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CNN-Reporter im Clinch mit «nutzlosem» Trump-Sprecher – sind Spicers Tage gezählt?

20.06.17, 02:56 20.06.17, 10:03

Jim Acosta Bild: AP/FR170079 AP

Im Dauerstreit zwischen Medienvertretern und dem Weissen Haus hat CNN-Starreporter Jim Acosta den US-Regierungssprecher Sean Spicer als «nutzlos» bezeichnet. «Der Pressesprecher gelangt an einen Punkt, wo er regelrecht nutzlos ist», sagte Acosta im CNN-Fernsehen.

Spicer beantworte Journalistenfragen unzulänglich, aber das sei längst nicht alles. Acosta reagierte auch auf die Praxis des Weissen Hauses, für einen Teil der täglichen Presse-Briefings keine Kameras oder professionellen Tonaufnahmen mehr zuzulassen. Bisher war ein grosser Teil der Briefings frei zugänglich in alle Welt übertragen worden. Spicer macht jetzt einen Teil der Informationen aber nur noch einem kleinen Kreis von Reportern zugänglich.

«Nutzlos»: Klare Worte auf CNN

Video: YouTube/AmericaThinkAgain

Anscheinend etabliere sich zunehmend als neue Norm, «dass dem Präsidenten der Vereinigten Staaten ermöglicht wird, sich zu isolieren und keine harten Fragen zu beantworten», sagte der Reporter. «Er hat seit Februar keine richtige Pressekonferenz mehr abgehalten.»

Ob Spicer auch künftig die täglichen Termine mit der Presse durchführen wird, ist aber fraglich. Die Nachrichtenagenturen Reuters und AP berichten, dass im Weissen Haus darüber nachgedacht wird, den 45-Jährigen auf einen höheren Posten im Kommunikationsbereich zu befördern. Er wäre damit nicht mehr mit dem Tagesgeschäft, sondern mit der strategischen Planung betraut.

Sean Spicer wie man ihn kennt. Bild: MICHAEL REYNOLDS/EPA/KEYSTONE

Bereits seit Wochen gibt es Gerüchte darüber, dass Spicer als Pressesprecher abberufen wird. Wiederholt soll Trump unzufrieden mit ihm gewesen sein. Ob die mögliche neue Rolle wirklich eine Beförderung darstellt, ist daher unklar.

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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    Alle Leser-Kommentare
  • walsi 20.06.2017 11:47
    Highlight Wie schön, dass es nicht an den Reportern liegt zu beurteilen ob jemand Pressesprecher wird oder nicht.
    3 43 Melden
  • N. Y. P. 20.06.2017 10:53
    Highlight Hätte Spicer unter Obama Pressekonferenzen abhalten dürfen, hätte er einen leichteren Job gehabt.

    Hat man einen Donald Trump als Chef, kann man nur verlieren. Wie soll man das Handeln eines Präsidenten verkaufen, wenn offensichtlich ist, dass es in erster Linie einen riesen grossen Haufen Mist ist, den der POTUS produziert.

    Aber Melissa Mc Carthy von Saturday Night Live wird ihm wohl ein Leben lang dankbar sein..
    101 8 Melden
    • Max Dick 20.06.2017 11:18
      Highlight Wozu braucht Trump überhaupt einen Pressesprecher? Er posaunt eh alles, was ihm auf dem Herzen liegt, auf Twitter heraus. Wer was nachfragen will, der kann ja retweeten. Der Retweet muss einfach irgendeine Provokation beinhalten - z.b. "Obama had more Followers", "please answer with your small hands" oder was auch immer, dann hat man Trumps Aufmerksamkeit garantiert und er antwortet.
      97 3 Melden
    • TanookiStormtrooper 20.06.2017 12:51
      Highlight @Max
      Nein, er blockt dich einfach. Frag mal Stephen King.

      Ich hab da kein Mitleid mit Spicer, er kann ja jederzeit kündigen und ein Buch über seine Zeit mit Trump schreiben. Der kennt doch inzwischen sicherlich ein paar delikate Anekdoten. Der findet auch ausserhalb des Weissen Hauses einen guten Job. Wenn er sich aber lieber regelmässig vor der Weltgemeinschaft für seinen Chef zum Idioten machen will, soll er doch.
      30 1 Melden

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