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Trump und seine Top-Berater: Chaos und viel Spass dabei

Die Trump-Administration hat die kommissarische Justizministerin gefeuert. Sie stellte sich gegen das Einreiseverbot. Kein Einzelfall: Das politische Washington leistet immer offener Widerstand gegen den US-Präsidenten und seine Berater.

31.01.17, 09:53 31.01.17, 16:30

Marc Pitzke, New York



Trump und Anhang. Bild: JIM LO SCALZO/EPA/KEYSTONE

Ein Artikel von

Die beispiellose Meldung kam am späten Abend: Sally Yates, die amtierende US-Justizministerin, habe die Regierung «verraten», erklärte das Weisse Haus dramatisch. Weshalb Präsident Donald Trump sie umgehend «von ihren Pflichten entbunden» habe.

So etwas hat Washington seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt. Es war, als seien die düsteren Rachezeiten Richard Nixons zurückgekehrt.

Yates, noch von Barack Obama zur stellvertretenden Generalstaatsanwältin ernannt, sollte die Behörde führen, bis Trumps designierter Justizminister Jeff Sessions im Amt ist. Ihr «Verrat»: Sie hatte sich gegen das kontroverse Einreise-Dekret gestellt. Prompt war sie ihren Job los.

Dazu hat Trump natürlich das Recht. Doch der Fall zeigt, wie schnell Trumps noch junge Präsidentschaft schon jetzt, nach nicht mal zwei Wochen, «im Chaos» versinkt, wie es der legendäre Watergate-Reporter Carl Bernstein im TV-Sender CNN sagte.

Steve Bannon und Kellyanne Conway Bild: JONATHAN ERNST/REUTERS

Die offene Revolte hat begonnen

In der Tat ist Yates' Widerstand kein Einzelfall mehr. Auch im verwaisten US-Aussenministerium, offenbar auch im Pentagon und anderswo im Apparat wächst die Gegenwehr gegen das atemberaubende Wirrwarr aus Erlassen, Eklats und Empörung, das Trumps Amtsbeginn prägte. Und auch diesen Dissidenten wurde prompt mit Entlassung gedroht, von der Kanzel des Weissen Hauses herab.

Wer da am Ende siegen wird, weiss keiner. Fest steht: Das etablierte Washington hat eine offene Revolte gegen Trump begonnen. Selbst bisher Trump-nahe Akteure begehren auf. Darunter, so heisst es, der designierte Aussenminister Rex Tillerson, Pentagon-Boss James Mattis und Heimatschutzminister John Kelly, die sich zumindest intern von dem Einreise-Debakel des Wochenendes distanzierten.

Das Dekret ist nur der bisher eklatanteste Fall. Auch andere Aktionen Trumps verstören, haben sie doch offensichtlich beklemmende historische Parallelen: Zentralisierte Machtfülle in Händen einer kleinen Clique; systematische Unterdrückung von Widerspruch auch in den eigenen Reihen; Beseitigung der Kontrollfunktion von Medien und Justiz; Ausgrenzung nicht-christlicher, nicht-weisser Minderheiten. Die Umrisse sind bereits längst deutlich:

Was bedeutet das alles? Ist es entweder, so Eliot Cohen im Atlantic, ein in Trumps Charakter begründetes Chaos, das schliesslich zu Gewalt, Unruhen und Kriegen führen werde? Oder ist es, wie Yonatan Zunger auf der Website Medium mutmasst, die «Generalprobe für einen Putsch gegen die Vereinigten Staaten»?

Fest steht: Während die Massenproteste auf den Strassen anhalten und der Unmut auch in der US-Wirtschaft immer lauter wächst, will sich nun selbst das politische Washington offenbar nicht ganz widerstandslos von Trump unterjochen lassen.

Sally Yates wusste genau, was ihr drohte, und wird bereits als Heldin gefeiert. Sie dürfte nicht die Letzte gewesen sein.

