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Cannon Lambert, Anwalt der Familie Sandra Blands, an einer Medienkonferenz. Angehörige der Verstorbenen bestreiten die Aussagen der Polizei, die 28-Jährige habe sich in ihrer Zelle erhängt.  Bild: AP/FR170980 AP

Tod in texanischer Zelle: Die Widersprüche in den Gefängnisunterlagen von Sandra Bland

Im Fall der in einem US-Gefängnis gestorbenen Sandra Bland hat die Polizei neue Details bekanntgegeben. Die Angaben der texanischen Behörden sind aber zum Teil widersprüchlich.

23.07.15, 06:07 23.07.15, 19:14

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Sandra Bland soll einem Justizbeamten nach ihrer Festnahme mitgeteilt haben, dass sie bereits einmal versucht habe, sich das Leben zu nehmen. Das hat Sheriff Glenn Smith mitgeteilt.

Die 28-Jährige Afroamerikanerin war am 10. Juli bei einer Verkehrskontrolle in Texas mit einem Polizisten in einen heftigen Streit geraten und festgenommen worden. Drei Tage später wurde Bland tot in ihrer Gefängniszelle aufgefunden. Die Polizei geht von einem Suizid aus, Familie und Freunde der Toten bezweifeln das.

Nach dem Tod Blands sind dutzende Menschen auf die Strasse gegangen.  Bild: AP/Houston Chronicle

Sheriff Smith will nun die Suizidthese stützen. Er sagte, die Frau sei nach ihrer Ankunft im Gefängnis von zwei Beamten befragt worden. Einem Wärter soll Bland gesagt haben, dass sie nicht depressiv aber sehr verärgert über ihre Festnahme sei. Beide Gefängnismitarbeiter hätten betont, dass Bland gefasst gewirkt habe.

Bland soll ein Baby verloren haben

In Unterlagen, die sie nach ihrer Ankunft im Gefängnis ausfüllte, soll Bland angegeben haben, dass sie nach dem Verlust eines Babys einen Suizidversuch unternommen hatte. In den Papieren steht aber auch, dass sie zum Zeitpunkt der Festnahme keine Suizidgedanken gehegt habe. Ebenso wenig habe das Gefängnispersonal ein Risiko für die Frau gesehen.

Doch die Unterlagen enthalten Widersprüche: In einem Fragebogen steht, Bland habe in diesem Jahr versucht, mit Tabletten Suizid zu begehen nachdem sie ihr Baby verloren hatte. Ein anderes Formular, das von einem Gefängnismitarbeiter ausgefüllt wurde, datiert den Suizidversuch auf das Jahr 2014. In einem Dokument ist angegeben, dass Bland innerhalb des vergangenen Jahres Suizidgedanken hatte, in dem anderen Dokument ist davon keine Rede.

Screenshot des Überwachungsvideos aus dem Gefängnis, wo Bland starb. Bild: EPA/WALLER COUNTY SHERIFF'S OFFICE

Verwirrung um Epilepsieerkrankung

In einem Fragebogen steht, dass Bland den Wärtern gesagt habe, sie leide an Epilepsie und nehme daher Medikamente. In einem anderen Dokument, das sie offenbar selbst ausfüllte und unterschrieb, beantwortete sie die Frage, ob sie derzeit Medikamente nimmt, mit Nein. In einem dritten Papier ist genau diese Frage mit Ja beantwortet worden.

Cannon Lambert, der Anwalt von Blands Familie, sagte kein Angehöriger wisse von einer Epilepsieerkrankung der Verstorbenen.

Im März hatte die Frau auf Facebook ein Video veröffentlicht, in dem sie sagte sie leide «an einer kleinen Depression und einer posttraumatischen Belastungsstörung». Freunde sagten, Bland habe damals einfach nur nach einem schlechten Tag ihrem Ärger Luft gemacht.

Sandra Bland auf dem Polizeifoto. Bild: EPA/WALLER COUNTY SHERIFF'S OFFICE

(syd/AP)

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Thanatos 23.07.2015 18:24
    Highlight Uh ganz böser Fehler im Titel ^^
    0 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 23.07.2015 08:29
    Highlight Ja, ja, die "bösen" Polizisten in Texas haben wohl nichts besseres zu tun als die Frau im Gefängnis umzubringen. Böse Polizei von Texas! Böse Polizei von Texas! Willkommen in der US-Bürokratie: 100+ Formulare.
    6 24 Melden
    • Linus Luchs 23.07.2015 09:16
      Highlight Sparen Sie sich Ihren Sarkasmus, HPeters, und lesen Sie dieses Interview:
      http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/rassismus-und-polizeigewalt-in-usa-ein-unvorstellbares-mass-a-1031921.html
      16 2 Melden
    • AL:BM 23.07.2015 09:28
      Highlight Ja, Herr Luchs und was in Medien steht ist ja immer vollkommen korrekt und die Dame ist nicht im Stande zu lügen!
      Hören Sie doch auf! Es gäbe sicher tausend verschiedene potenzielle Möglichkeiten warum 'Widersprüche' in den Formularen auftauchen!
      Und hier noch ein Grund, warum in Philadelphia so viel geschossen wird:
      http://www.odmp.org/search?name=&agency=Philadelphia+&state=&from=1980&to=2015&cause=&filter=nok9

