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Teilweise rekonstruiert: Die Unglücksmaschine – auf der linken Seite des Cockpits schlug die Rakete ein. 
Bild: EPA/ANP

MH17 wurde von russisch-produzierter Buk-Rakete abgeschossen  ++ Piloten waren sofort tot ++ Nach dem Abschuss führten noch 160 Flüge über umkämpftes Gebiet

13.10.15, 10:28 13.10.15, 18:01

Unglücksflug MH17 – was geschah

Jetzt ist es amtlich: Der Malaysia-Airlines-Flug MH17 ist über der Ostukraine von einer russisch-produzierten Buk-Rakete abgeschossen worden. Zu diesem Schluss kommt der Abschlussbericht der niederländischen Flugsicherheitsbehörde OVV.

Demnach wurde die linke Seite des Cockpits von Flug MH17 getroffen, alle drei Piloten waren sofort tot. Das Flugzeug brach auseinander. Trümmerteile wurden auf einer Fläche von insgesamt 50 Quadratkilometern gefunden. In den Körpern von Crew-Mitgliedern seien Granatsplitter der Buk-Rakete gefunden worden, ebenso in Trümmerteilen des Cockpits und des linken Flügels.

Das Buk-Waffensystem

Das Buk-Flugabwehrraketensystem wurde in der Sowjetunion entwickelt und 1980 in Dienst gestellt. Es dient dem Einsatz gegen Flugzeuge, Helikopter und Marschflugkörpern. Moderne Weiterentwicklunger erreichen eine Reichweite von bis zu 50 Kilometern. Die Bedienung des Systems gilt als schwierig. Eine mehrmonatige intensive Ausbildung gilt Experten zufolge als Minimum, um das Kriegsgerät zu beherrschen. «Das ist kein System, das man so ohne weiteres gleich benutzen kann», sagte Douglas Barrie vom Internationalen Institut für Strategische Studien (IISS) in London dem «Wall Street Journal». (tat)

Vorwürfe an ukrainische Behörden

Nicht klar ist, von wo aus die Buk-Flugabwehrrakete abgeschossen wurde. Der OVV-Vorsitzende Tjibbe Joustra sagte lediglich, dafür käme ein Gebiet von insgesamt 320 Quadratkilometern in der Ostukraine in Frage.

Den ukrainischen Behörden warf Joustra vor, sie hätten die Gefahr des Konflikts mit den pro-russischen Separatisten für den zivilen Flugverkehr unterschätzt und kommt zum Schluss: Der Luftraum über diesem Gebiet hätte geschlossen sein müssen.

Schierer Unglaube: Eine Frau betrachtet im Juli 2014 nahe der ostukrainischen Stadt Tores die Trümmer der Unglücksmaschine.  
Bild: Getty Images Europe

Zur Tatsache, dass die Route von diversen Airlines geflogen wurde, sagte Joustra: «Niemand hätte gedacht, dass die zivile Luftfahrt vom Konflikt betroffen sein könnte.» Nach dem Crash seien noch 160 zivile Flugzeuge über das Gebiet geflogen.

Insassen waren ohnmächtig

BBC-Journalistin Anna Holligan berichtete unter Berufung auf andere Angehörige von MH17-Opfern, die Flugzeuginsassen seien nicht mehr bei Bewusstsein gewesen, als die Maschine abstürzte.

Kurz vor der Präsentation des Berichts hatte der ukrainische Staatspräsident Petro Poroschenko mit dem niederländischen Premierminister Mark Rutte telefoniert. Er habe habe abermals sein Beileid für die 188 niederländischen Opfer ausgedrückt, so Poroschenko. Der Bericht sei ein weiterer Schritt dazu, dass die Verantwortlichen für das Flugzeugdrama der Justiz zugeführt werden könnten

Russischer Hersteller gibt Ukraine die Schuld

Während Kiew an vorderster Front, aber auch der Westen die pro-russischen Separatisten für den Abschuss verantwortlich machen, präsentierten die russischen Staatsmedien eine ganze Kakophonie von Theorien. Moskau macht die ukrainische Armee verantwortlich.