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33
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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rendel 31.01.2017 14:57
    Highlight Die gefährlichste Person ist Bannon, der sich ja seine Macht in dem Sicherheitsrat gesichert hat. Er ist der Trumpflüsterer. Der Generalstabsleiter (oder wie sich der nennt) und der Direktor des Geheimdienstes, sind nur noch auf Einladung zum Sicherheitsrat zugelassen. Man kann sich ausmalen, was das für die Zukunft bedeutet.
    Bannon ist ein EU Gegner, er ist sehr daran interessiert, dass Marine Le Pen ans Ruder kommt.
    14 0 Melden
  • Thinktank 31.01.2017 12:42
    Highlight Ist doch wie in jeder Firma, wenn ein neuer Chef kommt. Diejenigen, die sich nicht von der Vergangenheit lösen können, müssen halt gehen. Die bisherigen Regierungen waren alle austauschbar, nun kommt echte Innovation.
    5 83 Melden
    • batschki 31.01.2017 13:15
      Highlight Echte Innovation??
      Für Europa scheint sich ein Alptraum zu wiederholen.
      37 2 Melden
    • Juliet Bravo 31.01.2017 13:17
      Highlight Das Land ist zum Glück nicht Trumps Firma.
      27 0 Melden
    • phreko 31.01.2017 13:26
      Highlight Es gibt keinen "Markt" bei Regierungsbeamten... aber das werden BWL'er, und solche die meinen sie seien es, nie verstehen...
      27 1 Melden
    • Datsyuk * 31.01.2017 13:42
      Highlight Meine Güte.. :)
      20 0 Melden
    • Firefly 31.01.2017 13:42
      Highlight Ein Land ist keine Firma.

      Nun wollen solche Eindimansionalkonzeptler nicht nur Banken sondern auch Saaten an die Wand fahren meinen sie?

      Nun der Staat rettet die Banken und Firmen doch wer rettet den Staat?
      28 1 Melden
  • Chrigi-B 31.01.2017 11:49
    Highlight Hoffentlich liegen die JFK Heinis richtig und es wird in der CIA bereits an einem psychisch gestörten Einzeltäter gearbeitet 🤕
    32 2 Melden
  • saukaibli 31.01.2017 11:06
    Highlight Ehrlich gesagt frage ich mich ein wenig ab den Leuten, die glaubten Trump würde sich mässigen sobald er im Amt ist. Das hat schon bei Hitler nicht geklappt und Trump hat einige psychologische Züge mit Hitler gemeinsam. Beides sind Narzisten, beide können nicht mit Kritik oder Widerspruch umgehen, beide glauben sie wissen alles und leider scheinen beide sehr verlockend auf Wutbürger, die sich selbst als Opfer sehen, zu wirken. Die Hoffnung aber ist, dass die USA eine viel stabilere Gesellschaft haben als Deutschland in den 30ern.
    130 3 Melden
    • manhunt 31.01.2017 12:21
      Highlight grundsätzlich gehe ich einig mit dir. ich glaube jedoch, dass die amerikanische gesellschaft, besonders in ehemaligen industriehochburgen, keineswegs stabiler ist, als jene einst in deutschland. bloss viel fauler und lethargischer...
      21 1 Melden
    • Herbert Anneler 31.01.2017 17:29
      Highlight Befürchte, die Trump-Administration sitzt schon fest an den Hebeln der Macht und das Parlament ist paralysiert - erschreckende Ähnlichkeit mit dem Deutschland ab 1933. Und unsere Wirtschaft macht aus Angst um ihre Pfründe schon den Chamberlain. Wir müssen von passiv Zuschauenden in den Aktiv-Modus umschalten, uns jeden Tag auf allen verfügbaren Kanälen gegen das Böse wehren. Nach 70 Jahren ist es wieder hervorgekrochen.
      4 0 Melden
  • Scaros_2 31.01.2017 11:00
    Highlight In dunkeln Kammern der CIA wird sicher schon ein Attentat geplannt falls das ganze weiter eskaliert. Ich meine sind wir ehrlich. Wenn ICH als hohes Tier der CIA welches seit Jahren für die USA arbeite und zusehen muss wie seitens Präsidentschaft die Gefahr immer grösser wird das es "eigene" Geheimdienste etc. geben soll würde mich in Pläne um einen Widerstand wiederfinden, denn allein der Gedanke an einen eigenen Geheimdienst (SS) etc. lässt einem schon 75 Jahre zurückkehren.

