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Soll in der Gunst des US-Präsidenten weit gesunken sein: Jared Kushner. Bild: EPA/ANSA

Jared Kushner – der Absturz von «Mr. Perfect»

Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner zog mit beispielloser Macht ins Weisse Haus. Doch politisch ist er weitgehend gescheitert - und steht nun im Fokus der Russland-Ermittler.

27.11.17, 15:53 27.11.17, 17:43

Marc Pitzke



Ein Artikel von

Wer wissen will, wessen Stuhl im Weissen Haus wackelt, muss nur «Breitbart» lesen. Die Website des nationalkonservativen Polit-Agitators Steve Bannon, Ex-Chefideologe des US-Präsidenten, ist weiterhin ein gutes Barometer dafür, wer im West Wing «in» ist und wer «out».

Aktuellster Ungnade-Kandidat: Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner.

Kushner und seine Gattin, «first daughter» Ivanka Trump, sitzen als Top-Berater im Weissen Haus. Dies habe sich jedoch als «eine der destruktivsten Entscheidungen» herausgestellt, resümierte «Breitbart» jetzt: Die beiden stünden Trumps Agenda nur «im Weg». Am Wochenende folgten in der «New York Times» und der «Washington Post» ähnlich koordinierte Indiskretionen, wonach die Tage des Glamour-Duos in Washington gezählt seien.

Jared Kushner und Ivanka Trump. (Januar 2017) Bild: AP/AP

Kushners Spitzname «Mr Perfect» hat längst nur noch ironischen Klang. Mit seinem Super-Portfolio ist er gescheitert - und nun wird er durch seine immer zentralere Rolle in der Russlandaffäre auch zum juristischen Problem.

Nicht durch Zufall ist er neuerdings aus der Öffentlichkeit verschwunden. Trump wolle ihn und Ivanka am liebsten wieder nach Manhattan zurückschicken, heisst es: «Er drängt sie zum Gehen», sagte ein Vertrauter dem Magazin «Vanity Fair».

Kushners Aufgaben - und was daraus wurde

Trump liess das jetzt zwar offiziell dementieren. Doch Jared Kushner und Ivanka Trump waren von dem Moment an umstritten, da sie im Januar mit ins Weisse Haus einzogen. Kritiker störten sich an der schamlosen Vetternwirtschaft; Bannon - der trotz seines Abgangs aus dem Weissen Haus ein Vertrauter des Präsidenten geblieben ist - titulierte die beiden schon immer abfällig als «das Königshaus».

Trotzdem gab Trump dem völlig unerfahrenen Kushner, 36, eine absurde Aufgabenfülle: ein blasiges Projekt namens «Regierungsreform», das Ende der Opioid-Epidemie, die Chinapolitik und, ach ja, mal eben die Lösung des hundertjährigen Nahostkonflikts. Sowie die Leitung eines spontan geschaffenen White House Office of American Innovation, das mit Hilfe des Privatsektors «die Lebensqualität für die Amerikaner verbessern» sollte.

Davon ist wenig übrig. Die Beratungsgremien aus Wall-Street-Bossen und Tech-Innovatoren existierten nur auf dem Papier und lösten sich im August ganz auf, aus Protest gegen Trumps Umarmung der rechtsextremen Szene. Die Opioid-Krise packte Trump derweil lieber selbst an, die China-Politik ebenfalls.

Jared Kushner und Steve Bannon. Bild: AP/AP

Und Kushners Nahost-Einsatz? Er reiste mehrmals in die Region, kehrte aber bisher mit leeren Händen zurück. Stattdessen warf seine Rolle nur Fragen auf. Als ein Investor aus Katar zum Beispiel einen 500-Millionen-Dollar-Kredit an Kushners wankenden Immobilienkonzern stornierte, begann Trump prompt, die Blockade des Emirats durch Saudi-Arabien anzuheizen - Zufall?

Kushner versus Kelly

Seit Juli hat nun der neue Stabschef John Kelly im Weissen Haus das Sagen. Er habe dem politisch moderaten Kushner «die Flügel gestutzt», so hört man. Kelly habe seine Aufgaben reduziert und dulde Kushners Extravaganzen nicht länger, etwa dass er an Trump vorbei mit den Demokraten verhandele.

Auch soll Trump seinen Schwiegersohn für die schwerste Krise seiner Amtszeit mitverantwortlich machen, die Berufung des Russland-Sonderermittlers Robert Mueller. Die Ironie: Mueller nimmt sich nun zusehends auch Kushner vor. Denn der hatte im Wahlkampf offenbar viel weitreichendere - und folgenschwerere - Kontakte zu Moskau, als er später einräumte. Bei seiner Sicherheitsprüfung fürs Weisse Haus «vergass» er, mehr als hundert dieser Treffen anzugeben.

Stabschef John Kelly. Bild: AP/AP

Ärger wartet auch in New York

Ivanka Trump gerät ebenfalls in die Kritik. Monatelang gastierte sie als Repräsentantin Trumps auf der Weltbühne. Jetzt sieht sie sich immer mehr an den Rand gedrängt: Wenn sie diese Woche als US-Delegierte am Global Entrepreneurship Summit in Indien teilnimmt, wird ihr das Aussenministerium keine nennenswerte Begleitung mitgeben.