      Wenn Sie jeden Tag damit rechnen müssten OHNE Vorzeichen über den Haufen geschossen, erstochen, oder totgeschlagen zu werden, wär Ihre Ansicht evtl. eine andere! #bluelivesmatter
      7 21 Melden
    • Gelöschter Benutzer 23.07.2015 09:33
      Highlight "Jung, männlich, schwarz: Die Zahl der Gewaltverbrechen, in die afroamerikanische Jugendliche verwickelt sind, steigt." Süddeutsche Zeitung 2010. Und heute sind es weniger oder mehr? Das Ganze hat ein wenig mit den ... Ich lasse es besser sein. Jeder hat seine Erfahrungen und Ideen, nicht wahr?
      4 11 Melden
    • Gelöschter Benutzer 23.07.2015 09:42
      Highlight @AL:BM:
      Sehr schön gesagt. Aus dem Schweizer Wohnzimmer anzuklagen scheint eine Sportart der Watson-Leser zu sein. Sehr schön, dass es hier auch vernünftige Leute gibt. Jeder der US Erfahrung hat, sollte eigentlich wissen, dass es nicht nur um Rassismus geht, sondern vielmehr um Feindbilder. Kommen in den USA 3 Schwarze mit zerrissenen Hosen und .. auf Dich zu, steigt dein Blutdruck. Dasselbe bei 3 Bankern und nichts passiert.
      9 9 Melden
    • blueberry muffin 23.07.2015 10:51
      Highlight HPeters, das ist übrigens genau was man "Rassismus" nennt.

      Klar hat man eher Angst vor gefährlich aussehenden Leuten, als vor Bankern im Anzug. Die Hautfarbe ist dabei ziemlich egal.

      Wobei Banker die grössere Bedrohung für unsere Gesellschaft sind.
      3 1 Melden
    • Linus Luchs 23.07.2015 11:07
      Highlight @HPeter+AL:BM: Weshalb Sandra Bland gestorben ist, wissen wir nicht. Aber wollen Sie bestreiten, dass es in den USA Rassismus gibt? Ein Beispiel: Es ist statistisch erwiesen, dass es für das Strafmass eine entscheidende Rolle spielt, welche Hautfarben die Täter und Opfer bei Straftaten haben. Ist der Täter schwarz und das Opfer weiss, ist die Wahrscheinlichkeit einer hohen Strafe oder der Todesstrafe mehrfach höher als im umgekehrten Fall. Das ist systematischer Rassismus, mit einem Rechtsstaat nicht vereinbar.
      2 0 Melden
    • AL:BM 23.07.2015 12:54
      Highlight Herr Peters, es gibt schon Rassismusprobleme in den USA, ich bin es jedoch leid, dass jeder Zwischenfall gleich damit begründet wird. Und die Cops vorverurteilt sind sobald die Medien vor Ort sind!
      1 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 23.07.2015 16:05
      Highlight @LinusLuchs+AL:BM:
      Natürlich gibt es Rassismus. Es gibt ja auch verschiedene Rassen. Es ist aber nicht alles Rassismus was auf den ersten Blick so scheint. Aber es gibt auch versteckten Rassismus. Rassismus wertet ab.(nach Memmi) Somit verhalten sich viele Hilfswerke ebenfalls rassistisch, denn die gehen von der Unfähigkeit (Wertung) der Kultur, der geholfen werden soll, aus. Was Israel gegenüber den Palästinenser praktiziert (Gewehrkugeln gegen Steine) ist ebenfalls höchstfragwürdig und scheint mir das wahre Übel von Rassismus zu sein. Teil 1
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    • Gelöschter Benutzer 23.07.2015 16:10
      Highlight Teil 2:Denn da kommt ein Volk daher und behauptet auserwählt zu sein, also wertiger zu sein als der Rest. Gemäss Def. ist das Rassismus pur. Schwarze die im Süden der USA Weisse mit "weissen Affen" beschimpfen, ebenfalls. Jede Wertung einer Gruppe von Menschen ist Rassismus. Trotzdem sollte man es nicht übertreiben. Bitte bringt den Kommentar trotz des Tabu Wortes Israel.
      1 1 Melden

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