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Donald Trump im Interview mit NBC. Bild: AP/NBC News

Trump tritt nach: «Er ist ein Blender, ein Angeber. Jeder weiss das»

Das Echo auf den Rauswurf des FBI-Chefs James Comey ist verheerend für US-Präsident Donald Trump. Der attackiert den Geschassten nun persönlich.

12.05.17, 04:13 12.05.17, 14:28


Ein Artikel von

US-Präsident Donald Trump hat sich in einem Interview nochmals zur Entlassung des FBI-Direktors James Comey geäussert. Trump beschimpfte Comey: «Er ist ein Blender, ein Angeber, das FBI war unter ihm in Aufruhr. Jeder weiss das.»

Die Initiative für Comeys Rauswurf sei von ihm selbst ausgegangen: «Ich wollte ihn unabhängig von Empfehlungen feuern. Es war meine Entscheidung», sagte der Präsident. Das Weisse Haus hatte hingegen am Dienstag zu der völlig überraschenden Entlassung des Direktors der Bundespolizei erklärt, Trump sei einer Empfehlung durch die Leitung des Justizministeriums gefolgt.

Comeys Entlassung hatte in den USA einen politischen Proteststurm ausgelöst.

James Comey war erst drei Jahre im Amt. Die Amtszeit eines FBI-Chefs beträgt üblicherweise zehn Jahre. Der 56-Jährige galt wegen der Russland-Untersuchung eigentlich als unantastbar, hat sich in Washington aber auch viele Gegner in beiden politischen Lagern gemacht.

«Entlassung hat nichts mit aktuellen Untersuchungen zu tun»

In dem Interview mit dem Sender NBC sagte Trump, er habe Comey zuvor mehrfach gefragt, ob gegen ihn selbst ermittelt werde, einmal bei einem Abendessen mit dem damaligen FBI-Chef und zweimal am Telefon. Comey habe ihm versichert, dass dies nicht der Fall sei. Das FBI ermittelt jedoch seit Längerem gegen Personen aus Trumps Wahlkampfteam wegen möglicher Russland-Verbindungen.

Trump bekräftigte in dem Interview nochmals, dass Comeys Rauswurf nicht – wie allgemein vermutet – mit diesen Ermittlungen zu tun habe. Er habe bereits geplant, Comey zu entlassen, bevor ihm dazu geraten wurde. Er habe Comey auch nicht dazu gedrängt, die Ermittlungen einzustellen.

Als NBC-Journalist Lester Holt nachfragte, ob Trump mit der Entlassung Comeys Druck auf dessen Nachfolger ausüben wolle, versicherte der US-Präsident: «Nein, das will ich nicht.» Er sei jedoch überzeugt, dass Russland die Wahl in den USA nicht beeinflusst habe.

Zweifel an Trumps Begründung

Die oppositionellen Demokraten und US-Medien vermuten dagegen weiterhin, dass die Russland-Untersuchung des FBI der wahre Grund für die Entlassung sind. Diese Ermittlungen gewannen zuletzt offenbar an Fahrt. Am Dienstag wurde bekannt, dass das FBI erste gerichtliche Vorladungen verschickt und Unterlagen angefordert habe.

Ausserdem soll Comey vorige Woche um eine «bedeutende Aufstockung von Geld und Personal» gebeten haben, um das Russland-Verfahren auszuweiten. Der Adressat war Vizejustizminister Rod Rosenstein – ausgerechnet der Mann, der Trump am Dienstag Comeys Entlassung empfahl.

Auch die Darstellung, Trump habe seit Monaten kein Vertrauen mehr in Comey gehabt, wirft Fragen auf. Erst in der vergangenen Woche sagte Trumps Sprecher Sean Spicer, der US-Präsident habe volles Vertrauen in Comey.

Trump lässt angeblichen Wahlbetrug untersuchen

Am Donnerstag wurde auch bekannt, dass Trump per Dekret eine Kommission eingesetzt hat, die einen angeblichen Betrug bei der US-Wahl 2016 untersuchen soll.

Trump behauptet seit November 2016, bei der Wahl habe seine Konkurrentin Hillary Clinton zwischen drei und fünf Millionen Stimmen erhalten, die nie hätten abgegeben werden dürfen. Die Kommission soll binnen 30 Tagen ein Ergebnis vorlegen.

Insgesamt stimmten für Clinton fast drei Millionen Amerikaner mehr als für Trump. Trump hatte die Wahl trotzdem gewonnen, weil die Verteilung auf die Bundesstaaten entscheidend ist und die damit verbundene Anzahl der Wahlmänner. Ein Betrug in der behaupteten Grössenordnung wird von Experten ausgeschlossen. Die Wahl wird von den Bundesstaaten organisiert. In der Mehrzahl von Republikanern geführt, hätten diese sich aktiv gegen Trump stellen müssen.

