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Schulterschluss bei US-Vorwahlen: Stimmung? Miserabel

In den Vorwahlkämpfen streiten Republikaner und Demokraten mehr untereinander als gegeneinander. Trump und Clinton behalten die Oberhand – vorerst.

26.04.16, 13:36 26.04.16, 13:52

Veit Medick und Marc Pitzke, Washington und New York

Ein Artikel von

Wahlkampf in den USA: Welche Promis unterstützen wen?

Ausgerechnet vor dem Superwahltag an diesem Dienstag holte Donald Trump zu grundsätzlicher Systemkritik aus: «Total manipuliert» sei das ganze Vorwahlsystem. Kurz vor dem Urnengang nämlich haben sich Ted Cruz und John Kasich verbrüdert. Bei den Vorwahlen in Oregon und New Mexico soll der laut Umfragen schwächere dem das Feld überlassen, dessen Chancen besser sind.

Zwei Männer, ein Gegner

Cruz und Kasich.
Bild: Wilfredo Lee/AP/KEYSTONE

Doch Trumps Aufregung wirkt künstlich – denn möglicherweise könnte er von dem Deal zwischen Cruz und Kasich sogar profitieren. Diese Verabredung dürfte das Gefühl vieler seiner Anhänger noch verstärken, die Politik in Washington würde nach ganz eigenen undurchsichtigen Regeln spielen, abgehoben von den wahren Sorgen der einfachen Amerikaner. Trump dagegen hatte sich seinen ganzen Wahlkampf über in die Posen des Rebellen gegen das Establishment geworfen.

Der Pakt zeigt aber auch, dass Trumps Gegner noch lange nicht zur Kapitulation bereit sind. Selbst wenn dem Immobilienmogul ein Durchmarsch in den fünf Staaten am Dienstag gelänge, droht der Schulterschluss seiner Konkurrenten ihm den Weg hin zu den für die Kandidatur erforderlichen 1237 Delegierten zu versperren.

Die Stimmung unter den Republikanern ist schon jetzt miserabel. Je länger die Frage der Kandidatur ungeklärt bleibt, desto schlechter dürfte sie werden. Das Ziel, das Weisse Haus zurückzuerobern, droht aus dem Blick zu geraten. Statt sich langsam mal auf den Hauptwahlkampf zu konzentrieren und den Kurs gegen Hillary Clinton zu planen, ist die Partei mit einem internen Krieg beschäftigt.

Bernie Sanders' Endspiel

Auch bei den Demokraten war die Stimmung schon mal besser, vergleichbar mit der Atmosphäre bei den Republikanern ist sie jedoch nicht. Für Bernie Sanders ist dieser Dienstag bereits eine Art Endspiel. Nach seiner schweren Niederlage in New York in der vergangenen Woche drohen ihm am Abend weitere Schlappen. Holt er keinen Überraschungssieg, dürfte von Mittwoch an der Druck auf Sanders enorm wachsen, zu prüfen, ob er wirklich noch im Wahlkampf bleiben oder nicht vielleicht doch besser ausscheiden will.

Hinter verschlossenen Türen verfolgt der an der Basis der Demokraten so beliebte Senator aber längst ein anderes Kalkül: Als gescheiterter Herausforderer von Clinton könnte er sein Profil und seine enorme Popularität vor allem bei jungen Millenniumswählern nutzen, um die künftige Richtung der Demokraten zu prägen.

Der Weg dazu führt über den Parteitag im Juli. Auf dem Treffen in Philadelphia wird auch das Wahlprogramm verabschiedet, das die Agenda des nächsten US-Präsidenten bestimmen könnte. Sanders will dabei seine progressiven Anliegen – Zerschlagung der Banken, Mindestlohn, Wahlkampfreform – retten.

Auch wäre seine Kartei, die zwei Millionen Spender umfasst, von grossem Wert. Wie man solch einen Wählerstamm politisch gewinnbringend einsetzt, hat Hillary Clinton selbst vorgemacht: Nach ihrer eigenen Vorwahl-Niederlage in 2008 inszenierte sie den Schulterschluss mit Barack Obama mit einer dramatischen Parteitagsgeste: Persönlich überzeichnete sie ihm die Stimmen ihres Staates New Yorks und verhalf dem Kandidaten so zur Mehrheit für die Nominierung.

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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