Der russische Rüstungskonzern Almas-Antej hat gegenüber der Agentur Interfax erneut bekräftigt, das Flugzeug sei von ukrainisch kontrolliertem Gebiet aus abgeschossen worden. Ein Test habe frühere Erkenntnisse des Unternehmens bestätigt, sagte Firmenchef Jan Nowikow.

Die wichtigsten Fragen, die jetzt noch bleiben

Wer trägt Schuld?

Das internationale strafrechtliche Ermittlerteam veröffentlichte Videos und abgehörte Telefongespräche der Separatisten. Die deuten darauf hin, dass die Separatisten über ein Buk-System verfügten und zum fraglichen Zeitpunkt eine Rakete abgefeuert haben. Die Schuldfrage wird eine Untersuchung der niederländischen Kriminalbehörden klären. Dieser Bericht wird erst 2016 erscheinen.

Wie reagiert Moskau auf Vorwürfe?

Russland betont stets, im Grunde nicht in die Tragödie im Nachbarland verwickelt zu sein. Gleichwohl verfüge man über "wichtige Hinweise" zur Aufklärung. Moskau kritisiert die internationalen Untersuchungen als voreingenommen. Der Kreml gibt der Ukraine auch eine Mitschuld an der Tragödie, weil sie trotz bekannter Gefahren den Luftraum über dem Gebiet nicht komplett gesperrt hatte.

Werden die Verantwortlichen jemals bestraft werden?

Russland hatte mit einem Veto im Weltsicherheitsrat die Einsetzung eines Uno-Tribunals zu MH17 blockiert und dies damit begründet, dass die Untersuchungen noch gar nicht abgeschlossen seien. Nun wollen die am meisten von der Katastrophe betroffenen Länder ein internationales Tribunal errichten. Allerdings ist offen, wie Moskau reagiert, wenn das Gericht russische Verdächtigte vorlädt.

(tat/spon)

Mal Absicht, mal Irrtum: Abschüsse von Zivilmaschinen

Oktober 2001: Nach einem versehentlichen Raketentreffer explodiert eine russische Tupolew 154 in elf Kilometern Höhe über dem Schwarzen Meer. Keiner der 78 Insassen überlebt. Die ukrainische Armee hatte auf der Halbinsel Krim eine Übung veranstaltet.               Oktober 1998: Im Ostkongo schiessen Rebellen mit einer tragbaren Boden-Luft-Rakete eine Boeing 727 der Congo Airlines ab. 41 Menschen sterben, darunter viele Kinder.                                             September 1993: Eine Rakete abtrünniger Rebellen trifft eine georgische Passagiermaschine beim Landeanflug. Nur 24 der 132 Menschen an Bord überleben. Einen Tag zuvor hatten Rebellen eine Maschine über dem Schwarzen Meer abgeschossen. Bilanz: 27 Tote. Juli 1988: Eine iranische Linienmaschine wird auf dem Weg nach Dubai über dem Persischen Golf von der Rakete eines US-Kriegsschiffs getroffen. Alle 290 Menschen an Bord sterben, die USA sprechen von einem tragischen Irrtum.                                                 September 1983: Ein südkoreanischer Jumbo-Jet wird wegen angeblicher Verletzung des damaligen sowjetischen Luftraums von einem Kampfjet über dem japanischen Meer abgeschossen. Alle 269 Insassen sterben.

Der Absturz von MH17 – die Chronik

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Angelo C. 13.10.2015 16:58
    Highlight Man weiss nun in etwa genausowenig wie zuvor, dies zumindest im Hinblick auf eine erwiesene Schuldzuweisung.
    Zwar eine Rakete dieser sowjetischen Bauart, wie anzunehmen war, aber nicht wer wo den Knopf gedrückt hat.

    Die Erkenntnisse im Hinblick auf das Letztere sollen - nach weiteren Ermittlungen - im Frühjahr 2016 publiziert werden, vernimmt man am deutschen Fernsehen. Wobei es nicht nur m.E. zweifelhaft erscheint, ob es technisch machbar sein wird, diese Schuld je konkret und beweiskräftig zuzuordnen.