    Was kommt als nächstes? Muslimstern?
    77 4 Melden
    • Tilman Fliegel 31.01.2017 11:27
      Highlight Halbmond.
      42 0 Melden
    • Scaros_2 31.01.2017 11:30
      Highlight Ist mir klar ;-), wollte aber den stern nutzen da wir den ja shcon kennen. Was viele aber nicht kennen es gab ja diverse sterne. Es gab den Stern der zeigte ob jemand Jude ist... oder homosexuell usw. Für alles was nicht passte gab es einen passenden Stern.
      21 3 Melden
    • Juliet Bravo 31.01.2017 12:06
      Highlight Kleine Korrektur: für die Homosexuellen gabs den "Rosa Winkel".
      12 0 Melden
    • SemperFi 31.01.2017 12:09
      Highlight @Scaros_2: Sterne gab es nur für Juden. Für andere HäftlingsKategorien gab es sogenannte Winkel. Schrecklich. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kennzeichnung_der_Häftlinge_in_den_Konzentrationslagern
      5 2 Melden
    • <m@g!c> 31.01.2017 12:28
      Highlight Falsch es gab winkel für homosexuelle/kommunisten etc. In diversen farben. So konnte man einfach erkennen wieso jmd im konzentratzionslager bzw gefängnis war.
      Sterne gab es effektiv nur für juden
      13 0 Melden
    • Spi 31.01.2017 12:49
      Highlight Ich bin überzeugt davon, dass Trump kein halbes Jahr überlebt. Die Wahrscheinlichkeit, dass (von den Geheimdiensten) ein neuer Lee Harvey Oswald gefunden wird, der diesem Horror ein Ende bereitet, erachte ich als sehr hoch. Ich möchte aktuell nicht beim Secret Service arbeiten müssen.
      17 1 Melden
    • Scaros_2 31.01.2017 21:15
      Highlight Jedoch könnte man es Mike Pence so erkären, das dies das Werk der eigenen war und er jetzt entweder den Laden normal haushaltet und weg von dem konservativem Bullshit auf Nationaler Ebene geht oder sie einen anderen Weg für ihn finden. Evtl. gibt es ja dann einen anderen.
      0 0 Melden
  • Firefly 31.01.2017 10:51
    Highlight Und Putin, derweil, lacht sich ins Fäustchen.
    54 4 Melden
  • rodolofo 31.01.2017 10:10
    Highlight Eine Schlüsselrolle spielen jetzt die "Gemässigten Republikaner", die sich um den anerkanntesten Rivalen von Trump, Mac Cain, zu formieren beginnen:
    Haben sie genügend Rückgrat, ihrem selbst gezüchteten und entwichenen "Flaschengeist" mit dem Namen "Tea Party Bewegung" entgegen zu treten, so wie Erdogan jetzt den IS (wenigstens halbherzig) bekämpft?
    Nun muss die altehrwürdige Republikanische "Flasche" ihr verzogenes Herrensöhnchen an den Ohren nehmen und ihm deutlich die Leviten lesen!
    Leider lässt sich dieses abstossende Resultat Neoliberaler Erziehung nicht mehr wirklich korrigieren...
    96 4 Melden
    • Alex Danuser 31.01.2017 10:17
      Highlight Ich habe zuerst "Hurensöhnchen" gelesen...;)
      44 0 Melden
    • LeChef 31.01.2017 10:52
      Highlight Jaja, Trump ist ein Neoliberaler... ;) Liberal ist leider überhaupt nichts an diesem Mann.
      27 4 Melden
    • saukaibli 31.01.2017 11:10
      Highlight @LeChef: Doch, er will ja die eh schon lächerlichen Regulierungen für die Finanzindustrie komplett abschaffen und einen komplett freien Markt schaffen. Trump hält nichts von Mindestlöhnen, Umweltauflagen oder sonstigen Regeln, die Gewinne einschränken können. Mit Sicherheit würde er aber Steuergelder einsetzen um Banken zu retten. Das ist Neoliberalismus par Excelence.
      40 2 Melden
    • demokrit 31.01.2017 11:20
      Highlight Allerdings hält er auch nichts von globalem Freihandel. Die US-Neocons waren ursprünglich Anhänger der Demokraten. Trump gehört definitiv nicht zu dieser Gruppe.
      11 0 Melden
    • rodolofo 31.01.2017 12:40
      Highlight @ Le Chef, saukaibli und demokrit
      Trump ist in dem Sinne neoliberal, indem er die Schwäche, bzw. das Nicht vorhanden Sein, der Internationalen Institutionen geschäftstüchtig ausnützt.
      Er verhält sich aber gleichzeitig anti-liberal, indem er durch protektionistische und diskriminierende Massnahmen versucht, die Konkurrenz auszuschalten.
      Also ist es eine Mischung aus anti-autoritärer- (sich selber gegenüber) und autoritärer (anderen gegenüber) Gesinnung und Verhaltensweise.
      Diese Mischung finden wir in der Regel bei Kriminellen und bei Künstlern.
      4 2 Melden

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