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Australien sieht nach US-Aus Platz für China bei TPP

24.01.17, 06:31 24.01.17, 07:22


Nach dem Ausstieg der USA aus dem Transpazifischen Freihandelsabkommen TPP will Australien das Abkommen retten. Der australische Premierminister Malcolm Turnbull sagte am Dienstag, seine Regierung sei in «aktiven Diskussionen» mit den anderen TPP-Staaten.

Zugleich kündigte er an, TPP möglicherweise für China zu öffnen. Der neue US-Präsident Donald Trump hatte am Montag per Dekret den TPP-Ausstieg seines Landes besiegelt. Es sei «möglich», dass sich die Haltung der US-Regierung mit der Zeit ändere, «wie sie es auch bei anderen Handelsabkommen getan hat», sagte Turnbull in Canberra.

FILE - In this Aug. 10, 2016, file photo, Australian Prime Minister Malcolm Turnbull speaks in Sydney. Several countries say they hope to salvage the Trans-Pacific Partnership after President Donald Trump's decision on a U.S. withdrawal from the trade pact cast its future in jeopardy. Turnbull on Tuesday, Jan. 24, 2017 said Trump's move was a blow to the multinational agreement. But he suggested other nations, such as China, may be able to fill the void left by the U.S. (AP Photo/Rick Rycroft, File)

Malcom Turnball. Bild: Rick Rycroft/AP/KEYSTONE

Er verwies darauf, dass der designierte US-Aussenminister Rex Tillerson und Vertreter der Republikaner im US-Kongress TPP unterstützten. Der Schritt der Trump-Regierung sei zugleich aber auch eine Chance, TPP ohne die USA weiterzuentwickeln.

«Es gibt sicher die Möglichkeit für China, TPP beizutreten», sagte Turnbull. Ein Hauptziel des Abkommens war es zuvor, dem wachsenden wirtschaftlichen Einfluss von China im Pazifikraum entgegenzusteuern.

Wahlversprechen eingelöst 

Trump hatte mit dem Dekret zum Ausstieg der USA aus TPP eines seiner zentralen Versprechen aus dem Wahlkampf umgesetzt, in dem er das 2015 unterzeichnete Pazifik-Abkommen als «Jobkiller» bezeichnet hatte. Der Rückzug aus dem TPP-Abkommen sei eine «grossartige Sache für den amerikanischen Arbeiter», sagte er bei der Unterzeichnung des Dekrets im Oval Office.

Frauen gegen Trump

Seine vehemente Opposition gegen die Freihandelsabkommen, die von vielen US-Bürgern für Jobverluste und Fabrikschliessungen verantwortlich gemacht werden, war einer der Hauptgründe für die Begeisterung in Teilen der US-Wählerschaft über Trump. Auch Trumps Rivalin Hillary Clinton hatte allerdings den Ausstieg aus TPP angekündigt.

«TPP 12 minus eins»

Der australische Handelsminister Steven Ciobo sagte dem TV-Sender Australian Broadcasting Corporation beim Weltwirtschaftsforum in Davos, sein Land, Kanada, Mexiko und die anderen TPP-Staaten prüften ein Konzept «TPP 12 minus eins». Es gebe «Spielraum für China», wenn wir es schaffen, TPP 12 minus eins für Länder wie Indonesien oder China umzuändern.

Bislang hat nur das japanische Parlament das Abkommen ratifiziert. Japan hält trotz Trumps Absage an TPP fest. Die Regierung in Tokio hoffe, die USA doch noch zum Umdenken bewegen zu können, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press. Demnach sagte Finanzminister Taro Aso, man wolle um Verständnis für die «strategische und wirtschaftliche Bedeutung», die TPP habe, werben. Aussenminister Fumio Kishida wurde mit den Worten zitiert, auch die USA hätten nach dem Krieg sehr vom freien Handel profitiert.

President Barack Obama and first lady Michelle Obama welcome Canadian Prime Minister Justin Trudeau and his wife Sophie Gregoire Turdeau to the White House in Washington, Thursday, March 10, 2016, during a state arrival ceremony on the South Lawn of White House. (AP Photo/Susan Walsh)

Der kanadische Premierminister Trudeau mit den Obamas. Bild: Susan Walsh/AP/KEYSTONE

Trump will auch das 22 Jahre alte nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta mit Kanada und Mexiko zügig neu verhandeln. Dazu will er sich mit dem kanadischen Premierminister Justin Trudeau und dem mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto treffen, wie er am Sonntag ankündigte. Peña Nieto wird am 31. Januar im Weissen Haus erwartet. Er wolle «weder Konfrontation noch Unterwerfung», sagte Peña Nieto am Montag. Ein Besuch Trudeaus wurde noch nicht angekündigt.

