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Der feuchte Traum eines jeden Verschwörungs-Theoretikers: Hacker wollen Chemtrails beweisen

Eine Hackergruppe behauptet, ins NASA-Netzwerk eingedrungen zu sein – mit seltsamem Ziel. Sogar eine Drohne wollen die Unbekannten unter ihre Kontrolle gebracht haben.



This 2012 NASA photo obtained August 20, 2014 shows NASA's Global Hawk No. 871 as it cruises over low cloud layers above the Dryden Flight Research Center on Edwards Air Force Base, California. This was the first Global Hawk built in the original Advanced Concept Technology Demonstration program, joining NASA's other Global Hawk, No. 872, for high-altitude, long-endurance environmental science missions. A pair of converted military drones are the US space agency's newest tools for tracking hurricanes and tropical storms, with the aim of improving forecasters' ability to predict them. Originally built for military reconnaissance missions around the world, they are the size of large commercial jets and are flown remotely from a NASA base on the Virginia coast. The drones are capable of flying for 30 hours at an altitude of 21,000 meters (69,000 feet), or twice the height of a passenger plane. They can also cover large swaths of the Pacific and Atlantic Oceans in a single mission, according to Chris Naftel, head of the drone project at NASA's Dryden center in California, the secondary drone base. The two Global Hawks began operating as NASA drones in 2012,  as part of a project that will last for three years. The drones operate in most active months -- August and September -- of the Atlantic hurricane season, which goes from June to the end of November. AFP PHOTO/NASA/LORI LOSEY/HANDOUT  = RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT

Global Hawk: Manipulierten Flugplan in Forschungsdrohne eingeschleust?
Bild: NASA

Ein Artikel von

Spiegel Online

In den 80er Jahren galten die Rechner von Forschungseinrichtungen wie dem Cern und der NASA als «Fahrschule» für Hacker. Ein weithin bekannter Fehler im Betriebssystem der dort genutzten VAX-Grossrechner machte es Eindringlingen leicht. Ganz so einfach ist es heute offenbar nicht mehr. Trotzdem scheint es einer Gruppe von Hackern, die sich selbst Anonsec nennen, gelungen zu sein, sich Zugriff auf das Netzwerk der US-Raumfahrtbehörde zu verschaffen.

Wie sie das gemacht haben, erklären die Hacker ausführlich auf einer Webseite. Dabei machen sie auch klar, dass ihnen bewusst ist, nicht die Ersten zu sein, die auf diese Idee gekommen sind: «Die NASA hacken? Was für ein Klischee ... Wenn ich nur jedes Mal einen Dogecoin (eine virtuelle Währung, Anm. der Red. ) bekäme, wenn jemand das behauptet.» Das wäre nicht viel Geld – Dogecoin sind derzeit für den Bruchteil eines Cents zu haben.

Der Hauptgrund für die Aktion sei gewesen, «auf die Existenz von Chemtrails/Wolkenimpfung/Geoengineering/Wetter-Beeinflussung oder wie auch immer man es nennen will» hinzuweisen. Damit gesellen sich die Hacker scheinbar zu all jenen Verschwörungstheoretikern, die glauben, von Flugzeugen aus würden Chemikalien versprüht, um Wetter und Klima zu ändern, Menschen zu vergiften. Vielleicht machen die Anonsec-Hacker damit aber auch nur einen aufwendigen Scherz.

In einer Drittelsekunde das Passwort gefunden

Aufwendig ist es wirklich, was die Unbekannten da angeblich getan haben. Allein die Schilderung des Dateneinbruchs selbst umfasst mehrere Druckseiten. Angefangen hat alles demnach damit, dass die Gruppe einem anderen Hacker den Zugang zu einem Computer innerhalb des NASA-Netzwerks abkauften.

Während das mit Hacking noch nichts zu tun hatte, nutzen sie diesen sehr eingeschränkten Zugang, um das Netz nach Lücken und schwachen Passwörtern abzusuchen. Nur 0.32 Sekunden habe es demnach gedauert, einen Computer aufzustöbern, der mit dem Standard-Nutzernamen «root» und dem Standard-Passwort «root» quasi weit offen stand.

himmel kondensstreifen shutterstock

Gefahr vom Himmel?
Bild:

Auf diese Weise arbeiteten sich die Angreifer immer weiter vor, kaperten immer mehr Rechner und erlangten Zugang zu immer mehr Dateien. Insgesamt 250 Gigabyte NASA-Dateien wollen sie auf diese Weise erbeutet haben. Vieles davon haben sie online gestellt. Beweise für die Chemtrails-Theorie hat darin bislang – wie zu erwarten – niemand gefunden.

Angriff auf eine Drohne

Die Hacker behaupten ausserdem, zeitweilig die Kontrolle über eine Forschungsdrohne der NASA erlangt zu haben. «Einige von uns wollen das nicht, weil wir als Terroristen gejagt würden, wenn es uns gelänge und wir möglicherweise eine 222.7 Millionen Dollar teure Drohne abstürzen lassen würden», heisst es von der Gruppe. Man habe es trotzdem gemacht.

Besonders schwer sei auch das nicht gewesen. Man habe über einen sogenannten Man-in-the-Middle-Angriff einen manipulierten Flugplan in die Drohne vom Typ Global Hawk einschleusen können. Viel passiert sei trotzdem nicht. Als die Bodenkontrolle bemerkt habe, dass das Fluggerät vom geplanten Kurs abwich, seien Piloten am Boden eingesprungen und hätten die Drohne sicher gelandet.

