International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Trump telefoniert mit Macron und Putin droht USA – Syrien steht erneute Eskalation bevor

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und US-Präsident Donald Trump haben sich für eine «starke Reaktion» auf einen mutmasslichen Giftgasangriff in Syrien ausgesprochen. Putin droht den USA mit «schwerwiegenden Folgen» im Falle eines Angriffs. 

10.04.18, 03:16 10.04.18, 04:00


Trump und Macron berieten in einem Telefonat erneut über eine Reaktion, wie der Elysée-Palast am späten Montagabend mitteilte. Im Gespräch bekräftigten beide Präsidenten, dass sie eine «starke Reaktion der internationalen Gemeinschaft auf diese neuen Verstösse gegen das Chemiewaffenverbot» befürworteten.

Das sagt Trump:

Kurz zuvor hatte Trump gesagt, er wolle in den kommenden Stunden eine Entscheidung hinsichtlich eines möglichen militärischen Vorgehens verkünden. Eine Entscheidung diesbezüglich werde noch in der Nacht zum Dienstag «oder kurz danach» getroffen, sagte Trump in Washington.

Der Chemiewaffen-Einsatz sei schrecklich und erfordere eine entschiedene Antwort. Es gebe eine Menge militärischer Optionen. US-Regierungsvertreter sagten zu Reuters, die USA strebten im Falle eines Militäreinsatzes eine Kooperation mit Partnern an. Experten zufolge würden dafür etwa Frankreich oder Grossbritannien in Frage kommen.

Das sagt Putin:

Russland warnte die USA vor einer Reaktion auf den mutmasslichen Giftgaseinsatz gegen syrische Rebellen. Der Regierung von Präsident Donald Trump sei mitgeteilt worden, dass ein US-Militärschlag «schwerwiegende Folgen» hätte, sagte der russische Uno-Botschafter, Wassili Nebensia, am Montag vor dem Uno-Sicherheitsrat.

In dem Bürgerkrieg hat zuletzt Syriens Präsident Baschar al-Assad mit der Unterstützung Russlands zahlreiche Rebellengebiete nahe der Hauptstadt Damaskus zurückerobert. Am Montag wurden nach Angaben staatlicher Medien erneut Dutzende Gefangene der Rebellen freigelassen. Die Aufständischen durften dafür aus der Stadt Duma abziehen - Richtung Norden des Landes, wo die Rebellen noch einige Hochburgen halten.

«Es gab keinen Chemiewaffen-Angriff», erklärte Nebensia. Er rief die Ermittler der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) auf, sich bereits ab Dienstag selbst vor Ort ein Bild zu machen. Das syrische und russische Militär würden für ihren Schutz sorgen.

Der Streit über den Giftgaseinsatz

Bei dem mutmasslichen Giftgaseinsatz am Samstag wurden nach Angaben von Zeugen und Hilfskräften 60 Menschen getötet und rund 1000 verletzt. Mehrere Staaten, darunter die USA und Grossbritannien, machen Syrien und Russland dafür verantwortlich. Diplomaten zufolge wollen die USA den Uno-Sicherheitsrat abstimmen lassen, um eine neue Untersuchung des Vorfalls durchzusetzen. Ein Veto Russlands, eines der ständigen Mitglieder im Sicherheitsrat, ist aber wahrscheinlich.

Die USA hatten am Montag einen Resolutionsentwurf vorgelegt, in dem ein neuer «unabhängiger Untersuchungsmechanismus der Vereinten Nationen» zu Chemiewaffeneinsätzen gefordert wird. Russland lehnte das Vorhaben umgehend ab und sprach von «inakzeptablen Elementen». Moskau hatte im Januar einen eigenen Entwurf präsentiert, der jedoch von westlichen Ländern abgelehnt wird. Sie argumentieren, dass die syrische Regierung damit die Kontrolle über die Ermittlungen erhielte. (sda/afp/reu)

