International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa06545101 US President Donald J. Trump's eldest son, Donald Trump Jr. leaves after a meeting in New Delhi, India, 20 February 2018. Trump Jr. is on an unofficial visit to India to promote his family's real estate projects.  EPA/RAJAT GUPTA

Donald Trump Jr. hat Mist gebaut. Ob er da heil wieder rauskommt? Bild: EPA/EPA

Was dealte Trump Junior mit den Russen? Der Senat veröffentlicht neue Details – 6 Fakten

Der US-Senat veröffentlicht ein 2500-seitiges Dokument mit Details der Anhörung von Donald Trump Jr. Im Zentrum steht das Treffen mit einer russischen Anwältin. 

17.05.18, 04:18 17.05.18, 07:31


Der Justizausschuss des US-Senats hat ein brisantes Dokument veröffentlicht: Auf 2500 Seiten präsentiert er die Mitschrift der Anhörung von Donald Trump Junior, dem ältesten Sohn des amerikanischen Präsidenten. Im Zentrum der Befragung steht das mysteriöse Treffen zwischen Trump Jr. und einer russischen Anwältin im Juni 2016.

Zur Erinnerung: Im Sommer 2017 deckte die «New York Times» auf, dass sich Trump Jr. während des Präsidentschaftswahlkampfes mit der russischen Anwältin Natalia Veselnizkaja getroffen hat. Sie soll Verbindungen zum russischen Präsidenten gehabt haben und Trump Jr. kompromittierende Informationen über Hillary Clinton angeboten haben. 

Russian lawyer Natalia Veselnitskaya speaks during an interview with The Associated Press in Moscow, Russia, Sunday, April 22, 2018. Veselnitskaya who discussed sanctions with Donald Trump Jr. in New York during the 2016 campaign told The Associated Press in an interview that she has not been contacted by special counsel Robert Mueller and alleged that he was not interested in getting to the truth. (AP Photo/Dmitry Serebryakov)

Natalia Veselnizkaja. Bild: AP/AP

An dem Treffen, das im New Yorker Trump Tower stattgefunden hat, habe auch Trumps ehemaliger Wahlkampfmanager Paul Manafort teilgenommen.

epa06679937 Paul Manafort, former campaign manager for US President Donald J. Trump, leaves the DC federal courthouse after asking the court to dismiss charges brought by special counsel Robert Mueller in Washington, DC, USA, 19 April 2018. Attorneys for Manafort argued that Mueller exceeded his authority in pursuing the felony charges against Manafort.  EPA/JIM LO SCALZO

Paul Manafort. Bild: EPA/EPA

Organisiert habe das Treffen Rob Goldstone, ein Publizist mit engen Kontakten nach Russland.

FILE - In this file photo taken on Tuesday, Nov. 5, 2013,  music publicist Rob Goldstone attends a group picture during the preliminary competition of the 2013 Miss Universe pageant in Moscow, Russia.  In the emails, sent shortly after Donald Trump secured the GOP nomination, music publicist Rob Goldstone wrote to connect the Donlad Trump jnr. to Russian lawyer Natalia Veselnitskaya. The emails show Goldstone telling Trump that singer Emin Agalarov and his father, Moscow-based real developer Aras Agalarov, had

Rob Goldstone. Bild: AP/www.kommersant.ru

Goldstone vertritt den Sänger und Geschäftsmann Emin Agalarow. Agalarow wiederum ist ein alter Bekannter von Trump.

In this photo taken June 2, 2011, Emin Agalarov, son of Araz Agalarov, an ethnic Azerbaijani business leader living in Moscow, seen during a party in Moscow, Russia. They may have been the hidden link between Donald Trump’s campaign and Russia’s government: A Moscow-based billionaire and his pop star son, who like Trump bridged the diverse worlds of real estate, the entertainment industry and the highest level of politics. (AP Photo/Mikhail Metzel)

Emin Agalarow. Bild: AP/AP

Nach der Aufdeckung des Treffens räumte Trump Jr. zwar ein, dass es tatsächlich zu einer Begegnung mit der Anwältin Veselnizkaja gekommen sei. Doch sei schnell deutlich geworden, dass die Anwältin «keine aussagekräftige Information besass». 

