International

US-Jury bestand nur aus Weissen – Gericht kassiert Todesurteil

Das oberste US-Gericht hat nach 29 Jahren das Todesurteil gegen den Afroamerikaner Timothy Tyrone Foster aufgehoben – weil für die Jury ausschliesslich weisse Mitglieder ausgewählt worden waren.

24.05.16, 00:58 24.05.16, 06:36

Timothy Tyrone Foster.
Bild: AP/Georgia Department of Corrections

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Timothy Tyrone Foster war 18 Jahre alt, als er zum Tode verurteilt wurde: Im Jahr 1987 hatte ihn eine Geschworenenjury schuldig gesprochen, eine 79-jährige Weisse im US-Bundesstaat Georgia ermordet zu haben. Jetzt, fast drei Jahrzehnte später, hat der Supreme Court das Urteil aufgehoben.

Die Prozessunterlagen hätten deutlich gezeigt, dass es «eine gemeinsame Anstrengung gegeben hat, schwarze Juroren aus der Jury herauszuhalten», schreibt Verfassungsrichter John Roberts in der Begründung. Die Entscheidung des obersten US-Gerichts heisst nun für Foster, dass sein Fall neu verhandelt wird. Er hatte den Mord gestanden.

Sein Anwalt betonte, das Schicksal seines Klienten sei ein Fall wie aus dem Lehrbuch. Er schränkte aber zugleich ein: «Die Entscheidung in diesem Fall wird die Diskriminierung bei der Jury-Auswahl nicht beenden.»

Das Votum der obersten Richter fiel sieben zu eins. Gegen die Entscheidung stimmte der einzige afroamerikanische Verfassungsrichter, Clarence Thomas, der dem konservativen Flügel zugeordnet wird. (cma/aar/dpa/AP)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Blaumeise 26.05.2016 14:21
    Highlight Hmm. Paradoxes Urteil. Der Jury zu unterstellen, sie habe rassistisch über einen Schwarzen geurteilt, weil nur Weisse Mitglied der Jury waren, ist seinerseits rassistisch, ganz nach dem idiotischen Vorurteil Weisser = Rassist, resp. Schwarzer = Nicht-Rassist. Das ist echt peinlich dumm.
    Die Auswahl der Juroren mag manipuliert worden sein, aber 1.: ging es wohl nicht um Schwarz gegen Weiss, sondern um Reich gegen Arm, und 2. könnte das damalige Verfahren und sein Urteil dennoch fair und gerecht gewesen sein. Schliesslich sind die Tatbeweise und Zeigenaussagen unverändert gültig.
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  • exeswiss 24.05.2016 02:24
    Highlight was ja der eigentliche witz an der sache ist, dass der zum TODE verurteilte nach "29 jahren" überhaupt noch lebt. nicht das ich für die todes strafe wäre, um himmels willen, aber ich finde diese fälle immer wieder urkomisch.
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    • AL:BM 24.05.2016 06:44
      Highlight Dies macht man im US System, damit der Verurteilte nie weiss, wann es 'so weit ist'.
      Ausserdem hatte er wohl noch das eine oder andere Jahr mit Revisionen zu tun.
      Würde mich ja interessieren unter welchen Umständen er den Mord gestanden hat...
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    • pamayer 24.05.2016 07:01
      Highlight Ist oft so, die todesstrafe wird z.t. lange aufgeschoben. Weiss echt nicht, was dahinter steckt. Weiss auch nicht, was schlimmer ist, nach gerichtsurteil hingerichtet zu werden oder 30 jahre darauf warten zu müssen.
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    • Snus116 24.05.2016 10:21
      Highlight Im Justizsystem der USA sind Todesurteile massiv komplizierter und teurer als "life without". Dadurch verzögert sich die Hinrichtung um einige Jahrzehnte.
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    • Fabio74 25.05.2016 18:51
      Highlight gehört eh abgeschafft. Überbleibsel aus der Steinzeit
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