International

Dieses dramatische Drohnen-Video zeigt das ganze Ausmass der Rohingya-Verzweiflung

18.10.17, 07:47

Es sind dramatische Aufnahmen, die das UNHCR veröffentlicht hat: Auf einem Drohnen-Video an der Grenze von Myanmar sind Zehntausende Menschen zu sehen, die vor den Greueltaten ins Nachbarland Bangladesch fliehen:

Das Ausmass der Flüchtlingskrise um die Rohingya ist beinahe unfassbar. Seit Ende August sind gemäss Schätzungen über eine halbe Million Menschen aus Myanmar nach Bangladesch geflüchtet. Allein seit Sonntag seien bis zu 15'000 Menschen eingetroffen, sagte ein Sprecher des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR. Ende vergangener Woche wurde die Zahl noch auf gut 530'000 Flüchtlinge geschätzt, mittlerweile liegt diese Zahl bereits bei 582'000 Menschen.

Zusätzlich lebten bereits mehr als 300'000 Rohingya in Bangladesch in Flüchtlingslagern. Sie waren bereits früher vor Gewalt in ihrer Heimat geflohen.

Viele der Neuankömmlinge hätten berichtet, dass sie trotz Gewalt und Bedrohung zunächst in ihren Dörfern bleiben wollten, sagte ein Sprecher des UNHCR. Sie seien aber geflohen, als ihre Dörfer in Brand gesteckt wurden.

Mindestens 288 Rohingya-Dörfer in Myanmar sind nach Angaben von Menschenrechtlern seit Ende August niedergebrannt worden. Satellitenbilder zeigten Zehntausende zerstörte Häuser, die vorwiegend von Angehörigen der muslimischen Minderheit bewohnt gewesen seien, wie die Organisation Human Rights Watch (HRW) in New York am Dienstag mitteilte.

In einigen Orten sei zu sehen, dass direkt neben zerstörten Rohingya-Siedlungen Dörfer der überwiegend buddhistischen Rakhine-Volksgruppe intakt geblieben seien.

60 Prozent der Geflüchteten seien Kinder, sagte eine Sprecherin des UNICEF in Genf. Jede Woche kämen Tausende weitere in den Flüchtlingslagern an. Ohne eine Verbesserung der Lage könne UNICEF den Zugang zu Trinkwasser bis im November nicht mehr garantieren. Sie hätten zwar 180 Wasserstätten aufbauen können, es brauche jedoch acht Mal mehr davon.

Im September veröffentlichte Luftaufnahmen des Flüchtlingslagers in Phalungkhali in Bangladesch zeigen das Ausmass und die Zustände für die Zehntausenden Rohingyas:

Flüchtlingslager in Phalungkhali, Bangladesch:

Video: YouTube/TIME

Zudem fehle es an Nahrungsmitteln für rund 15'000 Kinder, die von einer schweren Mangelernährung bedroht seien. Nach Angaben des UNO-Nothilfebüros (OCHA) sind nach dem UNO-Spendenaufruf in Höhe von 434 Millionen Dollar für sechs Monate bislang 24 Prozent der Summe eingegangen. Am 23. Oktober findet in Genf eine Geberkonferenz statt.

Die neue Gewaltwelle begann Ende August, nachdem militante Rohingya am 25. August 30 Polizei- und Militärposten angegriffen hatten. Myanmars Armee im Bundesstaat Rakhine hatte anschliessend nach eigenen Angaben «Räumungsoperationen» durchgeführt. (meg/sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Amerika ist verloren – und YouTube der Beweis dafür

6 Argumente der No-Billag-Ja-Sager, die wir nicht mehr hören können

15 Retro-Cocktails, die schleunigst ein Comeback verdienen

Das Flintenweib der NRA: Dana Loesch ist das Gesicht der US-Waffenlobby

So sähe es (etwa) aus, wenn wir unser echtes Leben wie das im Internet leben würden

Kanada holt Eishockey-Bronze +++ Wenger gibt zu früh Gas und wird 4.

Hier werden zwei Olympia-Skicrosser spektakulär durch die Luft geschleudert

Rumantsch, du hast die schönsten Fluchwörter! Errätst DU, was sie bedeuten?

Apple veröffentlicht Notfall-Update für iPhone, Mac und Watch (und TV)

Die Geburtsstunde einer Legende: Jamaika hat 'ne Bobmannschaft!

Zum Wochenstart gibts Dauerfrost und Bise

Leuthard verlangt Strafuntersuchung

Die Reaktionen dieser Basler Fussball-Reporter nach ihrer falschen Prognose? Unbezahlbar

«Vorwärts Marsch!» – hier findest du die schönsten Laternen des Morgestraichs

Die irische Rebellin, die lieber stirbt, als auf die britische Krone zu schwören

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
5
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Waedliman 19.10.2017 08:07
    Highlight Und wer schaut einfach nur zu - eine Friedensnobelpreisträgerin
    1 0 Melden
  • öpfeli 18.10.2017 10:11
    Highlight religion- ursprung für krieg und hass
    3 3 Melden
    • Posersalami 18.10.2017 14:22
      Highlight Unsinn

      Religion ist ein Ventil, mehr nicht. Gäbe es keine Religion, man würde einen anderen Grund finden sich die Köpfe einzuschlagen.
      6 3 Melden
  • just_a_name 18.10.2017 08:05
    Highlight Aber Hauptsache hier in der Schweiz hat ein 76 jähriger Rentner Angst vor einem Kleidungsstück welches er bestimmt noch nie gesehen hat. Traurig, einfach nur traurig so etwas...
    19 9 Melden
    • Posersalami 18.10.2017 10:02
      Highlight Es ist tatsächlich zum kotzen. Das Ausmass der Tragödien übersteigt schon lange, was man ausgalten kann. Aber hauptsache uns gehts gut.
      3 4 Melden

FBI räumt Pannen im Fall des Florida-Todesschützen ein

Das Massaker an einer Schule in Parkland (US-Bundesstaat Florida) mit 17 Toten hätte womöglich verhindert werden können. Das FBI gestand in einem am Freitag veröffentlichten Statement ein, einem Anruf am 5. Januar nicht nachgegangen zu sein.

Ein Anrufer habe Hinweise auf den späteren Täter gegeben, habe auf dessen Vernarrtheit in Waffen hingewiesen und dass dieser womöglich einen Überfall auf eine Schule plane.

Das FBI erklärte, der Anruf sei nie weitergegeben worden und habe die Polizisten vor …

Artikel lesen