    Alles Andere wäre zumindest derzeit reine Spekulation, je nach dem persönlichem Credo...
    15 3 Melden
  • felixJongleur 13.10.2015 15:28
    Highlight Eine Interessante Theorie hierzu ist, dass ein Ukrainischer Kampfjet sich im "Radar-Windschatten" der MH17 aufgehalten hat und die Russen den Jet im Visier hatten. Wäre eine mögliche Erklärung, wieso so zurückhaltend informiert wird da alle Seiten ihren Anteil am Unglück haben.
    9 25 Melden
    • felixJongleur 13.10.2015 15:57
      Highlight Wurde übrigens so im Spiegel thematisiert vor einigen Monaten. Die blitzenden mögen mir mitteilen was so abwegig ist an dieser These?
      9 10 Melden
    • ket4mon 13.10.2015 17:38
      Highlight Klingt plausibel. Ich habe mal irgendwo gelesen, das kurz vorher der Herr Putin in einem Linienflugzeug einer russischen Airline über dieses Gebiet geflogen ist. Nun ja, die Lakierung des Seitenleitwerkes auf diese Entfernung exakt identifizieren zu können, ist schon nicht ganz einfach, denn die Lakierung der Malaysia Airline und der russischen Airline sind relativ ähnlich.. Die Imatrikulation des Flugzeuges zu lesen,betrachte ich schon fast als unmöglich..

      Es gibt noch zig andere Theorien, die ich hier nicht genauer erklären will, denn es zeigt wiedereinmal, dass wir ohne handfeste Beweise und Informationen direkt von der Behörde (nicht durch die Medien, siehe Flüchtlinge in Griechenland, Bekannte von mir waren dort, als angeblich ein paar tausend Flüchtlinge hätten Griechenland erreichen sollen.. Sie haben vor und nach dem grossen Aufschwung der Medien nur ein einziges Boot gesehen) die Wahrheit erfahren könnten..
      4 4 Melden
    • goschi 13.10.2015 18:31
      Highlight Das sind genau die beispiele, die ich weiter unten meinte mit der Russischen Desinformationskampagne, die durch schiere Überflutung mit teils völlig abstrusen, teils auf den ersten Blick möglichen Theorien erschreckend effizient von der Wahrheit abzulenken versuchen.

      Weder ist Putin an dem Tag über die Ukraine geflogen, noch hat sich ein ukrainisches Flugzeug im Radarschatten des Flugzeugs befunden.
      Beide theorien wurden mehrfach widerlegt, für die these des ukrainischen Flugzeuges gibt es keinerlei Fakten, trotz von beiden Seiten veröffentlichten Radar-Daten.
      5 3 Melden
  • 3sixty 13.10.2015 15:02
    Highlight Man ist sich ja mittlerweile sicher das dass Flugzeug von einem BUK-System abgeschossen worden ist. Nun wer auch immer die Rakete abgefeuert hat... es war nie im Leben ein "Unfall"

    Das ist nicht einfach sone Rakete die man so mal in Richtung eines Flugzeuges schiesst und das weil einzelne drauf Lust hatten (egal ob von Russischer oder Ukrainischer Seite)
    Dazu braucht es Spezialisten, weitere Fahrzeuge die das Ziel markieren (siehe Foto), ein funktionierendes Radar System... und jemanden der das ganze kordiertet hat und die Schussfreigabe erteilt hat.

    15 3 Melden
    • goschi 13.10.2015 15:23
      Highlight Nein, es braucht eben nicht zwingend das grosse Zielradar, das Startfahrzeug hat selbst ein rudimentäres Suchradar, das potentiell auch genutzt wurde und auch die Erklärung für die Verwechslung liefern dürfte, da dieses kleine Radar nur wenig Zielinformationen zu liefern im Stande ist.
      6 3 Melden
    • Oberon 13.10.2015 15:57
      Highlight Es wurde auch schon dargestellt das genau dieses Radar-System nicht dabei war und es mit grosser Wahrscheinlichkeit auch deshalb zu dem falschen Beschuss geführt hatte.
      So oder so muss dieser Abschuss restlos aufgeklärt werden.
      Es kann nicht sein das halbstarke Leute, wer auch immer, mit Waffen rumhantieren die Menschen töten und das nur aus der Laune von dritten heraus.