Und nun zum Wesentlichen: dem veröffentlichten Dokument. Dieses enthüllt neue Details zum Treffen im Trump Tower. 

Trump Jr. «liebt» den Dreck über Hillary Clinton

Trump Jr. erhielt ursprünglich eine E-Mail von Rob Goldstone, in der ihm kompromittierendes Material über Hillary Clinton angeboten wurde. Trump Jr. schrieb zurück: «Wenn es so ist, wie du sagst, liebe ich es. Vor allem dann später im Sommer.» 

In seiner Anhörung vor dem Kongress bestätigte Trump Jr. nun, dass er mit «Ich liebe es» tatsächlich die Informationen über Hillary Clinton gemeint habe. Dies war zunächst nicht eindeutig. 

Die blockierte Telefonnummer

Trump Jr. sagte stets, er habe seinem Vater nichts von dem Treffen mit der Anwältin Veselnizkaja erzählt. Dies ist zu bezweifeln. Denn Aufzeichnungen belegen, dass es zu einem Telefonanruf mit einer blockierten Nummer gekommen ist. Eine solche verwendet auch Präsident Trump. Trump Jr. sagt, er erinnere sich nicht mehr, ob es sich bei besagter blockierter Nummer um jene seines Vaters gehandelt habe. 

Der zeitliche Ablauf der Telefongespräche ist jedoch verdächtig, das zeigen auch die entsprechenden Protokolle:

- Am 6. Juni um 16:04 Uhr erhält Trump Jr. einen Anruf von Agalarow. Dieser dauert zwischen 60 Sekunden und zwei Minuten. 
- Um 16:27 Uhr hat Trump Jr. Kontakt mit der blockierten Nummer. Es ist nicht ersichtlich, ob der Anruf ein- oder abgehend ist. Er dauert vier Minuten. 
- Um 16: 31 Uhr ruft Trump Jr. Agalarow zurück. Der Anruf dauert drei Minuten. 
- Um 16:38 Uhr schreibt Trump Jr. eine E-Mail an Goldstone: «Rob, Danke für die Hilfe.»

Das Treffen war peinlich und enttäuschend

Die Verteidigungsstrategie von Trump Jr. war ab der ersten Stunde, das Treffen als unfruchtbar darzustellen. So sagte er auch vor dem Kongress: «Ich hätte sonst nicht 20 Minuten verschwendet, mir etwas anzuhören, für das ich nicht gekommen bin.» Die Informationen der Anwältin Veselnizkaja hätten sich als leere Luft herausgestellt, es sei enttäuschend gewesen. 

Auch der verhörte Goldstone sagte, das Treffen sei unangenehm gewesen: «Ich sagte zu Trump Jr., Don, ich möchte mich wirklich entschuldigen. Das war sehr peinlich.»

Goldstone hielt das Treffen für eine schlechte Idee

Goldstone, der das Treffen arrangiert hatte, bereut dieses offenbar sehr. In einer E-Mail an den Sänger Agalarow schrieb er: «Ich habe schon damals gesagt, dass es eine schlechte Idee ist und es ein schreckliches Treffen ist.»

Paul Manaforts seltsame Notizen

Paul Manafort, der ehemalige Wahlkampfmanager von Trump, machte sich während des Treffens seltsame Notizen. Sie wurden in den Dokumenten des US-Senats ebenfalls veröffentlicht. 

Die Worte scheinen auf den ersten Blick kryptisch. Die «Washington Post» schreibt jedoch, es sei ersichtlich, dass sich einige Worte auf den sogenannten «Magnitsky Act» beziehen würden. Dabei handelt es sich um ein US-Gesetz, das Sanktionen gegen Russland ermöglicht und das den Russen ein grosser Dorn im Auge ist. 

Donald Trump könnte Fehlinformationen verbreitet haben

Trump Jr. machte Andeutungen, dass sein Vater selbst irreführende Informationen über das Treffen verbreitet haben könnte. Er habe allenfalls Einfluss genommen, als das Weisse Haus eine Stellungnahme veröffentlicht hatte. 

Trump Jr. wurde gefragt: Hat der Präsident Einfluss auf das Verfassen der Mitteilung genommen? Seine Antwort: «Er könnte durch Hope Hicks die Mitteilung kommentiert haben.» Hicks war die damalige Kommunikationsdirektorin des Weissen Hauses. 