Die Global-Hawk-Drohne dürfte manchem hierzulande noch in schlechter Erinnerung sein: Ein Schwestermodell des unbemannten Aufklärungsflugzeugs namens Euro Hawk sollte für die Bundeswehr angeschafft werden, was aber an einer Zulassung für den Luftverkehr scheiterte. Das Debakel kostete den Steuerzahler Abermillionen von Euro.

Die Entdeckung

Möglicherweise hatten sich die Eindringlinge mit der Drohnenaktion etwas zu weit vorgewagt. Direkt im Anschluss seien alle von ihnen genutzten Zugänge zum NASA-Netz zunächst gesperrt und dann mit neuen Passwörtern geschützt worden, heisst es in dem online veröffentlichten Dokument. Ausserdem seien alle Skripte und Hintertüren, die sie installiert hatten, entfernt worden.

Die Geschichte, die die Anonsec-Hacker da erzählen, hört sich filmreif an, vom gekauften Erstzugang über Weltverschwörungstheorien bis zur Fernsteuerung einer Multimillionen-Dollar-Drohne.

Nur die Bestätigung, dass das alles wirklich passiert ist, fehlt leider noch. Die NASA jedenfalls hat sich zu den Behauptungen bisher nicht geäussert. Aber es wäre auch peinlich, eingestehen zu müssen, das man es den Eindringlingen so leicht gemacht hat.

Sehen Sie hier ein Video von Spiegel TV über die angebliche Chemtrails-Verschwörung:

mak

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22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • C0BR4.cH 03.02.2016 08:43
    Highlight Highlight Was mir zu dem Artikel in den Sinn gekommen ist. Da gab es mal einen Typen, der als Pilot verkleidet eine Chemtrails-Demo infiltriert hat.

    Was er dabei feststellte war, das mehr als die hälfte der Demonstranten Nazis waren xD

    https://www.vice.com/de/read/ich-war-auf-der-chemtrail-demo-als-pilot-verkleidet-999
  • Matrixx 03.02.2016 00:08
    Highlight Highlight #include <sarcasm>
    User Image
  • urwe 02.02.2016 22:04
    Highlight Highlight Leute die an Verschwörungstheorien glauben, sind immun gegenüber Gegenargumenten. Das liegt an den Stoffen, die uns die Regierung ins Trinkwasser mischt.
  • arpa 02.02.2016 19:15
    Highlight Highlight Man weiss heute dass das Wetter beeinflusst werden kann, und auch wird. Das dies über Linienflugzeuge passiert ist seeehr unwahrscheinlich. Da wären zu viele Menschen involviert um es geheim zu halten.. dass konsumsteigernde Substanzen verteilt werden bezweifle ich jedoch stark..und die nasa wird kaum zugeben dass (wenn überhaupt) sie gehackt wurden..
  • AdiB 02.02.2016 18:13
    Highlight Highlight zu dieser story kann ich nichts sagen. es wird wohl ein mythos bleiben. aber von familienmitglieder die gewiesse ränge im militär haben, weiss ich dass gewiese unterlagen die geiheim bleiben sollen, nur schriftlich oder verbal exestieren.
    vielleicht exestieren keine chaimtrail oder wie man das nennt, aber etwas wird uns unbewusst zugeführt.
    • AdiB 03.02.2016 11:14
      Highlight Highlight ja war etwas nebenbei beim verfassen. :D wollte mündlich sagen ;) aber wegen den vielen dislikes gehe ich mal zum herrn oberst (mein cousin) und sag ihm er erzähle schwachsin. viele leute denken es exestiere alles digital.
    • AdiB 03.02.2016 15:59
      Highlight Highlight ich habe mich ja nicht auf chaimtrails bezogen sondern auf den hackerangriff. es ist absort zu glauben das jedes geheimnis in digitaler form hinterlegt wurde.
      ich habe eine sehr internationale familie. mein cousin hatte 5 jahre kriegseinsatz hinter sich. nun ist er oberst mit 45 jahren. im ist es scheissegal was ich hier schreibe. wenn jemand was von ihm möchte weis er wo sein büro ist.
      ich werde aber nie irgendwo hinschteiben wo er tätig ist oder wo er tätig war.
  • Evan 02.02.2016 15:45
    Highlight Highlight Von einer deutschen Zeitung kopiert?
    • Gantii 02.02.2016 16:09
      Highlight Highlight kannst du lesen?
      User Image
    • maxi 02.02.2016 17:04
      Highlight Highlight 😂🙈
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  • Tatwort 02.02.2016 15:02
    Highlight Highlight Keinen Beweis für Chemtrails? Na, die Aluhut-Träger werden dann einfach behaupten, dass der Hack eine Verschwörungstheorie sei....
  • Kookaburra 02.02.2016 14:46
    Highlight Highlight Es braucht gar keine Chemtrails. Die Kontrails sind schlimm genug.
  • Hayek1902 02.02.2016 14:25
    Highlight Highlight könnte passiert sein, könnte aber auch alles erlogen sein
    • lümel3000 02.02.2016 14:36
      Highlight Highlight Danke für diesen aussagekräftigen Kommentar :D
    • Hayek1902 02.02.2016 14:39
      Highlight Highlight bitte, aber es ist halt so. Die Geschichte ist zu wenig abenteuerlich, dass es von vornherein ausgeschlossen werden kann, aber es ist auch nicht nachprüfbar.
    • Jürg Müller 02.02.2016 14:48
      Highlight Highlight Hallo lümel3000

      Dein Kommentar sagt jetzt aber auch nicht viel


      Wenn ich mir so überlege, meiner auch nicht.

      Was solls, passt zur Story. gruss

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