      11 0 Melden
  • TobiWanKenobi 13.10.2015 14:36
    Highlight Welch ein Wunder, es waren die Russen. Westliche Journalisten vor Ort wussten das schon lange. Kurz nach dem Abschuss vermeldeten mehrere von pro-russischen Rebellen betriebene Newsportale stolz, man habe ein ukrainisches Kampfflugzeug vom Himmel geholt.

    Und ändert's etwas, dass es nun offiziell ist? Tut es den russen leid deswegen? In welcher Welt lebst denn du.
    22 11 Melden
    • Ikarus 13.10.2015 17:46
      Highlight Das es die russen waren steht nirgends;) rein theoretisch könnte die rakete auch von amis abgeschossen worden sein, aufm schwarzmarkt ist alles auffindbar.

      Am wahrscheinlichsten bleibt trotz allem das es von seperatisten verübt wurde in der annahme es handelt sich um nem kampfjet.
      3 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 13.10.2015 18:06
      Highlight @TobiWanKenobi: Mit Textverständnis haperts wohl. Auch die Ukrainer benutzen russische Waffen.
      4 1 Melden
  • ferox77 13.10.2015 14:10
    Highlight Da sitzt man als Mensch in einem Flugzeug und trinkt gerade einen Tee und erfreut sich seines Lebens,bumm! Plötzlich fährt die Feuerwalze durch die Passagierröhre und Menschen sehen diese auf sich zukommen. Chancen? Keine!
    Mancher wird vom Sog ins Freie gezogen und das bei vollem Bewusstsein.Für Menschen mit Einfühlungsvermögen eine Vorstellung, die unendlich viel Leid auslöst.
    Machen Sie die Augen zu und stellen Sie sich vor,wie es für die Unschuldigen in Zeitraffer abgelaufen sein könnte.
    Manche Charaktere sind wahrlich das Böse in Person.
    Verflucht mögen diese selbst ernannten Götter sein!
    20 7 Melden
    • ket4mon 13.10.2015 17:41
      Highlight Schlimm ist es, ja, da kann ich dir zustimmen. Trotzdem sterben täglich tausende an Menschen, ohne das es irgendjemanden stört..
      4 1 Melden
  • f303 13.10.2015 13:55
    Highlight Wer ein wenig Zeit hat, sollte das hier mal lesen.
    https://mh17.correctiv.org


    9 3 Melden
    • maatze 13.10.2015 14:02
      Highlight Link geht nicht.
      0 8 Melden
    • f303 13.10.2015 14:23
      Highlight Bei mir geht er. Dann lass mal das https:// bei der Eingabe weg oder suche mal nur nach mh17.correctiv.org bei google.
      4 0 Melden
  • Radiochopf 13.10.2015 13:48
    Highlight Am Anfang hiess es doch noch die USA haben eindeutige Satelliten-Bilder die beweisen sollen das es die Russen waren.. Komisch nur, dass man die nie gesehen hat und auch jetzt nicht mehr erwähnt werden..
    13 26 Melden
    • ramonke 13.10.2015 13:59
      Highlight die us regierung hat das nie behauptet! ein klein wenig nachforschen vor dem kommentieren täte jedem gut :)
      25 8 Melden
    • Aaron 13.10.2015 16:03
      Highlight Zumindest John Kerry hat das behauptet:
      6 4 Melden
    • Aaron 13.10.2015 16:13
      Highlight
      5 3 Melden
    • ramonke 13.10.2015 17:49
      Highlight @Aaron