Kushner streitet ab, nach New York zurückkehren zu wollen. «Wir wollen bleiben», sagte er der «Washington Post» am Wochenende. Auch in der alten Heimat warten massive Probleme: Sein Wolkenkratzer 666 Fifth Avenue, das Kernstück des Immobilienkonzerns seiner Familie, muss neu finanziert werden. Die Rest-Hypothek ist spätestens 2019 fällig - 1.2 Milliarden Dollar.

Doch alle potenziellen Geldgeber in den USA wie im Ausland - darunter die aus China, Russland und Katar - winken seit der Wahl dankend ab.

Dieser Star hat eine starke Message für Trump. Ivanka Trump.

Video: watson/Lya Saxer

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Brikne, 20.7.2017
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17
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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Töfflifahrer 27.11.2017 23:55
    Highlight Scheint so, dass es sehr toxisch ist im Dienste von Trump zu sein oder gewesen zu sein.
    4 0 Melden
  • juba 27.11.2017 21:19
    Highlight Trump packt selber an! kann doch selber alles besser! und Bannon ist noch voll da.... So ´n Quatsch 🤐
    4 3 Melden
  • Zeyben 27.11.2017 17:43
    Highlight Abgestürzt ist er noch nicht. Dass er keinen Erfolg hatte heisst noch nichts.
    14 4 Melden
  • Sebastian Wendelspiess 27.11.2017 17:09
    Highlight Gut so, den Typen mochte niemand.
    74 7 Melden
  • Pana 27.11.2017 16:39
    Highlight Kushner hat sich mehr als 100 (H-U-N-D-E-R-T) mal mit Russen getroffen?! Holy shit!

    Fun fact: Kushners Hochhaus liegt an der 666 5th Ave. Ivanka's Trump Tower in Panama hat 666 Wohnungen.

    127 8 Melden
    • roknroll 27.11.2017 17:45
      Highlight Apropos 666:
      Da kriegt Trumps "You're fired" gleich eine neue Bedeutung...
      25 1 Melden
    • DonChaote 27.11.2017 17:59
      Highlight Hm... wofür steht die 666 auch sonst nochmal? ;)
      Honi soit qui mal y pense...
      13 1 Melden
    • tomdance 27.11.2017 19:15
      Highlight Huhu - number of the beast? Lol.
      6 1 Melden
    • Pana 27.11.2017 19:26
      Highlight Ja, das ist schwach. Könnte bzw müsste man wirklich genauer formulieren.

      Kushner spricht tatsächlich von 4 Treffen mit Russland (von den 100). Verschwiegen hat er die trotzdem alle.
      10 2 Melden
    • Sisiphos 27.11.2017 22:04
      Highlight 666-die Zahl des Tiers-great
      3 1 Melden
  • Linus Luchs 27.11.2017 16:32
    Highlight Ein Präsident, der nur monokausal denken kann, gibt seinem 36-jährigen, politisch unerfahrenen Schwiegersohn Aufgaben, die von gewieften Politikern seit Jahrzehnten nicht gelöst werden können, und ist dann unzufrieden, wenn kein Resultat zustandekommt. Wie lange müssen wir dem Trump'schen Irrsinn noch zuschauen?
    226 12 Melden
    • Snowy 27.11.2017 17:10
      Highlight O-Ton Zitat Trump:

      "Wenn es irgendjemanden auf dieser Welt gelingen sollte Frieden im Nahen Osten zu machen, dann ist dies ja wohl Jared"

      Kein Scherz!

      Originalzitat: "Jared is such a good kid and he'll make a deal with Israel that no one else can — ya know he's a natural, he's a great deal, he's a natural — ya ... If he made peace — who'd be better at that then Jared, right — there's something about him ."
      81 2 Melden
    • Alterssturheit 27.11.2017 17:15
      Highlight Zumindest bis zum Ablauf seiner ersten Amtsperiode - leider, vermutlich.....
      42 2 Melden
    • Helona 27.11.2017 21:23
      Highlight Egal, wie oft man denen die Hosen runterzieht - Great America will sie haben (Es ist zu befürchten 4 Jahre länger). Vielleicht wäre das die Chance für Europa, sich auf seine eigenen Werte zu besinnen.
      21 1 Melden

Ihre Königliche Hoheit, Präsident Donald J. Trump

Der US-Präsident glaubt, er stehe über dem Gesetz. Er hat die Mitglieder der republikanischen Partei zu harmlosen Schmeichlern degradiert. Er stösst Verbündete vor den Kopf und zettelt nach Belieben Handelskriege an.

Wegen einer Laune der Natur hatte George Washington keine leiblichen Kinder. Das hat der jungen amerikanischen Republik sehr viel Ärger erspart, denn die Angst vor einer königlichen Familie war nach dem erfolgreichen Aufstand gegen die Briten weit verbreitet, ja geradezu hysterisch.

Der kinderlose 1. Präsident war jedoch ein Garant, dass in den USA keine königliche Familie und damit auch keine absolutistische Monarchie entstehen konnte.

Der 45. Präsident der USA hat zwar noch nicht den Status …

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