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Das Power-Paar gerät ins Abseits

Was machen Ivanka Trump und Jared Kushner? Bislang galten sie als wichtige Berater des US-Präsidenten - doch nun bauen Hardliner ihre Macht im Weissen Haus aus. Wie viel Einfluss haben die Familienmitglieder noch?

03.04.18, 10:14 03.04.18, 10:25

Roland Nelles, Washington



FILE -- In this Friday, Jan. 20, 2017 file photo, Ivanka Trump and her husband Jared Kushner dance at the Freedom Ball, in Washington. Is Ivanka Trump really Jewish? Last year, Israel’s religious authorities issued a ruling that raised doubts about her conversion to Judaism. But now that her father is president, they have changed their tune, raising eyebrows among advocates who have long pushed the country’s rabbinical establishment to be more tolerant toward converts. (AP Photo/Evan Vucci, File)

Nicht mehr allzu viel zu lachen: Ivanka Trump und Ehemann. Bild: AP/AP

Ein Artikel von

In Jeans und Turnschuhen präsentierten sich Ivanka Trump und Jared Kushner als glückliches Paar in einem Park in Washington. Die First Daughter und ihr Gatte feierten unweit ihres Wohnhauses im Nobelstadtteil Kalorama den zweiten Geburtstag ihres Sohnes mit Saft und Süssigkeiten vom Biosupermarkt. Alles sah ganz normal aus.

In Wahrheit zählen die Bilder von dem kleinen Fest, die in den sozialen Medien die Runde machten, zu den wenigen sichtbaren Lebenszeichen des Paares aus der jüngsten Zeit. Um Jared und Ivanka Kushner-Trump, die sich sonst so gerne als das neue Power-Paar der amerikanischen Politik inszenieren, ist es ansonsten erstaunlich ruhig geworden.

Bislang galten Ivanka Trump und Schwiegersohn Jared als wichtige Stützen und Einflüsterer von US-Präsident Donald Trump. Sie bestimmten die Personalpolitik im Weissen Haus mit, sie gaben bei wichtigen Themen Rat, und sie vertraten den Präsidenten häufig in diplomatischen Angelegenheiten.

Gleichzeitig zählten sie zu den liberalen, moderaten Kräften in der Regierung, zu den «Vernünftigen». Immer wieder soll vor allem Tochter Ivanka versucht haben, auf den Vater mässigend einzuwirken.

Doch mehr und mehr wird in Washington gerätselt, wie es um den Einfluss von «Jarvanka» auf den Mann im Oval Office wirklich bestellt ist. Hört der Präsident überhaupt noch auf sie? Oder folgt er lieber wieder seinen eigenen, radikalen politischen Instinkten?

Von politischer Mässigung im Sinne des Duos ist bei Donald Trump derzeit jedenfalls kaum etwas zu spüren. Stattdessen setzt der Präsident auf seine Rezepte aus dem Wahlkampf: Er pöbelt gegen seine Gegner, macht gegen Einwanderer Stimmung und verfolgt - zumindest rhetorisch - eine streng nationalistische Agenda. Gleichzeitig sortiert er moderate Mitarbeiter aus und ersetzt sie durch Hardliner vom Schlag des neuen Sicherheitsberaters John Bolton.

Ihre wichtigen Projekte werden torpediert

Schwiegersohn Jared und Tochter Ivanka wirken da ein wenig fehl am Platz. Im harten Machtbetrieb der Hauptstadt hatten es die beiden Polit-Neulinge aus Manhattans High Society nie ganz leicht. Aber zunehmend geraten wichtige Projekte, die sie verfolgen, ins Stocken oder werden vom Schwiegervater und seinen Hardliner-Freunden im Weissen Haus torpediert.

Zum Beispiel die Verbesserung der Beziehungen zu Mexiko. Als Sondergesandter des Präsidenten wollte sich Jared Kushner eigentlich darum bemühen, das Verhältnis zu dem Nachbarland zu verbessern. Erst kürzlich reiste er zu politischen Gesprächen dorthin, traf sich unter anderem mit Präsident Enrique Peña Nieto. Dabei wurden auch eine Reihe kleinerer bilateraler Abkommen auf den Weg gebracht.