      im video wird kein einziges mal ein satelitenbild des abschusses erwähnt? ausser ich versteh plötzlich kein englisch mehr. beim einzigen mal wo er von satelitenbilder spricht, geht es doch um truppenverschiebungen. also entweder das falsche video oder die regierung hats wirklich nicht gesagt^^
      5 2 Melden
  • ramonke 13.10.2015 13:10
    Highlight das schlimmste an diesem unfall (und egal wer geschossen hat es war ein unfall) finde ich das die russen mit ihrem veto eine uno untersuchung verhindern konnten. wenn die amis oder die chinesen so was machen könnten sie das auch. was ist das für ein kapputes system das so etwas duldet
    39 6 Melden
    • ramonke 13.10.2015 13:51
      Highlight wer blitzt soll doch bitte sagen wieso er/sie blitzt. würde mich interessieren
      10 4 Melden
    • Charlie Brown 13.10.2015 14:57
      Highlight @ramonke: Ich habe nicht geblitz. Ich hinterfrage aber die Aussage, dass es sicher ein Unfall war.
      8 1 Melden
  • Henrix 13.10.2015 12:25
    Highlight Man muss sich immer fragen, wem ein solches Ereignis am meisten nützt.
    23 20 Melden
    • goschi 13.10.2015 12:35
      Highlight Nein, muss man nicht, denn diese Herangehensweise basiert auf der falschen Annahme, dass jedes Ereignis bewusst, mit Absicht und mit einem Plan herbeigeführt wurde.
      Das ist die Grundlage jeder Verschwörungstheorie.

      Die Realität sieht vielmehr meist so aus, dass Zufälle, Pech, versehentliche Aktionen und menschliches Versagen zu schlimmen Ergebnissen führen.
      Ganz ohne bösen Masterplan, einfach so.
      61 16 Melden
    • Henrix 13.10.2015 13:03
      Highlight Das war doch Mord. Entweder absichtlich oder fahrlässig. In solchen Fällen muss man doch mal die Frage nach möglichen Motiven stellen dürfen. Das macht man bei ändern Verbrechen auch.
      21 7 Melden
    • ramonke 13.10.2015 13:14
      Highlight nein es ist mord wenn es absicht war und totschlag wenn es unbeabsichtigt passiert ist. das ist wohl in jedem rechtsstaat auf der welt gleich
      18 3 Melden
    • Jaing 13.10.2015 13:14
      Highlight Es gibt keinen fahrlässigen Mord.
      15 0 Melden
    • goschi 13.10.2015 13:15
      Highlight nein es ist eben nicht das gleiche, man muss hierbei durchaus differenzieren.
      Und juristisch wär es wohl eher Totschlag.

      Die Anzeichen deuten mehrheitlich darauf, dass die Separatisten zur Gewinnung der Lufthoheit von den Russen eine BUK-M1 erhielten, dies gegen ein Ziel richteten, dass sie für ein ukrainisches Transportflugzeug nutzten und dabei eben in Wirklichkeit MH17 abschossen.

      Das ist grausam, fahrlässig, brutal und vieles mehr, aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass bewusst ein Passagierflugzeug abgeschossen werden sollte.
      25 2 Melden
    • Gigle 13.10.2015 15:09
      Highlight Wenn man nur den Nutzen betrachtet ist es völlig irrelevant ob die Tat absichlich war oder nicht. Man kann auch einen Nutzen aus einem Zufall ziehen.
      3 2 Melden
    • goschi 13.10.2015 15:24
      Highlight Das ist aber für den Tathergang völlig irrelevant, das ist dann ein Thema für die Historiker und vielleicht noch Politologen.
      4 1 Melden
  • Jonasn 13.10.2015 11:02
    Highlight Ist ja eigentlich mittlerweile eine eindeutig klare Sache. Auch wenn die russische Propaganda mittlerweile auch die Köpfe so mancher Kommentarschreiber von Spiegel-Online und vielen anderen Medien indoktriniert hat. Ich glaube jedoch kaum, dass der Aufschrei gross sein wird - eben auch dank einer über einjährigen, erfolgreichen Propaganda seitens Russlands. Eigentlich müsste es so sein, dass es am internationalen Gerichtshof dafür ein Verfahren gibt. Angeklagt wären der Separatistenführer und als Unterstützer auch Putin. Wird leider nie passieren.
    41 29 Melden
    • goschi 13.10.2015 13:19
      Highlight Die russische methode ist erschreckend effizient.
      Durch das in umlauf bringen unendlich vieler, sich auch gerne widersprechender, Theorien, wird es immer schwerer in dieser Flut von Nachrichten die echten zu erkennen.