Zwei weitere Dekrete unterzeichnet

Durch das unter Trumps Vorgänger Barack Obama nach jahrelangen Verhandlungen erzielte Abkommen TPP sollten sich die USA mit Australien, Brunei, Chile, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur und Vietnam zu einer Freihandelszone zusammenschliessen. Zusammen stehen diese Länder für rund 40 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung.

Zu den Verhandlungen über das Transatlantik-Freihandelsabkommen TTIP mit der EU hat Trump sich bislang nicht geäussert. Auch im Wahlkampf hatte Trump es ausgespart. Das Abkommen dürfte aber nur noch geringe Chancen haben.

Trump unterzeichnete am Montag noch zwei weitere Dekrete. Durch das eine werden die Neueinstellungen von Bundesbeamten eingefroren. Das zweite verbietet staatliche Finanzhilfen für ausländische Nichtregierungsorganisationen (NGOs), welche Abtreibungen unterstützen. (sda/dpa/afp)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ruefe 24.01.2017 09:03
    Highlight Mich würde interessieren was passieren würde, wenn sich China wirklich der TPP anschliessen würde. Die Japaner wollen ja die USA an Bord haben. Aber es wäre denke ich auch von Vorteil, wenn die ewigen Streithähne China und Japan mal zusammenhalten müssten, zumindest im Handel
    8 1 Melden
  • Wilhelm Dingo 24.01.2017 08:26
    Highlight Was hier passiert ist beachtlich und epochal: Ein Abwendung von Australien von den USA hin zu China. Gar nicht auszudenken was das in seiner Konsequenz sicherheitspolitisch bedeuten kann.
    23 2 Melden
    • Majoras Maske 24.01.2017 11:03
      Highlight Gar nicht auszudenken, was Trump für weitere epochale Konsequenzen produzieren wird, wenn wir schon nur die Bilanz seit Freitag ansehen.
      3 1 Melden
  • Stichelei 24.01.2017 08:16
    Highlight ". . . verbietet staatliche Finanzhilfen für ausländische Nichtregierungsorganisationen (NGOs), welche Abtreibungen unterstützen". Es zeigt sich schon in den ersten Tagen von Trump's Präsidentschaft, dass die Frauen nicht grundlos auf die Strasse gingen und dies wohl auch in Zukunft vermehrt tun müssen, wollen sie nicht ihre mühsam erkämpften Rechte wieder verlieren.
    29 1 Melden
    • Slavoj Žižek 24.01.2017 09:51
      Highlight Hillary hat Millionen von Arabischen Staaten erhalten, welche die Rechte von Frauen mit Füssen treten. Doppelmoral.
      39 6 Melden
    • Wiesopferd 24.01.2017 11:19
      Highlight @dermitdemzulangennamen das ist wie Äpfel mit Pferdeäpfeln zu vergleichen
      2 1 Melden
    • Slavoj Žižek 24.01.2017 11:38
      Highlight @Wiesopferd, deswegen hab ich ja die 1 abgekürzt ;)
      0 0 Melden
  • batschki 24.01.2017 07:28
    Highlight TurnbUll
    1 3 Melden
  • Chääschueche 24.01.2017 07:21
    Highlight Gibt es eine möglichkeit jeden artikel indem Trump vorkommt zu Blockieren?
    Es ist nur noch mühsam und ermüdend diesen Typen jeden Tag zu sehen...

    Wobei...Ohne Trump wären die meisten Zeitungen wohl leer...Ist einfacher ein Thema auszuschlachten als wirklich interessantes zu Rechechieren.
    18 40 Melden
    • DerTaran 24.01.2017 07:41
      Highlight Sorry, dann mach doch einfach die Augen zu. Es ist das Interessanteste was zur Zeit in der Welt passiert. Man hat nicht oft die Gelegenheit den Untergang einer Weltmacht zu beobachten.
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    • suchwow 24.01.2017 07:55
      Highlight Hier geht es nicht primär um Trump, sondern um das TPP. Ich würde dir nahelegen, auch Nachrichten "über Trump" zu lesen, denn seine Handlungen werden auch auf die Schweiz einen Einfluss haben.

      Naja, wenns dich nicht interessiert...
      32 1 Melden
    • Alex23 24.01.2017 08:29
      Highlight Ganz einfach, Käsekuchen: Nicht lesen und dann erstaunt schauen, wenn's auch hierzulande verdammt ungemütlich wird.
      Im Moment passiert ziemlich viel Denkwürdiges. Das unkommentiert oder ungesagt zu lassen, wäre schlichtweg fahrlässig.
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