Von George Washington bis Donald Trump: Alle 45 US-Präsidenten

Doch Trump fährt Kushner immer wieder in die Parade. Derzeit lässt der Präsident praktisch keinen Tag verstreichen, ohne Mexiko öffentlich zu attackieren. Am Osterwochenende feuerte er einen Tweet nach dem anderen ab, drohte Mexiko erneut mit der Aufkündigung des Freihandelsabkommens Nafta.

Ausserdem beschwerte er sich wieder einmal lautstark über den angeblichen Ansturm von illegalen Einwanderern aus dem Land. Die Bemühungen des Schwiegersohns macht er so quasi mit einem Handstreich zunichte.

Ivanka und Jared verlieren zugleich wichtige Unterstützer im Weissen Haus. Erst kündigte ihr persönlicher Kommunikationsberater Josh Raffel seinen Rückzug an. Dann verabschiedete sich der Wirtschaftsexperte des Präsidenten, Gary Cohn. Der Goldman-Sachs-Mann war auf Kushners Empfehlung ins Weisse Haus geholt worden, um Trump davon abzuhalten, eine allzu globalisierungsfeindliche Politik zu verfolgen. Doch Cohn konnte Trump nicht bremsen. Der Präsident verkündete Strafzölle auf Stahl und trat den Handelskonflikt mit China los.

In this photo taken Friday, March 17, 2017, Ivanka Trump, the daughter of President Donald Trump, and her husband Jared Kushner, senior adviser to President Donald Trump, attend a joint news conference with the president and German Chancellor Angela Merkel in the East Room of the White House in Washington. Jared Kushner is increasingly a headache for Trump on multiple fronts _ security clearance problem, business entanglements _ but also one of the last remaining members of the president's inner circle. (AP Photo/Andrew Harnik)

Bild: AP/AP

Weitere Probleme kommen für «Jarvanka» hinzu: Seit Jared Kushner vor einigen Wochen durch Stabschef John Kelly die höchste Sicherheitsstufe für Mitarbeiter des Präsidenten entzogen wurde, hat er keinen Zugang mehr zu Unterlagen oder Treffen, in denen streng geheime Themen abgehandelt werden. Bis heute ist unklar, warum Kushner von Kelly gesperrt wurde. Üblicherweise erfolgen solche Sperren immer dann, wenn den Sicherheitsbehörden Hinweisen auf mögliche kriminelle Verwicklungen eines Mitarbeiters vorliegen.

Im Fall von Kushner verfolgen die Behörden dabei wohl gleich zwei Spuren: Zum einen prüft Russland-Sonderermittler Robert Mueller, inwieweit Kushner an einer möglichen Zusammenarbeit des Wahlkampfteams von Donald Trump mit der russischen Regierung beteiligt war. Zum anderen interessieren sich die Sicherheitsdienste wohl dafür, ob Kushner womöglich seine Position in der Regierung dazu missbraucht haben könnte, um über seine vielfältigen neuen Kontakte die Geschäftsinteressen seiner Familie zu befördern - etwa durch das Einfädeln von Immobilienkrediten.

Natürlich könnte Jared in beiden Fällen auch weiterhin von jeder Schuld freigesprochen werden. Er selbst weist den Verdacht eines Fehlverhaltens stets zurück. Gleichwohl belasten die Vorwürfe sein Ansehen und seinen Status in Washington. Auch er selbst soll nach einem Bericht der «New York Times» über den Entzug der Sicherheitsfreigabe durch Kelly schockiert gewesen sein.

FILE - In this June 21, 2017, file photo, special counsel Robert Mueller departs after a meeting on Capitol Hill in Washington.  (AP Photo/J. Scott Applewhite, File)

Robert Mueller Bild: AP/AP

Die grosse Frage lautet deshalb nun, wie es für Jared und Ivanka weitergeht. Alles scheint denkbar: Von einem baldigen Rückzug in ihr altes Leben nach New York bis hin zu einem gesichtswahrenden Abgang für Jared in die neue-alte Wahlkampfzentrale, die bereits jetzt an Trumps Wiederwahl 2020 arbeitet.