Konzerne vs. Trump

Video: watson

Das könnte dich auch interessieren:

So will eine deutsche Architektin das Meer von Plastik-Müll befreien

Wie die Migros das Label-Chaos beseitigen will – und dafür kritisiert wird

Blochers Zeitungsimperium druckt seinen eigenen Artikel gegen «fremde Richter»

Nach Rausschmiss von «Guardians of the Galaxy»-Regisseur: Darsteller droht Disney

Die 8 grössten Kraftwerke zeigen das riesige Potential von erneuerbaren Energien

Sie waren vor 10 Jahren unsere grössten Hoffnungen – das wurde aus ihnen

Wenn ich noch einen alten Kerl mit einer jungen Frau vögeln sehe ...

Migros und Coop sind im Fitnessfieber – und die kleinen Studios leiden

Scheidungen sind out – und das hat seine Gründe

Bauern wie zu Gotthelfs Zeiten? Per Initiative ins landwirtschaftliche Idyll

Ronaldo verzückt die neuen Teamkollegen: «Es ist gar nicht möglich, mit ihm mitzuhalten»

7 Mehrtageswanderungen, die sich richtig lohnen 

präsentiert von

«Ich habe keine devote Ausstrahlung»: Tonia Maria Zindel über MeToo, Tod und Rätoromanisch

So (böse) freuen sich Eltern, dass die Kinder wieder in die Schule müssen

Das sagt Osama Bin Ladens Mutter über ihren Sohn, den Terrorfürsten

18 lustige Fails, die dich alles um dich herum vergessen lassen

«Die Frage ist nur noch: Wann haben wir die Schmerzgrenze erreicht?»

Wie das Geschwür am Hintern des Sonnenkönigs zum Trend wurde

Aufgepasst, Männer! So vermeidet ihr «mansplaining»

1 Hanfsamen provoziert ein Gerichtsverfahren – eine Amtsschimmel-Komödie in 3 Akten

In Liverpool muss Schnäppchen-Shaqiri beweisen, dass er der Königstransfer ist

Bruthitze und Megadürre –  Die Katastrophe von 1540 war schlimmer als der Hitzesommer 2003

Endlich «Weltklasse»: Wie Schalkes Max Meyer bei Crystal Palace statt Barça landete

Die Erde ist bei Google Maps keine flache Scheibe mehr – das ist wichtiger, als du denkst

Blutgräfin Báthory, die ungarische Serienmörderin

Hipster-Bärte bedrohen die Rasierklingen-Industrie

So viel Geld macht Ferrari pro Auto – und so viel legt Tesla drauf

Die Frau, die weltbekannt wurde, ohne es zu wissen

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Daily Newsletter

20
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
20Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • The Origin Gra 17.05.2018 10:02
    Highlight Ich fürchte, dank den Mittlerweile Machtgeilen Reps und Tea Party Hardlinern (die nun dem noch schlimmeren "Sumpf" nachlaufen den sie angeblich bekämpfen wollten, naja verständlich es ist halt ihr Sumpf) wird Trump auch das Überstehen.

