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Donald Trump: Der US-Präsident droht Nordkorea erneut. Bild: AP/AP

Trump legt nach: «Nordkorea sollte sehr, sehr nervös sein»

11.08.17, 06:37 11.08.17, 11:38

US-Präsident Donald Trump hat den verbalen Schlagabtausch mit Nordkorea am Donnerstag noch eskaliert. Seine jüngste Erklärung sei womöglich «nicht scharf genug» gewesen, sagte Trump am Donnerstag zu Journalisten.

Am Dienstag hatte er Nordkorea «mit Feuer und Zorn» gedroht, wie es die Welt noch nicht gesehen habe. Die Amerikaner und ihre Verbündeten seien sicher, bekräftigte Trump angesichts der Drohung Nordkoreas, die US-Pazifikinsel Guam ins Visier zu nehmen.

Nordkorea sollte sich zusammenreissen, sonst würde es Probleme bekommen, wie sie nur wenige Länder erlebt hätten. Es sollte «sehr, sehr nervös» sein, wenn es nur daran dächte, die USA und ihre Alliierten anzugreifen.

Nach Einschätzung des republikanischen Senators Lindsey Graham wäre US-Präsident Donald Trump zu einem Präventivschlag gegen Nordkorea bereit, um das Land von einem Atomangriff auf US-Territorium anzuhalten. «Wenn Verhandlungen scheitern, dann ist er bereit, die 'strategische Geduld' aufzugeben und Präventivmassnahmen zu ergreifen», sagte Graham.

Jim Mattis: Krieg mit Nordkorea wäre «katastrophal»

US-Verteidigungsminister Jim Mattis hat angesichts der verbalen Eskalation im Nordkorea-Konflikt vor einer kriegerischen Auseinandersetzung gewarnt. Ein Krieg wäre «katastrophal», sagte Mattis am Donnerstag in Washington. Er setze weiter auf Diplomatie.

Es seien bereits «diplomatische Ergebnisse» zu sehen und diesen Weg wolle er fortsetzen. Welche Ergebnisse er meinte, liess Mattis allerdings offen.

«Ein Haufen Unsinn»

Nordkorea bezeichnete Trumps Feuer-und-Zorn-Äusserung als «einen Haufen Unsinn». Ein fundierter Dialog sei mit dem US-Präsidenten nicht möglich. Dieser sei keiner Vernunft zugänglich, und nur «absolute Gewalt» funktioniere bei ihm, hiess es in einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA.

Ausserdem konkretisierte die Führung in Pjöngjang ihre Angriffsdrohung. Bis Mitte August solle der Einsatzplan stehen, um vier Mittelstreckenraketen über Japan hinweg auf Guam abzufeuern, meldete KCNA. Die Raketen sollten demnach 30 bis 40 Kilometer vor Guam im Meer niedergehen.

Experten in Südkorea warnten, die USA würden jeden Raketenabschuss in Richtung ihres Hoheitsgebietes als Provokation werten, selbst wenn Nordkorea den Start nur als Test deklarieren würde. Aus Furcht vor einem militärischen Konflikt gaben die Aktienmärkte weltweit seit Tagen nach.

Guam reagiert betont gelassen

Auf Guam leben rund 163'000 Menschen. Die USA haben dort eine Luftwaffenbasis, einen Marinestützpunkt mit U-Booten, eine Einheit der Küstenwache und rund 6000 Militärangehörige. Guams Gouverneur Eddie Calvo gab sich betont gelassen.

«Wir sind besorgt wegen dieser Drohungen, wollen aber gleichzeitig sicherstellen, dass die Menschen nicht in Panik verfallen und ihr normales Leben weiter führen. Viel Spass am Strand», sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.

Der südkoreanische Politologe Lee Choon Geun warnte, es bestehe die Gefahr, dass eine Rakete doch näher an Guam landen könnte als beabsichtigt.

«Die USA werden es als offenkundigen Angriff betrachten, wenn sie (die Rakete) in ihren Hoheitsgewässern niedergeht», sagte er. Angesichts dieses Risikos würden die USA versuchen, das Geschoss abzufangen, bevor es in die Nähe ihres Hoheitsgebietes landen könnte. «Dies könnte die Bedrohung auf eine nie dagewesene Stufe erhöhen.»