Gut möglich ist aber natürlich auch immer noch das grosse Comeback. Hinter den Kulissen arbeitet Kushner mit Unterstützung von Ivanka an dem versprochenen Friedensplan für den Nahen Osten. Kushner trifft sich mit Israelis und mit deren arabischen Nachbarn, die wiederum die Palästinenser zu einem Friedensschluss überreden sollen.

Wie im Nahen Osten üblich gestaltet sich die Sache kompliziert. Angeblich soll der Friedensplan aber bald fertig sein. Eine Einigung wäre für Jared die Chance, doch noch als Polit-Stratege Eindruck zu machen. Es ist vielleicht die Letzte.

Dieser Star hat eine starke Message für Trump. Ivanka Trump.

Video: watson/Lya Saxer

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Mikey51 03.04.2018 18:10
    Highlight Banon hat das erreicht, was er immer wollte. Trump hat seine Regierung mit den Hardlinern „aufgefüllt“ die Banon schon immer wollte und die Trumpkids mit Anhang sind ruhig gestellt und in die Bedeutungslosigkeit abgesunken (worden). Banon, Mercer und & bestimmen die Politik und nicht Mr. Trump auch wen er das nie so sehen würde.
    1 0 Melden
  • HansHoni 03.04.2018 16:28
    Highlight Power-Paar. Herrjeh, wenn ich das nur schon höre. Was genau haben die beiden denn schon auf die Reihe gebracht? Die Kushners sind jetzt sehr nervös, weil Mueller ihre Finanzen unter die Lupe nimmt. Ivankas Leistungsausweis ist mehr als dürftig. Also hört auf mit Power-Paar. Da gibts echt bessere.
    32 3 Melden
    • Astrogator 03.04.2018 23:22
      Highlight Papa Kushner war ja schon im Knast.
      Trotzdem hat sich Ivanka hochgeheiratet...
      0 0 Melden
  • Gummibär 03.04.2018 16:14
    Highlight Ach das arme Power-Paar ! 750 Mio net worth und müssen sich die Regierungstätigkeit mit Papas vormaligen Golf-Caddy, seinem Ex Leibwächter, seinem Hausarzt und mit Fox News teilen.
    Zudem steht Papa Einwanderer-Enkel und Einwanderer-Ehemann der Schaum vor dem Mund angesichts all der möglichen braunen Einwanderer südlich der Grenze.
    Keep America (white) First !
    21 2 Melden
  • Waedliman 03.04.2018 15:04
    Highlight Eine gute Empfehlung an das Töchterlein Trump meinerseits: öffentlich erklären, dass ihr der eigene Vater peinlich ist. Über Twitter.
    23 3 Melden
  • AustinOsmanSpare 03.04.2018 14:41
    Highlight Nepotismus vom feinsten - da steht Amerika dem Irak oder Lybien in nichts nach. Ist echt zum Fremdschämen.
    29 0 Melden
  • lilie 03.04.2018 11:54
    Highlight Weder Ivanka noch Jared können leider als gemässigt bezeichnet werden. John Oliver hat einmal sehr eindrücklich nachgewiesen, wie Ivanka geschickt den Eindruck vermittelt, gemässigter zu sein, jedoch beim genauen Hinhören nur geschickter darin ist, ihre wahren Ansichten zu verbergen.

    Somit wird ihr "mässigender Einfluss" auf ihren Vater sich kaum auf dessen extremen politischen Positionen beziehen - sondern höchstens allenfalls auf die Art und Weise, wie er sie durchboxen will.
    71 4 Melden
  • Snowy 03.04.2018 10:41
    Highlight Wie ein Nahost-"Friedensplan" à la Kushner aussehen würde, macht leider wenig Hoffnung - da reiht er sich bestens in die Gruppe der Hardliner um Bolton ein.

    Sein Plan besteht aus einem Abnicken der Forderungen Israels - und nichts davon macht den nahen Osten sicherer:
    - Jerusalem Haupstadt, systematische Zurückdrängung der arabischen Stadtteile
    - Israels Siedlungen müssen nicht aufgegeben werden und beim Weiterbau wird weiterhin weggeschaut
    - In Syrien ist der Feind Nr 1 Assad
    - Atomabkommen mit Iran kündigen
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    71 9 Melden

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