der Mächtigen von Hollywood. Sie werden auch diesen Weinstein-Skandal dazu benutzen, um noch mehr Kohle zu schaufeln.
  • olive 20.10.2017 14:27
    Highlight Highlight Diejenigen, die den Frauen die Schuld geben: wenn sogar Alice Schwarzer sagt, sie würde nicht mehr vorbehaltlos empfehlen , Anzeige zu erstatten , besonders bei Prominenten , die sofort die besten Anwälte aktivieren können und alles tun , um die Klägerin regelrecht zu zerstören, kann man sich vorstellen, was für eine Hürde das ist.
  • Against all odds 20.10.2017 11:47
    Highlight Highlight "Der 65-jährige Weinstein bestreitet die Vorwürfe. Über einen Sprecher hatte er mitteilen lassen, mit keiner Frau nicht-einvernehmlichen Sex gehabt zu haben. Weinstein kündigte an, Hilfe in Form einer Therapie zu suchen."
    Was jetzt? Wieso braucht er dann eine Therapie, wenn er angeblich nichts unrechtliches getan hat? Oder will er etwa die Opfer therapieren?
    • Baba 20.10.2017 13:18
      Highlight Highlight Nun ja, Sexsucht kann auch ein Grund für eine Therapie sein.

      Ohne Weinstein für seine Übergriffe in Schutz nehmen zu wollen, ist die Aufnahme (resp. Ankündigung) einer Therapie tatsächlich noch kein Schuldeingeständnis.
  • Knety 20.10.2017 11:44
    Highlight Highlight Schweigen ist in Hollywood oberstes Gebot und das schon seit hundert Jahren. Ich weiss ja nicht wieviele Ikonen fallen würden käme alles ans Licht.
  • Bene86 20.10.2017 11:17
    Highlight Highlight Ekelhaft, gewisse Machtmenschen. Aber was tun alle so überrascht? Als ob dies in Hollywood ein Einzelfall darstellen würde. Das läuft seit Jahrzehnten so. Und: Die Frauen lassen es für Geld und Ruhm mit sich machen. Das sollte man nie ausser Acht lassen. Ein wirklich krankes und hässliches Business!
  • mein Lieber 20.10.2017 09:00
    Highlight Highlight Warum wird diese Frau nicht namentlich erwähnt? Ich finde es richtig und wichtig rechtlich gegen einen Sexgrüsel vorzugehen, aber dann bitte auch mit Namen und Gesicht des Opfers, wenns denn schon durch die Medien geschleikt wird.
    • Betty88 20.10.2017 10:38
      Highlight Highlight Weil es nicht genügt was Sie durchmachen musste?
    • Hashtag 20.10.2017 10:55
      Highlight Highlight Warum schreibst du nicht unter deinem richtigen Namen und Bild?
    • mein Lieber 21.10.2017 10:51
      Highlight Highlight Hashtag, wenn ich jemanden eines Verbrechens beschuldige dann mache ich das. Hier herrscht mal wieder Bigotterie vom Feinsten...
  • Hades69 20.10.2017 07:57
    Highlight Highlight Ich hoffe nun wird der Phädophilen-Ring in Hollywood zerschlagen! Und falls jemand jetzt das erste mal davon liest, seht Ihr wie gut die Vertuschung funktioniert..
    • Mia_san_mia 20.10.2017 08:17
      Highlight Highlight Ist wirklich das erste Mal. Was läuft denn dort?
    • seventhinkingsteps 20.10.2017 08:38
      Highlight Highlight Wacht auf, Schäfels!
    • Mietzekatze 20.10.2017 08:38
      Highlight Highlight Dass da was ganz schief läuft ist unbestritten... Was allerdings ein Pädophilen-Ring damit zu tun hat, wenn erwachsene Frauen belästigt und vergewaltigt werden, sehe ich wirklich gerade nicht?!?
    Weitere Antworten anzeigen
  • derEchteElch 20.10.2017 07:11
    Highlight Highlight Natürlich hat Tarantino davon gewusst, so wie andere auch. Vielleicht hat er auch das selbe gemacht, so wie vielleicht anderen in der Film- und Werbebranche auch.

    Was mich verärgert ist, dass jetzt alle so schockiert, überrascht sind und plötzlich alle betroffen sind. Solange man ein niemand war und um die Schauspielrollen froh war hat man geschwiegen.

    Nicht dass es deshalb weniger schlimm wäre aber da sieht man wieder die Doppelmoral..
    • Zarzis 20.10.2017 15:22
      Highlight Highlight @derEchteElch
      Gebe Dir recht. Was mich am meisten nervt, ist auch dieses Schockiert sein!
      Mal ehrlich, es gab sogar schon an der Oscar Verleihung Witze darüber.
      Ist wie mit den Pädophilen Pristern. Darübr gibt es viele Witze. Die zeigen eigentlich allen, das man es weiss. Nur halt noch keine Beweise hat. Häufig auch gar nicht will!
      Um dann wenn die wirklich auftauchen auf, Bin so schockiert, hätte es nie erwartet, zu machen!
      Aber da sind viele Menschen halt gleich.
      Leider auch ich!
  • walsi 20.10.2017 07:04
    Highlight Highlight Auch füt Tarantino gilt: Die Hand die mich füttert beiss ich nicht. So lange der Skandal nicht öffentlich war hat er geschwiegen und gehofft er könne auch in Zukunft mit Weinstein zusammen arbeiten. Was für ein Heuchler.
    • SusiBlue 20.10.2017 11:09
      Highlight Highlight Ja. Du hast recht. Im Prinzip.
      Trotzdem: "aber" die Welt ist halt nicht schwarz-weiss. Ich will damit nichts beschönigen... aber wie würdest du reagieren, wenn du erfährst , dass einer deiner Bekannten/Freunde deine Freundin bedrängt (nicht vergewaltigt) hat?!
      Deswegen gleich zur Polizei gehen?
      Die Freundschaft kündigen?
      Oder dir selbst vielleicht einreden, dass der Typ einen über den Durst getrunken hat und vielleicht deswegen "etwas zu weit" gegangen ist..?
      Ich glaube letzteres passiert halt oft im Alltag... auch von nicht-Promis. Man fährt halt nicht mit gleich schwerem Geschütz auf

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