Im syrischen Bürgerkrieg wurde bereits mehrere Male mit Giftgas angegriffen

Video: watson

Mehr Artikel zum Krieg in Syrien hier: 

Was gerade in Aleppo passiert, ist «schlimmer als Auschwitz» – warum wir uns schämen werden

Bilder, die traurig – und zugleich hoffnungsvoll stimmen: So schön war es in Aleppo, Homs und Rakka vor dem Krieg

6 Fakten, die zeigen, dass Saudi-Arabien keinen Deut besser ist als der «IS» – aber die Schweiz liefert weiterhin Waffen

Hören wir auf, dem Westen die Schuld an allen Problemen in Nahost zu geben

Annäherung der Erzfeinde: Warum die USA bald um Russland buhlen werden

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

Abonniere unseren Daily Newsletter

10
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Watson=Propagandahuren 10.04.2018 21:04
    Highlight Jetzt sind wir definitiv in einem Paralleluniversum angekommen.
    FOX-Moderatoren die sich GEGEN Krieg und Kriegshetze einsetzen?
    Was kommt als nächstes? Fliegende Schweine?
    1 2 Melden
    • Billy the Kid 11.04.2018 12:07
      Highlight @BullshitDetector3000
      Habe gestern auch zum ersten Mal von diesem "Tucker Carlson" gehört. Dieser Journalist hatte sogar die Eier vor ein paar Tagen sich mit dem Fox-Urgestein und neuen nationalem Sicherheitsberater John Bolton zu zoffen.
      Trotzdem sind so gut wie alle anderen Fox-Journalisten nichts als der verlängerte Propagandaarm des Pentagons.
      Vielleicht ist Tucker ja insgeheim "Batman"?
      1 0 Melden
  • Sebastian Wendelspiess 10.04.2018 10:28
    Highlight Die Rhetorik von Russland hat sich verschärft, sie haben die Hoffnung auf ein faires Verhalten des Westens aufgegeben, die „Wertegemeinschaft“ sollte aufpassen...
    12 2 Melden
  • N. Y. P. D. 10.04.2018 07:43
    Highlight Ich hatte gestern eine grosse Diskussion in einem anderen Syrien - Artikel.
    Tenor : Ich sässe der westlichen Propaganda auf. Ich sei voreingenommen gegenüber Assad.

    Mein Fazit : Es gibt KEINE Instanzen mehr, die von ALLEN Parteien als unabhängig angesehen werden.

    Oder kennt jemand nur EINE Instanz, die von den USA, RUS, SYR und den Rebellen anerkannt wird ?

    Item.

    «Es gab keinen Chemiewaffen-Angriff»
    (Russland)