    Die USA wird aber wieder Small again, so wie vor dem WW2 als sie kaum mehr waren als eine Regionalmacht
    15 0 Melden
  • Aaamolni 17.05.2018 08:48
    Highlight ...und wieder eine weitere Folge der zurzeit angesagten S(h)itcom "Donalds World". Ich mach mir schon gar keine Mühe mehr da noch den Überblick zu behalten, zurücklehnen und geniessen..
    2 3 Melden
  • walsi 17.05.2018 06:20
    Highlight Kurz zusammengefasst, es gab keine Strafbare Handlung. Das ist wie wenn mich ein Dealer anruft und sagt, dass er erstklassigen Stoff hat. Ich treffe mich mit ihm und es stellt sich raus, dass es nur Backpulver ist und ich gehe wieder. Keiner hat sich strafbar gemacht. Ich habe keine illegale Substanz gekauft und der Dealer war auch nur mit Backpulver unterwegs.
    22 74 Melden
    • klugundweise 17.05.2018 08:00
      Highlight Wenn Sie bereit sind, mit einem Dealer zu verhandeln und wenn möglich auf das Geschäft eingehen, ist das Ihre Sache.
      Wenn aber das Umfeld des mächtigsten Mannes der Welt das gleiche tut und Leute wie Sie mit einem "na und" darüber weggehen, ist das ein Zeichen total verkommener Moral!
      82 6 Melden
    • pat86 17.05.2018 08:39
      Highlight @walsi: «Das Gesetz besagt, dass niemand von einer Person ausländischer Nationalität wissentlich einen wertvollen Beitrag zu einer Wahlkampagne verlangen oder annehmen darf», zitat Ryan Goodman, ein ehemaliger Rechtsberater des Verteidigungsministeriums
      18 1 Melden
    • Sandro Lightwood 17.05.2018 10:04
      Highlight Kurz zusammengefasst: Moral und Ethik scheinen überbewertet.
      11 1 Melden
    • walsi 17.05.2018 10:44
      Highlight @pat86: Trum Jr. hat nichts verlangt, es wurde ihm angeboten, noch hat er etwas angenommen. Gegen welches Gesetz hat er nun genau verstossen?
      1 4 Melden
    • Nevermind 17.05.2018 12:51
      Highlight Also nochmals zum mitschreiben:
      „Wenn ein Dealer einen Bundesrat anruft und sagt, dass er erstklassigen Stoff hat. Der Bundesrat trifft sich mit ihm und es stellt sich raus, dass es nur Backpulver ist und er geht wieder.“
      Und danach gehen wir zum Tagesgeschäft über und denken uns: „Das ist doch Privatsache. Was geht es uns an, was der Vorsteher des EJPD in seiner Freizeit macht?“

      Soweit richtig?
      2 0 Melden
    • walsi 17.05.2018 14:48
      Highlight @Nevermind: Der Sohn eines Bundesrates wird mit Gras von der Polizei erwischt, der Vater SVP Bundesrat Ueli Maurer, ist bis heute noch im Amt und wurde nicht für die Verfehlungen des Sohnes zur Verantwortung gezogen.

      https://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Sohn-von-Ueli-Maurer-mit-Cannabis-erwischt/story/10548513
      2 0 Melden
    • klugundweise 17.05.2018 15:15
      Highlight Der Präsident der USA müsste doch ein Vorbild bezüglich Moral und Ethik sein, oder?
      Und Ueli Maurer halt der Ueli!
      Man stellt ja auch nicht den Papst und irgendein Pfäffli auf den gleichen Sockel...
      2 0 Melden
  • reconquista's creed 17.05.2018 05:53
    Highlight Schritt 1: Lügen und Abstreiten
    Schritt 2: nicht erinnern
    Schritt 3: bewiesene Fakten teilweise zugeben und sich selbst dabei der Lüge überführen
    Schritt 4: ablenken mit whataboutism über Demokraten, Obama, Hillary
    Ich habe diesen Trump-Clan derart satt!
    111 10 Melden
    • Gregor Hast 19.05.2018 20:13
      Highlight Und ich habe diejenigen satt, die noch immer nach irgendwelchen Indizien suchen, die nirgends auffindbar sind.
      0 1 Melden
    • reconquista's creed 19.05.2018 20:49
      Highlight Ich glaube so eine Blase um so einen Kommentar zu schreiben gibt es gar nicht. Das ist komplettes Ausblenden und Verdrängen sämtlicher Facts...
      Bemerkenswert.
      0 0 Melden

Donald Trump verteidigt sich: «Ich habe aus Versehen ‹would› statt ‹wouldn't› gesagt»

Nach heftiger Kritik wegen seiner Haltung beim Gipfel mit Kremlchef Wladimir Putin hat US-Präsident Donald Trump eingeräumt, dass Russland sich in die US-Wahl 2016 eingemischt hat. Er akzeptiere entsprechende US-Geheimdienstinformationen.

Den Erkenntnissen zufolge steckt Russland hinter den Hackerangriffen während des Wahlkampfs 2016. «Lassen sie mich völlig klar sein: Ich akzeptiere die Schlussfolgerung unserer Geheimdienste, dass eine Einmischung Russlands bei der Wahl 2016 stattgefunden …

Artikel lesen