International

«Am Ende habe ich mich gefragt, was ich im Angesicht meines eigenen Todes wollen würde»: Gouverneur Jerry Brown.
Bild: Damian Dovarganes/AP/KEYSTONE

Kaliforniens Gouverneur setzt sich über Proteste der Kirche hinweg: Sterbehilfe wird erlaubt

Im US-Bundesstaat Kalifornien sollen Ärzte künftig todkranken Patienten beim Suizid helfen dürfen. Gouverneur Jerry Brown unterzeichnete am Montag das entsprechende Gesetz, um das es im Vorfeld heftige Diskussionen gegeben hatte.

06.10.15, 03:42 06.10.15, 07:23

Er habe vor der Unterschrift sowohl mit Ärzten gesprochen als auch mit Vertretern der katholischen Kirche, die die Sterbehilfe ablehnt. «Am Ende habe ich mich gefragt, was ich im Angesicht meines eigenen Todes wollen würde», erklärte Brown.

Er wisse zwar immer noch nicht, wie er bei langer, schmerzvoller und unheilbarer Krankheit handeln würde, erklärte der 77-Jährige weiter. «Aber ich bin mir sicher, dass es eine Beruhigung für mich wäre, zu wissen, dass ich über die durch dieses Gesetz gegebene Möglichkeit nachdenken kann.» Für das Gesetz hatten sich zuvor bereits das kalifornische Abgeordnetenhaus und der Senat ausgesprochen.

Die nun geltende Regelung sieht vor, dass todkranke Erwachsene unter bestimmten Bedingungen Medikamente erhalten können, um ihrem Leben ein Ende zu setzen. Ähnliche Gesetze gibt es bereits in den Bundesstaaten Oregon, Vermont und Washington. In Montana ist assistierter Suizid durch eine Gerichtsentscheidung erlaubt. In New Mexiko wurde ein entsprechendes Urteil im Berufungsverfahren vorläufig gekippt, eine endgültige Entscheidung steht noch aus.

Brittany Maynard sagt Goodbye:

YouTube/CompassionChoices

Sterbehilfe ist ein äusserst umstrittenes Thema in den USA, vor allem religiöse Organisationen laufen dagegen Sturm. Im vergangenen Jahr heizte das öffentliche Sterben von Brittany Maynard die Debatte an. Die Kalifornierin zog nach Oregon, weil sie dort ihrem Leben selbstbestimmt ein Ende setzen konnte. Die 29-Jährige litt an einem Gehirntumor, die Ärzte bereiteten sie auf qualvolle letzte Monate vor. Maynard schilderte ihr Schicksal in Videos auf ihrer Internetseite, im November vollzog sie ihren begleiteten Suizid.

Brittany Maynards Familie feiert den Entscheid der Regierung.
Bild: Rich Pedroncelli/AP/KEYSTONE

(dwi/sda/afp)

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Erdogan gegen Trump: Türkei ruft zu Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Palästinas auf

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat zur Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Palästinas aufgerufen. Er tat dies am Mittwoch zur Eröffnung eines Gipfels der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) in Istanbul.

Die islamischen Staaten würden niemals «die Forderung nach einem souveränen und unabhängigen Palästina mit Jerusalem als Hauptstadt» aufgeben.

Erdogan verurteilte Israel erneut als «Terror- und Besatzungsstaat». In seiner Rede zur Eröffnung des Sondergipfels der …

Artikel lesen