    «Der Chemiewaffen-Einsatz ist schrecklich und erfordert eine entschiedene Antwort.»
    (USA, ENG, FRA)
    9 13 Melden
    • Dirk Leinher 11.04.2018 07:09
      Highlight Da haben Sie recht, ich sitze quasi an der anderen Seite des Tisches, da ich eher der westlichen Sicht mistraue. Auch ich werde dann von Kommentatoren die wie Eintagsfliegen kommen mit "argentum at hominem" angegriffen.
      Das Feindbild wird immer bedrohlicher aufgebaut.
      Die Fehleinschätzung ist aus meiner Sicht die, das der Westen glaubt, dass Russland aus einer Sicht des Stärkeren agiert, was ich nicht glaube. Russland fühlt sich wirklich bedroht. Leider sehe ich beim Westen keinen Versuch das philosophische Konzept "der Stärkere gibt nach" anzuwenden.
      3 0 Melden
  • rodolofo 10.04.2018 07:25
    Highlight Wenn Russland eine Untersuchung des neuesten Giftgas-Eisatzes in Syrien durch eine UNO-Komission mit seinem Veto verhindert, ist doch der Fall völlig klar!
    NATÜRLICH will ein Kriegsverbrecher nicht, dass seine Kriegsverbrechen untersucht werden!
    Gleichzeitig hat "der Westen" trotz in der Nach Obama - Zeit wieder autoritärerem Auftreten leider keinerlei Autorität mehr, da er selber mit Saudi-Arabien, oder Ägypten Diktaturen stützt und diese mit Waffen beliefert, die dann auch so eingesetzt werden, wofür sie konstruiert wurden: Zum Massakrieren von Menschen.
    Endloses Geschwätz für Nichts.
    9 31 Melden
    • Billy the Kid 10.04.2018 11:34
      Highlight @rodolofo
      Können Sie sich an die Waffeninspektionen vor dem Irakkrieg erinnern? Hans Blix und seine Mannschaft wurden nur als Rechtfertigung missbraucht um sagen zu können, dass man nun alles "menschenmögliche" getan habe und Saddam immer noch nicht "kooperationsbereit" sei.
      Die Russen durchschauen freilich dieses alte Spielchen und wissen ganz genau, dass Trump und John Bolton längst sich für Krieg entschieden haben und nun nur noch eine billige Rechtfertigung für ihre Aggression brauchen.
      Der eigentliche Feind heisst übrigens Iran / Russland - Syrien ist nur Zwischenstop.
      12 2 Melden
    • swisskiss 10.04.2018 21:12
      Highlight Richtig! Aber ein Krieg gegen den Iran mit Russland an seiner Seite ist für die USA sowenig zu gewinnen, wie der Vietnamkrieg oder endet wie der 2. Irakkrieg. Noch bedenklicher, wäre eine Eskalation der Waffensysteme.

      Gibt ein wichtiges Zitat für jeden Militärstrategen: "Kämpfe nicht, wenn Du nicht gewinnen kannst."

      Ein Zitat von Sun Tzu aus dem Buch: Die Kunst des Krieges"

      Vielleicht sollten Trump mal dieses über 2000 Jahre alte Buch lesen, bevor er irgendeine sinnlose Aktion startet.
      3 0 Melden
    • rodolofo 10.04.2018 22:47
      Highlight @ Billy the Kid
      Ja, das ist gut möglich.
      Ist ja eh alles "Hans was Heiri"!
      Haben beide einen Militärhelm auf und ballern in der Gegend rum, mit dem Ziel, das bereits beherrschte Territorium um weitere tausend Hektar Land zu vergrössern.
      Und dann, wenn sie ihr Ziel endlich erreicht haben, liegen sie bereits im Sterben, und der Gedanke flattert durch ihren Kopf, dass sie mit ihrem einmaligen Leben auch etwas Schöneres und Spassigeres anfangen hätten können, als möglichst viel Land mit Bodenschätzen zu erobern...
      2 0 Melden
  • wasihrnichtsagt 10.04.2018 06:33
    Highlight An alle die nach einem Vergeltungsangriff schreien... man Bedenke, dass der Gasangriff noch nicht aufgeklärt ist und derselbe Präsident der hier schnell und heftig „zurückschlagen“ will die Durchsuchung der Büros seines Anwaltes als Zitat: „Angriff auf unser Land“ bezeichnet. Nur so zum Nachdenken...
    66 7 Melden

Wie Exil-Amerikanerinnen von der Schweiz aus Trump stürzen wollen

Eine von Frauen geführte Expat-Gruppe will dafür sorgen, dass die Amerikaner in der Schweiz bei den «Midterms» fleissig an die Urne gehen.

Alexandra Dufresne ist Amerikanerin. Laut herausposaunen will sie das aber nicht. Es ist ihr peinlich – und zwar seit Donald Trump ins höchste Amt des Landes gewählt wurde.

Die 45-jährige Wahlzürcherin und Rechtsdozentin ist auch die treibende Kraft hinter der Widerstandsbewegung «Action Together», einer Gruppe von US-Expats und einigen Schweizern, die sich für die Erhaltung der amerikanischen Grundwerte einsetzen. «Diese werden derzeit von der Trump-Administration und dem republikanischen …

Artikel lesen