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West-Point-Frauen erheben ihre Fäuste: Amerikas Konservative kochen – Ermittlungen eingeleitet

An der US-Militärakademie West Point heben 16 Frauen in Uniform die Faust – und sorgen damit für einen Skandal. Ist die Geste ein politisches Statement?



Ein Artikel von

Spiegel Online

Sie steht für soziale Gerechtigkeit und gegen die Unterdrückung der schwarzen Minderheit: die trotzig erhobene Faust. Sie steht aber auch für eine Bewegung, die bis heute die USA spaltet. Denn die Faust war das Symbol der Black Panther Party, deren Mitglieder in den 60er Jahren bewaffnet und mit schwarzen Lederjacken und Baskenmützen bekleidet Polizeistreifen verfolgten, um gewalttätige Übergriffe gegen Schwarze zu vereiteln.

This undated image obtained from Twitter on Saturday, May 7, 2016 shows 16 black, female cadets in uniform with their fists raised while posing for a photograph at the United States Military Academy at West Point, N.Y. The U.S. Military Academy has launched an inquiry into the image that has spurred questions about whether the gesture violates military restrictions on political activity. (Obtained from Twitter via AP)

Das Foto des Anstosses (für bürgerliche US-Amerikaner).
Bild: AP/Obtained from Twitter

Für weite Teile des konservativen Amerikas gelten die Panthers bis heute als Kriminelle, Extremisten, Polizistenmörder – und deshalb sorgt nun ein Foto von 16 Absolventinnen der berühmten Militärakademie des US-Heeres in West Point für Ärger: Sie haben auf ihrem Abschlussfoto die Fäuste erhoben.

John Burke, ein in US-Militärkreisen beliebter Blogger, verbreitete das Foto unter der Überschrift «Rassismus in West Point». Die Geste sei «völlig unprofessionell» und verstosse gegen eine Militärregel, die es Kadetten in Uniform untersage, politische Überzeugungen zur Schau zu stellen, schrieb er. Seither hetzen Dutzende auf Facebook und Twitter gegen die Frauen.

Erst im Februar war Popstar Beyoncé heftig kritisiert worden, weil sie ihren Auftritt in der Halbzeitpause des Super Bowls für eine Hommage an die Black Panthers genutzt hatte. Polizeigewerkschaften riefen gar zum Boykott ihrer Konzerte auf.

West-Point-Absolventin Mary Tobin, die einige der Frauen auf dem Foto als Mentorin betreut, sagt, die erhobenen Fäuste seien gar nicht als politisches Statement gedacht gewesen: «Das war ein Zeichen der Einheit. Damit wollten sie zeigen: Wir haben es geschafft, und wir haben es zusammen geschafft.»

Die Militärakademie hat nun eine Untersuchung eingeleitet. Wie lange diese dauern wird und welche Konsequenzen eventuell auf die Frauen zukommen, ist noch unklar.

vet

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