koe/AFP/dpa

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26
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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • acove 12.05.2017 10:06
    Highlight «Er ist ein Blender, ein Angeber. Jeder weiß das» Selbsterkenntnis ist bekanntlich der beste Weg zur Besserung
    15 1 Melden
  • ujay 12.05.2017 09:15
    Highlight Er ist ein Blender, ein Angeber. Sagt man dem nicht selbstcharakterisierung?
    14 1 Melden
  • Gummibär 12.05.2017 09:11
    Highlight Da Trump mehr Beifall und mehr Liebe empfängt als jemals ein Präsident zuvor darf es nicht sein, dass jemand der ihm untersteht als fachlich kompetent, unbeinflussbar und integer beschrieben wird.
    Noch schlimmer wenn dieser Untergebene gegen Trump und seinen Klüngel Untersuchungen führen kann, ohne darüber im Detail zu rapportieren.
    Er wird durch einen Lackaien ersetzt.
    8 1 Melden
  • Schweizer Bünzli 12.05.2017 08:48
    Highlight «(Ich bin) ein Blender, ein Angeber. Jeder weiss das» Zugegeben, nicht jeder ...
    11 1 Melden
  • Butzdi 12.05.2017 08:35
    Highlight Wer unschuldig ist, fragt nicht 3x nach ob gegen ihn ermittelt wird. Wer Ahnung hat, weiss dass Comey die Frage nicht beantworten darf.
    Seinem halben Umfeld wurden bereits Russlandconnections nachgewiesen und seine beiden (physisch) erwachsenen Söhne haben damit geprahlt.
    Nun das... im Rückblick wohl der Anfang vom längst überfälligen Ende.
    12 1 Melden
  • Einstürzende_Altbauten * 12.05.2017 08:27
    Highlight Eine Prise Trump reicht für alternative Fakten.
    6 0 Melden
  • Quacksalber 12.05.2017 08:18
    Highlight Entlässt ihn, obwohl der mehrmals versprochen hat nicht gegen ihn zu ermitteln?
    Das trumpt gewaltig und stinkt zum Himmel.
    8 1 Melden
  • Sensenmaa 12.05.2017 08:13
    Highlight Was für ein Kindergarten. Aber die Sitution wiederspiegelt sehr gut wie es in der Welt des Geschäfts, Wirtschaft zu und her geht.
    3 1 Melden
  • Rubby 12.05.2017 08:00
    Highlight Und doch hat diese entlassung von comey etwas mit diesen untersuchungen zu tun....mister comey ist donald trump gefährlich nahe gekommen....darum auch die unverschämten und haltlosen begründungen zu dieser fragwürdigen kündigung...aber das könnte für trump sehr gefährlich werden...trump ist ganz einfach eine zumutung...Trump ist der angeber und blender..!!
    5 1 Melden
  • manhunt 12.05.2017 08:00
    Highlight sagt der grossmeister des blendens und angebens. was haben den donnie und seine neoliberale heuschreckentruppe bis anhin konstruktives geleistet? nichts. also muss immer wieder von der eigenen unfähigkeit abgelenkt werden. und wenn sich seine antszeit ohne irgendwelche positiven veränderungen für die usa dem ende zuneigen wird, werden seine befürworter sagen: "warten wir doch erst einmal ab, er ist ja erst dreieinhalb jahre im amt".
    9 1 Melden
  • Ms. Pond 12.05.2017 07:34
    Highlight Wer im Glashaus sitzt.....
    1 1 Melden
  • Fischra 12.05.2017 07:33
    Highlight Ja lieber Donald. Mit ablenken wirst du es nicht schaffen das die Wahrheit ans Licht kommen.
    4 1 Melden
  • Firefly 12.05.2017 07:28
    Highlight Mir fällt da eher was anderes ein, was jeder weiss!
    2 1 Melden
  • Jan Portmann 12.05.2017 07:22
    Highlight Wenigstens steht er hinter dem was er sagt. Zumindest in dieser situation...
    1 5 Melden
  • Scaros_2 12.05.2017 07:21
    Highlight Oh - jetzt zieht er das auf die persönliche Ebene? Uncool und ich glaube viele Amerikaner finden das auch nicht toll.
    3 1 Melden
  • Theor 12.05.2017 06:52
    Highlight Untersuchung des Wahlbetrugs statt Russlandveebindungen? Trump versucht mal wieder schreiend in eine andere Richtung zu laufen, damit die Menschen sich vom eigentlichen Schauplatz entfernen. Bisher ist ihm das Buebentrickli leider auch meistens geglückt.
    161 7 Melden
    • Firefly 12.05.2017 07:32
      Highlight Es gibt wohl sehr lernresistente Menschen. Auch hier glauben immer noch viele an Trump oder kommen mit irgend eine Spruch wo sie zwei Krankheiten gegeneinander aufwiegen.
      5 1 Melden
  • A. Dent 12.05.2017 06:51
    Highlight "Er ist ein Blender und ein Angeber" gesagt vom grössten Blender und Angeber.
    206 6 Melden
  • rodolofo 12.05.2017 06:47
    Highlight In der Psychologie nennt man das "Projektion".
    Sehr viele Machtmenschen funktionieren so:
    Sie wenden ihr Wissen über sich selbst an, um damit Rivalen und Kritiker zu beleidigen, zu diffamieren und auszuschalten.
    So gesehen bekämpfen sie die eigenen Persönlichkeits-Anteile in der Aussenwelt.
    Viel schwieriger, ja geradezu unmöglich wäre es für Trump, seinen "Inneren Schweinehund" zu bekämpfen.
    Kein Wunder, denn Trump IST sowohl innerlich, als auch äusserlich ein Trump!
    Aus Respekt vor Schweinen und Hunden wurde das Schimpfwort "Schweinehund" durch den politisch korrekten Begriff "Trump" ersetzt.
    151 12 Melden
    • Baba 12.05.2017 07:31
      Highlight "Aus Respekt vor Schweinen und Hunden wurde das Schimpfwort "Schweinehund" durch den politisch korrekten Begriff "Trump" ersetzt."

      😂😂😂 rodolfo, you just made my day!
      7 1 Melden
  • pamayer 12.05.2017 06:41
    Highlight Ach ja...
    40 4 Melden
  • HansDampf_CH 12.05.2017 06:24
    Highlight Sagt der grösste blender und Angeber...
    99 6 Melden

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Der US-Präsident glaubt, er stehe über dem Gesetz. Er hat die Mitglieder der republikanischen Partei zu harmlosen Schmeichlern degradiert. Er stösst Verbündete vor den Kopf und zettelt nach Belieben Handelskriege an.

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