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Terrorverdacht im Flugzeug: Professor muss wegen Mathe-Gleichungen aussteigen

Ein italienischer VWL-Professor wollte auf einem Flug in den USA nur ein paar Differenzialgleichungen lösen. Seine Sitznachbarin fand die Berechnungen verdächtig - er musste aussteigen.

09.05.16, 02:34 09.05.16, 02:44


Ein Artikel von

Guido Menzio lehrt Ökonomie an der University of Pennsylvania. Der gebürtige Italiener forscht zu Fluktuationen in der Arbeitslosenquote und Gleichgewichtspreisen auf Produktmärkten. Komplizierte Differenzialgleichungen gehören da zu seinem Tagwerk.

An American Airlines airplane takes off from Heathrow airport in London in this file photo from July 3, 2014. American Airlines Group Inc, the world's largest carrier, said October 23, 2015 its third-quarter profit jumped, beating analysts' expectations.  REUTERS/Luke MacGregor/Files

Flieger der American Airlines. Bild: LUKE MACGREGOR/REUTERS

Die wurden dem Professor mit den wilden schwarzen Locken auf einem American-Airlines-Flug von Philadelphia nach Syracuse am Donnerstagabend fast zum Verhängnis. Der 40-Jährige war kurz vor Abflug in seine Berechnungen vertieft, als ihn die Flugbegleiter baten, mal mitzukommen. Die Fluggesellschaft bestätigte den Vorfall.

Seine Sitznachbarin hielt die Mischung aus griechischen und arabischen Schriftzeichen, in denen Ökonomen ihre Funktionen ausdrücken, offenbar für eine fremde Sprache und Menzio für einen Terroristen. Sie reichte einen Zettel mit der Warnung an einen Flugbegleiter, der Menzio dann mitnahm. Der Ökonom wurde erst vom Piloten, dann vom Sicherheitspersonal des Flughafens befragt.

«Sie sagten mir, die Frau sei besorgt, ich könnte ein Terrorist sein, weil ich seltsame Zeichen in meinen Block schrieb», sagte Menzio später der Nachrichtenagentur AP. Nachdem er das Missverständnis erklärt hatte, hob die Maschine mit einiger Verspätung ab.

Menzio sagt, er sei während der Überprüfung die ganze Zeit respektvoll behandelt worden. Dennoch bereite ihm der Vorfall Sorgen. Das Missverständnis hätte durch eine kurze Nachfrage oder Internetsuche verhindert werden können. «Wenn man nach einer Warnung vor 'verdächtigen Aktivitäten' nicht erst mal recherchiert, entstehen viele Probleme, insbesondere wenn sich Fremdenfeindlichkeit weiter ausbreitet», sagte der Professor der Nachrichtenagentur. (ade/AP)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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20
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20Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • DerTaran 09.05.2016 12:31
    Highlight Natürlich war das blöd von der Frau aber sie hat es ja nicht gemeldet, nur um dem Mann zu schaden, sondern weil sie (Todes?)Angst hatte.
    Und allen USA-Diffamierern (Rassismus kann auch bedeuten, sich einem anderen Volk überlegen zu fühlen), sei gesagt, dass wir Schweizer die Weltmeister im denunzieren waren. Ich sage nur Fichen-Affairen! Und wir können uns nicht darauf berufen, dass wir Angst vor einer unmittelbaren Gefahr um unser Leben hatten, wir waren nur einfach, freiwillig und bereitwillig Spitzel.
    0 1 Melden
  • TaZe 09.05.2016 10:57
    Highlight Wohl noch nie "The Big Bang Theory" geschaut :D
    6 0 Melden
  • sEribaZ 09.05.2016 10:03
    Highlight Ja ich kenne das, die Ökonomie-Professoren schreiben die Griechischen Schriftzeichen teils wirklich komisch, da weiss man jeweils kaum welcher Buchstabe gemeint ist.
    Nein, Spass beiseite. Sie hätte ihn besser gefragt, ob er seine Flugzeit opfern und sie unterrichten würde. Bei ihrem Bildungsniveau, hätte sie von einer hohen Humankapitalakkumulations-Wachstumsrate profitieren können.
    23 2 Melden
  • herschweizer 09.05.2016 09:51
    Highlight STASI 3.0 hhh
    14 0 Melden
  • herschweizer 09.05.2016 09:50
    Highlight USA USA USA USA...
    17 4 Melden
  • bröter 09.05.2016 09:17
    Highlight Etwas Bildung hätte der Frau nicht geschadet.
    30 3 Melden
  • Bijouxly 09.05.2016 07:51
    Highlight Das sagt irgendwie auch einiges über die Sitznachbarin aus...
    51 0 Melden
  • Human 09.05.2016 06:44
    Highlight Mittlerweile gilt wohl Einsteigen und am besten gar nichts mehr machen, nicht telefonieren, nicht reden, niemanden zu lange anschauen, nicht schreiben und auch nicht lesen könnte ja eine Anleitung zum Flugzeugkidnapping sein...wo soll das noch hinführen..
    78 0 Melden
    • Nosgar 09.05.2016 07:36
      Highlight Das ist aber verdächtig, sich so still zu verhalten!
      59 0 Melden
  • Bowell 09.05.2016 03:59
    Highlight Diff. Gleichungen sind ja auch echt Terror, zumindest wenn ich mich an meine Gymizeit zurückerinnere.
    143 3 Melden
    • pamayer 09.05.2016 07:26
      Highlight Vielleicht schaffte besagte dame das college genau deswegen und wollte sich am erstbesten daran rächen...
      12 1 Melden
    • dodo62 09.05.2016 09:33
      Highlight Wahrscheinlich hat die werte Dame das college gar nicht geschafft ☺. Es ist schlimm geworden, jeder verdächtigt jeden. Was genau das Ziel der Terroristen war.
      10 0 Melden
    • paddyh 09.05.2016 12:24
      Highlight Hattet ihr das bereits schon am Gymi? Differnzieren und Differentialgleichung ist nicht das selbe.
      0 0 Melden
    • Bowell 09.05.2016 14:57
      Highlight Ja, hatten wir.
      0 0 Melden

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