Die siebte US-Flotte hat derzeit sechs Schiffe der Aegis-Klasse in der Region, die für die Raketenabwehr ausgerüstet sind. Japan hat weitere vier solcher Schiffe. Zudem ist auf Guam das Raketenabwehrsystem Thaad installiert, das die USA vor kurzem auch in Südkorea aufgebaut haben. (sda/reu)

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Brikne, 20.7.2017
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27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kilian Fischer 13.08.2017 11:27
    Highlight Ist der Sportwagen die Schwanzverlängerung des einfachen Arbeiters, so ist die A-Bombe diese für minderbestückte, egozentrische, narzistische Präsidenten. (Bis jetzt) ist alles nur kindsches Rumgebluffe, was allerdings bereits ausreicht um nicht nur die betroffenen Nationen, sondern die ganze Weltbevölkerung nervös zu machen.
    0 0 Melden
  • stoeffeli 11.08.2017 10:18
    Highlight Trump hat ausnahmsweise in Geschichte augepasst. Despoten haben schon immer von innenpolitischen Problemen mit Aussenpolitik abgelenkt. Und das macht das ganze so gefährlich, für Trump geht es nicht um Nordkorea per se sondern um einen Erfolg und Ablenkung von seinem innenpolitischen Versagen. Putin hat die Krim und Trump Nordkorea. Typisch Trump musste er sich dafür eine potentielle Nuklearmacht aussuchen und anstatt es zu kaschieren posaunt er es via twitter raus.
    9 5 Melden
    • Dirk Leinher 11.08.2017 17:43
      Highlight Ja, nebst Nordkorea ist das auch die Strategie der USA selbst. Man lenkt von innenpolitischen Problemen ab indem man Feindbilder aufbaut. Das transatlantische Finanzsystem ist auf dem Sterbebett, da sind Typen wie der Blödmann aus Nordkorea und Typen wie Assad sehr willkommen. Wer glaubt es gehe da um Menschenrechte der hat doch ein Brett vor den Augen. Daher wäre das Beste sich auf das Völkerrecht zu verlassen und die inneren Angelegenheiten der instabilen Läder sich selbst regeln zu lassen.
      0 1 Melden
  • josi#59 11.08.2017 10:01
    Highlight Vielleicht tut Trump genau das richtige... den was der Kimi am wenigsten will ist sterben und sein "Reich" verlieren. Ihm zu drohen (auch wenns evtl. nur ein Bluff ist), könnte garnicht so schlecht sein.
    5 9 Melden
    • Domsh 11.08.2017 11:24
      Highlight Die USA droht einem Land, dessen innenpolitische Macht darauf stützt von der USA bedroht zu werden.
      Wo ist nun der Grund zum Umdenken bei Nordkorea?
      2 0 Melden
  • Chrigi-B 11.08.2017 09:38
    Highlight Hätte nie gedacht, dass ich die gleiche Meinung wie der dicke Kimi habe😏
    8 6 Melden
  • rodolofo 11.08.2017 09:36
    Highlight Ausnahmsweise muss ich diesen Nordkoreanern recht geben, auch wenn sie definitiv die Falschen sind, um diese Kritik zu äussern:
    "...Ein fundierter Dialog sei mit dem US-Präsidenten nicht möglich. Dieser sei keiner Vernunft zugänglich, und nur «absolute Gewalt» funktioniere bei ihm..."
    Das ist ja das Fatale an diesen Rechtsextremen:
    In ihrer Gegenwart werde auch ich zu einem Linksextremen!
    Die USA hat im Vietnamkrieg und im Koreakrieg unvorstellbare Gräueltaten begangen!
    Jetzt erhält das "Konsumistische Imperium" eben die logische Quittung dafür.
    Yankee go home and stay there! America first!
    10 6 Melden
  • JackMac 11.08.2017 09:25
    Highlight Old Mc Donald has a farm, hia hia hoo! Kann man den Typen nicht institutionalisieren und für verrückt erklären lassen?
    5 6 Melden
  • Grundi72 11.08.2017 09:24
    Highlight Die Taktik von Trump ist sehr gut.
    Er möchte dass der Asiate sein Gesicht verliert. Trump weiss, dass Kim keine Raketen nach Guam feuert weil 5min später ein helles Licht am Himmel das letzte sein würde was er in seinem Leben sehen würde.
    Trump geht konkret auf die Drohungen ein und will das letzte Wort haben, somit steht Kim als feiger Dummschwätzer da. Trump kann nur gewinnen.
    6 12 Melden
    • Dirk Leinher 11.08.2017 20:02
      Highlight Ich befürchte dass Sie unrecht haben. Falls Hitler in seinem Bunker die Möglichkeit gehabt hätte eine A-Bombe zu zünden, er hätte es glaub getan.
      Denken Sie daran, Kim hat diese Möglichkeit und je mehr man ihn in die Ecke drängt umso wahrscheinlicher ist dieser Schritt.
      0 0 Melden
  • Galena 11.08.2017 09:10
    Highlight Vielleicht sollte ihm mal jemand sagen, dass manchmal reden Silber und schweigen Gold ist...
    6 5 Melden
  • Gelöschter Benutzer 11.08.2017 08:10
    Highlight Welche Alliierten? Hab ich was verpasst? Gibts wen der Trumps pläne unterstützt??
    12 32 Melden
    • Jein 11.08.2017 08:27
      Highlight Wenn NK Südkorea oder Japan angreift müssten die USA aufgrund ihrer Verteidigungsbündnisse einschreiten.
      46 1 Melden
    • sterpfi 11.08.2017 09:16
      Highlight ...und wenn NK die USA angreifen, ist die NATO und somit Europa ebenfalls verpflichtet, die USA zu unterstützen.
      9 1 Melden
    • Asmodeus 11.08.2017 10:41
      Highlight Südkorea und Japan sind mehr oder weniger gezwungen mitzuziehen wenn Onkel USA sie in einen Krieg zieht.