      Dazu kommt dann noch das Beharren darauf, dass die Wahrheit "irgendwo in der Mitte" liegen müsse, wenn zwei widersprüchliche Aussagen aufeinander treffen, was eben falsch ist (es gibt ganz klare Wahrheiten und ganz klare Täuschungen).

      Kombiniert mit der Ausnutzung von vorhandenen Ressentiments gegen die USA und die EU folgt dann eben diese erschreckend Russlandtreue Masse.
      29 10 Melden
    • Dä Brändon 13.10.2015 14:42
      Highlight Wieso eine eindeutig klare Sache???
      6 8 Melden
  • frankyfourfingers 13.10.2015 10:55
    Highlight was mich bei der BUK-Sache nach wie vor stutzig macht: habe in verschiedenen quellen gelesen, dass eine abgefeuerte BUK-Rakete einen dichten durchgehenden Kondensstreifen (bis auf 11 km Höhe) hinter sich herzieht. So eine Säule hätte man doch kilometerweit sehen müssen und wäre sicherlich auch xfach fotografiert und gefilmt worden. finde ich schon etwas merkwürdig...
    27 10 Melden
    • Jonasn 13.10.2015 11:06
      Highlight solche Bilder gab es auch, unter anderem hier: https://www.bellingcat.com/resources/interviews/2015/07/27/interview-with-wowihay/

      Auf Bellingcat (und nein, das ist keine West-Propaganda) gibt es zig stichhaltige Indizien und Beweise, gesammelt nicht aus "Geheimdienstkreisen", sondern zu einem grossen Teil aus für jedermann öffentlich zugänglichem Material - grösstenteils aus den Sozialen Netzwerken, teilweise sogar von den Russen selbst (irrtümlich hochgeladen und dann schnelle wieder entfernt).
      28 5 Melden
    • Friends w/o pants 13.10.2015 11:16
      Highlight Auf dem Video kann man besagten Kondensstreifen erkennen (Minute 1:03). Je nach Wind/Wetter/Wolken kann sich dieser jedoch schnell verziehen bzw. ist nich so gut sichtbar. Zum Anderen ist er auch längst nicht so markant, wie der eines Flugzeugs. Also kann man ihn aus der Entfernung eventuell nicht so gut wahrnehmen.
      11 0 Melden
    • frankyfourfingers 13.10.2015 11:33
      Highlight @Jonasn: Danke für den Artikel. ist ziemlich intressant und macht eigentlich auch Sinn, ABER, du hast es ja selbst schon angetönt, die Unabhängigkeit von Bellingcat ist auch für mich nicht über alle Zweifel erhaben (SO-Society) aber diese Diskussion hatten wir auf watson glaube ich schon 1-2 mal und müssen wir, denke ich, nicht nochmals aufrollen...
      9 3 Melden
    • Jonasn 13.10.2015 11:50
      Highlight @frankyfourfingers - ich weiss, was Du meinst und es ist heutzutage noch viel wichtiger als früher, Quellen zu hinterfragen. Zwei Punkte jedoch dazu: 1. bellingcat beruft sich zumindest zu einem sehr grossen Teil auf tausende Open Source Material. Frei für jeden einsehbar.
      2. wer versucht, Open Source Material künstlich zu fälschen/konstruieren, wird kurz oder lang immer erwischt. So sehr oft passiert bei den amis (irak, etc) und bei den russen (5,6mal verschiedene -teils absurde- Theorien zu MH17 veröffentlicht - immer als Fälschungen entlarvt)
      23 5 Melden

Russland «klaut» ganze Fabriken

Was der «weisse Konvoi» wirklich transportierte

Die Welt rätselt, was die 280 russischen Lastwagen im «weissen Konvoi» in die Ukraine transportierten. Auf den starken LKW befanden sich nur ein paar wenige Paletten mit Hilfsgütern. Tatsächlich holte sich Russland aber eine ganze Fabrik.

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