      Das ist das Problem von halben Vasalenstaaten,.
      3 0 Melden
  • chnobli1896 11.08.2017 08:02
    Highlight Er sollte es einfach mal gut sein lassen. Wenn schon der Kim kein Öl mehr ins Feuer giesst (für den Moment) sollte der Donald das eigentlich auch nicht machen.
    44 4 Melden
    • Spi 11.08.2017 08:38
      Highlight De Gschiider git nah,.
      4 3 Melden
    • Firefly 11.08.2017 09:03
      Highlight Eigentlich sollte heutzutage niemand mehr Öl ins Feuer giessen, das verschmutzt nur die Umwelt.
      6 1 Melden
  • Domsh 11.08.2017 07:46
    Highlight Das verrückte ist, dass ich beim Schreiben dieses Kommentars mehr auf meine Wortwahl achte, als dieser Clown bei einem Statement vor der versammelten Weltpresse zu einem potentiellen Atomkrieg.
    98 5 Melden
    • L1am 11.08.2017 08:27
      Highlight #cofeve

      Immerhin qualifizierst du dich somit für den Job als Pressesprecher! Der wird - vielleicht, wahrscheinlich, ganz sicher - irgendwann mal wieder (schon sehr bald, gleich, jetzt) frei! Los, bewirb dich :D
      37 2 Melden
    • Mini Strant 11.08.2017 10:44
      Highlight Ähm, ja...
      1 0 Melden
  • DocM 11.08.2017 07:43
    Highlight Trump weiss genau, dass seine Armee grösser und stärker ist, aber er nicht... somit versteckt er sich wie ein Kleinkind dahinter. Aber wohl wissend, dass im Falle eines Knalles das Amerikanische Festland mit grosser Wahrscheinlichkeit verschont bleibt, wie schon in allen anderen Kriegen. Da ging höchstens mal ein Stützpunkt hops.
    24 7 Melden
  • Anam.Cara 11.08.2017 07:21
    Highlight Mr Trump is a president uf the US like
    the world
    has never
    seen
    before

    Das hat etwas...
    33 4 Melden
  • Watcher 11.08.2017 07:18
    Highlight Die Präsidenten sollten statt Kriege mit dem eigenen Volk zu führen besser mal selber mit dem gegner in einen Ringkampf, das ist vergleichsweise gratis und es werden weder Menschenleben noch Infrastrukturen zerstört. Die dabei jährlich gesparten zirka Total 1000 Milliarfen Dollar können in sinnvolle Sachen wie z.B. Bildung investiert werden.
    53 2 Melden
  • R. Schmid 11.08.2017 06:52
    Highlight Wir werden langsam auch sehr, sehr nervös....
    12 15 Melden
    • Watcher 11.08.2017 08:13
      Highlight Ziel erreicht...
      15 6 Melden
  • Watcher 11.08.2017 06:51
    Highlight Wie zwei kleine Kinder die Zoff haben, nur haben diese den Zugang zu Atomwaffen und der eine sagt wie die Welt laufen muss damit er seine und die Firmen der Lobbys (vorwiegend Rüstung, nähmlich 600 Milliarden jährlich) begünstigen kann. Solange es die Menschheit zulässt...
    38 3 Melden

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